Solarregler für thermische Solaranlagen 

Der Solarregler ist das Gehirn einer thermischen Solaranlage. Denn er überwacht die Temperaturen im System und leitet Wärme vom Dach in den Speicher. Je nach Ausführung kann der Regler dabei auch zahlreiche weitere Aufgaben übernehmen. Wir erklären, welche das sind und informieren über die Funktion eines Solarreglers. 

Funktion der Solarregler einfach erklärt  

Thermische Solaranlagen wandeln kostenfreie Strahlungsenergie der Sonne über Kollektoren in nutzbare Wärme um. Diese übertragen sie auf eine Solarflüssigkeit, die zwischen Kollektoren und Speicher zirkuliert. Sie wird von einer Solarpumpe angetrieben und transportiert die thermische Energie vom Dach direkt in das Haus. Ein Solarregler hat die Aufgabe, diesen Energietransport zu organisieren.

Differenztemperaturregelung als Basis der Regler  

Dazu setzen die Regler auf die sogenannte Differenztemperaturregelung. Das heißt: Sie messen und vergleichen die Temperaturwerte in den Kollektoren und im Speicher. Sind die Kollektoren auf dem Dach wärmer als der Speicher, startet der Solarregler die Pumpe. Diese treibt den Solarkreislauf an und transportiert Wärme vom Dach in den Speicher. Sind die Kollektoren hingegen kälter als das Wasser im Vorrat, schaltet der Regler die Pumpe ab. Das senkt den Stromverbrauch und verhindert, dass kostbare Wärme aus dem Haus über die Solarkollektoren an die Umwelt abgegeben wird.

Solarregler sorgen für einen effizienten Betrieb thermischer Solaranlagen
© Ingo Bartussek – stock.adobe.com

Weitere Aufgaben moderner Solarregler

Neben der beschriebenen Grundfunktion können moderne Regler eine Vielzahl weiterer Aufgaben übernehmen. So zum Beispiel:

  • das Abführen überschüssiger Wärme
  • die Reglung der konventionellen Heizung
  • die Organisation mehrere Kollektorfelder oder Speicher
  • das Messen und Speichern der Ertragsdaten
  • das Überprüfen der Funktion einer Solaranlage

Regler führen überschüssige Wärme ab  

Wenn Warmwasser- oder Pufferspeicher voll beladen sind und auch das Haus keine Wärme benötigt, steigt die Temperatur im System stetig an. So ist es möglich, dass die Solarflüssigkeit im Kollektor verdampft. Um diesem Effekt vorzubeugen, kann der Solarregler thermische Energie in kühlen Sommernächten an die Umgebung abgeben. Dazu startet er die Pumpe, die warme Solarflüssigkeit über die kühleren Kollektoren führt. Nutzen Verbraucher auch eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, könnte der Solarregler die überschüssige Wärme auch in das Erdreich schicken. Das wird dabei erhitzt, sodass die Wärmepumpe im Winter sparsamer arbeitet.

Die Regelung kann den Kessel anfordern

Eine Solaranlage lässt sich zur Warmwasserbereitung oder zur Heizungsunterstützung einsetzen. In beiden Fällen belädt sie einen Speicher, der auch mit einem zusätzlichen Heizkessel verbunden ist. Sinkt die Temperatur im Pufferspeicher unter einen voreingestellten Wert, können einige Solarregler die Leistung der zusätzlichen Wärmeerzeuger automatisch abrufen, um die Speichertemperatur anzuheben. Das ist nötig, wenn der Bedarf im Haus zu hoch und/oder der solare Ertrag zu gering ist.

Regler für Kollektorfelder und Speicher  

Große Anlagen sind deutlich komplexer als die Solarthermie für typische Wohnhäuser. So gibt es häufig mehrere Speicher oder unterschiedliche Kollektorfelder. Zeigen letztere in verschiedene Himmelsrichtungen, kann der Solarregler diese je nach Bedarf ein- und ausschalten. Er aktiviert dabei immer nur die Kollektoren, die ausreichend Wärme bringen. Ähnlich verhält es sich auch bei mehreren Speichern oder Verbrauchern. So kann der Regler die Beladung von Schwimmbädern und Speichern nach dem Vorrangprinzip organisieren. Dabei füllt er zunächst den Speicher, bevor überschüssige Wärme das Wasser im Schwimmbad aufheizt.

Solarregler speichern die Ertragsdaten

Neben den organisatorischen Aufgaben übernehmen die Regler auch das Monitoring. So können sie den aktuellen Ertrag anhand des Volumenstroms und der Systemtemperaturen ermitteln, aufrechnen und speichern. Das hilft, die Effizienz der Technik von Solaranlagen zu bewerten und Optimierungspotenziale zu finden.

Funktionskontrolle über moderne Regler

Solarregler überwachen aber auch die Funktion der Solaranlage. So verfolgen sie die Werte der einzelnen Temperaturfühler, um Unregelmäßigkeiten und Fehler aufzuspüren. Ist das der Fall, gehen sie auf Störung und schalten die Anlage vorübergehend ab.

Zugriff auf den Solarregler aus der Ferne

Während sich konventionelle Regler über Tasten am Gerät bedienen lassen, sind viele moderne Modelle mit dem Internet verbunden. Auf diese Weise können Verbraucher via Smartphone, Tablet oder PC von jedem Ort der Welt auf ihre Anlage zugreifen. Dabei haben sie die Möglichkeit, Ertragswerte zu kontrollieren oder wichtige Anlagenparameter zu verändern.

Der Solarregler als Teil der Solarstation  

Untergebracht ist der Solarregler in der Solarstation. Das ist eine kompakte Baugruppe, die die Heizungsanlage mit den Kollektoren auf dem Dach verbindet. Sie beinhaltet:

  • Anschlüsse und Absperrhähne
  • die Solarpumpe
  • Spül- und Befüllhähne
  • Thermo- und Manometer
  • ein Sicherheitsventil
  • einen Anschluss für das Ausdehnungsgefäß.

Die Solarstation befindet sich dazu zwischen den Kollektoren und dem Speicher.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Der Solarregler organisiert den Transport thermischer Energie von den Kollektoren zum Speicher einer Solaranlage. Er sitzt in der Solarstation und lässt sich lokal oder aus der Ferne bedienen. Seine wichtigste Aufgabe ist es, die Solarpumpe einzuschalten, wenn die Kollektoren Wärme gewinnen. Darüber hinaus können die Regler Solaranlagen kühlen, zusätzliche Kessel anfordern, den Betrieb mit mehreren Kollektorfeldern und Speichern koordinieren, die Funktion der Anlage überwachen sowie wichtige Betriebsdaten messen und dokumentieren. 

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