Erdwärmeheizung einbauen: So funktioniert es

Wenn Bauherren oder Hausbesitzer eine Erdwärmeheizung einbauen, können sie beim Heizen auch die kostenfreie Energie der Umwelt nutzen. Denn die Technik gewinnt Wärme aus dem Boden, die sich in die Heizungsanlage einspeisen lässt. Damit das effektiv funktioniert, sind jedoch einige Voraussetzungen zu erfüllen.

Die Themen im Überblick:

Aufbau und Funktion einer Wärmepumpe

Möchten Bauherren oder Hausbesitzer eine Erdwärmeheizung einbauen, entscheiden sie sich für eine umweltfreundliche Heizung. Denn die Technik gewinnt Energie aus dem Erdreich, um die Räume oder das Trinkwasser im Haus zu erwärmen. Arbeitet die Anlage effizient, deckt die Umweltwärme dabei mehr als zwei Drittel des Energiebedarfs. Nur ein Drittel muss dann noch über einen strom- oder gasbetriebenen Prozess hinzugefügt werden. Wie dieser im Detail funktioniert, erklären wir im Beitrag „Funktionsweise der Wärmepumpe“. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass die Heizkosten der Wärmepumpe steigen, je größer der Temperaturunterschied zwischen Umweltwärmequelle und Heizwasser ist.

Kollektorarten für die Erdwärmeheizung einbauen

Eine Erd- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe gewinnt thermische Energie, in dem sie eine mit Frostschutzmittel versetzte Flüssigkeit (Sole) durch lange Rohre im Erdreich zirkulieren lässt. Diese nehmen dabei Umweltwärme auf, erwärmen sich und speisen die Wärmepumpe im Haus. Je nachdem, auf welche Art die Leitungen verlegt sind, unterscheidet man heute verschiedene Kollektorarten. Typisch sind dabei zum Beispiel:

  • Sondenbohrungen
  • Flachkollektoren
  • Grabenkollektoren (Künetten)
  • Wärmekörbe

Während die Leitungen bei Sondenbohrungen tief in das Erdreich führen, verlegt ein Installateur diese bei Flachkollektoren flächig unter der Erdoberfläche. Ähnlich funktioniert das auch bei den sogenannten Grabenkollektoren, die platzsparender in sich überschneidenden Ringen verlegt werden. Wärmekörbe bestehen aus vertikal aufgewickelten Rohren, die Wärme aus kompakten Gräben gewinnen. Was die einzelnen Kollektor-Arten auszeichnet und wie große sie sein sollten, wenn Verbraucher eine Erdwärmeheizung einbauen, erklären wir im Beitrag „Sole-Wasser-Wärmepumpe“.

Erdwärmeheizung einbauen und Flachkollektoren installieren

Voraussetzung für eine Wärmepumpenheizung

Damit die Heizkosten sinken, wenn Bauherren oder Hausbesitzer eine Erdwärmeheizung einbauen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Diese betreffen vor allem das Haus und ergeben sich wie folgt:

  • niedriger Energiebedarf durch energiesparende Gebäudehülle
  • geringe Heizwassertemperatur durch Niedertemperaturtechnik
  • Platz und Genehmigung für zum Erdwärmeheizung Einbauen

Wärmedämmung und gute energiesparende Fenster

Grundvoraussetzung dafür, dass Bauherren oder Hausbesitzer eine Erdwärmeheizung einbauen können, ist eine hohe energetische Qualität des Gebäudes. So sollten energiesparende Fenster und gut gedämmte Wände dafür sorgen, dass die Wärmeverluste klein bleiben. Denn auf diese Weise benötigt die Umweltheizung weniger Energie, die Kollektoren fallen kleiner aus und neben den Kosten für die Anschaffung sinken auch die Heizkosten der Wärmepumpe.

Geringe Heizwassertemperaturen für die Technik

Eine weitere Voraussetzung betrifft die Temperatur des Heizungswassers. Denn je niedriger diese ist, umso geringer ist der Energiebedarf im Wärmepumpenprozess. Möglich wird das zum einen durch eine gute Dämmung, zum anderen aber auch durch eine Niedertemperatur- oder Flächenheizung. Denn diese überträgt Wärme, anders als Heizkörper, über den kompletten Fußboden an den Raum.

Ausreichend Platz zum Erdwärmeheizung Einbauen

Die dritte Voraussetzung ist ausreichend Platz im Garten. Denn die Kollektoren der Wärmepumpenheizung belegen oft große Flächen, die in der Regel nicht überbaut werden dürfen. Nur so kann sich die Wärmequelle im Erdreich durch die auftreffende Sonneneinstrahlung regenerieren und immer ausreichend Energie zur Verfügung stellen. Entscheiden sich Verbraucher beim Erdwärmeheizung Einbauen für Sondenbohrungen, benötigen sie außerdem eine Genehmigung der unteren Wasserbehörde.

Wärmepumpe mit dem alten Kessel betreiben

Möchten Hausbesitzer eine Erdwärmeheizung einbauen und die Voraussetzungen sind nicht komplett erfüllt, können sie die Heizung mit dem alten Kessel kombinieren. Dabei entscheidet sich eine intelligente Regelung immer für die günstigste Heiztechnik und schaltet zum Beispiel bei zu tiefen Außentemperaturen von der Wärmepumpe auf den alten Wärmeerzeuger um. Nötig ist dazu ein Pufferspeicher, der die Energie beider Anlagen aufnimmt, für eine gewisse Zeit bevorratet und bei Bedarf an das Haus abgibt.

Übrigens: Diese Variante eignet sich übergangsweise vor allem dann, wenn der Heizungstausch vor der Dämmung des Gebäudes geplant ist. Sind alle Sanierungsarbeiten abgeschlossen, lässt sich der alte Kessel dann einfach außer Betrieb nehmen.

Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Wenn Bauherren oder Hausbesitzer eine Erdwärmeheizung einbauen, entscheiden sie sich für eine nachhaltige und umweltfreundliche Heizung. Denn die Technik deckt etwa zwei Drittel des Wärmebedarfs im Haus über kostenfreie Energie aus dem Erdreich. Damit das funktioniert, kommt es jedoch auf eine gute Wärmedämmung, energiesparende Fenster und den Betrieb mit niedrigen Heizwassertemperaturen an. Außerdem muss ausreichend Platz zur Installation der Erdkollektoren vorhanden sein.

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