Tipps zum Sonnenkollektoren anschaffen

Eine Solaranlage wandelt die Energie der Sonne in Wärme um, die zum Beispiel das Trinkwasser erwärmt oder die Heizung unterstützt. Wollen Hausbesitzer neue Sonnenkollektoren anschaffen, stellen sich oft viele Fragen. Unklar ist dabei meist, welche Kollektorart man kaufen soll, wie viele man benötigt und was diese eigentlich kosten.

Kollektorarten im Vergleich

Die Kollektoren einer Solarthermie-Anlage, auch Solarkollektoren genannt, wandeln das Licht der Sonne in nutzbare Wärme um. Wie effizient das funktioniert, hängt von ihrem Sonnenkollektoren-Aufbau ab. Hausbesitzer können dabei zum Beispiel Flachkollektoren oder Vakuumröhren-Sonnenkollektoren anschaffen. Daneben gibt es auch noch die Schwimmbadabsorber sowie die Mischformen der Flach- und Röhrenkollektoren.

Flachkollektoren für die Solaranlage kaufen

Flachkollektoren erkennt man schnell an ihrem kastenartigen Aufbau. So bestehen sie aus einem stabilen Gehäuse, das zur Sonne ausgerichtet und mit einer Glasscheibe abgedeckt ist. Im Inneren der Bauteile befindet sich der Absorber. Das ist eine dunkel gefärbte Platte, die sich im Licht der Sonne erwärmt. Rohre, die sich in der Regel an der Rückseite des Absorbers befinden, nehmen die Energie auf und leiten sie über eine Solarflüssigkeit zur Heizungsanlage. Damit der Kasten selbst möglichst wenig Wärme verliert, ist er von Innen mit einer schützenden Dämmschicht ausgekleidet.

Zeigt das Dach in die richtige Richtung und ist die nicht verschattete Fläche groß genug, können Hausbesitzer flache Sonnenkollektoren anschaffen. Denn diese sind vergleichsweise günstig. Sie erzielen bei gleicher Fläche allerdings einen niedrigeren Ertrag als Vakuum-Röhrenkollektoren.

Vakuumröhren-Sonnenkollektoren anschaffen

Typisch für Röhrenkollektoren sind die vielen einzelnen Glasröhren, die über einen Verteiler und Sammler miteinander verbunden sind. Jede einzelne davon besteht aus zwei ineinander liegenden Röhren, zwischen denen sich ein annäherndes Vakuum befindet. Wie bei einer Thermoskanne minimiert der fast luftleere Raum die Wärmeverluste. Im Inneren der Röhren befinden sich der Kollektor und ein spezielles Medium. Dieses verdampft, wenn es die solare Wärme aufnimmt, und strömt dadurch zum oberen Ende der Röhre. Hier gibt es seine Energie über einen Wärmeübertrager an die Solarflüssigkeit ab und erkaltet. Es wird flüssig und der Kreislauf beginnt von neuem.

Sind die Bedingungen auf dem eigenen Dach nicht optimal oder ist der Platz begrenzt, können Hausbesitzer Vakuumröhren-Sonnenkollektoren anschaffen. Diese sind zwar etwas teurer als Flachkollektoren, erzielen auf der gleichen Fläche aber auch höhere Gewinne.

Sonnenkollektoren anschaffen für ein Hausdach
© Christian / Fotolia

Vakuumflachkollektoren sind Zwischenlösung

Vakuumflachkollektoren sollen die Vorteile von Flach- und Röhrenkollektoren verbinden. Während der Absorber genau wie bei einem Flachkollektor aufgebaut ist, ersetzt ein Vakuum die übliche Dämmung. Durch die rechteckige Form ist der Konstruktionsaufwand hier jedoch deutlich höher. Außerdem kann das Vakuum oft nicht über lange Zeit gehalten werden, weshalb es in regelmäßigen Abständen zu erneuern ist. Die Sonnenkollektoren sind vergleichsweise teuer, ermöglichen aber auch eine höhere Energieausbeute.

Schwimmbadabsorber sind einfache Sonnenkollektoren

Schwimmbadabsorber bestehen aus dunkel gefärbten Matten, in die ein System aus Rohrleitungen integriert ist. Sie sind einfach aufgebaut und vergleichsweise günstig. Einsetzen lassen sich die Absorber zum Beispiel, um das Wasser in einem Schwimmbad zu erwärmen. Dabei werden sie auf Dächern, Vordächern oder offenen Flächen installiert und direkt vom Badewasser durchströmt. Schwimmbadabsorber arbeiten mit niedrigen Systemtemperaturen und meist nur im Sommer. Durch die höheren Außentemperaturen erreichen sie einen guten Wirkungsgrad. Dieser fällt jedoch schnell, wenn die Temperaturen wieder fallen.

Die richtige Fläche der Sonnenkollektoren anschaffen

Die richtige Größe der Solaranlage richtet sich neben den Bedingungen auf dem Dach vor allem auch nach dem geplanten Einsatz. Unterscheiden lassen sich dabei Anlagen zur Warmwasserbereitung und zur Heizungsunterstützung.

Solaranlage für die Warmwasserbereitung

Eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung nutzt die Energie der Sonne, um Trinkwasser zum Duschen, Baden oder Spülen zu erhitzen. Wollen Hausbesitzer Sonnenkollektoren anschaffen, sollten diese folgende Größe haben:

  • 1,0 bis 1,2 Quadratmeter Flachkollektoren je Person im Haushalt
  • 0,8 bis 1,0 Quadratmeter Vakuumröhrenkollektoren je Person im Haushalt
Die benötigte Fläche kann größer ausfallen, wenn das Dach eine ungünstige Ausrichtung hat oder verschattet ist. Eine zuverlässige Antwort gibt zum Beispiel ein erfahrener Installateur vor Ort.

Kollektoren zur Unterstützung der Heizung

Die Solar-Heizung unterstützt die konventionelle Heizungstechnik mit kostenfreier Solarwärme. Da hier mehr Energie nötig ist, fällt die Auslegung der Kollektoren in der Regel größer aus. Wie groß die Fläche sein soll, hängt dabei von den individuellen Bedingungen und dem gewünschten solaren Anteil ab. Wollen Hausbesitzer Sonnenkollektoren anschaffen, können sie überschlägig mit dem folgenden Wert rechnen:

  • 1,0 Quadratmeter Kollektorfläche je 10,0 Quadratmeter beheizter Gebäudefläche
Da nicht jedes Haus gleich ist und sich die Anforderungen an eine solche Anlage stark unterscheiden können, empfehlen wir auch hier eine individuelle Beratung. Denn nur so lässt sich die optimale Kollektorfläche finden.

Kosten für Kollektoren einer Solaranlage

Bevor Hausbesitzer Sonnenkollektoren anschaffen, ist auch der Preis ein entscheidendes Kriterium. Vergleicht man diesen bei Flach- und Vakuumröhrenkollektoren, spiegelt sich darin vor allem die Leistungsfähigkeit der Komponenten wieder. Bezogen auf einen Quadratmeter ergeben sich die Kosten mit Montage und Zubehör wie folgt:

  • Flachkollektoren kosten rund 300 bis 500 Euro je Quadratmeter
  • Vakuumröhrenkollektoren kosten rund 500 bis 600 Euro je Quadratmeter

Hand hält Thermostat vor Sonnenkollektoren
© ehrenberg-bilder / Fotolia

Fördermittel für die Anschaffung von Sonnenkollektoren

Da Solaranlagen besonders umweltschonend arbeiten, fördert der Staat sowohl die Errichtung als auch die Erweiterung bestehender Anlagen. Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) können Zuschüsse als Einzelmaßnahme in Höhe von 30 Prozent beantragt werden. Ist die Maßnahme Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), erhöht sich der Fördersatz durch den sogenannten iSFP-Bonus um zusätzliche fünf Prozent. Neben den Kosten für die Anlage selbst sind auch die Kosten für den Anschluss an das Warmwassersystem und/oder das Heizsystem förderfähig, inklusive Solarspeicher und Steigleitungen. Voraussetzung ist, dass die Solaranlage zu mehr als 50 Prozent einem der folgenden Zwecke dient:

  • Bereitung von Warmwasser
  • Beheizung von Räumen
  • Kombination aus Warmwasserbereitung und Raumheizung
  • Solare Kühlung
  • Zufuhr von Wärme und/oder Kälte in ein Gebäudenetz

Solarkollektoranlagen, die über eine Bruttokollektorfläche von mindestens 20 Quadratmetern verfügen, können alternativ durch eine "ertragsabhängige Förderung" gefördert werden.

Nicht förderfähig sind Anlagen mit Kollektoren ohne transparente Abdeckung auf der Frontseite wie Schwimmbadabsorber. Eine aktuelle Liste der förderfähigen Kollektoren und Solaranlagen steht auf der Webseite des BAFA zur Verfügung.

Solaranlagen finanzieren mit einem Kredit über die KfW

Neben dem genannten Zuschuss für die Solaranlage als Einzelmaßnahme haben Sie die Möglichkeit einer Kredit-Förderung. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet seit Juli 2021 die Möglichkeit, eine Solarthermie mit einem Kredit und bis zu 30 Prozent Tilgungszuschuss zu finanzieren. Die Bedingungen dafür sind mit denen der Zuschuss-Variante identisch. Die maximale Förderhöhe ist hierbei auf 60.000 Euro je Wohneinheit gesetzt. Achten Sie darauf, dass hier das KfW-Programm 261/262 gilt. In dessen Rahmen kann die Solaranlage auch gefördert werden, wenn diese dazu dient, einen KfW-Effizienzhaus-Standard zu erreichen. 

Erst Förderung beantragen dann Sonnenkollektoren anschaffen

Wer die attraktiven Fördermittel von BAFA und KfW für sein Vorhaben nutzen möchte, muss diese unbedingt vor der Beauftragung eines Fachhandwerkers beantragen. Die Beantragung der BAFA-Zuschüsse erfolgt elektronisch über die Webseite. Förderkredite der KfW können über einen Finanzierungspartner beantragt werden. Das kann eine Geschäfts- oder Direktbank, aber auch eine Versicherung oder ein Finanzdienstleister sein. Haben sie eine Bestätigung erhalten, können Bauherren und Sanierer die Solarkollektoren anschaffen und die Maßnahme umsetzen lassen. Wer den Antragszeitraum verpasst hat, bekommt Fördermittel nachträglich oft auch über den Steuerbonus für die Sanierung.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Wollen Hausbesitzer Sonnenkollektoren anschaffen, sind zahlreiche Entscheidungen zu treffen. Denn geht es um den Preis, hängt dieser nicht nur von der Art der Kollektoren, sondern auch vom Einsatz der Solaranlage ab. Unterstützung gibt es außerdem vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und der Kreditanstalt für Wiederaufbau.
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