Die Wärmepumpe-Klimaanlage als Komplettlösung

Die Primäraufgabe einer Wärmepumpe besteht darin, Wohnräume in den kalten Monaten mit Wärme zu versorgen. In den heißen Sommertagen lässt sie sich aber auch umfunktionieren. Was eine Wärmepumpe-Klimaanlage genau auszeichnet, welche Unterscheidungen es gibt und wie hoch die Investitionskosten sind, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Was ist eine Wärmepumpe-Klimaanlage?

Wenn von einer Wärmepumpe-Klimaanlage gesprochen wird, dann ist damit eine Wärmepumpe gemeint, die über eine Kühlfunktion verfügt. Das bedeutet nicht, dass jede handelsübliche Wärmepumpe sich auch zum Kühlen nutzen lässt. Wer von diesen beiden Vorteilen profitieren möchte, sollte seinen Wunsch unbedingt vor dem Kauf äußern. Denn eine Nachrüstung ist nicht selten mit einem hohen finanziellen und zeitlichen Aufwand verbunden.

Zwei Personen genießen den Vorteil einer Wärmepumpe-Klimaanlage
© Antonioguillem | Fotolia

Die Funktionsweise einer Wärmepumpe-Klimaanlage

Wer die Funktionsweise einer Wärmepumpe-Klimaanlage verstehen möchte, muss zunächst einmal den Umwandlungsprozess einer „normalen“ Wärmepumpe nachvollziehen können. Dieser erfolgt bei allen Wärmepumpenarten in vier Schritten: Zunächst wird das innerhalb der Wärmepumpe zirkulierende Kältemittel verdampft. Anschließend folgt die Temperaturerhöhung durch Verdichtung. Im dritten Schritt gibt das erhitzte Kältemittel seine thermische Energie an das Heizsystem ab, bevor es im letzten Schritt durch einen Expansionsvorgang wieder vollständig verflüssigt. Wie dieser Vorgang genau aussieht, erklärt der Beitrag „Die Funktionsweise der Wärmepumpe“. Der Kühlvorgang bei einer Wärmepumpe selbst kann entweder aktiv oder passiv laufen.

Unterscheidung zwischen aktiver und passiver Kühlung

Das aktive Kühlen mit einer Wärmepumpe ist sowohl mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe als auch mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe möglich. In beiden Fällen sorgt die Umkehrung des Funktionsprinzips dafür, dass anstatt der Umgebungsluft in dem Fall der Raumluft Wärme entzogen wird. Dieser sogenannte reversible Betrieb ist allerdings nur mit der Ergänzung zweier Komponenten möglich: Dazu gehören ein zweites Expansionsventil und ein 4-Wege-Ventil. Wie das aktive Kühlen mit einer Wärmepumpe im Detail aussieht, erklärt der Beitrag „Active Cooling“.

Passive Kühlung benötigt nur wenig Energie

Die Wärmepumpe-Klimaanlage kann auch auf passive Weise die Räume kühlen. Experten sprechen dabei von Passive Cooling, das nur bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe oder einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe funktioniert. Das Funktionsprinzip des Passive Cooling basiert auf der Temperaturdifferenz zwischen dem Erdreich und den Innenräumen. Indem der Betrieb des Sole- und Heizwasserkreislaufes weiterhin läuft, wird den Räumen Wärme entzogen. Wie der Vorgang im Detail funktioniert und welche Komponenten für den Betrieb unabdingbar sind, erläutert die Beitrag „Passive Cooling“.

Kosten für eine Wärmepumpe-Klimaanlage

Eine Wärmepumpe-Klimaanlage bzw. eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion gehört zu den umweltfreundlichen Heizungsarten, da sie die kostenlose Umweltwärme in nutzbare Wärme umwandelt. Die Investitionssumme in eine Wärmepumpe ist etwas höher als die in eine Gas- oder Ölheizung. Wie hoch die Kosten genau sind, hängt von vielen Faktoren ab und kann daher nicht pauschal angegeben werden. Dazu zählen die Art der Wärmequelle, der Hersteller, die Leistung und nicht zuletzt die Region, in der das zu beheizende bzw. kühlende Gebäude steht. Für den Einsatz in einem Einfamilienhaus müssen Hausbesitzer mit überschlägigen Kosten von 10.000 bis 13.000 Euro rechnen. Auch die Betriebskosten sollten beim Kauf mitberücksichtigt werden.

Der Kauf einer Wärmepumpe wird vom Staat finanziell gefördert

Weil eine Wärmepumpe-Klimaanlage sehr umweltschonend arbeitet, fördert der Staat den Kauf einer solchen Anlage mit attraktiven Mitteln. Die Förderhöhe ist abhängig von der Art der Wärmepumpe und auch von technischen Eckdaten wie der Leistung oder der Jahresarbeitszahl. Ausführliche Informationen dazu liefert der Beitrag „Förderung der Wärmepumpe“.

Vorteile gegenüber einer „normalen“ Klimaanlage

Ein Vorteil der Wärmepumpe-Klimaanlage besteht in der Verteilung der kühlen Luft. Diese wird auf angenehme Weise an die Räume verteilt. Es gibt keine störenden Geräusche und auch keinen Durchzug. Auch aus finanzieller Sicht ist lohnt sich die Anschaffung einer Wärmepumpe-Klimaanlage auf Dauer. Denn die Zahl der heißen Tage, an denen die Räume gekühlt werden müssen, ist in Deutschland sehr klein.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Eine Wärmepumpe-Klimaanlage entzieht der Raumluft Wärme und kühlt so das komplette Haus. An kälteren Tagen wird ihr Funktionsprinzip umgekehrt – und sie versorgt alle Räume effizient und sicher mit der gewünschten Wärme. Da nicht jede Wärmepumpe ab Werk über die Kühlfunktion verfügt, sollten Hausbesitzer bereits beim Beratungsgespräch das Thema ansprechen.

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