Eisspeicher: Ökonomische und moderne Wärmequelle

Der Eisspeicher versorgt die dazugehörige Wärmepumpe mit der notwendigen Wärme, um eine zuverlässige, umweltschonende und wirtschaftliche Beheizung der Räume zu sichern. Der Einsatzbereich ist vielseitig: Ob Einfamilienhaus oder Gewerbekomplex, Eisspeicher lassen sich in nahezu jeder Größenordnung realisieren.

Der Aufbau eines Eisspeichers

Im Prinzip ist ein Eisspeicher nichts anderes als ein großer Wassertank. Somit ist der Eisspeicher leicht installiert. Der Behälter wird in Beton gegossen, was ihn frostsicher macht. Enthalten ist normales Trinkwasser. Da Brauch- oder Brunnenwasser Schmutzpartikel enthält und zur Algenbildung neigt, dürfen diese Wasserarten nicht für den Speicher verwendet werden. Der Eisspeicher besitzt je einen Entzugswärmetauscher und Regenerationswärmetauscher (Wärmetauscher). Mit Hilfe des Entzugswärmetauschers wird dem Wasser Wärme entzogen bis es gefroren ist. Der Regenerationwärmetauscher hat die Aufgabe, die Wärme dem Wasser wieder zuzuführen und das Eis zum Schmelzen zu bringen.

Der Eisspeicher besitzt keine Dämmung, denn diese ist nicht erforderlich

Des Weiteren besitzt der Eisspeicher einen Überlauf, über den überschüssiges Wasser entweichen kann. Der gesamte Speicher wird - oft nur vier Meter tief - im Erdboden versenkt. Eine solch geringe Tiefe hat den Vorteil, dass tiefe, aufwändige Bohrungen oder das Einholen von Genehmigungen entfallen. Der Behälter besitzt keine Dämmung, denn diese ist nicht erforderlich. Der Grund hierfür ist einfach: Bei einem Eisspeicher wird Wärme mit Hilfe von Wasser gespeichert, dessen Temperaturen unterhalb der Umgebungstemperatur liegen. Deshalb geht die Wärme auch ohne die Dämmung nicht verloren.

Modell eines Hauses mit einer Wärmepumpenheizung mit Eisspeicher
Abbildung einer Wärmepumpenheizung mit Eisspeicher (© heizung.de)

Der Eisspeicher nutzt die Kristallisationswärme

Um Wärme zu bevorraten, nutzt der Eisspeicher unter anderem die sogenannte Kristallisationwärme. Diese wird dann freigesetzt, wenn sich der Aggregatzustand eines Stoffes von flüssig nach fest ändert. Die freigegebene Energie ist dabei etwa 80 mal höher, als würde man flüssiges Wasser um ein Grad Celsius abkühlen. 

Die Funktionsweise eines Eisspeichers wird dadurch ermöglicht, dass dem Speicher die gespeicherte Energie mittels der Wärmepumpe entzogen wird. Durch diesen Vorgang gefriert das im Energiespeicher enthaltene Wasser. Durchgeführt wird dieser Vorgang über den Entzugswärmetauscher. Der Prozess der Vereisung wird von innen nach außen durchgeführt. Hierdurch wird verhindert, dass während des Vereisungsvorganges der Behälter gesprengt wird.

Eisspeicher wärmen sich immer wieder auf

Eisspeicher besitzen die einzigartige Fähigkeit, sich anhand verschiedener Umweltenergien immer wieder neu erwärmen zu können. Hierzu nutzen die Speicher verschiedene Umweltenergien wie Kollektoren, die auf dem Dach angebracht sind, oder die Erdwärme aus der Umgebung. Auch andere Umweltenergien, wie beispielsweise warmer Regen, können für einen Eisspeicher genutzt werden. Ganz gleich, welche Umweltenergie zum Einsatz kommt, stets findet der Vorgang des Wiedererwärmens im Regenerationswärmetauscher statt.

Eisspeicher auch zum Kühlen geeignet

Indem das Eis schmilzt, wird dem Wasser erneut Energie zugeführt, welche sich anschließend wieder durch die Wärmepumpe aufnehmen lässt, um dann in Heizwärme umgewandelt zu werden. Sollen die Wohnräume im Sommer gekühlt werden, dann lässt sich dies durch die Funktionsweise des Eisspeicher ebenfalls relativ einfach bewerkstelligen. Hierzu gibt das Heizungswasser, das durch die Fußbodenheizung im Haus strömt, die dort aufgenommene Wärme einfach an den Wärmespeicher ab. Dieses Prinzip der Kühlung mit der Wärmepumpe wird als natural cooling (natürliches Kühlen) bezeichnet. Das benötigte Wasservolumen hängt natürlich von der Wohnungsgröße und von den sonstigen Anforderungen ab. Solange das Wasser in ausreichender Menge vorhanden ist, gibt es für einen Eisspeicher so gut wie keine Einsatzgrenzen.

Wie Sie die passende Eisspeichergröße für ihren Zweck finden, erfahren sie im Beitrag: "Die richtige Eisspeichergröße berechnen".

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Eisspeicher haben verschiedene Vorteile, die eine Nutzung überaus attraktiv machen. So ermöglichen sie es mit der Solarenergie, der Außenluft und der Geothermie gleich mehrere einfach zu erschließende Wärmequellen zu nutzen. Da es sich bei sämtlichen Wärmequellen um regenerative Energien handelt, leistet der Energiespeicher darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Außerdem kann der Eisspeicher relativ einfach installiert werden, da in der Regel keine tiefen Bohrungen und Genehmigungen erforderlich sind. Ein weiterer Vorteil des Eisspeichers ist, dass er auch bei alten Gebäuden zum Einsatz kommen kann, wenn für den Speicher genug Platz vorhanden ist. Ein Eisspeicher hat relativ niedrige Betriebskosten, denn nur der Strom für die Wärmepumpe, nicht aber die Wärmequelle selbst, verursacht Kosten.

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