Die Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe macht sich als Energiequelle die von der Sonne erwärmte Außenluft zunutze. Auch im Winter nutzt die Luft-Wasser-Wärmepumpe die in der Außenluft gespeicherte Sonnenenergie.

Funktionsweise der Luft-Wasser-Wärmepumpe

Ventilatoren saugen dazu die Außenluft an, bevor ein Verdampfer ihr die Umweltwärme entzieht. In den Rohren der Wärmepumpe befindet sich das Kältemittel, welches in einen Wärmetauscher fließt, wo es auf die angesaugte Außenluft trifft. Dies hat zur Folge, dass sich das Kältemittel erwärmt und verdampft. Zusätzlich erhöht wird die Temperatur des Kältemittels durch einen Verdichter und zwar so lange, bis das Kältemittel die gewünschte Heiztemperatur erreicht. Strom dient dabei als Antrieb für den Verdichter. In einem zweiten Wärmetauscher gibt das Kältemittel nun die Wärme an den Heizkreislauf ab.

Die so gewonnene Wärme kann zum Heizen sowie zur Warmwasseraufbereitung genutzt werden. Zum Schluss wird die abgekühlte Luft erneut an die Umgebung abgegeben. Sind die Außentemperaturen im Winter niedrig, so wird mehr Strom als im Winter benötigt. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann jedoch an warmen Sommertagen auch als Klimaanlage dienen. Hierbei wird die Funktion einfach umgekehrt.

Darstellung der Funktionsweise einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Funktionsweise einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Kosten der Luft-Wasser-Wärmepumpe

Für Einfamilienhäuser mit einer Heizleistung von 8 bis 12 kW belaufen sich die Kosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe auf rund 10.000 bis 16.000 Euro. Inbegriffen sind sämtliche Anbauteile sowie Zubehör wie Rohrleitungen. Der konkrete Preis hängt insbesondere vom Wärmepumpentyp ab. Die Außenaufstellung der Luft-Wasser-Wärmepumpe kann im Vergleich zur Innenaufstellung etwas teurer sein. Zudem muss zwischen Anlagen mit Invertertechnik, Wasserführung sowie modulierenden Anlagen unterschieden werden. Für die Aufstellung muss mit Handwerkerkosten von 1.500 bis 2.500 Euro gerechnet werden.

Darüber hinaus unterscheiden sich die Preise je nach Hersteller. Weil eine solche Wärmepumpe ferner Strom benötigt, fallen nicht unerhebliche Betriebskosten an. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 11 kW verursacht für Einfamilienhäuser mit 4 Personen jährliche Stromkosten von rund 1.000 Euro. Für den Wärmepumpenstrom lassen sich hierbei spezielle Tarife abschließen. Weil die Luft-Wasser-Wärmepumpe nahezu wartungsfrei ist, entstehen jedes Jahr nur etwa 50 bis 100 Euro an Kosten für einen Techniker, der die Kältemittelleitungen auf Dichtigkeit prüft.

Vor- und Nachteile

Die Vorzüge und Schwächen einer Luft-Wasser-Wärmepumpe werden bei einem Vergleich mit Schwestertechnologien wie etwa der Sole-Wasser-Wärmepumpe oder der Wasser-Wasser-Wärmepumpe deutlich.

Vorteile

  • Preiswert aufgrund kostengünstiger Anschaffung und Montage
  • Ein nachträglicher Einbau ist jederzeit möglich, ohne das Bohrungen oder Grabungen erforderlich werden
  • Installation erfordert keine behördliche Genehmigung
  • Der Platzbedarf liegt lediglich bei etwa einem Quadratmeter
  • Geringer Installationsaufwand, zumal die Wärmequelle Luft überall vorhanden ist
  • Eignet sich sowohl für Altbauten, als auch für Neubauten
  • Förderung durch verschiedene Institutionen möglich

Nachteile

  • Der jährliche Stromverbrauch liegt im Schnitt höher als bei anderen Wärmepumpen
  • Bei nicht oder schlecht gedämmten Häusern stößt die Wärmepumpe in puncto Wirtschaftlichkeit an ihre Grenzen
  • Lärmschutz muss beachtet werden, da diese Wärmepumpe sehr laut sein kann

Förderung der Luft-Wasser-Wärmepumpe

Staatliche Förderprogramme machen die Investition in eine Luft-Wasser-Wärmepumpe attraktiv. Sowohl die KfW Bank wie auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) honorieren die Installation mit einer Förderung für eine Wärmepumpe. Die Förderung durch die BAFA stellt auf die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Luft-Wasser-Wärmepumpe ab. Danach muss diese im Fall einer gasbetriebenen Luft-Wasser-Wärmepumpe bei 1,25 und bei einer elektrisch betriebenen bei über 3,5 liegen. Werden diese Werte erfüllt, winkt ein Zuschuss von 1.300 Euro. Ein weiterer Zuschuss von 50 Prozent ist für eine besonders effiziente Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 1,5 (Gas) bzw. 4,5 (Elektro) vorgesehen. In Kombination mit einer Biomasseheizung oder einer Anlage für Solarthermie überweist das BAFA weitere 500 Euro. Seitens der staatlichen KfW Bank erfolgt eine Förderung nur dann, wenn die Wärmepumpe als ergänzendes System zu einer Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und einem Öl-Brennwertkessel bzw. einem Gasbrennwertkessel eingesetzt wird.

Kauf einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Da der Erwerb einer Luft-Wasser-Wärmepumpe eine große Investition darstellt, sollte die Wahl der richtigen Anlage gut überlegt sein. Eine qualitativ hochwertige Luft-Wasser-Wärmepumpe ist an dem EHPA Gütesiegel zu erkennen. Ferner ist darauf zu achten, dass die Wärmepumpe mindestens eine JAZ von 2,5 erreicht. Weil es in beheizten Räumen im Wohnbereich schnell zur Bildung von Kondensation kommen kann, ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe in der Garage, im Keller oder im Technikraum aufzustellen. Das wenige Kondenswasser lässt sich hierbei frostfrei ableiten. Wird zudem der Heizraum regelmäßig belüftet, kann die relative Luftfeuchtigkeit niedrig gehalten werden.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe steht hierzulande für die meistverkaufte Wärmepumpe. Sie überführt die Energie der Umgebungsluft in ein Heizsystem. Dadurch bedarf sie keiner aufwendigen baulichen Maßnahme oder Genehmigung und ist überdies kostengünstig und schnell einsetzbar. Die Anschaffung wird ferner durch KfW Bank und BAFA mittels Fördergelder honoriert. Im Vergleich zu Wasser-Wasser- oder Sole-Wasser-Anlagen ist eine Wärmepumpe Luft-Wasser aber weniger effizient und stark von der Außentemperatur abhängig.

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