Solarflüssigkeit: das Trägermedium der Sonnenwärme

Die Solarflüssigkeit ist in der Regel ein speziell abgestimmtes Gemisch. Dieses ist in der Lage, zwischen den Kollektoren und dem Speicher zu zirkulieren, um auf diese Weise die Sonnenwärme zu transportieren. Als ein Trägerstoff ist sie damit für den einwandfreien Betrieb der Photovoltaikanlage absolut unabdingbar. Weiterhin kommt der Flüssigkeit auch noch eine schützende Funktion zuteil, indem sie die Solarheizung vor zu hohen oder zu niedrigen Temperaturen bewahren soll.

Aufgabe, Mischung und Funktion der Solarflüssigkeit

Wie bereits eingangs erwähnt, handelt es sich bei der Flüssigkeit in der Regel um ein spezielles Gemisch. Die Verwendung von reinem Wasser ist durchaus denkbar. Das funktioniert allerdings nur in eher südlichen Ländern, wo sich akute Temperaturschwankungen weitestgehend in Grenzen halten. In Deutschland ist Wasser nicht zu empfehlen. Dieses gefriert bei stark fallenden Temperaturen zu schnell und stört dann nicht nur die Funktion der Anlage. Es kann diese sogar nachhaltig beschädigen. Im Sommer besitzt reines Wasser ebenfalls Nachteile. Es könnte zu schnell verdampfen. Dies würde die Anlage und deren Funktionsweise ebenfalls beeinträchtigen. Häufiger wird, vor allem in Deutschland, deshalb auf ein relativ simples Gemisch zurückgegriffen.

Dieses Gemisch setzt sich einerseits aus Wasser und andererseits aus Glykol zusammen. Das beigemischte Glykol sorgt dafür, dass die Flüssigkeit auch bei sehr hohen oder sehr niedrigen Temperaturen noch einwandfrei zwischen Stromspeicher und Kollektoren zirkulieren kann. Da das Glykol schließlich die wetterfesten Eigenschaften vermittelt, gilt hier eine einfache Faustregel. Je höher der Anteil von diesem, desto beständiger ist auch die Solarflüssigkeit. Alleinstehend kann es jedoch nicht verwendet werden. Denn es zirkuliert nicht ansatzweise so gut wie Wasser.

Sonnenkollektoren mit Solarflüssigkeit auf einem Hausdach

Ist die Zirkulation gestört, ist es hingegen durchaus denkbar, dass es zu Verkrustungen innerhalb der Anlage kommt. Diese müssen dann von einem Fachmann beseitigt werden. Bei schwerwiegenden Schäden könnte das sogar zur teilweisen Neuinstallation führen. Die Solarflüssigkeit wird daher immer auf die regional zu erwartenden Temperaturen abgestimmt. In Deutschland setzt sich die Flüssigkeit normalerweise aus rund 60 Prozent Wasser und 40 Prozent Propylenglykol zusammen.

Komplett kann natürlich nie auf die Flüssigkeit verzichtet werden, da die Wärme anderenfalls nicht transportiert wird, was den ganzen Zweck der Anlage nullifizieren würde. Durch die Zirkulation zwischen Speichermedium und Kollektoren wird die Funktionsweise überhaupt erst gewährleistet.

Wartung, Inspektion und Ausnahmen

Die einzige Ausnahme, wo keine Solarflüssigkeit benötigt wird, sind die Luftkollektoren. Ein Trägermedium ist hier nicht notwendig. Denn die Luft selber fungiert bereits als solches und ist damit in der Lage, Wärme aufzunehmen und diese zu transportieren. Da bei einem überwiegenden Anteil aber eben die Solarflüssigkeit notwendig ist, sollte diese regelmäßig inspiziert und gegebenenfalls gewartet werden. Das geschieht normalerweise im Zuge einer allgemeinen Überprüfung der Photovoltaikanlage. Ein erster Blick reicht hier oftmals schon aus. Sobald sich die Flüssigkeit dunkel färbt, kann das als Symptom einer Zersetzung gedeutet werden. Alle fünf bis zehn Jahre muss die Solarflüssigkeit ausgetauscht werden – je nachdem welche Ergebnisse bei einer Inspektion und Wartung erzielt wurden.

Eine weitere Besonderheit sind die sogenannten Drain-Back-Systeme, kurz DBS oder „Rückentleerungssystem“. Dieses System stellt sicher, dass die Flüssigkeit bei Extremtemperaturen aus dem Kreislauf genommen wird. Es verhindert somit direkte Schäden an der Anlage. Wird ein DBS verwendet, kommt als Solarflüssigkeit in der Regel reines Wasser zum Einsatz. Bei einem Gemisch ist das hingegen nicht notwendig.

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