Solarthermie: Kosten und Fördermittel 

Wie viel kann die Solarthermie kosten? Eine Antwort auf diese Frage hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig ist dabei, ob Hausbesitzer nur das Trinkwasser erwärmen oder auch die Heizung unterstützen möchten. Auch die Art der Kollektoren wirkt sich auf die Solarthermie-Kosten aus. Wir geben einen ersten Überblick und zeigen, mit welchen Fördermitteln Verbraucher die Ausgaben für eine Solarthermieanlage spürbar senken. 

Solarthermie: Kosten für Anschaffung und Betrieb

Eine solarthermische Anlage besteht aus Kollektoren, einem Rohrsystem und einem Wärmespeicher. Während die Kollektoren das Licht der Sonne auffangen und in Wärme umwandeln, transportiert die Solarflüssigkeit die gewonnene Energie über ein Rohrleitungsnetz zum Speicher. Je nach Auslegungsart kann dieser mit Heizungswasser (Pufferspeicher) oder Trinkwasser (Warmwasserspeicher) befüllt sein. 

Grundsätzlich hängen die Kosten von verschiedenen Aspekten ab wie Leistung und Technik des Systems. Wie gezeigt braucht es bestimmte Bestandteile in einer Solarthermieanlage. Den Preis bestimmt im Kern die Art der Kollektoren. So sind Flachkollektoren die günstigste Variante. Röhrenkollektoren liegen im Mittelfeld und die Vakuumröhrenkollektoren sind die kostenintensivste Variante. Die Größe der Flächen ist hier besonders entscheidend. Ein weiterer wichtiger Faktor, ist der Einsatz der Anlage. So kann die Solarthermie nur für Warmwasser oder zusätzlich zur Heizungsunterstützung genutzt werden. Daraus ergibt sich, wie viel Quadratmeter Kollekorfläche benötigt werden. Als Faustregel gilt:

  • nur für Warmwasser: pro Person ein bis eineinhalb Quadratmeter Fläche
  • Warmwasser und Heizungsunterstützung: pro Person drei bis vier Quadratmeter

Bauteil nur Warmwasserbereitungzusätzlich Heizungsunterstützung
Kollektoren 1.000 bis 3.000 Euro 3.500 bis 9.000 Euro
Wärmespeicher 500 bis 1.000 Euro 1.500 bis 2.500 Euro
Rohre und Armaturen 1.500 bis 2.000 Euro 1.500 bis 2.500 Euro
BAFA-Förderung (Sanierung) mind. 500 Euro mind. 2.000 Euro
Summe der Kosten zur Anschaffung 2.500 bis 5.500 Euro 4.500 bis 12.000 Euro
Strom, Wartung, Versicherung (jährlich) 80 bis 250 Euro80 bis 250 Euro

Kosten für eine Anlage zur Warmwasserbereitung

Soll die Solarthermie die Warmwasserbereitung unterstützen, genügen in der Regel recht kleine Kollektorflächen. Abhängig davon, für welche Kollektorart sich Verbraucher entscheiden, liegt die benötigte Fläche bei etwa:

  • 1,0 Quadratmeter pro Person bei Vakuumröhrenkollektoren
  • 1,5 Quadratmeter pro Person bei Flachkollektoren

Die leistungsfähigeren Vakuumkollektoren eignen sich dabei immer dann, wenn die Dachfläche begrenzt oder nicht optimal ausgerichtet ist. Die Solarthermie-Kosten für die Kollektoren belaufen sich auf etwa 1.000 bis 3.000 Euro.

Hinzu kommt ein Warmwasserspeicher, der den täglichen Warmwasserbedarf im Haushalt doppelt decken kann. Für eine überschlägige Ermittlung können Verbraucher hier mit 80 Litern je Person im Haushalt rechnen. Bei einem 4-Personen-Haushalt ergibt sich dabei eine Summe von 320 Litern. Ein solcher Speicher für die Warmwasser-Solarthermie schlägt mit Kosten von rund 500 bis 1.000 Euro zu Buche. Hinzu kommen Ausgaben für Rohrleitungen und Montage, die sich auf 1.000 bis 2.000 Euro belaufen. Insgesamt liegen die Kosten einer Solaranlage zur Warmwasserbereitung also zwischen 3.000 und 6.000 Euro.

Solarthermie-Kosten für Technik und Montage
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Solarthermie-Kosten für die Heizungsunterstützung  

Eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung muss deutlich mehr Energie gewinnen. Das heißt, dass auch die Kollektoren größer auszulegen sind. Während es nach oben keine Grenze gibt, empfehlen Experten für eine überschlägige Berechnung folgende Werte:

  • 3 Quadratmeter pro Person bei Vakuumröhrenkollektoren
  • 4 Quadratmeter pro Person bei Flachkollektoren

Die Solarthermie-Kosten in einem 4-Perosnen-Haushalt schlagen dabei mit 3.500 bis 9.000 Euro zu Buche; nur für die Kollektoren. Der Pufferspeicher sollte ein Volumen von mindestens 60 Litern pro Quadratmeter Kollektorfläche aufweisen. Um ausreichend solare Energie speichern zu können, empfehlen einige Experten eine Mindestgröße von 1.000 Litern. Die Solarthermie-Kosten belaufen sich dabei auf 1.500 bis 2.500 Euro. Für Armaturen, Rohrleitungen und Montage fallen darüber hinaus noch einmal 1.500 bis 2.500 Euro an. Die Solarthermie-Kosten einer Anlage zur Heizungsunterstützung liegen somit bei etwa 6.500 bis 14.000 Euro.

Kosten für Strom, Wartung und Versicherung berücksichtigen

Anders als bei konventionellen Heizungsarten entstehen bei Solaranlagen keine Verbrauchskosten für Brennstoffe. Die Energie der Sonne lässt sich kostenfrei nutzen. Lediglich für Pumpenstrom und Wartung müssen Hausbesitzer noch Geld ausgeben. Mit 80 bis 150 Euro im Jahr sind die wiederkehrenden Solarthermie-Kosten aber vergleichsweise gering. Bei der Wartung der Solarthermie sollten die Kollektoren auf Undichtigkeiten und die Solarflüssigkeit auf Frost- sowie Korrosionsschutz geprüft werden. Wer die Anlage gegen wetterbedingte Schäden und Vandalismus versichern möchte, zahlt für den Schutz meist weniger als 100 Euro im Jahr.

Solarthermie: Kosten und Einsparungen im Vergleich  

Die Einsparungen einer Solarthermie-Anlage hängen sehr stark von der Art der Auslegung und den Nutzungsgewohnheiten im Haus ab. So spielt neben der Personenanzahl auch auch der energetische Zustand des Gebäudes eine entscheidende Rolle. Denn je schlechter die Dämmung, desto größer muss die Kollektorfläche sein und je mehr Personen mit Warmwasser sowie Heizwärme versorgt werden müssen, desto größer sollten Kollektorfläche und Speicherkapazität sein.

Während Warmwasseranlagen in der Regel 100 bis 200 Euro im Jahr einsparen, können Solaranlagen zur Heizungsunterstützung nahezu den gesamten Wärmebedarf im Haus decken. Die Technik amortisiert sich dabei schon nach wenigen Jahren. Wie hoch der Zeitraum tatsächlich ist, lässt sich nicht pauschal angeben. Möglich ist das allein bei einer individuellen Betrachtung, die eine Heizungsfachmann vor Ort durchführt. Mithilfe von Fördermitteln reduziert sich der Amortisierungszeitraum beachtlich. 

Fördermittel für eine Solaranlage im eigenen Haus

Thermische Solaranlagen senken den Verbrauch fossiler Rohstoffe und stoßen kein CO2 aus. Aus diesen Gründen senkt der Staat die Solarthermie-Kosten mit hohen Zuschüssen. Diese gibt es über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Sanierer erhalten dabei mindesten 500 Euro für eine Solarthermie fürWarmwasser- und mindestens 2.000 Euro für eine Anlage mit Warmwasserbereitung sowie Heizungsunterstützung. Wichtig ist, dass die Technik die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt. 

Sie können jedoch nur von den Förderungen profitieren, wenn Sie rechtzeitig vor beginn der Durchführung der Maßnahmen den Antrag stellen. 

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Solarthermie-Kosten hängen stark von der Art der Auslegung und den gewählten Komponenten ab. Während es Anlagen zur Warmwasserbereitung mit Förderung für 2.500 bis 5.500 Euro gibt, zahlen Hausbesitzer für die Solartechnik zur Heizungsunterstützung 4.500 bis 12.000 Euro. Ob sich das lohnt, kann bestenfalls ein Experte bei einer individuellen Betrachtung vor Ort feststellen. 
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