Mit Wärmepumpenstrom Heizkosten senken

Wärmepumpenstrom wird benötigt, um die thermische Energie aus der Umwelt auf ein für die Heizung ausreichendes Temperaturniveau zu bringen. Er wird von vielen Energieversorgern günstiger angeboten, ist dafür aber an bestimmte Bedingungen geknüpft. Welche das sind und wie man Wärmepumpenstrom sparen kann, erklären wir in diesem Beitrag.

Was ist Wärmepumpenstrom?

Wärmepumpenstrom ist elektrische Energie, die von vielen Versorgern speziell für den Betrieb von Wärmepumpen angeboten wird. Er stammt aus den gleichen Quellen wie herkömmlicher Haushaltsstrom, ist im Vergleich dazu aber günstiger.

Warum gibt es Wärmepumpenstrom?

Elektrisch betriebene Wärmepumpen belasten das Stromnetz teilweise mit sehr hohen Leistungen. Um dabei zu Spitzenzeiten – also dann, wenn auch die übrigen Haushalte viel Energie benötigen – für einen Ausgleich zu sorgen, können Versorger sogenannte Sperrzeiten verhängen. In diesen vertraglich geregelten Zeiten wird die Heizanlage vom Netz getrennt und bezieht keinen Wärmepumpenstrom. Die dadurch entstehende Flexibilität belohnen Anbieter der Tarife mit günstigeren Konditionen. Nur weil in den Zeiten kein Strom fließt, bleibt es im Haus nicht kalt. Dafür sorgen ausreichend groß dimensionierte Pufferspeicher, die die thermische Energie im Betrieb aufnehmen und erst zu den Sperrzeiten wieder abgeben.

Wer kann Wärmepumpenstrom beziehen?

Den Strom kann jeder Haushalt beziehen, der mit einer Wärmepumpe heizt. Voraussetzung ist, dass die von der Wärmepumpe verbrauchte Energie über einen eigenen Zähler – getrennt vom Haushaltsstrom – gemessen wird. Außerdem muss die Versorgung der Wärmepumpe im Rahmen vertraglich festgelegter Sperrzeiten vom Netzbetreiber getrennt werden können.

Glühlampen für Einsparpotenzial mit Wärmepumpenstrom
© patpitchaya / Fotolia

Wie kann man Wärmepumpenstrom sparen?

In einer Wärmepumpe wird der Strom benötigt, um das Temperaturniveau der thermischen Energie einer Umweltquelle auf ein für die Heizung Nutzbares anzuheben. Geht es darum die Kosten zu senken, stehen Hausbesitzern verschiedene Möglichkeiten offen. Beispiele dafür sind:

  • Auswahl der passenden Umweltwärmequelle
  • Optimierung der Heizungsanlage
  • Kombination mit einer Solarthermie-Anlage
  • Vergleich der Preise für Wärmepumpenstrom

Die Auswahl der Umweltenergiequelle

Je höher die Temperatur der thermischen Energie aus der Umwelt ist, umso weniger Strom verbraucht eine Wärmepumpe beim Heizen. Als besonders effizient gelten dabei die Energiequellen Erde und Wasser. Denn im Gegensatz zur Luft, die im Winter sehr kalt ist, erreichen diese Temperaturen von rund fünf bis zehn Grad Celsius. Die Temperaturdifferenz zur Heizung ist damit kleiner und Wärmepumpenstrom kann gespart werden.

Die Optimierung der Heizungsanlage

Geht es um eine geringe Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Heizungssystem, kann auch die Heizungsanlage selbst optimiert werden. Möglich ist das zum Beispiel durch eine energetische Sanierung, den Austausch einzelner Heizkörper, die Installation einer Flächenheizung oder die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs. Denn all diese Maßnahmen führen dazu, dass die Temperatur des Heizsystems um einige Grad gesenkt und der Verbrauch von Wärmepumpenstrom reduziert werden kann.

Die Kombination mit einer Solarthermieanlage

Wollen Hausbesitzer den Wärmepumpenstrom-Verbrauch einer bestehenden Anlage senken oder bei einer Neuinstallation von vorn herein für geringe Kosten sorgen, kann sich auch die Kombination mit einer Solaranlage zur Warmwasserbereitung lohnen. Diese sorgt über weite Teile des Jahres dafür, dass ausreichend Wasser zum Spülen, Waschen oder Duschen erhitzt wird und entlastet die Heizung. Der Temperaturhub der Wärmepumpe sinkt – die Warmwasserbereitung erfordert Temperaturen von 50 bis 60 Grad Celsius – und die Stromkosten fallen.

Vergleich der Preise für Wärmepumpenstrom

Genau wie beim Haushaltsstrom lohnt es sich auch hier, Preise zu vergleichen. Denn diese schwanken von Anbieter zu Anbieter. Ein Wechsel kann ohne bauliche Maßnahmen zu spürbaren Einsparungen führen. Mit verschiedenen Vergleichsrechnern im Internet funktioniert das schnell und einfach.

Darum lohnt sich der Wärmepumpenstrom Vergleich

Eine Abrechnung und ein paar Münzen symbolisieren den Wärmepumpenstrom Vergleich
© svort | Fotolia

Bis zum Jahr 2007 waren Eigentümer einer Wärmepumpe auf den örtlichen Grundversorger angewiesen. Der Gesetzgeber gab bis zu diesem Zeitpunkt vor, dass lediglich dieser den nötigen Strom liefern darf. Für die Eigentümer der Wärmepumpe wurde das natürlich zum Nachteil. Denn so waren sie auf die mitunter hohen Preise des regionalen Grundversorgers angewiesen und hatten keine Möglichkeit, den eigentlich liberalisierten Strommarkt zum eigenen Vorteil zu nutzen. Grundversorger unterhielten bis dahin spezielle Tarife, die sich den Wärmepumpen widmeten.

Mittlerweile hat sich die Situation für Verbraucher geändert. Aus diesem Umstand war damals auch ein Wärmepumpenstrom Vergleich geboren. Tarife speziell für Wärmepumpen werden in der Regel immer noch geführt, wobei sich das je nach Region und Grundversorger unterscheiden kann. Teilweise sind diese preislich aber an die Tarife für den klassischen Haushaltsstrom angeglichen. Das ist natürlich ein Nachteil, da Anlagenbetreiber so den eigentlich günstigeren Wärmepumpenstrom nicht beziehen können. Verbraucher sind jedoch nicht länger auf nur einen Versorger angewiesen. Es herrscht ein liberaler Markt, wo sich diese eigenständig ihren Versorger aussuchen können - wie auch schon beim klassischen Haushaltsstrom.

Welche Daten sind für einen Wärmepumpen Vergleich unabdingbar?

Aufgrund starker regionaler Unterschiede kann der Wärmepumpenstrom Vergleich ganz unterschiedliche Resultate offenbaren. Zudem ist natürlich immer eine Variable, in welcher Region dieser Strom bezogen werden soll. Denn nicht alle Versorger unterhalten ein bundesweites Liefergebiet. Für solch einen Wärmepumpenstrom Vergleich müssen nun einige generelle Angaben übermittelt werden. Das ist einerseits die Postleitzahl, um zu ermitteln, welche Versorger hier auftreten. Zugleich gilt es zu ermitteln, ob einer oder zwei Stromzähler (Haupt- und Nebentarif) unterhalten werden. Diese Angaben sind, zusammen mit dem geschätzten Verbrauch, unabdingbar. Zuletzt muss noch bestimmt werden, ob mit dem Wärmepumpenstrom Vergleich ein Privathaushalt oder ein Gewerbe versorgt wird.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Wärmepumpenstrom wird benötigt, um das Temperaturniveau kostenfreier Umweltwärmequellen für die Heizung anzuheben. Die Kosten können bereits während der Planung beeinflusst oder im Betrieb gesenkt werden. Voraussetzung für die günstigeren Tarife ist ein eigener Zähler, über den die Stromzufuhr bei Bedarf unterbrochen werden kann.

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon

Neueste Artikel

Vom 17. Oktober 2018

Verhängen Stromanbieter Sperrzeiten für Wärmepumpen, müssen diese unter Umständen mehrere Heizpausen am Tag überbrücken. Wir erklären, wie das funktioniert und warum es sich finanziell lohnt. weiterlesen

Vom 31. August 2018

Wer den energiereichen Erdboden als Umweltenergiequelle für die Wärmepumpe anzapfen will, findet im Ringgrabenkollektor eine Lösung mit vielen Vorteilen. Wir erklären, was die Kollektoren ausmacht. weiterlesen

Vom 24. Juli 2018

Eine Wärmepumpenheizung kann effizient und umweltfreundlich für ein warmes Zuhause sorgen. Aber wie funktioniert das und welche Energiequellen lassen sich dabei anzapfen? weiterlesen

Vom 16. Juli 2018

Der Scrollverdichter ist essenziell für die Funktion einer Wärmepumpe. Denn ohne ihn ließe sich die Umweltenergie nicht nutzen. Warum das so ist und wie die Geräte funktionieren, erklären wir hier. weiterlesen

News article img

Artikelbewertung