Solarkollektoren im Test: Darauf kommt es an

Die Stiftung Warentest hat verschiedene Solarkollektoren im Test verglichen und überwiegend gute bis sehr gute Testnoten vergeben. Untersucht wurden dabei Solaranlagen für die kombinierte Nutzung. Also Anlagen, die das Trinkwasser erwärmen und die Heizung unterstützen. Wir zeigen, worauf die Experten bei den Solarkollektoren im Test geachtet haben. 

Verschiedene Anlagen im Sonnenkollektoren-Test  

Die Experten der Stiftung Warentest haben für die Ausgabe 03/2009 13 Kombisolaranlagen und Solarkollektoren im Test miteinander verglichen. Die Wahl fiel dabei auf Systeme namhafter Hersteller, die sowohl das Trinkwasser erwärmen als auch die Heizung unterstützen. Die Kosten der Komplettsysteme lagen im Test zwischen 5.650 und 18.500 Euro.

Solarkollektoren im Test: Der Ablauf der Prüfung

Die Untersuchung erfolgte am Beispiel eines Modellhauses. Dieses wurde von einer vierköpfigen Familie bewohnt und mit einer Öl- oder Gasheizung beheizt. Besonders wichtig war den Prüfern dabei die Frage nach den möglichen Einsparungen. Denn diese sind letztlich entscheidend für die Wirtschaftlichkeit der Technik, die zunächst mit hohen Ausgaben einhergeht. Das Ergebnis: Die Solarkollektoren im Test sparten rund ein Viertel der Heizkosten ein. Positiv ist das auch für die Umwelt. Denn mit dem Verbrauch fossiler Rohstoffe sinken auch die Emissionen, die bei der Verbrennung eben dieser anfallen. Wenig überraschend ist, dass eine Anlage mit Flachkollektoren Testsieger war. Diese Sonnenkollektoren erreichen zwar geringere Wirkungsgrade, sind dafür aber günstiger in der Anschaffung. Eine Anlage mit Vakuumröhrenkollektor kam im Test nur auf Platz drei.

Aufbau und Funktion einer Kombi-Solaranlage  

Kombisolaranlagen verbinden eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung mit einer Solar-Heizung. Sie fangen das energiereiche Licht der Sonne über Kollektoren auf (Röhren- und Vakuumkollektoren waren im Test) und wandeln es an Ort und Stelle in thermische Energie um. Diese wird von einem Wärmeträgermedium aufgenommen und, angetrieben von einer Pumpe, zu einem Speicher transportiert. Als Wärmespeicher kommt dabei zum Beispiel ein platzsparender Kombispeicher infrage. Dieser bevorratet als Tank-in-Tank-System Heizungs- und Trinkwasser. Spenden die Sonnenkollektoren im Test zu wenig Energie, bittet der Solarregler die konventionelle Heizung um Hilfe. Eine Öl- oder Gasbrennwertheizung heizt das Wasser dann zusätzlich auf, um Ausfälle zu vermeiden und einen hohen Komfort zu gewährleisten.

Verschiedene Solaranlage und Solarkollektoren im Test
© Kange Studio – stock.adobe.com 

Kriterien zur Bewertung der Solarkollektoren im Test 

Um die Komplettsysteme samt Solarkollektoren im Test ganzheitlich vergleichen zu können, legten die Experten eine Reihe von Kriterien fest. Diese sollten herausstellen, mit welcher Anlage sich am meisten Energie sparen lässt und welche Flach- oder Röhrenkollektoren als Testsieger besonders zu empfehlen sind. Untersucht wurden dabei folgende Punkte:

  • Energieeffizienz und Komfort
  • Umwelteigenschaften
  • Betrieb und Haltbarkeit
  • Handhabung

Im Folgenden zeigen wir, worum es bei den einzelnen Kriterien geht und welchen Anteil diese an der Gesamtnote im Solarkollektor Test haben.

Energieeffizienz und Komfort der Solaranlagen

Wichtig zu wissen:

Die möglichen Einsparungen hängen nicht allein von den Solarkollektoren im Test ab. Wichtig sind immer die Gesamtsysteme. Auch Faktoren wie Ausrichtung, Neigung und Region beeinflussen die Erträge einer Solaranlage. [INFOBOX]  

Der Punkt „Energieeffizienz und Komfort“ hat einen Anteil von 50 Prozent an der Gesamtnote im Solarkollektoren Test. Dabei ging es den Prüfern vor allem darum, wie hoch der solare Nutzungsgrad der Systeme war und wie viel Gas oder Heizöl sie einsparen konnten. Deutlich zu erkennen ist dabei, dass Anlagen mit Vakuumröhrenkollektoren im Test besonders gut abschnitten. Denn diese erreichten mit bis zu 33 Prozent den höchsten Nutzungsgrad. Ein Blick auf die möglichen Einsparungen zeigt jedoch, dass auch die einfacheren Flachkollektoren einiges leisten. Mit einer Heizenergieersparnis von 29 Prozent konnten sie die Röhrenkollektoren als Testsieger sogar ausstechen. Die besten Systeme mit Vakuumkollektoren brachten es auf eine Heizenergieeinsparung von 23 Prozent.

Insgesamt schnitten in dieser Kategorie drei der 13 Testanlagen mit „sehr gut“ ab. Neun erreichten das Prädikat „gut“ und nur ein System wurde als „befriedigend“ bewertet. Interessant ist, dass es sich dabei genau wie bei der bestplatzierten Anlage um ein System für rund 10.000 Euro (also kostentechnisch aus dem Mittelfeld) handelt. Der Preis allein ist also kein Kennzeichen für die Effizienz.

Umwelteigenschaften der Sonnenkollektoren im Test 

Der Punkt „Umwelteigenschaften“ hat einen Anteil von 10 Prozent an der Gesamtnote im Solarkollektoren-Test. Geprüft wurden dabei die zur Herstellung verwendeten Materialien, die nötige Primärenergie der Produktion und der Stromverbrauch für Regelung und Pumpen. Mit dem Prädikat „sehr gut“ schnitt hier nur eine der teureren Anlagen (Kosten etwa 13.500 Euro) ab. Zehn Systeme erreichten das Urteil „gut“ und zwei waren „befriedigend“. Darunter eines der teuersten und eines der günstigsten Systeme. Auch hier zeigt sich also: Die Anschaffungskosten haben wenig Auswirkung auf die Ergebnisse im Sonnenkollektoren-Test. Ganz im Gegenteil erreichte das System mit Röhrenkollektor (Testsieger in Bezug auf den Nutzungsgrad) hier sogar das zweitschlechteste Ergebnis.

Betrieb und Haltbarkeit der verschiedenen Systeme

Mit einem Anteil von 25 Prozent wirkt sich auch die Kategorie Betrieb und Haltbarkeit besonders stark auf die Gesamtnote im Solarkollektoren-Test aus. Besonderen Wert legten die Prüfer hier auf das Betriebsverhalten, die Funktionalität, die Verarbeitung und die Haltbarkeit im Härtetest. Während drei Systeme (preislich mittel bis hoch angesiedelt) das Urteil „sehr gut“ erhielten, wurden neun Anlagen mit Flach- und Vakuumröhrenkollektor im Test mit „gut“ bewertet. Lediglich ein Komplettsystem (eines der teuersten im Vergleich) erhielt die Testnote „befriedigend“.

Handhabung der Systeme und Solarkollektoren im Test

Der Punkt „Handhabung“ hat einen Anteil von 15 Prozent an der Gesamtnote im Solarkollektoren-Test. Hierbei ging es den Prüfern unter anderem um die Montage, die Anleitungen, die Wartung sowie die Funktionskontrolle. Während nur zwei preislich hoch angesiedelte Anlagen in dieser Kategorie das Prädikat „gut“ erhielten, wurden zehn Systeme mit „befriedigend“ bewertet. Die günstigste Anlage im Vergleich erreichte hier lediglich ein „ausreichend“. Das Ergebnis zeigt, dass zumindest zum Testzeitpunkt viele Hersteller einen hohen Nachholbedarf im Bereich der Handhabung hatten.

Überwiegend gute Ergebnisse im Solarkollektor-Test 

Insgesamt zeigt der Solarkollektoren-Test der Stiftung Warentest aber ein durchweg positives Ergebnis. So erhielten elf der 13 Anlagen die Gesamtnote „gut“. Nur zwei Systeme wurden hingegen mit „befriedigend“ bewertet. Darunter findet sich auch hier eine der günstigsten und eine der teuersten Solaranlagen. In Schulnoten ausgedrückt, schwanken die Ergebnisse zwischen 1,8 und 3,0 – der Durchschnitt liegt bei 2,15. Detaillierte Ergebnisse aus dem Solarkollektoren Test bekommen Verbraucher kostenfrei auf der Webseite der Stiftung Warentest.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Der Solarkollektoren-Test der Stiftung Warentest zeigt, dass die meisten Systeme am Markt zuverlässig und effizient arbeiten. Sie helfen, die Energiekosten zu senken, schonen den Geldbeutel und entlasten die Umwelt. Schwachstellen gab es bei allen Systemen in der Kategorie „Handhabung“. Interessant ist, dass die Kosten der Technik insgesamt kaum etwas über die Qualität und die Effizienz aussagen. 
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