Photovoltaikanlage kaufen: Kosten und Förderung

Eine Solarstromanlage fängt die Strahlung der Sonne ein und wandelt sie in elektrische Energie um. Diese lässt sich im eigenen Haus verbrauchen und sorgt damit für sinkende Energiekosten. Worauf es ankommt, wenn Verbraucher eine Photovoltaikanlage kaufen möchten, erklären wir in den folgenden Abschnitten. Darüber hinaus zeigen wir, welche Kosten entstehen und welche Fördermittel der Staat bereithält.

Photovoltaik wandelt Licht in Strom um

Die Solarstromtechnik erzeugt elektrische Energie aus der kostenfreien solaren Strahlung. Möglich wird das durch den photoelektrischen Effekt, den Albert Einstein bereits im Jahr 1905 entdeckte.

Solarmodule gewinnen elektrische Energie

Dabei lösen sich Elektronen aus einer Halbleiter- oder Metalloberfläche, wenn diese mit Licht bestrahlt wird. Das Ganze passiert in den Solarmodulen, die ein Installateur nach dem Photovoltaikanlage kaufen meist auf dem Dach montiert. Wie viel Module notwendig sind, hängt dabei vor allem von ihrer Bauart ab. Beim Photovoltaik kaufen haben Verbraucher die Wahl zwischen Modulen mit monokristallinen, polykristallinen oder amorphen Zellen.

Während monokristalline Zellen durch ihre reine Struktur den höchsten Wirkungsgrad erzielen (18 bis 20 Prozent), bieten polykristalline Zellen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Bauteile, die man zum Beispiel an der typischen Kristallstruktur erkennt, können etwa elf bis 14 Prozent der Solarenergie in Strom umwandeln. Sie sind günstiger, benötigen aber auch eine größere Fläche. Sind Hausbesitzer auf der Suche nach Sonderformen, können sie amorphe Module zur Photovoltaik kaufen. Diese sind vergleichsweise günstig und flexibel einsetzbar, erreichen jedoch niedrigere Wirkungsgrade (sechs bis acht Prozent).

Wechselrichter wandelt Gleichstrom in Wechselstrom um

Da der gewonnene Strom als Gleichstrom im Haus oder im öffentlichen Versorgungsnetz kaum Verwendung findet, ist er in Wechselstrom umzuwandeln. Diese Aufgabe übernimmt ein sogenannter Photovoltaik-Wechselrichter, der sowohl zu den Modulen, als auch zu deren Leistung passen muss.  Als Bestandteil der Photovoltaik befindet er sich in der Regel unter dem Dach oder im Keller.

Stromspeicher ermöglicht Unabhängigkeit

Wünschen sich Verbraucher Unabhängigkeit von Strompreisschwankungen, lohnt es sich, beim Photovoltaikanlage Kaufen auch über einen Stromspeicher nachzudenken. Denn dieser nimmt den Strom der Solarmodule am Tage auf und versorgt das Haus damit auch nach Sonnenuntergang. Auf diese Weise lassen sich in der Regel mehr als 60 Prozent der selbst erzeugen Solarenergie auch im eigenen Haus nutzen.

Übrigens: Neben der steigenden Unabhängigkeit von öffentlichen Energieversorgern sorgt ein Stromspeicher auch für höhere Erträge. Denn für jede Kilowattstunde bekommen PV-Anlagebesitzer aktuell 7,25 Cent vergütet. (Stand: September 2021 für Anlagen bis 10 kWp). Der aktuelle Strompreis beträgt hingegen knapp 30 Cent. Wie viel Einsparungen möglich sind, haben wir in unserem Beitrag "Lohnt sich Photovoltaik" am Beispiel für Sie zusammengefasst. 

Der selbst erzeugte Strom lässt sich aber auch anderweitig verwenden. Wie das in der Praxis aussehen könnte, lesen Sie im Beitrag "Möglichkeiten zum Heizen mit Solarstrom". 

Solarmodule und Geldscheine symbolisieren die Kosten beim Photovoltaikanlage kaufen
© hfox / Fotolia

Die Kosten beim Kauf einer Photovoltaikanlage

Wollen Hausbesitzer eine Photovoltaikanlage kaufen, müssen sie mit Investitions- und Betriebskosten rechnen. Wie hoch diese sind, zeigen wir im folgenden Abschnitt.

Investitionskosten für die Technik

Den größten Anteil der Kosten einer Solarstromanlage verursacht die Technik. Für den Einsatz im Einfamilienhaus sollten Hausbesitzer mit einer Anlagengröße von vier bis fünf Kilowatt peak rechnen. Diese erzeugt bei voller Einstrahlung eine Spitzenleistung von vier bis fünf Kilowatt und benötigt je nach Art der Module rund 25 bis 35 Quadratmeter Dachfläche. Zusätzlich benötigen Hausbesitzer beim Photovoltaikanlage Kaufen einen Photovoltaik-Wechselrichter sowie optional einen Stromspeicher.

Abhängig von der Anlagengröße entstehen dabei folgende Kosten:

  • 3.000 bis 6.000 Euro für Solarmodule
  • 1.000 bis 2.000 Euro für Wechselrichter
  • 3.000 bis 6.000 Euro für Stromspeicher

Wichtig zu wissen ist, dass sich die Preise je nach Region und Größe der Anlage unterscheiden können. Wie große die Technik tatsächlich sein sollte, erklären wir im Beitrag „Photovoltaikanlage planen“. 

Kosten für die Montage der Solarstromanlage

Neben der Technik entstehen zusätzliche Kosten bei der Planung, der Montage und dem Netzanschluss der Solartechnik. Hier können Hausbesitzer mit rund 1.000 bis 1.500 Euro rechnen. Abhängig von den Gegebenheiten vor Ort können diese jedoch abweichen.

Betriebskosten nach dem Photovoltaik-Kauf

Einmal installiert, kommt die Anlage ohne Brennstoffkosten aus. Dennoch entstehen auch während des Betriebes weitere Ausgaben. Diese fallen in der Regel auf die Bereiche Wartung, Instandhaltung sowie Versicherung und belaufen sich auf rund 100 bis 150 Euro im Jahr.

Bei einer Finanzierung an die Darlehenskosten denken

Nehmen Hausbesitzer beim Photovoltaikanlage kaufen einen Kredit in Anspruch, sind auch die dabei entstehenden Aufwendungen zu berücksichtigen. Wie hoch diese sind, hängt von den jeweiligen Konditionen der Bank ab. 

Fördermittel für den Kauf einer Photovoltaikanlage

Über das Programm 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ fördert die Kreditbank für Wiederaufbau (KfW) die Anschaffung einer Solarstromanlage. Hausbesitzer bekommen dabei Darlehen in Höhe von 100 Prozent der Investitionskosten. Wie hoch der Zinssatz ist, hängt vom Standort, der wirtschaftlichen Situation und den vorhandenen Sicherheiten ab. Neben den Komponenten der Solarstromanlage deckt die Photovoltaik Förderung über das Programm 270 sogar Kosten für eventuell anfallende Dacharbeiten ab. Darüber hinaus lässt sich auch der Stromspeicher mit finanzieren. Zu beantragen ist die Förderung für Solartechnik bei der eigenen Hausbank.

Höhere Förderung für Stromspeicher

Installieren Hausbesitzer auch einen Stromspeicher, profitieren sie nicht nur von günstigen Zinssätzen. Zusätzlich zum Programm 270 gibt es auch regionale Förderprogramme, welche die Anschaffung von Stromspeichern unterstützen. Der Umfang des Fördertopfs ist an den Haushalt des Landes gebunden und kann je nach Lage vor Ende eines Jahres bereits ausgeschöpft sein. Informieren Sie sich deshalb aktuell bei den zuständigen Ländern beziehungsweise Landesbanken. Denn in diesem Fall gibt es oftmals attraktive Zuschüsse. Nach dem Ende des Speicherprogramms der KfW (KfW-Programm 275), sind diese allerdings nur noch regional verfügbar. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick. 

Individuelle Beratung zum Photovoltaik-Kauf

Als Faustwert können Interessierte beim Kauf von Photovoltaik mit einer Spitzenleistung von rund fünf Kilowatt für ein typisches Einfamilienhaus rechnen. Der Speicher sollte dazu eine Kapazität von mindestens fünf Kilowattstunden haben. Wie hoch die benötigte Leistung tatsächlich ist, hängt neben der Ausrichtung oder der Neigung des Dachs auch von der Region ab. Die benötigte Fläche ergibt sich dann aus der Leistung und der Art der Module. Da sich Häuser, Nutzer und deren Gewohnheiten unterscheiden, sollte eine Solarstromanlage immer individuell geplant werden. Denn nur so lässt sich garantieren, dass die Anlage auch rentabel arbeitet und ihre Besitzer viel Geld sparen. Ein erfahrener Installateur kann hier alle Randbedingungen analysieren und ein individuelles Konzept erstellen.

Eine Photovoltaik-Finanzierung mit Solarleasing 

Eine andere Möglichkeit der Photovoltaik-Finanzierung ist das sogenannte Solarleasing. Dabei kauft nicht der Hausbesitzer die Solaranlage, sondern eine Leasinggesellschaft. Der Hausbesitzer bzw. Eigentümer stellt dafür sein Hausdach zur Verfügung und kann die Photovoltaikanlage leasen, indem er über die gesamte Dauer des Vertrags eine fixe Summe an die Gesellschaft überweist. Diese übernimmt die Installation sowie die Überwachung der Anlage und sorgt dafür, dass sie wirtschaftlich arbeitet. Je nach Vertragsumfang ist die Wartung durch die Gesellschaft inbegriffen. Die Nutzung des selbst erzeugten Stroms bleibt in der Regel dem Hausbesitzer überlassen. Was nach Ablauf der Vertragslaufzeit mit der Anlage passiert, ist meist schriftlich festgehalten.

Solarleasing vor allem für Betriebe interessant

Dieses Konzept der Photovoltaik-Finanzierung ist vor allem für Menschen interessant, die die teils hohen Investitionskosten nicht allein tragen möchten oder können. In Deutschland ist es aber nicht sehr verbreitet - zumindest nicht im Endverbraucherbereich. Rentabler ist der Einsatz für Gewerbetreibende oder Betriebe, zumal sie die Leasingraten teils als Betriebsausgaben absetzen können.  

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Wollen Hausbesitzer eine Photovoltaikanlage kaufen, sind viele Bauteile nötig. Neben den Modulen auf dem Dach und dem Wechselrichter im Haus lohnt sich auch die Investition in einen Stromspeicher immer öfter. Staatliche Förderprogramme ermöglichen darüber hinaus eine günstige Finanzierung auch ohne Eigenmittel.
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
news-icon
Artikelbewertung