Förderung der Wärmepumpe im Überblick

Die Förderung für Wärmepumpen wurde zum Jahreswechsel in die Richtlinie der Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG) überführt. Erklärtes Ziel der staatlichen Zuschüsse und Kredite ist es gemäß Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), die Umweltbelastungen durch CO2-Emissionen zu reduzieren. Ein Ansatzpunkt ist dabei der Fokus auf das Heizen mit erneuerbaren Energien. Die Wärmepumpe spielt hier eine ganz besondere Rolle, da sie sich nicht nur als einzelner Wärmeerzeuger sehr gut eignet, sondern auch in der Kombination mit anderen Systemen häufig zum Einsatz kommt. Mit welcher Förderhöhe Sie rechnen können, zeigen wir in den folgenden Abschnitten.

Zuschüsse und zinsgünstige Kredite für die neue Wärmepumpe

Die Kosten für eine Wärmepumpe belaufen sich auf 8.000 bis 12.000 Euro und können abhängig von Region, Dienstleister oder Hersteller stark variieren. Doch die Investition lässt sich mithilfe staatlicher Fördermittel reduzieren. Neben der Zuschuss-Förderung ist ebenfalls ein Kredit möglich. Dabei können Sie sich zum einen die Wärmepumpe als sogenannte Einzelmaßnahme fördern lassen sowie als eine Komponente zum energieeffizienten Neubau oder bei einer Sanierung eines bestehenden Gebäudes.

  • Ihren Antrag auf einen Zuschuss als Einzelmaßnahme stellen Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
  • Kredite und Zuschüsse für eine Wärmepumpe gibt es im Rahmen “Energieeffizient Sanieren” bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Ziel sollte hier das Effizienzhaus sein. Neben der Installation der Wärmepumpe sind dazu weitere energetische Maßnahmen durchzuführen.

In allen Fällen ist es fortan wichtig, dass die Auftragserteilung als Vorhabensbeginn ausgelegt wird. Das heißt, wenn sie einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit dem Fachbetrieb abgeschlossen haben.

Wie hoch ist die Förderung einer Wärmepumpe?

Die Fördermittel umfassen in jedem Falle einen Anteil von bis zu 35 Prozent. Sollten Sie eine alte Ölheizung gegen eine neue Wärmepumpe austauschen, profitieren Sie zusätzlich von einer Prämie über zehn Prozent. Darüber hinaus gibt es fünf Prozent extra, wenn die Maßnahme im Rahmen eines sogenannten individuellen Sanierungsfahrplans umgesetzt wird. So ist unter bestimmten Umständen eine Förderung von bis zu 50 Prozent möglich.

Dies gilt im Übrigen sowohl für die Zuschussförderung über das BAFA als auch für den Kredit bei der KfW. Letzteres wird voraussichtlich aber erst zum 01.07.2021 umgesetzt. Ab Juli wird hier auch ein BEG Kredit mit Tilgungszuschuss verfügbar sein. 

Ein kleines Haus mit einem Heizungsthermostat davor und eine Schreibtafel mit der Aufschrift Förderung Wärmepumpe
© Marco2811 / Fotolia

Wärmepumpen in hybriden Systemen

Neben den Wärmepumpen allein können diese auch in bivalenten Systemen zum Einsatz kommen und entsprechend gefördert werden. Kombinieren Sie eine Gas-Brennwertheizung mit einer Wärmepumpe, deren Leistung mindestens 25 Prozent der Heizlast deckt, erhalten Sie einen Förderanteil von 30 Prozent (gilt nur für bestehende Gebäude). In Verbindung mit einem anderen Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien als EE-Hybridheizung bekommen Sie bis zu 35 Prozent.

Besonderheit: Austausch einer alten Ölheizung gegen eine Wärmepumpe

Tauschen Sie eine bestehende Ölheizung gegen eine neue Wärmepumpe, können Sie mit zehn Prozent zusätzlicher Förderung rechnen. Das macht in Summe eine Förderung von bis zu 45 Prozent. Dies gilt nicht, wenn Sie eine "Renewable Ready" Gasheizung mit einer Wärmepumpe kombinieren.

Wichtig: Die alte Heizungsanlage kann auch von der Austauschpflicht betroffen sein. Auch in diesem Falle erhalten Sie eine Förderung. 

Luft-Luft-Wärmepumpen und Abluftwärmepumpen

Seit dem 01.01.2021 ist auch die Luft-Luft-Wärmepumpe über die Einzelmaßnahmen förderfähig. Der Anteil liegt bei bis zu 35 Prozent, wenn wie bei anderen Wärmepumpen mindestens 50 Prozent der erzeugten Energie für Raumheizung oder die kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung genutzt wird. Voraussetzung ist hier, dass die Raumheizungseffizienz bei mindestens 181 Prozent liegen sollte. Das gilt für Wärmepumpen mit einer Leistung von 12 Kilowatt oder weniger. Darüber hinaus sollte sie die Effizienzklasse A++ oder A+++ haben.

Ebenfalls gibt es fortan eine Förderung für Abluftwärmepumpe wie für andere Lüftungsanlagen auch. Dies gilt in erster Linie für Kompaktgeräte mit Abluftwärmepumpe. Für den Bereich der Anlagentechnik ist als Maßnahme ein Zuschuss von bis zu 20 Prozent angesetzt. 

Bedingungen und Voraussetzungen – Was ist zu beachten?

Im Zuge der Anpassungen der Förderung für Wärmepumpen haben sich vor allem die technischen Mindestanforderungen verändert. Hier ist entscheidend, dass nicht mehr die Jahresarbeitszahl (JAZ) als zentrale Kenngröße gilt, sondern fortan die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ƞs). Für gasbetriebene Wärmepumpen ist diese bei allen genutzten Umweltenergiequellen gleich: sie sollte bei 35 Grad Celsius Heizwassertemperatur 126 Prozent betragen und bei 55 Grad Celsius 111 Prozent. Für elektrische Wärmepumpen sieht dies hingegen wie folgt aus:

Wärmequelleƞs bei 35 °C
ƞs bei 55 °C
Luft135 %120 %
Wasser150 %135 %
Erde150 %135 %
Sonstige
(Ab- oder Solarwärme)
150 %135 %

Daneben müssen Wärmepumpen auch Aspekte wie Netzdienlichkeit und Qualitätssicherung erfüllen, um gefördert zu werden. Für Sie als Hausbesitzer heißt das in der Praxis, die entsprechenden Nachweise vorlegen zu können. So sollten Sie neben der vorhabensbezogenen Rechnung unter anderem die folgenden Unterlagen parat haben:

  • Bestätigung zur Durchführung eines hydraulischen Abgleichs durch einen Fachbetrieb
  • Fachunternehmererklärung
  • DVGW W120-2–Zertifikat (bei Sondenbohrungen für eine Erdwärmepumpe notwendig)
  • Versicherungsschein und Zahlungsnachweis
  • Prüfbericht über unabhängige Prüfung bzw. Zertifizierung (Einzelprüfung nach EN 14511 / EN 14825)
  • Herstellernachweise zu den Geräteeigenschaften und Kenndaten der Wärmepumpe

Wichtig: Grundsätzlich wird die Erstinstallation von Wärmepumpen gefördert sowie das Nachrüsten sowohl einzelner Anlagen als auch in einem bivalenten System. Dabei ist ausschlaggebend, dass mindestens 50 Prozent der erzeugten Wärme klassischerweise zum Erwärmen der Räume dient oder für die Kombination aus Warmwasserbereitung und Raumheizung eingesetzt wird. Im ersten Falle kann das Warmwasser auch über andere Wege erhitzt werden.

Sind Sie noch unschlüssig, welche Wärmepumpe für Ihr Haus und Grundstück die passende ist, gibt Ihnen der Beitrag "Welche Wärmepumpe passt zu meinem Haus" umfassende Auskunft. 

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde
Fazit von Jeannette Kunde
Um die Investitionen in erneuerbare Energien weiter anzukurbeln, umfasst das vom BMWi initiierte Förderprogramm Zuschüsse und Kredite von bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Wenn Sie eine alte Ölheizung gegen eine Wärmepumpe austauschen sogar bis zu 45 Prozent. Ist die Wärmepumpe Teil der Maßnahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans, gibt es weitere fünf Prozent der Kosten.
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