Solarfolie: Die flexible Photovoltaikanlage

Bei einer Solarfolie handelt es sich um hauchdünne und besonders flexible Solarmodule. Die Zellen befinden sich dabei auf einer Folie, die sich nahezu überall installieren lässt. Aber wie funktioniert das und was unterscheidet eine Solarfolie von konventionellen Photovoltaikmodulen? Wir informieren über den Aufbau, die Funktionsweise und die Vorteile der innovativen Produkte. 

Aufbau, Funktion und Herstellung der Solarfolien 

Solarfolien bestehen aus dünnen und flexiblen Trägermaterialien, auf denen sich eine wenige Mikrometer starke Schicht aus Solarzellen befindet. Diese funktionieren genau wie die Zellen konventioneller Photovoltaikmodule und wandeln das Licht der Sonne in elektrische Energie um. Möglich ist das durch den photoelektrischen Effekt. Trifft Licht auf eine Solarzelle auf, setzen sich die Elektronen in Bewegung und eine elektrische Spannung lässt sich abnehmen. Während konventionelle Solarzellen einen Wirkungsgrad von über 20 Prozent erreichen, liegen die Werte der Folien in der Praxis zwischen sechs und zehn Prozent. Auf der gleichen Fläche gewinnen die flexiblen Alternativen also deutlich weniger Strom, als konventionelle Photovoltaikmodule.

Energiesparendes Herstellungsverfahren von Solarfolien 

Bei der Herstellung bringen Experten Halbleiterwerkstoffe wie Silizium oder organische Moleküle direkt auf das flexible Trägermaterial auf. Anschließend verbinden sie die einzelnen Zellen mit Lasern und produzieren somit anschlussreife Module. All das funktioniert ohne die aufwendige Verarbeitung der Siliziumwafer, die häufig zu höheren Produktionskosten führt. Das Besondere daran: Die Solarfolien lassen sich in unterschiedlichsten Farben herstellen. Neben Elementen mit grauen, blauen oder grünen Zellen gibt es dabei auch lichtdurchlässige Solarmodule. Alle sind bis zu einem bestimmten Grad biegbar und somit besonders flexibel einsetzbar.

Flexible Solarfolie
© iaremenko – stock.adobe.com

Besondere Eigenschaften und Vorteile der Folien

Abgesehen vom deutlich schlankeren Aufbau, unterscheiden sich Solarfolien auch in ihren Eigenschaften von konventionellen Modulen. Denn sie sind äußerst biegsam und deutlich leichter. Sie sind mit lichtdurchlässigen Modulen erhältlich und nahezu überall einsetzbar. Und das sogar dann, wenn es sich bei dem Untergrund um eine gebogene Fläche handelt. Die Folien sind außerdem in Längen von etwa 0,6 bi sechs Metern herzustellen und lassen sich besonders schnell verlegen. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die Vorteile der Technik:

  • kleine Biegeradien der Solarfolien
  • Herstellung ist materialsparend
  • Solarmodule sind sehr dünn und leicht
  • farbige und lichtdurchlässige Zellen möglich
  • Schnelle und sicher Montage auf dem Dach
  • effiziente Herstellung mit gedruckten Polymeren

Nachteile: Geringere Effizienz der Dünnschichtmodule

Ein Nachteil der Solarfolien ist der geringere Wirkungsgrad. So erreichen die Dünnschichtzellen im Alltag Werte von sechs bis zehn Prozent. Konventionelle Anlagen wandeln hingegen etwa 20 Prozent des Sonnenlichts in elektrische Energie um. Sie ernten mehr Strom auf der gleichen Fläche und stellen damit geringere Anforderungen an die vorhandenen Platzverhältnisse. Sind diese ausreichend, punkten solaraktive Folien allerdings mit niedrigen Preisen und schnellen Montagezeiten.

Verschiedenste Einsatzbereiche der Solarfolien denkbar 

Durch die besonderen Eigenschaften sind die schlanken und biegsamen Solarfolien heute für zahlreiche Einsatzbereiche geeignet. Neben Photovoltaik-Aufdachanlagen, die sich schnell und ohne besondere Anforderungen an die Gebäudestatik verlegen lassen, kommen die Folien dabei auch an Fassaden zum Einsatz. Sie lassen sich als energiebringender Sichtschutz an Fensterscheiben oder an gebogenen Bauteilen anbringen. Weitere Einsatzbereiche sind:

  • Traglufthallen
  • Autodächer
  • LKW-Anhänger
  • Biogasanlagen
Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Solarfolie besteht aus einem biegsamen Trägermaterial, auf dem Hersteller hauchdünne Solarzellen aufbringen. Diese wandeln Sonnenlicht in elektrische Energie um und sind in verschiedenen Farben lieferbar. Durch die hohe Flexibilität und das geringe Gewicht lassen sich die Folien heute nahezu überall einsetzen: Auf Dächern mit geringer Tragfähigkeit, auf Scheiben, an Fassaden und sogar an Autos und Lastkraftwagen. 
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