Inverter-Wärmepumpen: Funktion, Vorteile, Kosten

Herkömmliche Wärmepumpen arbeiten immer unter Volllast. Dabei ist es ganz egal, ob die Heizlast gerade bei zehn oder durch milde Außentemperaturen doch nur bei drei Kilowatt liegt. Die Folge: Das Haus bekommt oft zu viel Wärme und die Wärmeerzeuger takten. Sie schalten häufig ein und aus, verlieren an Effizienz und verschleißen schneller. Anders ist das bei Inverter-Wärmepumpen. Denn die liefern immer nur so viel Wärme, wie das Gebäude gerade benötigt. Der folgende Beitrag erklärt, wie das funktioniert und was es bringt. 

Die Funktionsweise der Inverter-Wärmepumpen  

Charakteristisch für eine Wärmepumpe mit Inverter ist, dass sie ihre Leistung an den Wärmebedarf im Haus anpassen kann. Auf diese Weise lassen sich die häufigen Starts der Heizung verhindern. Die Geräte laufen länger unter Teillast und erreichen in der Regel auch eine höhere Effizienz. Voraussetzung ist natürlich eine optimale individuelle Planung durch einen Heizungsfachmann.

Inverter ermöglichen einen modulierenden Betrieb  

Möglich ist die stufenlose Anpassung der Leistung durch den sogenannten Inverter. Das Bauteil wandelt den Wechselstrom aus dem 50-Hertz-Netz dabei zunächst in Gleichstrom um. Anschließend erzeugt er Wechselstrom, dessen Frequenz zwischen 30 und 90 Hertz variiert. Die Höhe der Frequenz wirkt sich dabei auf die Drehzahl des Kompressors und damit auch auf die Leistung der Inverter-Wärmepumpe aus.

Wärmepumpe mit und ohne Inverter im Vergleich  

Konventionelle Wärmepumpenheizungen arbeiten im Gegensatz zu Inverter-Wärmepumpen mit einer konstanten Leistung. Benötigt das Heizsystem durch milde Außentemperaturen nur wenig Wärme, liefern sie meist zu viel. In der Folge schnellt die Vorlauftemperatur nach oben und die Heizgeräte schalten ab. Ohne kontinuierlichen Nachschub sinkt die Heizmitteltemperatur rasch ab und die Wärmeerzeuger müssen erneut anspringen. Abhilfe verschafft hier unter anderem ein Pufferspeicher. Denn der nimmt die Wärme auf, auch wenn sie im Haus noch nicht benötigt wird. Er gibt sie zeitversetzt an das Heizsystem ab und ermöglicht einen gleichmäßigen und effizienten Betrieb der Wärmepumpen.

Mit der Invertertechnik ist der Speicher nicht unbedingt nötig. Denn hier geben die Heizgeräte in ihrem Modulationsbereich nie mehr Wärme ab als nötig. Sie laufen lange unter Teillast und erreichen bei korrekter Planung meist auch eine höhere Effizienz.

Effizient: Inverter-Wärmepumpe mit Solarstrom  

Auch in der Kombination mit einer Photovoltaikanlage können die Inverter-Wärmepumpen punkten. Denn sie arbeiten die meiste Zeit des Jahres schonend mit geringer Leistung und ziehen elektrische Energie gleichmäßig aus dem Netz. Anders als bei konventionellen Geräten, die schubweise viel Strom aus dem Netz ziehen, führt das zu einer höheren Eigenverbrauchsrate. Lässt sich mehr Solarstrom selbst nutzen, sinken die Energiekosten und die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik nimmt zu.

Inverter-Wärmepumpen variieren die Stromfrequenz, um ihre Heizleistung
anpassen zu können
© ALEXEY FILATOV | Fotolia

Die Vorteile einer Inverter-Wärmepumpe 

Durch die innovative Betriebsweise hat eine Wärmepumpe mit Inverter zahlreiche Vorteile. Sie läuft sie ruhiger, verschleißt langsamer und erreicht oft auch eine höhere Effizienz. Infolgedessen sinken auch die Energiekosten und die Wirtschaftlichkeit der Anlagen steigt.

Hohe Laufruhe und schonender Betrieb

Ein erster Vorteil ist der ruhige Betrieb der Inverter-Wärmepumpen. Diese arbeiten im Vergleich zwar länger als konventionelle Geräte, kommen dabei aber auch mit deutlich weniger Starts- und Stopps aus. Vergleichen lässt sich das mit dem Autoverkehr in Städten und auf Autobahnen: Während das häufige Stop-and-go durch den stressigen Stadtverkehr zu einem schnelleren Verschleiß führt, rollen PKWs auf der Autobahn gleichmäßig und deutlich schonender.

Höhere Effizienz der Inverter-Wärmepumpen  

Auswirkungen hat das in der Regel auch auf die Effizienz. Denn die steigt, wenn Wärmepumpen mit Inverter länger laufen. Wurde die Anlage optimal geplant, sinken dabei sogar die Heizkosten und Hausbesitzer können bares Geld sparen.

Wärmepumpen mit Inverter arbeiten genau

Arbeitet die Heizung immer mit der richtigen Leistung, hat auch die Vorlauftemperatur der Anlage immer passende Werte. Das Haus wird optimal mit Wärme versorgt und Phasen der Überhitzung oder Unterkühlung bleiben aus. Das führt zu einer höheren thermischen Behaglichkeit und steigert letztlich auch den Komfort in den eigenen vier Wänden.

Kosten einer Wärmepumpe mit Inverter 

Innovative Inverter-Wärmepumpen gibt es heute für 8.000 bis 14.000 Euro inklusive Zubehör und Montage. Da die Preise vor allem von den örtlichen Gegebenheiten abhängen, empfehlen wir Interessierten den Kontakt zu einem Installateur aus der eigenen Region. Dieser kann das Haus genau unter die Lupe nehmen und ein verlässliches Angebot erstellen.

Nicht vergessen sollten Verbraucher dabei die hohe staatliche Förderung für Inverter-Wärmepumpen. Diese gibt es über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhr (BAFA), sofern sie vor dem Baubeginn beantragt wird. Interessierte können dabei mit Zuschüssen von mindestens 1.500 Euro rechnen. 

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Inverter-Wärmepumpen können ihre Leistung an den Wärmebedarf im Haus anpassen und versorgen Gebäude bedarfsgerecht. Das reduziert die häufigen Starts- und Stopps, sorgt für einen schonenden Betrieb und meist sogar zu sinkenden Heizkosten. Hohe staatliche Zuschüsse vom BAFA federn die Anschaffungskosten unterdessen spürbar ab.
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