Photovoltaik-Wechselrichter – der Stromumwandler

Ein Photovoltaik-Wechselrichter hat primär die Aufgabe, Gleichstrom in Wechselstrom umzuwandeln. Warum das notwendig ist, erklären wir in diesem Artikel. Erfahren Sie außerdem, wie diese Umwandlung genau funktioniert und welche Arten von Wechselrichtern es gibt.

Funktionsweise eines Photovoltaik-Wechselrichters

Eine Photovoltaikanlage produziert systembedingt Gleichstrom. Da viele Geräte im Haushalt jedoch Wechselstrom nutzen, muss der Gleichstrom daher in Wechselstrom umgewandelt werden. Diese Aufgabe übernimmt der Photovoltaik-Wechselrichter. Sein Einsatz ist auch dann nötig, wenn der gewonnene Solarstrom ins öffentliche Netz eingespeist werden soll. Neben der Umwandlung überwacht der Photovoltaik-Wechselrichter zudem die Einspeisung. Darüber hinaus kann er diesen Vorgang bei Netzstörungen oder Netzausfall auch trennen.

Ein Photovoltaik-Wechselrichter wandelt den Gleichstrom in der Regel in Wechselstrom um. Er kann ihn aber auch in Dreiphasenwechselstrom, besser bekannt unter Drehstrom, umwandeln. Dieser eignet sich für höhere Leistungsbereiche wie Hochspannung-Übertragungsnetze oder Niederspannungsnetze. Sollte hingegen der Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt werden, kommt ein Gleichrichter zum Einsatz.

Ein Photovoltaik-Wechselrichter wird immer mit einer Solaranlage in Verbindung gebracht.

Arten von Photovoltaik-Wechselrichtern

Zu den am häufigsten verwendeten Arten von Photovoltaik-Wechselrichtern gehören:

  • Modul-Wechselrichter
  • Trafolose Wechselrichter
  • Multistring-Wechselrichter
  • Zentral-Wechselrichter

Modul-Wechselrichter

Ein Wechselrichter für jedes Solarmodul, das ist das Prinzip des Modul-Wechselrichters. Der Vorteil eines Modul-Wechselrichters liegt vor allem in der Optimierungsmöglichkeit für jedes einzelne Modul. Gleichzeitig sind die Investitionskosten wesentlich höher als bei anderen Arten. Kommt es zu einer Störung, kann die Fehlersuche zudem sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.

Trafo-Wechselrichter

Trafolose Photovoltaik-Wechselrichter besitzen gegenüber Trafo-Wechselrichtern einen höheren Wirkungsgrad. Darüber hinaus sind sie leichter und akustisch kaum hörbar. Auf der anderen Seite lassen sie sich nicht an sowohl positiv als auch negativ geladene Photovoltaik-Modulen anschließen.

Multistring-Wechselrichter

Im Gegensatz zu einem Stringwechselrichter werden bei einem Multistring-Wechselrichter mehrere Strings (Stränge, Reihen) von einem Wechselrichter bedient. Somit kommt der Multistring-Wechselrichter auch für größere Anlagen infrage.

Zentral-Wechselrichter

Handelt es sich bei der Anlage um eine große und homogene Anlage, bei der alle Strings gleich ausgerichtet sind, kommt häufig ein Zentral-Wechselrichter zum Einsatz. Dort kann er gute Wirkungsgrade erzielen und lässt sich darüber hinaus gut warten.

Die richtige Auslegung für Photovoltaik-Wechselrichter

Der Markt für Photovoltaik-Wechselrichter bietet Besitzern einer PV-Anlage zahlreiche Möglichkeiten. Neben dem Funktionsumfang unterscheiden sich die Photovoltaik-Wechselrichter auch in ihrer Nennleistung. Auch der Wirkungsgrad sowie die Spannungsbereiche sind je nach Modell anders ausgelegt. Die optimale Leistung einer Photovoltaik-Anlage hängt wesentlich von der Auslegung des dazugehörigen Wechselrichters ab. Um den für die Anlage passenden Photovoltaik-Wechselrichter zu finden, sollte daher auf folgende Punkte geachtet werden:

Eingangsleistung beim Photovoltaik-Wechselrichter

Der passende Photovoltaik-Wechselrichter lässt sich auch anhand der Eingangsleistung bestimmen. Diese hängt wiederum von der Generatorleistung (Gesamtleistung) der eingebauten Module ab.

Ein Beispiel: Auf dem Dach sind 20 Module mit jeweils 200 Watt peak installiert. Zusammen ergeben sie somit eine Gesamtleistung von 2.000 Watt bzw. 2kW. Der hierfür passende Photovoltaik-Wechselrichter muss daher eine Eingangsleistung von mindestens 2kW haben.

Spannungsbereich beim Photovoltaik-Wechselrichter

Jedes Solarmodul hat einen bestimmten Spannungsbereich, der von Leerlauf bis maximaler Systemspannung reicht. Dieser Wert ist bei der Berechnung des passenden Photovoltaik-Wechselrichters ebenfalls sehr wichtig.

Nehmen wir dieselben Zahlen aus dem ersten Beispiel. Auf dem Dach sind 20 Module mit einer Einzelspannung von 29 und 36 Volt verbaut. Zusammen ergeben sie einen Spannungsbereich von 580 und 720 Volt. Um alle Eventualitäten auszuschließen empfiehlt es sich daher, einen Toleranzwert von Plus/Minus 100 mit einzuberechnen. Das bedeutet, dass der für diese Anlage passende Photovoltaik-Wechselrichter einen Spannungsbereich von 480 und 820 haben sollte.

Auf den Wirkungsgrad achten

Der Wirkungsgrad eines Photovoltaik-Wechselrichters gibt an, wie viel Prozent des von der Anlage produzierten Stroms nach der Umwandlung noch tatsächlich nutzbar ist. Gute Wechselrichter haben inzwischen einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent. Man unterscheidet zwischen dem maximalen und dem europäischen Wirkungsgrad. Ersteres ist wenig aussagekräftig, weil ein Photovoltaik-Wechselrichter die meiste Zeit im Jahr nicht vollbelastet ist. Der europäische Wirkungsgrad hingegen berücksichtigt Schwankungen, die in Europa auftreten. Er liegt daher immer unter dem maximalen Wirkungsgrad.

Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Der Photovoltaik-Wechselrichter wandelt Gleichstrom in Wechselstrom um und ist neben der Anlage selbst maßgeblich für den Ertrag. Ist er nicht optimal auf die Anlage eingestellt, kann er nicht den gewünschten Wirkungsgrad erzielen. Beim Kauf eines Photovoltaik-Wechselrichters gilt es daher, alle offenen Fragen noch im Vorfeld zu beantworten. Hier lohnt es sich, die Expertise eines Fachmannes einzuholen.

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