Die Luftwärmepumpe und deren Stromverbrauch

Grundsätzlich speist sich eine Wärmepumpenheizung aus der Wärme eines Reservoirs wie Grundwasser, Erdreich oder Luft. Dabei ist die sogenannte Luftwärmepumpe eine oft gewählte Variante. Sie ist vergleichsweise günstig und die Installation erfolgt schnell. Erfahren Sie im folgenden Artikel, wie diese funktioniert und welche Faktoren bei einer Luftwärmepumpe den Stromverbrauch bestimmen.

Wozu benötigt eine Luftwärmepumpe überhaupt Strom?

Die Bezeichnung Luftwärmepumpe meint in der Regel die sogenannte Luft-Wasser-Wärmepumpe. Damit diese Wärme erzeugen kann wird über einen Ventilator Umgebungsluft angesaugt. Das flüssige Kältemittel, welches sich im Verdampfer der Anlage befindet, nimmt die Wärme der Luft auf. Dadurch verdampft das Mittel wiederum. Über einen Kompressionsvorgang verdichtet sich das entstandene Gas. Die Temperatur erhöht sich. Über einen Wärmetauscher gibt das Gas die Wärme ab. Diese kann sowohl zum Beheizen der Räume als auch zur Warmwasserbereitung genutzt werden.

Entscheidend ist, dass für das Verdichten des gasförmigen Stoffes Strom benötigt wird. Wenn im Winter die Temperaturen demnach relativ niedrig sind, benötigt die Anlage mehr Strom, um Wärme zu erzeugen. Der durch eine Luftwärmepumpe benötigte Stromverbrauch ist demnach maßgeblich von den Außentemperaturen abhängig. Übrigens ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe keine Wärmepumpe im klassischen Sinne. Denn der Kältemittelkreislauf entfällt bei dieser Anlage. Experten sprechen hier eher von einem Lüftungswärmesystem.

Luftwärmepumpe – Der durchschnittliche Stromverbrauch

Im Vergleich zu Erd- und Wasser-Wärmepumpen ist für eine Luftwärmepumpe der Stromverbrauch etwas höher anzusetzen. Dies gilt vor allem in den mitteleuropäischen Breitengraden, in denen die Außentemperaturen über das Jahr gesehen stark schwanken. Um den Verbrauch einschätzen zu können, ist die Jahresarbeitszahl zu berücksichtigen. Diese Kennzahl drückt das Verhältnis zwischen erzeugter Heizenergie und eingesetzter elektrischer Energie aus. Das meint, wie viel Einheiten Wärme lassen sich aus einer Einheit Strom erzeugen.

Die Jahresarbeitszahl gilt für die gesamte Heizungsanlage über ein komplettes Jahr gesehen. Dabei fließen sowohl das Benutzerverhalten als auch die klimatischen Verhältnisse mit ein. Die Richtwerte für den Luftwärmepumpe-Stromverbrauch sind zwischen 2,4 und 2,8 anzusiedeln. Anders ausgedrückt: Eine Kilowattstunde (kWh) Strom und zwei kWh Luftwärme werden benötigt, um etwa drei kWh nutzbare Energie zu gewinnen. Liegt der Wert darunter, besteht Prüfungs- und Handlungsbedarf. Ein Installateur ist zu kontaktieren.

Das Bild zeigt eine Stromabrechnung, die verdeutlicht für eine Luftwärmepumpe den entsprechenden Stromverbrauch.
© Stockfotos-MG | Fotolia

Stromkosten für eine Luftwärmepumpe

Um den jährlichen finanziellen Aufwand einer Luftwärmepumpe grob überschlagen zu können, sind folgende Faktoren zu berücksichtigen:

Viele Stromanbieter haben häufig einen etwas günstigeren Tarif extra für Wärmepumpen im Angebot. Bis vor ein paar Jahren war der Markt ziemlich begrenzt. Doch mittlerweile lohnt sich ein Vergleich. Im Optimalfall arbeitet die Wärmepumpe mit vergünstigtem Wärmepumpenstrom und somit noch wirtschaftlicher. 

Wie kann der Stromverbrauch reduziert werden?

Für den von einer Luftwärmepumpe verursachten Stromverbrauch ist das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen, also die Leistungszahl, entscheidend. Die Temperaturdifferenz zwischen der Wärmequelle und dem Heizwärmebedarf sollte generell nicht zu groß sein, um den Stromverbrauch niedrig zu halten. Doch vor allem bei einer Luftwärmepumpe ist dies gar nicht so einfach, da die Leistung stark von den schwankenden Außentemperaturen abhängig ist. Daneben variiert der Bedarf für die einzelnen Räume. Vor allem während des Winters kann eine Zusatzheizung sinnvoll sein. Um bei einer Luft-Wärmepumpe den Stromverbrauch niedrig zu halten, können Sie selbst ein paar Bedingungen anpassen. Neben einer guten Dämmung der Anlage und vor allem der Leitungen kann das zum Beispiel über den Einsatz von Flächenheizungen geschehen. Diese arbeiten mit einer eher niedrigen Anlauftemperatur.

Luftwärmepumpe und ihr Stromverbrauch: CO2-Bilanz

Im Gegensatz zur Stromerzeugung verursacht die Wärmepumpe selbst kein Kohlenstoffdioxid. Doch den Verbrauch weitestgehend zu reduzieren, ist nicht nur gut für den eigenen Geldbeutel, sondern lohnt sich vor allem im Hinblick auf die CO2-Bilanz. Denn zwar liegt der Anteil erneuerbarer Energien im deutschen Strommix bei rund 25 Prozent, aber der restliche Strom wird nach wie vor aus Kohle, Erdgas und Kernenergie gewonnen.

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde

Fazit von Jeannette Kunde

Der von einer Luftwärmepumpe produzierte Stromverbrauch hängt von vielerlei Faktoren ab. Vor allem hinsichtlich der Außentemperatur kann dieser stark schwanken. Dennoch kommt sie in Deutschland häufig zum Einsatz. Sie ist im Vergleich zu anderen Wärmepumpen relativ kostengünstig.

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