Photovoltaik: Einspeisevergütung für Neu- und Altanlagen 

Installieren Sie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, bekommen Sie in aller Regel eine Vergütung für den Strom, den Sie in das öffentliche Netz einspeisen. Die sogenannte Einspeisevergütung gibt es zum immer gleichen Satz für einen Zeitraum von 20 Jahren. Wie hoch sie ausfällt, hängt vom Zeitpunkt der Installation ab. Wir informieren über rechtliche Grundlagen, die Bedeutung der Einspeisevergütung in der Photovoltaik und Lösungswege für Anlagen, bei denen die Vergütung ausläuft.

Definition, gesetzliche Grundlagen und berechtigte Anlagen 

Als sich die Photovoltaik auf deutschen Dächern ausbreitete, konnte sie allein durch ihren Preis nicht mit anderen Formen der Energieerzeugung konkurrieren. Auch wenn der Strom „sauber“ ist, war er anfangs durch hohe Anlagenkosten teuer. Die Einspeisevergütung, die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt ist, sollte das richten. Denn dabei handelt es sich um eine Förderung für den grünen Solarstrom. Diese zahlen Netzbetreiber für jede in das öffentliche Netz eingespeiste Kilowattstunde – und zwar für einen Zeitraum von 20 Jahren. Um die dabei entstehende Differenz zum Strompreis an der Strombörse ausgleichen zu können, verlangen sie die sogenannte EEG-Umlage, die alle Anschlussnehmer zahlen.

Erneuerbare-Energien-Gesetz schafft rechtliche Grundlage der Vergütung 

Wer bekommt eine Einspeisevergütung und wie hoch fällt diese aus? Informationen dazu finden sich im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das schon im Jahr 2000 eingeführt wurde. Es legt unter anderem fest, dass Netzbetreiber Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen einspeisen und vergüten müssen.

Degression: EEG-Einspeisevergütung sinkt mit zunehmenden Anlagenzahlen

Hohes Interesse, steigende Nachfrage und Weiterentwicklungen lassen die Kosten einer Photovoltaikanlage sinken. Um den auch fördertechnisch gerecht zu werden, unterliegt die Einspeisevergütung der Degression. Sie sinkt in dem Maße, in dem die Preise der Technik fallen, bis sich die Photovoltaik ganz ohne Vergütung rechnet.

Ein Beispiel: Lag die Einspeisevergütung zur Einführung im Jahr 2000 bei 50,62 Cent pro Kilowattstunde, zahlen Netzbetreiber heute nur noch 7,81 Cent pro Kilowattstunde (April 2021). Die Anlagenkosten sind im gleichen Zeitraum von rund 7.000 Euro auf rund 1.200 Euro pro Kilowatt peak (kWp) gefallen.

Solaranlagen auf dem Dach - Einspeisevergütung
© panthermedia.net / whity22

Diese Anlagen erhalten eine feste Vergütung für eingespeisten Solarstrom

Die Einspeisevergütung für Strom aus der Photovoltaik gibt es heute für Anlagen mit einer Leistung von maximal 100 Kilowatt peak. Diese können sich auf Wohngebäuden, Nichtwohngebäuden oder Freiflächen befinden. Die höchste Vergütung gibt es für Solarstrom aus Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden, die sich nach § 35 Baugesetzbuch nicht im Außenbereich befinden.

Betreiber von Anlagen mit einer Leistung von mehr als 100 Kilowatt müssen Solarstrom selbst vermarkten. Dafür erhalten sie vom Netzbetreiber eine Marktprämie, die unter andrem von einer festen Einspeisevergütung und dem Strompreis an der Strombörse abhängt. Bei einer installierten Leistung von über 750 Kilowatt ermittelt der Staat die Vergütung über Ausschreibungen.

Was ist erforderlich, um den Strom meiner PV-Anlage in das EVU-Netz einzuspeisen?

Möchten Sie Solarstrom in das Netz des Energieversorgungs-Unternehmens (EVU) einspeisen, sind einige Punkte zu beachten. Diese betreffen unter anderem die fachgerechte Installation sowie die fristgerechte Anmeldung der Photovoltaikanlage. Außerdem benötigen Sie einen speziellen Zähler, um eingekaufte und eingespeiste Strommengen richtig abrechnen zu können. Die wichtigsten Vorgaben und Tipps zum Thema geben wir im Beitrag Solarstrom einspeisen.

Fallen steckerfertige PV-Anlagen unter das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)?

Ja, auch bei Balkon-, Guerilla- oder Mini-Solaranlagen handelt es sich um Anlagen nach dem EEG. Sie erhalten eine Einspeisevergütung (wenn auch nur wenig) und sind genau wie ihre großen Pendants bei der Bundesnetzagentur und beim Netzbetreiber anzumelden.

Einspeisevergütung 2021: Tabelle verschafft einen Überblick 

Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2021 für Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von bis zu zehn oder 40 Kilowatt? Die folgende Tabelle gibt einen Überblick.

Zeitpunkt der
Inbetriebnahme
Dachanlagen bis 10
kWp (Ct/kWh)
Dachanlagen über zehn
10 bis 40 kWp (Ct/kWh)
Ab 01.01.2019   11,47 11,15
Ab 01.02.2019   11,35 11,03
Ab 01.03.2019   11,23 10,92
Ab 01.04.2019 11,11 10,81
Ab 01.05.2019 10,95 10,65
Ab 01.06.2019 10,79 10,50
Ab 01.07.2019 10,64 10,34
Ab 01.08.201910,4810,19
Ab 01.09.201910,3310,04
Ab 01.10.201910,1809,90
Ab 01.11.201910,0809,79
Ab 01.12.201909,9709,69
Ab 01.01.202009,8709,59
Ab 01.02.20209,729,45
Ab 01.03.20209,589,31
Ab 01.04.20209,449,18
Ab 01.05.20209,309,04
Ab 01.06.20209,178,91
Ab 01.07.20209,038,78
Ab 01.08.20208,908,65
Ab 01.09.20209,778,53
Ab 01.10.20208,648,40
Ab 01.11.20208,488,24
Ab 01.12.20208,328,09
Ab 01.01.20218,167,93
Ab 01.02.2021
8,047,81
Ab 01.03.20217,927,70
Ab 01.04.20217,817,59

Hoher Eigenverbrauch heute oft lukrativer als Volleinspeisung

Die Einspeisevergütung sorgte lange Zeit dafür, dass Anlagenbetreiber die Photovoltaik zur Volleinspeisung auslegten. Sie haben jede selbst erzeugte Kilowattstunde Strom an ihre Netzbetreiber abgegeben und eine feste Förderung erhalten. Letztere ist heute deutlich niedriger als zu ihrer Einführung und die Stromkosten sind seither stark gestiegen. Zusammen mit den sinkenden Preisen für Photovoltaikanlagen lohnt es sich daher immer mehr, auf einen hohen Eigenverbrauch zu setzen. Hausbesitzer versorgen sich selbst mit Strom vom Dach. Sie nutzen diesen im Haushalt, im Garten oder sogar im Elektroauto und müssen viel weniger Energie einkaufen. Die Vorteile:

  • hohe energetische Unabhängigkeit durch Eigenversorgung
  • sinkende Stromkosten durch geminderten Stromeinkauf
  • klimaneutrale Energieversorgung mit grünem Solarstrom

Die Herausforderung ist es nun, das schwankende Angebot regenerativer Energien mit der zeitlich getrennt auftretenden Nachfrage zusammenzubringen. Realisieren lässt sich das mit einem Stromspeicher, der Energie am Tage aufnimmt, um das Haus auch in der Nacht mit eigenem Strom zu versorgen. Setzen Sie zudem auf smarte Haushaltsgeräte oder ein sogenanntes Home Energy Management System, steigern Sie ihren Eigenverbrauch weiter.

Informieren Sie sich zum Thema in unserem Beitrag über die Photovoltaik zum Eigenverbrauch,

Anlage fällt aus der EEG-Vergütung: Diese Möglichkeiten gibt es 

Nach einem Zeitraum von 20 Jahren läuft die Einspeisevergütung aus und viele Anlagenbetreiber fragen sich: Meine PV-Anlage fällt bald aus der EEG-Vergütung. Welche Möglichkeiten habe ich?

Anschlussförderung schafft Zeit für weitere Maßnahmen 

Mit dem EEG 2021 haben Betreiber ausgeförderter Anlagen mit einer Leistung von maximal 100 Kilowatt erstmalig Anspruch auf eine Anschlussförderung. Diese gibt es bis Ende 2027 auf Basis des Jahresmarktwertes (Mittelwert des Strompreises an der Strombörse in einem Jahr). Der Jahresmarktwert lag 2020 bei 2,458 Cent pro Kilowattstunden und wird für 2021 einmalig um 0,4 Cent pro Kilowattstunde reduziert. Ab 2022 sinkt die Einspeisevergütung dann maximal um die Vermarktungskosten der Übertragungsnetzbetreiber.

20 Jahre Einspeisevergütung: Lohnt sich der Weiterbetrieb? 

Photovoltaikanlagen haben eine Lebensdauer von 30 Jahren oder mehr. Rein ökologisch ist es also nicht günstig, ausgeförderte Anlagen durch neue zu ersetzen. Wer die Einspeisevergütung verliert und seine Anlage weiter betreiben möchte, hat aktuell drei grundsätzliche Möglichkeiten:

  • Direktvermarktung: Hier kümmern sich Anbieter darum, den selbst erzeugten Strom am Markt zu verkaufen. Die Lösung ist für Anlagen mit einer Leistung von über 100 Kilowatt verpflichtend, lohnt sich bei kleinen Systemen jedoch meist nicht. Grund dafür sind die hohen Kosten für Messtechnik und Verwaltung.
  • Strom-Cloud-Lösung: Energieunternehmen oder Speicheranbieter nehmen Ihre Stromüberschüsse und speisen diese in die virtuelle Strom-Cloud ein. Zu einem späteren Zeitpunkt bekommen Sie den Strom dann günstiger zurück – teilweise sogar unabhängig von der Verbrauchsstelle. So können Sie beispielsweise an öffentlichen Ladesäulen günstiger tanken. Ob sich diese Variante lohnt, hängt vom individuellen Angebot ab.
  • Eigenverbrauch: Läuft die Einspeisevergütung aus und die Photovoltaik funktioniert noch einwandfrei, ist die Umstellung auf Eigenverbrauch oft lukrativ. Damit viel Strom im Haus bleibt, sind jedoch weitere Komponenten erforderlich. Neben einem Stromspeicher mit Energiemanagement können Sie überschüssigen Strom mit einer Heizpatrone auch in das Heizsystem einspeisen. Sie können eine Wärmepumpe damit versorgen oder ein Elektroauto laden.

Welche Lösung in Ihrem Fall am günstigsten ist, lässt sich nicht pauschal beurteilen. Daher empfehlen wir einen Anlagen-Check, bei dem Experten die Technik genau unter die Lupe nehmen. Sie prüfen die Funktion, stellen nötige Reparaturen fest und zeigen, welche Umbaukosten bei den verschiedenen Lösungen entstehen. Zusammen mit einer Berechnung der künftigen Einsparungen erhalten Sie so eine fundierte Entscheidungsgrundlage.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Einspeisevergütung sichert Ihnen 20 Jahre lang eine feste Vergütung für Solarstrom, den Sie in das öffentliche Netz einspeisen. Während Betreiber im Jahr 2000 noch über 50 Cent pro Kilowattstunde bekamen, liegt die Einspeisevergütung heute bei weniger als acht Cent pro Kilowattstunde, wodurch Auslegung zum Eigenverbrauch immer lukrativer wird.
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