Klimawandel: Wird es wirklich wärmer?

So entwickelt sich die Temperatur in Deutschland seit 1950

Das Thema Klimawandel ist präsenter als je zuvor. Und noch immer wird heftig darüber diskutiert, ob die Temperaturen tatsächlich kontinuierlich steigen oder ob es sich um ganz gewöhnliche Schwankungen handelt, wie es sie in etlichen Jahrzehnten sämtlicher Jahrhunderte gegeben hat.

Eine nähere Betrachtung der Temperaturentwicklung in Deutschland während der vergangenen 70 Jahre liefert die Antwort: Der konstante Anstieg der Temperaturen lässt sich nicht leugnen. Die folgenden Darstellungen zeigen die Veränderungen seit 1950 auf einen Blick – übersichtlich nach Bundesland, Stadt und Zeitpunkt geordnet. Außerdem finden Sie 9 praktikable Tipps, wie Sie selbst CO2 einsparen und damit einer weiteren Erderwärmung entgegen wirken können - und sollten.

So ermitteln Sie die Temperaturen mithilfe der interaktiven Karte und Tabelle

Interaktive Tabelle: Wählen Sie zunächst im Drop-down-Menü die von Ihnen gewünschte Stadt aus. In der Tabelle können Sie anschließend die Temperaturentwicklung in Deutschland seit dem Jahr 1950 für Ihren Wohn- oder einen anderen gewählten Ort ablesen.


Interaktive Karte: Nutzen Sie den Schiebe-Button, um sich virtuell durch die Jahre seit 1950 zu bewegen. Die variierenden Rottöne deuten die Höhe der durchschnittlichen Jahrestemperatur im jeweiligen Bundesland an. Die im Bundesland angezeigte Zahl liefert zusätzlich das exakte Messergebnis.

Umfrage: Wie nehme Sie die Temperaturentwicklung und den Klimawandel wahr?

In einer eigens durchgeführten repräsentativen Befragung wurden 1.000 Personen unter anderem zu der Wahrnehmung der Temperaturentwicklung und dem Klimawandel befragt. Das Ergebnis zeigt, dass die Mehrheit der befragten Personen sich einig darüber sind, dass der Klimawandel bereits in Deutschland zu spüren ist. Daran aufbauend ist auch das Bewusstsein der Mehrheit über den Anstieg der Durchschnittstemperatur in Deutschland. Überraschend ist, dass die immer heißeren Sommertage laut Mehrheit der Befragten nur Ausnahmen sind.

Die Grafik zeigt das Umfrageergebnis zur Wahrnehmung von Temperaturentwicklung und Klimawandel.

Mehr heiße Tage und höhere Gesamttemperatur in allen Teilen Deutschlands

Obwohl es zwischen den einzelnen Jahren seit 1950 immer wieder starke Schwankungen der Jahresdurchschnittstemperatur gab, bestätigen sowohl das Umweltbundesamt als auch der Deutsche Wetterdienst einen deutlich erkennbaren Temperaturanstieg zwischen 1,8 bis 2° Celsius im gesamten Bundesgebiet. Analog dazu stellte der Deutsche Wetterdienst auch eine vermehrte Anzahl sogenannter heißer Tage fest. Dies sind Tage, an denen die Tageshöchsttemperatur einen Wert von 30° Celsius erreichte oder sogar überstieg. Mit durchschnittlich 20,5 heißen Tagen wurde 2018 der bisher absolute Rekord gemessen. Und obwohl es auch hier jahresbedingt immer wieder starke Schwankungen gab, ist eine allgemeine Tendenz zu längeren Hitzeperioden erkennbar.

Infografik zur Anzahl der heißen Tage in Deutschland pro Jahr

Gründe für den Temperaturanstieg

Laut dem neuesten Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC ist der Temperaturanstieg – und damit einhergehend die Veränderung des gesamten Klimasystems – auf den Menschen zurückzuführen. Das Institut bestätigt, dass die Konzentration von Kohlendioxid und weiteren Treibhausgasen mit Beginn der industriellen Revolution um 40 Prozent zugenommen hat. Das ist vorrangig auf die Emissionen zurückzuführen, die durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Gas und Erdöl entstehen. Deren Anteil am Primärenergieverbrauch ist immer noch viel zu hoch:

Grafik auch im Zip Ordner verfügbar

Die Hauptverursacher dieser klimaschädlichen Emissionen sind dabei die Bereiche Industrie, Schifffahrt, Landwirtschaft, Energieversorgung sowie Luft- und Autoverkehr. Gleichzeitig begünstigt die durch den atmosphärischen Kohlendioxidgehalt verursachte Erwärmung einen weiteren Anstieg von Kohlenstoffdioxid (CO2) in der Atmosphäre. Zusätzlich tragen auch sekundäre Netto-Emissionen zum Anstieg von CO2 bei, etwa weil Baumbestände durch eine veränderte Landnutzung in der Land- und Forstwirtschaft weichen mussten.

Doch auch Privathaushalte tragen nicht unerheblich zum Ausstoß von Kohlenstoffdioxid bei. Der größte Anteil fällt dabei auf den Bereich Wohnen mit im Schnitt 36 Prozent, hiervon ist der Großteil des CO2-Ausstoßes auf das Heizen zurückzuführen.

Grafik zu den CO2-Emissionen privater Haushalte in Deutschland im Jahr 2015

Laut einer aktuellen Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. sind fast 40 Prozent aller Heizungen in Deutschland 20 Jahre und älter, wobei der Anteil dieser veralteten Heizanlagen in Mehrfamilienhäusern sogar noch höher ist als in Einfamilienhäusern. Nahezu 75 Prozent aller in Deutschland genutzten Heizsysteme für Wohngebäude werden zudem mit den fossilen Energieträgern Gas und Öl betrieben. Hier gibt es vor allem bei der Modernisierung von Heizungsanlagen großes Potenzial für klimafreundlicheres Heizen.

Eine Möglichkeit, den CO2-Ausstoß für Hausbesitzer deutlich zu reduzieren, ist der Umstieg auf erneuerbare Energien. Insbesondere Wärmepumpen stellen dabei eine emissionsarme Heiztechnologie dar. Die folgende Grafik zeigt, wie viele Wärmepumpen bereits in Deutschland installiert wurden - aufgeschlüsselt nach Bundesländern:

Grafik zur Anzahl an Wärmepumpen in Deutschland pro Bundesland

Fast 60 Prozent aller in Deutschland installierten Wärmepumpen entfallen auf die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Dennoch ist bei der Berechnung zu berücksichtigen, dass sich die einzelnen Bundesländer doch teilweise deutlich in der Anzahl der vorhandenen Wohngebäude unterscheiden: Obwohl beispielsweise Brandenburg im bundesdeutschen Vergleich bei der Anzahl der Wohngebäude nur im Mittelfeld landet, sind hier bereits 6 Prozent der Gebäude mit einer Wärmepumpenheizung ausgestattet. Vorreiter in Sachen Wärmepumpenheizung sind auch Rheinland-Pfalz (6,5 Prozent), Bayern und Baden-Württemberg (je 5,7 Prozent) während das Saarland (2,7 Prozent) und Bremen (0,4 Prozent) das Schlusslicht bilden. Aktuell beträgt der durchschnittliche Anteil an Wärmepumpen an der Heizenergie im Wohngebäudesektor nur 3,4 Prozent. Gerade hier besteht in Deutschland also noch großes Potenzial zur Minimierung des CO2-Ausstoßes.

Die Auswirkungen eines Temperaturanstiegs

Der Temperaturanstieg hat dabei nicht nur Auswirkungen auf die Oberflächentemperatur aller Landflächen, sondern greift auch stark verändernd in komplexe Naturvorgänge ein. Durch die gleichzeitige Erwärmung der Ozeane kommt es zu einer Veränderung des globalen Wasserkreislaufs, dem Abschmelzen von polarem Eis sowie einer Verschiebung von Blüh- und Wachstumsperioden.

Der Hitzesommer von 2018 und auch die intensiven Hitzewellen im Jahr 2019 haben ganz konkret gezeigt, welche direkten Auswirkungen der kontinuierliche Temperaturanstieg in Deutschland bereits hat. So sind vor allem für die Jahre 2015 und 2018 mit vielen heißen Tagen deutlich mehr Waldbrände gemeldet worden. In der Landwirtschaft waren beträchtliche Ernteausfälle zu beklagen und empfindliche Mehrkosten für die Bewässerung der Felder zu leisten. Gleichzeitig nahm die Häufigkeit von Wetterextremen zu: Unwetter mit orkanartigem Wind und Starkregen richteten volkswirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe an.

Diese Entwicklung wird sich auch in Zukunft fortsetzen, denn sie ist das Ergebnis der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen CO2-Emissionen durch fossile Energieträger: So rechnen die Wissenschaftler des Weltklimarats derzeit mit einem Temperaturanstieg auf der Erdoberfläche von mehr als 1,5° Celsius bis 2050. Diese Entwicklung bedeutet einen unumkehrbaren Klimawandel mit schweren Ausmaßen über mehrere Jahrhunderte hinweg. Um aber den Temperaturanstieg auf die international angestrebten 1,5° Celsius bis 2050 zu begrenzen und damit auch die Ausmaße des Klimawandels möglichst einzudämmen, ist eine beträchtliche und lang anhaltende Reduktion von Kohlendioxid und weiteren Treibhausgasen dringend nötig.

Umfrage: Können Sie den CO2-Ausstoß selbst reduzieren?

Umfrage zum persönlichen Einwirkungen auf die CO2-Reduktion. 

Die oben stehende Grafik zeigt die Auswertung einer Umfrage zum Thema CO2-Reduktion. Bemerkenswert hierbei ist, dass 40 Prozent der Befragten der Politik die Verantwortung für die CO2-Reduktion der Politik und Industrie zuweisen. Zudem geben nur 41 Prozent an, CO2 in der eigenen Wohnung einsparen zu können. Hier besteht noch großer Aufklärungsbedarf, da vor allem beim Heizen großes Einsparungspotenzial besteht.

Was jeder Einzelne gegen die Erderwärmung tun kann

Die Darstellungen zeigen: Seit dem Jahr 1950 sind die durchschnittlichen Temperaturen in Deutschland deutlich gestiegen. Dem Klimawandel entgegenzutreten, ist eine gewaltige Aufgabe. Industrie und Staat, aber auch der einzelne Bürger, müssen gemeinsam Maßnahmen ergreifen, um eine nachhaltige Veränderung zu bewirken. Eine große Rolle spielen dabei energieeffiziente Technologien, denen auch Privatpersonen den Vorzug geben sollten.

Veraltete Heizsysteme sollten modernisiert werden. Die CO2-Reduktion kann mitunter beträchtlich sein. Moderne Heizsysteme laufen aufgrund ihres hohen Wirkungsgrades deutlich energieeffizienter. Ein minimierter Energieverbrauch senkt auch den Abgasausstoß. Eine besonders effektive und klimafreundliche Alternative ist die Wärmepumpe, die in Kombination mit einer Photovoltaikanlage nahezu klimaneutral für Wärme sorgt.

Entscheiden Sie sich also für moderne Heiztechnik und leisten Sie damit Ihren Beitrag zum Umweltschutz. Alle weiteren Informationen finden Sie auf heizung.de.

Wer keine Möglichkeit hat, auf eine klimafreundliche Heizanlage wie eine Wärmepumpe umzusteigen – etwa, weil er Mieter und nicht Eigentümer des Hauses ist – kann und sollte trotzdem im Alltag aktiv seinen privaten CO2-Ausstoß senken. Mit unseren praktischen Tipps lässt sich das ganz einfach umsetzen:

Infografik mit 9 Tipps für ein klimaneutrales Leben

Die Grafiken können unter Angabe von heizung.de als Quelle genutzt werden.