Solaranlage mieten - Was Sie darüber wissen sollten

Den eigenen grünen Strom erzeugen - und das ohne hohes Eigenkapital. Möglich ist es, wenn Hausbesitzer und Hauseigentümer eine Solaranlage mieten, anstatt sie zu kaufen. Wie solch eine Mietsache funktioniert, welche Vor- und Nachteile das Pachten gegenüber dem klassischen Kauf hat, erfahren Sie in diesem Artikel. Lesen Sie außerdem, worauf Sie bei einem Vertragsabschluss unbedingt achten sollten. 

Wie funktioniert die Miete der Solaranlage?

Vereinfacht ausgedrückt funktioniert eine Solaranlagemiete ähnlich wie das Leasing eines Autos. Statt die komplette Anlage zu kaufen, stellen Hausbesitzer oder Hauseigentümer lediglich ihr Dach zur Verfügung. Darauf kommt eine davor vereinbarte, auf den Strombedarf des Mieters angepasste Solaranlage. Den selbst erzeugten Strom können die Hausbesitzer und Hauseigentümer vor Ort nutzen oder ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Für die Einspeisung erhalten sie die sogenannte Einspeisevergütung. Aktuell beträgt sie 12,20 Cent pro kWh bei einer Leistung von weniger als zehn kWp (Ein Kilowatt peak beschreibt die maximale Leistung einer Solaranlage unter bestimmten Bedingungen). Bei Anlagen mit einer Leistung von zehn bis 40 kWp beträgt die Einspeisevergütung 11,87 Cent pro kWh. Da die Höhe aber seit Jahren stetig abnimmt, raten Experten zur Eigennutzung des Solarstroms.

Mieter müssen einen fixen Betrag entrichten

Für den selbst erzeugten, sauberen Strom müssen Hausbesitzer und Hauseigentümer, sofern sie eine Solaranlage mieten bzw. pachten, monatlich einen zuvor festgelegten Betrag an den "Vermieter" bzw. "Verpächter" entrichten - und das für eine durchschnittliche Dauer von zehn bis 20 Jahren. Wie hoch der Betrag ist, hängt wiederum von vielen Faktoren ab, am meisten aber von der Anlagengröße. Die monatlichen Gebühren für eine Anlage mit zwei bis drei kWp fangen bei circa 50 Euro an. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus sind Leistungen zwischen vier und sechs kWp notwendig. Die monatlichen Gebühren liegen hierfür bei 90 bis 130 Euro.

Unterschiedliche Anbieter auf dem Markt

Den Trend, eine Solaranlage zu mieten, anstatt zu kaufen gibt es erst seit ein paar Jahren - zumindest hier in Deutschland. Dementsprechend übersichtlich ist der Anbietermarkt. Neben klassischen Energieversorgern und spezialisierten Dienstleistern sind es vor allem Stadtwerke, die dieses Finanzierungsmodell anbieten.

Ein Haus mit Solardach steht für das Thema Solaranlage mieten
© KB3 | Fotolia

Solaranlage mieten - Die Vor- und Nachteile zusammengefasst

Für eine Solaranlage mit ausreichend Leistung für ein durchschnittliches Einfamilienhaus müssen Hausbesitzer in der Regel mit Kosten von 8.000 bis 12.000 Euro rechnen. Sollte noch ein Stromspeicher dazu kommen, steigen die Kosten weiter an. Die anfänglich hohen Kosten sind zwar der Hauptgrund, warum einige Menschen ihre Solaranlage mieten, anstatt sie zu kaufen. Daneben gibt es aber auch noch die Unsicherheit, ob die Anlage wirtschaftlich arbeitet oder nicht. Auch sie hat einen Einfluss auf die Kauf- bzw. Mietentscheidung. Beim Solaranlagenmieten entfallen diese beiden Aspekte komplett. Daneben gibt es noch weitere Punkte, die für das Pachten einer Solaranlage sprechen.

Vorteile der Solaranlagenmiete

  • Wegfallende Planung, Montage und Installation der Anlage
  • Übernahme der Wartung und kleinen Reparaturen durch den Vermieter
  • Kundenservice und ggf. vollständiger Versicherungsschutz
  • Zunehmende Energieautarkie und Entlastung der Umwelt durch eigene Stromproduktion

Selbstverständlich gibt es auch hier einige Punkte, die gegen das Mieten bzw. Pachten einer Solaranlage sprechen.

Nachteile der Solaranlagenmiete

  • Kosten über den gesamten Zeitraum gleich bis höher als die beim klassischen Kauf
  • Vertragsbindung über zehn Jahre
  • Wegfallender Anspruch auf staatliche Fördermittel

Tipps beim Mieten einer Solaranlage

Allein anhand der oben genannten Vor- und Nachteile lässt sich erahnen, dass die Wirtschaftlichkeit der Anlage nicht immer garantiert ist. Ähnlich wie beim klassischen Kauf gibt es auch beim Solaranlagemieten einige Punkte, auf die Interessenten im Vorfeld unbedingt achten sollten.

Den passenden Anbieter finden

Wie bereits erwähnt, ist die Auswahl der Anbieter aktuell nicht sehr groß. Nach Möglichkeit sollten Interessenten dennoch versuchen, mehrere Angebote einzuholen. Es empfiehlt sich, einen Anbieter in der Umgebung auszuwählen, der im Falle eines Defekts schneller reagieren kann.

Anlagengröße richtig abschätzen

Die richtige Auslegung der Anlagengröße ist das A und O beim Solaranlagenmieten. Ist die zu klein, kann die Anlage die erwartete Strommenge nicht liefern. Ist sie hingegen zu groß, steigt auch die monatliche Gebühr. Den Überschussstrom ins Stromnetz einspeisen und dafür die Vergütung bekommen, rechnet sich aufgrund sinkender Höhe nicht mehr. Denkbar wäre hier der Betrieb eines Stromspeichers.

Geeignete Standortbedingung

Unabhängig davon, ob Hausbesitzer und Hauseigentümer eine Solaranlage mieten oder sie kaufen: Damit die Anlage wirtschaftlich arbeitet, muss die Himmelsrichtung stimmen. In der Praxis erzielen Anlagen die höchsten Erträge, welche nach Süden ausgerichtet sind. Neben der Himmelsrichtung kommt es natürlich auch auf die Neigung und die Lage der Anlage an. Wichtig ist, dass eine Schattierung durch Bäume oder anliegende hohe Gebäude nicht vorliegt. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie auch im Beitrag "Solaranlage kaufen".

Den Mietvertrag sorgfältig durchlesen

Wie bereits erwähnt, sind Hausbesitzer, sobald sie eine Solaranlage mieten bzw. pachten, für mindestens zehn Jahre an den Vertragspartner gebunden. Daher ist es nur ratsam, alle Punkte sorgfältig durchzugehen - und das noch vor der Vertragsunterzeichnung.

  • Rechnet sich die Anlage? Die Ursache, warum eine Anlage nicht wirtschaftlich arbeitet, liegt häufig in der falschen Berechnung des angenommenen Eigenverbrauchs und der zugrunde liegenden Strompreisentwicklung. Hierauf sollten Interessenten ein besonderes Augenmerk legen.
  • Welche Leistungen beinhaltet der Vertrag? Neben dem klassischen "Starterpaket" bieten viele Dienstleister sogenannte Rundum-sorglos-Verträge an. Diese sehen die Übernahme aller anfallenden Kosten vor und sind dementsprechend etwas teurer. Dennoch ist es auch hier ratsam, auf das Kleingedruckte zu achten.
  • Was passiert nach Ablauf des Mietvertrags? Häufig sind die monatlich fixen Beiträge so ausgewählt, dass Hausbesitzer nach Ablauf des Mietvertrags nur noch einen obligatorischen Euro für die Anlage zahlen müssen. Das ist aber nicht zwangsläufig und sollte daher im Vorfeld geklärt werden.
  • Was passiert, wenn...? Neben den grundlegenden Fragen sollten auch solche gestellt werden, die nur auf Eventualitäten abzielen. Dazu gehört zum Beispiel die Frage nach den Folgen eines unerwarteten finanziellen Engpasses oder einer nach einer ungeplanten Sanierung.

Bei Unsicherheiten sollten Hausbesitzer und Hauseigentümer beim Solaranlagenmieten einen Steuerberater oder Rechtsanwalt konsultieren, der den Vertrag auf Richtigkeit überprüft. Die Aufwandkosten dafür rechnen sich in der Regel schnell. 

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Seit einiger Zeit haben Hausbesitzer die Möglichkeit, eine Solaranlage zu mieten, anstatt sie auf klassische Art zu kaufen. Dadurch bleiben sie finanziell weiterhin flexibel und können selbst Strom erzeugen - und nutzen. Damit die gemietete Anlage wirtschaftlich arbeitet, muss sie flächentechnisch zum Haus und Strombedarf passen. Um den Vertrag auf Richtigkeit zu überprüfen, ist es ratsam, einen Rechtsanwalt oder einen Steuerberater zu konsultieren. 

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