Wärmepumpe mit Luft: Mehr zu Funktion, Kosten und Vorteilen

Speziell wenn die Wärmepumpe mit Luft angetrieben wird, müssen sich Verbraucher genau über deren Funktion, Kosten sowie die Vor- und Nachteile informieren. Erschwerend kommt hinzu, dass die Luftwärmepumpe immer noch von vielen Vorurteilen geprägt ist, denen teilweise große Versprechungen der Hersteller gegenüberstehen. Alle Informationen ausgewogen zu deuten, ist folglich absolut unerlässlich.

Funktionsweise der Wärmepumpe mit Luft als Energiequelle

Zur Energiegewinnung macht sich diese Variante der Wärmepumpe die Außen- beziehungsweise Umgebungsluft zu Nutze. Sie wird über einen Ventilator angesaugt und innerhalb der Wärmepumpe erhitzt, bevor die dabei generierte Wärme schließlich dem Haushalt übergeben wird. Folglich entsteht zu keinem Zeitpunkt ein aktiver Verbrennungsprozess, weshalb die abgesonderten CO2-Emissionen erwartungsgemäß sehr niedrig ausfallen. Teilweise wird solch eine Wärmepumpe mit Luft noch mit Wasser ergänzt. In diesem Fall spricht man von einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Das Wasser ist genauer gesagt ein Kältemittel, welches zur Übertragung der Wärme verwendet wird, während den Antrieb weiterhin die Außenluft sicherstellt. Hier wird das Prinzip der Verdampfung genutzt.

In jedem Fall lässt sich eine Wärmepumpe mit Luft als Energiequelle sowohl im Außen- als auch Innenbereich aufbauen. Selbst wenn sie in den Innenräumen aufgestellt wird, wird die Außenluft ins Freie geführt, um einen Rückstau zu verhindern. Optional könnte solch eine Wärmepumpe durch einen Pufferspeicher ergänzt werden. Luft-Luft-Wärmepumpen nutzen die Abluft um neue, frische Luft zu erwärmen. Das funktioniert aber nur in sehr gut gedämmten Immobilien, meist sogar nur in Passivhäusern.

Wärmepumpe Luft

Kosten einer Wärmepumpe mit Luft als Antrieb

Luftwärmepumpen sind in den letzten Jahren etwas im Preis gefallen. Aktuell kann man diese (Stand: Sommer 2017) schon für rund 4.000 Euro erwerben. Hierbei handelt es sich dann aber tatsächlich um kleinere Einsteigermodelle. Wer ein Ein- oder Mehrfamilienhaus damit beheizen möchte, muss in etwa mit 8.000 bis 12.000 Euro kalkulieren. Dieser Wert beziffert sich lediglich auf das Gerät selber, nicht aber auf die Installation, die natürlich vom Fachmann übernommen werden muss. Hier existieren mitunter große regionale Unterschiede. Anbieter auf dem Land haben typischerweise geringere Preise als solche in einer Großstadt, zudem bestehen zwischen Ost und West starke Preisgefälle. Eine gute Faustregel besagt: Etwa 25 Prozent vom Kaufpreis des eigentlichen Gerätes müssen zusätzlich für die Installation auf die Kosten addiert werden. So müssen Verbraucher insgesamt mit rund 12.000 bis 15.000 rechnen.

Vor- und Nachteile der Luftwärmepumpen

Ein Vorteil ist, dass keine aufwändigen Bohrungen stattfinden müssen. Genehmigungen dieser Art und eine generelle Rücksicht auf die Bodenbeschaffenheit entfällt daher. Lässt sich die Wärmepumpe im Betrieb umkehren, kann sie im Sommer zudem als Klimaanlage verwendet werden. Eine Wärmepumpe mit Luft als Antrieb ist verhältnismäßig günstig, zumindest wenn man sie mit den Investitionskosten für Erdwärmepumpen inklusive Bohrungen vergleicht.

Nachteile zeigen sich im relativ hohen Geräuschpegel, für den spezifischer der Verdampfer verantwortlich ist. Hier existieren aber bereits sehr leise Modelle auf dem Markt, die dem Problem entgegenwirken. Zudem ist wie bei allen Wärmepumpen Strom für den Antrieb notwendig, weshalb die Kosten der Stromrechnung zwangsweise ansteigen werden. Die Wärmepumpe mit Luft als Antrieb ist zudem berüchtigt für ihren relativ geringen Wirkungsgrad. An extrem kalten Tagen reicht sie mitunter nicht aus, um das ganze Haus wirklich angenehm warm zu beheizen.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Die Luftwärmepumpen empfehlen sich zumindest für einen gut gedämmten Neubau, wenn Sie fossilen Energieträgern den Rücken kehren möchten. Dank der Möglichkeit eine Wärmepumpe im Betrieb umzukehren, erhalten Sie mit entsprechenden Anpassungen sogar noch eine taugliche Klimaanlage dazu. Die Immobilie gehört beim Kauf aber berücksichtigt, denn Altbauten wird eine Luftwärmepumpe höchstwahrscheinlich nicht warm bekommen, außer diese werden im Vorfeld aufwändig saniert und gedämmt. 

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