Luftwärmepumpe: Erfahrungen helfen Verbrauchern

Denken Sie über die Anschaffung einer Luftwärmepumpe nach? Erfahrungen anderer Verbraucher können bei der Kaufentscheidung hilfreich sein. Denn das Heizsystem eignet sich nicht pauschal für jeden Einsatzbereich. Von Bedeutung sind unter anderem die Außentemperaturen und die Heizkörper. Was bei Luftwärmepumpen zu beachten ist und inwieweit Erfahrungen bei der Kaufentscheidung Beachtung finden sollten, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Auch bei Minusgraden eine Option

Eine Luftwärmepumpe macht sich die Umgebungsluft zunutze. Sie kann wahlweise als Luft-Luft- oder als Luft-Wasser-Wärmepumpe konzipiert sein. Bei anstehenden Modernisierungen oder beim Hausbau rückt sie meist deshalb in den Fokus, weil im Vergleich zu einer Erdwärmepumpe oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe keine tiefen Bohrungen stattfinden. Somit lässt sie sich relativ schnell, günstig und unkompliziert einsetzen. 

Ein Vorurteil hält sich jedoch hartnäckig, kann durch die Luftwärmepumpen-Erfahrungen vieler aber widerlegt werden. So versorgen diese Wärmepumpen das eigene Haus auch bei Minusgraden noch mit wohliger Heizwärme. Um die größere Temperaturdifferenz zur benötigten Heizwassertemperatur auszugleichen, ist dafür jedoch mehr Strom erforderlich. Ein elektrischer Heizstab stellt dann die Wärmeversorgung sicher. Die Kosten halten sich aber meist dennoch im Rahmen. So machte das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) bei einem Langzeit-Monitoring von Wärmepumpen die Erfahrung, dass der Stromverbrauch des Heizstabes im Durchschnitt weniger als fünf Prozent der insgesamt verbrauchten elektrischen Energie ausmacht. 

Positive Erfahrungen mit Luftwärmepumpen bei geringen Vorlauftemperaturen

Informiert man sich über Luftwärmepumpen und Erfahrungen von Verbrauchern, fallen längst nicht alle Meinungen positiv aus. Denn wie effizient die Systeme laufen, hängt neben der Qualität der Produkte vor allem auch vom individuellen Gebäude ab. Kommt dieses mit geringen Vorlauftemperaturen selbst an eisig kalten Wintertagen auf wohlige Temperaturen, berichten viele Besitzer einer Wärmepumpe von positiven Erfahrungen. Anders ist das, wenn die Vorlauftemperaturen der Heizung lange Zeit im Jahr über 50 Grad Celsius liegen. Denn dann benötigt die Heizung mehr Strom, um die höhere Temperaturdifferenz zwischen Umwelt- und Heiztemperatur realisieren zu können. Nötig sind die hohen Werte übrigens dann, wenn ein Haus schlecht oder gar nicht gedämmt und mit kleinen Heizkörpern ausgestattet ist. Bei einer Sanierung kann es sich daher lohnen, einzelne Heizkörper auszutauschen oder Flächenheizsysteme nachzurüsten.

Das Bild zeigt Fragen und symbolisiert damit die für den Kauf einer Luft-Wasser-Wärmepumpe entscheidenden Erfahrungen anderer Nutzer.
© MH | Fotolia

Ein Teil der Kosten wird lediglich verlagert

Schon vor dem Kauf gilt es zu beachten, dass ein Teil der Kosten lediglich verlagert wird. Luftwärmepumpen werden mit Strom betrieben. Je niedriger die Außentemperaturen sind, desto höher ist der Stromverbrauch der Luftwärmepumpe folglich. Bei lang anhaltenden Kälteperioden ist deshalb zwangsweise davon auszugehen, dass die Stromrechnung ansteigen wird. Bleibt es aber den ganzen Winter über mild, ist die Stromrechnung überschaubar. Nur weil keine fossilen Brennstoffe wie Erdgas oder Öl mehr bestellt werden müssen, entfallen also nicht jegliche Heizkosten. 

Einige sprechen davon, dass Wärmepumpen in Altbauten keinen Sinn ergeben. Das stimmt jedoch nur dann, wenn die Vorlauftemperaturen in der Heizperiode sehr hoch sein müssen. Welche Erfahrungen Hausbesitzer mit einer Wärmepumpe machen werden, lässt sich mit einem einfachen Test schon vor dem Kauf herausfinden. Dazu drehen sie die Vorlauftemperatur an ihrer aktuellen Heizung auf maximal 45 bis 50 Grad Celsius herunter. Erreichen alle Zimmer im Haus auch an eisigen Tagen die gewünschte Wohlfühltemperatur, kann sich eine Luftwärmepumpe durchaus auch im Altbau lohnen. Bleiben die Räume im Haus kalt, gibt es zwei Alternativen:

  • Den Einbau größerer Heizkörper oder einer Flächenheizung.
  • Die Installation einer Hybridheizung, die Öl- oder Gasbrennwerttechnik mit der Wärmepumpe verbindet.

Letzteres ist mit einem geringeren Aufwand verbunden und sorgt auch im Altbau für niedrige Heizkosten. Denn die sparsam arbeitende Brennwertheizung springt dabei erst dann an, wenn es draußen richtig kalt ist. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung ist die hohe Förderung. So übernimmt der Staat bis zu 40 Prozent der anfallenden Kosten. Ob diese Option für Sie infrage kommt, erfahren Sie von Ihrem Installateur. Dieser kann Ihnen auch bei Fragen zur Förderung der Wärmepumpe weiterhelfen.  

Erfahrungen mit der Luftwärmepumpe im Netz

Im Internet teilen viele Besitzer von Luftwärmepumpen ihre Erfahrungen. Wer von diesen profitieren möchte, kann also auf eine Vielzahl von Meinungen zurückgreifen. Wichtig ist: Ob Luft-Wasser-Wärmepumpe oder Luft-Luft-Wärmepumpe – Erfahrungen sind immer subjektiv geprägt. Dementsprechend sollten Kaufinteressenten sich nicht von einzelnen Meinung überzeugen lassen. Ziel muss immer sein, sich ein möglichst breit gefächertes Bild zu machen und sowohl die positiven als auch die negativen Erfahrungen in die eigene Entscheidung einfließen zu lassen. In diesem Sinne sind immer auch die baulichen Voraussetzungen zu berücksichtigen. 

Des Weiteren können Erfahrungen keinesfalls die Beratung vom Fachmann ersetzen. Zu viele Faktoren fließen hier mit ein, weshalb pauschalisierte Aussagen mit Vorsicht zu betrachten sind. Gleiches gilt auch für die Ergebnisse einer Luftwärmepumpe im Test. Am besten Sie ziehen einen geschulten Installateur zurate. Dieser hat mit Lüftwärmepumpen Erfahrungen gesammelt und kann die Eignung dieser unter Berücksichtigung individueller Gegebenheiten beurteilen.

Foren bieten eine gute Basis für den Meinungsaustausch

Neben den vielen Berichten im Netz gibt es zusätzlich noch die Möglichkeit, auf Foren zurückzugreifen. Allerdings gibt es keine speziellen Foren für die Luft-Wasser-Wärmepumpen-Erfahrungen, sodass der Nutzer hier auf wenige spezielle Foren zurückgreifen muss. Im Niedrigenergie-Forum beispielsweise oder auch im Hausbau-Forum finden Nutzer eine ganze Reihe von Erfahrungen mit Luft-Wasser-Wärmepumpe aus erster Hand und können bei Bedarf Fragen stellen. Neben den Foren sind natürlich auch Erfahrungen aus dem persönlichen Umfeld Gold wert. Denn dort kann man sich die Geräte nicht nur anschauen, sondern sich auch ein Bild von den Relationen machen in Bezug auf ein bestimmtes Heizverhalten. 

Erfahrungen aus vorhandenen Tests ziehen

Ebenfalls eine wichtige Anlaufstelle für Luft-Wasser-Wärmepumpe und Erfahrungen mit diesen sind große Institutionen wie die Stiftung Warentest. Auch wenn die Luftwärmepumpen im Test nicht immer aktuell sind, ist es ratsam, sich die Testkriterien genauer anzuschauen, um die verschiedenen Angebote auf dem Markt hinsichtlich dieser Testkriterien miteinander vergleichen zu können. Somit profitieren die Nutzer auch von älteren Luft-Wasser-Wärmepumpe-Erfahrungen und wissen, auf welche Faktoren es besonders ankommt.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Erfahrungen mit Luftwärmepumpen helfen, frühzeitig auf mögliche Stolpersteine aufmerksam zu werden. Vor allem hinsichtlich der zu erwartenden Stromkosten und der Differenz zwischen aktueller Stromrechnung und der Rechnung mit der Luftwärmepumpe im Betrieb. Solche Erfahrungen in authentischer Form zu sammeln, hilft konkret bei der Kaufentscheidung. Auf die Beratung eines Installateurs sollten Sie dabei trotzdem nicht verzichten. 
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