Künetten zur effizienten Erdwärmegewinnung

Künetten sind eine Möglichkeit Wärme aus dem Erdreich für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe zu gewinnen. Daneben gibt es weitere Arten von Absorbern. Welche das sind, wie sie jeweils funktionieren und worin sie sich unterscheiden, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten. Darüber hinaus  erfahren Sie hier, was es es bei der Planung von Künetten zu beachten gilt. 

Künetten als Teil einer Erdwärmepumpe

Künetten sind Absorber und werden zusammen mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe betrieben. Anders als eine typische Gasheizung gewinnt eine solche Wärmepumpe die Energie für Heizung und Warmwasserbereitung nicht über eine Verbrennung, sondern einen physikalischen Prozess. Dabei wird der Umwelt – zum Beispiel mit Künetten aus der Erde – Energie entzogen. Da das Temperaturniveau dieser aber zu niedrig ist, muss es technisch angehoben werden. Die Details finden Sie in unserem Beitrag zur Funktionsweise der Wärmepumpe.

Mann gräbt Graben für Künetten-Kollektor einer Erdwärmepumpe
© lightpoet / Fotolia

Wie kann die Erdwärme gewonnen werden?

Geht es darum, die kostenfreie Umweltwärme aus der Erde zu gewinnen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Häufig eingesetzt werden dabei zum Beispiel:

  • Sondenbohrungen
  • Flachkollektoren
  • Künetten

Erdwärme über Sondenbohrungen gewinnen

Eine der bekanntesten Möglichkeiten, die Wärme aus dem Erdreich zu gewinnen, sind Sondenbohrungen. Dabei werden Rohrleitungen – die sogenannten Erdsonden – in bis zu 100 Meter tiefe Bohrlöcher eingebracht. Die Leitungen werden von einer Sole genannten Flüssigkeit durchflossen, die die Wärme aus dem Erdreich zur Erdwärmepumpe transportiert. Je nach Tiefe der Bohrung und Qualität des Bodens können so etwa 50 Watt je Meter gewonnen werden. Für ein modernes Einfamilienhaus werden Sondenbohrungen von insgesamt rund 150 Metern benötigt, die in der Regel auf mehrere Bohrungen aufgeteilt werden.

Flachkollektoren entziehen Erdwärme aus großen Flächen

Sind Sondenbohrungen aus rechtlichen Gründen nicht möglich, kann die Erdwärme auch über Flachkollektoren gewonnen werden. Wie bei einer Fußbodenheizung werden dabei von Sole – mit Frostschutzmittel versetztem Wasser – durchflossene Rohrleitungen in einer Tiefe von etwa einem Meter unter der Oberfläche verlegt. Je nach Beschaffenheit des Bodens können diesem dabei rund 25 Watt je Quadratmeter entzogen werden.

Für die Erdwärmepumpe in einem modernen Einfamilienhaus wird dabei in der Regel eine freie Fläche von rund 300 Quadratmetern benötigt. Wichtig, die Fläche darf nicht beschattet werden, etwa durch eine Überbauung durch den Nachbarn. 

Künetten gewinnen Erdwärme platzsparend

Sind weder Sonden noch Flachkollektoren eine Option, bieten Künetten (auch Grabenkollektoren) eine gute Alternative. Künetten bestehen aus sich überschneidenden Rohrschlangen, die in Gräben von etwa einem Meter Breite ungefähr ein bis zwei Meter unter der Erdoberfläche verlegt werden. Auch hier werden die Rohrschlangen von Sole durchflossen, um dem Boden Energie zu entziehen. Je Grabenmeter können der Heizung dabei oft schon 100 Watt zugeführt werden. Werden die Künetten für die Wärmepumpe eines modernen Einfamilienhauses geplant, können Hausbesitzer überschlägig mit einem Graben von etwa 80 Metern Länge rechnen. Aufgeteilt auf mehrere Künetten, sollte das auch auf kleineren Grundstücken möglich sein. Wer mehr Wärme aus der Umwelt gewinnen möchte, kann die Grabenkollektoren auch mit einem sogenannten Energiezaun kombinieren. Dieser besteht aus geflochtenen Rohrleitungen, die Wärme an der Erdoberfläche aufnehmen.

Worin liegt der Vorteil von Künetten?

Künetten, die in schmalen Gräben verlegten Erdkollektoren einer Wärmepumpe, können ohne besondere Genehmigung im Erdreich verlegt werden. Darüber hinaus sind sie platzsparender als Flachkollektoren und günstiger als Sondenbohrungen.

Wie bei allen anderen Systemen, über die Umweltenergie aus der Erde gewonnen werden kann, hängt auch die Entzugsleistung von Künetten von der Beschaffenheit der Böden ab. Besonders hoch ist diese vor allem bei feuchten Böden. Ist die Erde auf dem eigenen Grundstück eher sandig und trocken, muss die Länge der Künetten in der Regel vergrößert werden.

Worin liegt der Vorteil von Erdwärmepumpen?

Im Gegensatz zu anderen Energiequellen, wie zu Beispiel der Luft, hat das Erdreich ganzjährig ähnliche Temperaturen. Auch wenn diese von der Beschaffenheit der Böden, der Tiefe und der Entzugsleistung der Wärmepumpe abhängig ist, kann die Heizung damit im Vergleich effizienter und sparsamer arbeiten. Einen weiteren Vorteil bietet die Möglichkeit, das Erdreich als Wärmespeicher zu nutzen. Dabei kann die überschüssige Wärme der Solarthermie genutzt werden, um die Temperatur des Erdreichs anzuheben und die Effizienz der Wärmepumpe zu erhöhen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Durch die hohen Temperaturen im Erdreich sind Erdwärmepumpen eine besonders effiziente Möglichkeit, mit kostenfreier Umweltenergie zu heizen. Mit Künetten-Kollektoren kann die im Erdreich gespeicherte Solarwärme dabei meist günstig und platzsparend gewonnen werden.
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