Die Erdwärmeheizung als Klassiker unter den Wärmepumpen

Auch wenn die Erdwärmeheizung eine Form der Wärmepumpe ist, wird die Bezeichnung oft als ein Oberbegriff verstanden. Gleich bleibt jedoch, dass sich diese Art der Heizung die Energie aus dem Erdreich zu Nutze macht. Diese wird über verschiedene Installationen aufgesogen, weiterverarbeitet und schließlich im Inneren des Hauses zum Heizen eingesetzt - das ist besonders umweltfreundlich.

Alles rund um die Erdwärmeheizung

Wärmepumpen werden deshalb häufig (und auch richtigerweise) zu den Erdwärmeheizungen gezählt, weil diese durch ihr Funktionsprinzip eine Nutzung der Geothermie ermöglicht - also der Verwendung von klassischer Erdwärme zum Heizen der Innenräume. Abseits davon können Wärmepumpen beispielsweise aber auch mit Luft oder dem Grundwasser betrieben werden. Die Geothermie ist jedoch zweifelsfrei die am weitesten verbreitete Variante - zumindest zum aktuellen Zeitpunkt. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass der Begriff selbst in strenger Verbindung zu Begriffen wie "Wärmepumpe" oder "Erdwärmeheizung" steht.

Erdwärmeheizung wird vorwiegend in Neubauten eingesetzt

Für eine tadellose Funktionsweise werden mehrere Installationen notwendig. Die Energie aus dem Erdreich wird wahlweise über Sonden, Erdwärmekörbe oder Kollektoren gewonnen. Weil diese im Boden platziert werden müssen - die Tiefe unterscheidet sich je nach Variante - wird zwingend ein entsprechend hoher baulicher Aufwand notwendig. Die moderne Erdwärmeheizung wird deshalb vorwiegend in Neubauten eingesetzt, wo sie von Anfang an direkt in die Planung und Konstruktion integriert wird. Das ist in aller Regel einfacher, als diese nachträglich verbauen zu lassen - was aber keinesfalls unmöglich ist.

Abbildung der Funktionsweise der Sole-Wasser-Wärmepumpe

Funktionsweise dieser modernen Heizart

Oberflächennahe Geothermie ist das Zauberwort, welches bei der Funktionsweise einer Erdwärmeheizung eine wichtige Rolle einnimmt. Unterirdisch strömt durch die gesamte Anlage Wasser beziehungsweise ein Kühlmittel, welches durch die Geothermie der Erde leicht erwärmt wird. Dafür sorgen die genutzten Sonden oder Kollektoren, welche teilweise zwischen 80 und 160 cm tief verbaut werden. Die leicht erwärmte Flüssigkeit schreitet dann im System voran, bis sie die eigentliche Wärmepumpe der Erdwärmeheizung erreicht, welche dem Stoff die Wärme entzieht und ihn im Anschluss zu einer höheren Temperatur verdichtet. Die Wärmepumpe greift dabei auf ein ähnliches Prinzip zurück, wie es auch bei Kühlschränken der Fall ist.

System ist quasi wartungsfrei

Schließlich geht die Erdwärmeheizung zum nächsten Schritt über und erreicht den Pufferspeicher, wo die entstandene Erdwärme gespeichert wird, wodurch es wiederum zu einer erneuten kompletten Abkühlung der Flüssigkeit kommt. Während die Wärme hier im Pufferspeicher verbleibt und zum Heizen genutzt wird, beginnt die Flüssigkeit den eben erklärten Kreislauf von vorn. Dieser findet kontinuierlich statt und sorgt für eine zuverlässige Zufuhr von Wärme, welche beispielsweise an Heizkörper oder der Fußbodenheizung weitergeleitet wird. Vorteilhaft ist bei diesem System, dass es quasi komplett wartungsfrei ist. Das ist auch notwendig, denn Wartungsarbeiten würden aufgrund der Konstruktion unter der Erdoberfläche anderenfalls sehr kostspielig werden. Betrieben wird das ganze System mit Strom. Die Effizienz kann zwischen der genutzten Variante, dem Standort und dem Modell variieren, üblicherweise kann eine Kilowattstunde Strom aber rund drei bis fünf Kilowattstunden Erdwärme erzeugen.

Die Relation vom genutzten Strom zur erzeugten Erdwärme kann durch die Standortwahl beeinflusst werden. Deshalb finden vor dem Bau auch immer Maßnahmen statt, die die Eignung des Erdbodens überprüfen. Hier wird auch festgestellt, ob eine Erdwärmeheizung an dem Standort überhaupt sinnvoll ist.

Vor- und Nachteile der Erdwärmeheizung

Heizungssysteme besitzen immer verschiedene Vor- und Nachteile. Einen echten Alleskönner, der deutlich vor anderen Systemen die Nase vorn hat, gibt es nicht unbedingt. Es gilt also, die Vorzüge und die negativen Faktoren gegeneinander abzuwiegen. Ein häufig genannter Nachteil der Erdwärmeheizung sind die hohen Investitionskosten. Die baulichen Maßnahmen, teilweise unter der Erdoberfläche, sind relativ kostspielig. Langfristig amortisieren sich diese durch den effizienten Betrieb. Das bringt aber eben nur etwas, wenn die Anschaffungskosten tatsächlich auch erst einmal gezahlt werden können. Für die gesamte Installation mit Einbau ist ungefähr mit 20.000-23.000 Euro zu kalkulieren.

Keine Lagerfläche notwendig

Eine Erdwärmeheizung eignet sich jedoch nur bei Häusern, bei denen ein Stück des Garten bzw. des Grundstücks für das Heizsystem beansprucht werden kann. Völlig CO2-frei ist die Erdwärmeheizung ebenfalls nicht, weil sie Strom benötigt, welcher mitunter durch Atomkraft erzeugt wird. Beziehen Anlagenbesitzer hingegen grünen Strom, verbessern sie dadurch ihre Ökobilanz merklich. 

Vorteile zeigen sich unter anderem beim "Rohstoff". Anders als bei Pellets oder Heizöl, wird hierfür keine Lagerfläche benötigt - diese ist quasi die freie Natur unter der Erdoberfläche. Der Betrieb ist außerdem sicher und gefahrlos, Wartungen werden in aller Regel gar nicht notwendig. Eine Erdwärmeheizung wird zudem mindestens für 20 Jahre betrieben. Da die Anlage komplett automatisch arbeitet, gilt sie als sehr komfortabel, die laufenden Kosten beschränken sich ebenfalls nur auf den genutzten Strom. Sie lassen sich reduzieren, indem bewusst ein günstiger Stromanbieter gewählt wird. Sie ist zudem umweltschonender als eine Gasheizung oder Ölheizung.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Mithilfe der Erdwärmeheizung lassen sich mehrere Räume umweltfreundlich und wirtschaftlich beheizen. Damit die Anlage in Betrieb genommen werden kann, müssen mehrere Voraussetzungen bezüglich des Erdreichs erfüllt sein. Dann arbeitet die Erdwärmeheizung über eine Dauer von etwa 20 Jahren nahezu wartungsfrei.  

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon

Neueste Artikel

Vom 16. Juli 2018

Der Scrollverdichter ist essenziell für die Funktion einer Wärmepumpe. Denn ohne ihn ließe sich die Umweltenergie nicht nutzen. Warum das so ist und wie die Geräte funktionieren, erklären wir hier. weiterlesen

Vom 15. Juli 2018

Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe versorgt die Heizung mit hohen Vorlauftemperaturen und arbeitet dennoch zuverlässig und effizient. Wie das funktioniert und warum das nötig ist, erklären wir hier.  weiterlesen

Vom 04. Juli 2018

Ein Grabenkollektor gewinnt thermische Energie aus dem Erdreich und führt diese einer Sole-Wasser-Wärmepumpe zu. Warum das besonders effizient und günstig ist, erklären wir in diesem Beitrag. weiterlesen

Vom 16. Mai 2018

Die Wärmepumpe hat eine bewegte Geschichte, die früher beginnt, als die meisten vermuten. Die Anfänge liegen im 19. Jh. Doch erst in den letzten Jahrzehnten etablierte sie sich als effizientes Heizungssystem. weiterlesen

News article img

Artikelbewertung