Förderung der Wärmepumpe: So werden sie gefördert

Die Mehrzahl der Heizungsanlagen in Deutschland ist veraltet und arbeitet ineffizient. Das soll sich ändern. Mit dem aktuellen Marktanreizprogramm (MAP) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) werden neue finanzielle Anreize geschaffen. Privathaushalte, Unternehmen und Freiberufler können sich bei finanziellen Investitionen in erneuerbare Energien die Förderung für eine Wärmepumpe und Zuschüsse sichern.

Förderung für die Wärmepumpe: Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen

Ein Zuschuss für die Wärmepumpe und die Förderung für die Wärmepumpe sind Teilbereiche des MAP, mit dem auch Investitionen in andere erneuerbare Energien finanziell unterstützt werden. Das Maßnahmenprogramm basiert auf zwei Säulen.

  1. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährt einen Zuschuss zur Wärmepumpe. Dies ist die erste Säule der Wärmepumpenförderung.
  2. Die zweite Säule sind zinsgünstige Darlehen mit Tilgungszuschüssen, die von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unter bestimmten Voraussetzungen gewährt werden.

Der Unterschied zwischen der ersten und zweiten Säule besteht darin, dass der Zuschuss für eine Wärmepumpe nicht zurückgezahlt werden muss. Im Gegensatz dazu muss die Finanzierungshilfe für zinsgünstige Kredite zurückgezahlt werden. Anderes gilt dann, wenn der Kredit für die Förderung der Wärmepumpe einen Tilgungszuschuss enthält. Abgesehen von wenigen Ausnahmen werden Wärmepumpen aller Leistungsklassen gefördert. Das beginnt bei Anlagen mit einer Leistung von wenigen Kilowatt bis zu 100 Kilowatt.

Ein kleines Haus mit einem Heizungsthermostat davor und eine Schreibtafel mit der Aufschrift Förderung Wärmepumpe
© Marco2811 / Fotolia

Zuschuss für die Wärmepumpe: Wer kann Zuschüsse beim BAFA beantragen?

Einen BAFA-Zuschuss für die Wärmepumpe bekommen Sanierer, die eine mindestens zwei Jahre alte Heizung austauschen. Wer ein neues Haus baut, kann die Mittel nur dann in Anspruch nehmen, wenn die Wärmepumpe besonders effizient ist. Messen lässt sich das an der Jahresarbeitszahl (JAZ), die bei über 4,5 liegen muss. Eine Gaswärmepumpe gilt dann als effizient, wenn ihre Jahresarbeitszahl höher als 1,5 ist.

Geht es um die Höhe der Wärmepumpenförderung, richtet sich diese nach der Bauart. So gibt es im Gebäudebestand mindestens:

Während das BAFA die gleichen Summen auch für effiziente Wärmepumpen im Neubau zahlt, gibt es für die sparsamen Geräte im Gebäudebestand mehr. Hier können Hausbesitzer mit mindesten 1.950 Euro für Luft-, 6.000 Euro für Sole- oder Wasser- und 6.750 Euro für Gas-Wärmepumpen rechnen.

Voraussetzung ist, dass Interessierte die Förderung für eine Wärmepumpe noch vor dem Beginn des Vorhabens online über das BAFA beantragen. 

Förderung für die Wärmepumpe: Wer kann zinsgünstige Kredite bei der KfW beantragen?

Die KfW fördert Wärmepumpen bei der Sanierung mit einem zinsgünstigen Darlehen über das Programm 167 "Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit". Die Förderung der Wärmepumpe wurde eingeführt, um das BAFA-Zuschussprogramm zu ergänzen, wenn Hausbesitzer die neue Heizung nicht vollständig in Bar zahlen können. 

Ausgezahlt werden bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit, die Verbraucher dann über einen Zeitraum von 4 bis 10 Jahren zurückzahlen können. Das Programm ist mit einer tilgungsfreien Anlaufzeit von 1 bis 2 Jahren und einer Zinsbindung von 10 Jahren ausgestattet. Auch hier gilt: Die alte Heizung muss mindesten zwei Jahre in Betrieb sein und die Wärmepumpen-Förderung ist vor dem Einbau der Technik zu beantragen. Außerdem ist auch ein Energieberater zurate zu ziehen. 

Auch die Bundesländer fördern die Investition in Wärmepumpen

Neben den staatlichen Fördermaßnahmen - dem Zuschuss für die Wärmepumpe vom BAFA und die Förderung für die Wärmepumpe durch die KfW - wird die Investition in Wärmepumpen auch von den Bundesländern finanziell unterstützt. Je nach Bundesland können die Voraussetzungen variieren, wobei die Vergabe von finanziellen Hilfen meist über Förderbanken abgewickelt wird, zum Beispiel über die Landesbanken oder das jeweilige Landesförderinstitut. Auch hier handelt es sich um zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse. Sie werden im Rahmen einer energetischen Sanierung, einer Modernisierung oder beim Erwerb einer Bestandsimmobilie auf Antragstellung gewährt.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Während das BAFA Zuschüsse für Wärmepumpen vergibt, ist die KfW für die Vergabe zinsgünstige Darlehen für die Investition in Wärmepumpen zuständig. Diese staatlichen Fördermaßnahmen sind Teil des vom BMWi angeregten Marktanreizprogramms, mit dem die Investition in erneuerbare Energien weiter angekurbelt werden soll.

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