Wie hoch sind die Kosten für Erdwärme?

Der Preis von Erdwärme hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben dem Heizgerät selbst sind auch die Kosten für Betrieb und Wartung der Anlage sowie die Erschließungskosten für die Energiequelle zu berücksichtigen. Vor allem Letztere variieren stark. Deshalb haben wir die wichtigsten Kostenpunkte für Sie zusammengefasst. Erfahren Sie, mit welchen Investitionen Sie rechnen müssen und wie Sie diese durch staatliche Fördermittel reduzieren. 

Anschaffungskosten einer Erdwärmepumpe

Interessieren Sie sich für eine Wärmepumpe die Erdwärme nutzt, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, spielen die Kosten eine entscheidende Rolle bei der Kaufentscheidung. Geht es um das Heizgerät selbst, müssen Sie mit Ausgaben von 5.000 bis 10.000 Euro rechnen. Der Preis für Erdwärme enthält dabei die Wärmepumpe selbst, samt Zubehör und Montage. Unberücksichtigt bleiben an dieser Stelle die Kosten der Erschließung. Denn diese hängen vom Kollektortyp ab und können sich von Haus zu Haus unterscheiden.

Staatliche Förderung senkt Erdwärme-Kosten

Wichtig zu wissen ist, dass der Staat einen Teil vom Preis für Erdwärme übernimmt. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können Sie die Investitionskosten um 35 Prozent reduzieren, sofern es sich um ein Bestandsgebäude handelt und alle technischen Anforderungen erfüllt werden. Tauschen Sie eine alte Ölheizung aus und ersetzen diese mit einer Wärmepumpe, die Erdwärme nutzt, steigt der Anteil auf 45 Prozent. Einen Bonus von fünf Prozent erhalten Sie zudem, wenn die Heizungsmodernisierung auf Grundlage eines individuellen Sanierungsfahrplans erfolgt. Grundsätzlich können Sie zwischen Zuschuss- und Kreditförderung wählen. Während die Zuschussvariante über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt wird, erfolgt die Finanzierung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beziehungsweise Ihre Hausbank. Weitere Details finden Sie im Beitrag zur Förderung der Wärmepumpe.

Gelscheine in der Erde symbolisieren den Preis für Erdwärme
© Bits and Splits / Fotolia
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Übliche Kosten für Erdwärme-Kollektoren

Neben dem Heizgerät selbst, müssen Hausbesitzer auch die Erschließung der Umweltquelle bezahlen. Die sogenannten Solekreise sind dabei nötig, um die kostenfreie Energie aus dem Erdreich zu gewinnen und zur Wärmepumpenanlage im Haus zu transportieren. Zum Einsatz kommen dabei Flächenkollektoren, Künetten (Grabenkollektoren) sowie Tiefenbohrungen.

Kosten für die Verlegung von Flächenkollektoren

Flächenkollektoren bestehen aus einem Rohrnetz, das direkt unter dem Erdboden verlegt wird. Es ähnelt einer Fußbodenheizung und besteht aus zahlreichen Kunststoffrohren. Strömt die Sole im Betrieb der Anlage durch den Kollektor, nimmt sie thermische Energie aus dem Erdreich auf und erwärmt sich. Herkömmlichen Böden entziehen die Flächenkollektoren rund 25 Watt pro Quadratmeter. Für ein modernes Einfamilienhaus sollten Verbraucher dabei mit einer Fläche von etwa 300 bis 350 Quadratmetern rechnen. Der Preis für Erdwärme beläuft sich dabei auf zehn bis 15 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt schlägt die Erschließung hier also mit etwa 3.000 bis 4.500 Euro zu Buche.

Was kosten Erdwärme-Anlagen mit Künetten?

Künetten oder Grabenkollektoren bestehen ebenfalls aus unterirdisch verlegten Rohrleitungen. Diese liegen hier jedoch in sich überschneidenden Ringen, als Ringgrabenkollektoren, unter der Erde. Mit einer Breite von etwa einem Meter sind die Gräben platzsparend und gewinnen je nach Bodenqualität ungefähr 100 Watt je Meter. Für ein typisches Einfamilienhaus müssen Verbraucher dabei eine Grabenlänge von rund 80 bis 100 Metern einplanen, die sich jedoch auf mehrere einzelne Gräben verteilen lässt. Bei Kosten von 30 bis 40 Euro pro Grabenmeter belaufen sich hier die Erdwärme-Kosten auf rund 2.400 bis 4.000 Euro. Einen großen Anteil haben dabei vor allem die nötigen Erdarbeiten.

Erschließungskosten für Tiefenbohrungen

Bei der Erdwärmebohrung verlaufen die Kunststoffrohre des Solekreises senkrecht nach unten. Als Grenze gilt dabei eine Tiefe von 100 Metern. Unterhalb dieser sind besondere Bergbaurechte nötig. Aber auch darüber müssen Hausbesitzer für die Installation der Erdsonden oft eine Genehmigung einholen. Diese gibt es von der unteren Wasserbehörde. Sind die rechtlichen Voraussetzungen erledigt, können Tiefenbohrungen durch die höheren Temperaturen im Erdreich ungefähr 50 Watt je Meter gewinnen. Für ein typisches Einfamilienhaus sind dabei etwa 160 Bohrmeter nötig, die sich auf mehrere Löcher aufteilen lassen. Geht es um den Preis der Erdwärme-Kollektoren, zahlen Hausbesitzer hier etwa 50 bis 60 Euro pro Bohrmeter. Insgesamt belaufen sich die Kosten in diesem Beispiel damit auf rund 8.000 bis 9.600 Euro.

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Wie teuer ist der Betrieb mit Erdwärme?

Im Betrieb der Wärmepumpe entstehen unter anderem Verbrauchs- und Wartungskosten. Da der Preis für Erdwärme-Anlagen im Betrieb jedoch stark von den örtlichen Gegebenheiten sowie der Größe und Qualität des Gebäudes abhängig ist, lassen sich überschlägige Werte nicht beziffern. Auskunft gibt hier ein Installateur. Denn der kann das Gebäude vor Ort untersuchen und eine individuelle Planung anfertigen. Neben den Stromkosten zum Betrieb der Heizung fällt ein Teil vom Preis für Erdwärme auch auf die Wartung. Diese sollten Hausbesitzer jährlich durchführen lassen, wobei sie mit Ausgaben von 70 bis 150 Euro rechnen müssen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Der Preis für Erdwärme ist ein entscheidender Faktor bei der Wahl einer Wärmepumpe. Er entfällt dabei auf das Heizgerät, den Solekreis zum Gewinnen der Umweltwärme und den Betrieb der Anlage. Vor allem durch die Wahl eines geeigneten Kollektor-Systems können Hausbesitzer viel Geld sparen. Zusätzlich reduzieren staatliche Fördermittel die Kosten für Erdwärme. 
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