Photovoltaik-Finanzierung: KfW, Leasing oder Kredit?

Wer mithilfe der Sonnenenergie Strom erzeugen möchte, aber kein hohes Eigenkapitel besitzt, für den kommt die Photovoltaik-Finanzierung infrage. Mit unserem Finanzierungsrechner können Sie sich einen Überblick verschaffen. Welche Finanzierungsmöglichkeiten es im Detail gibt, und welche Vor- und Nachteile die einzelnen Arten haben, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Eine Photovoltaik-Finanzierung durch die KfW

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert die Nutzung erneuerbarer Energien nicht nur mit attraktiven Zuschüssen. Sie ist im engeren Sinne auch eine Bank, die Verbrauchern unterschiedliche Kredite anbietet. Für alle, die sich für die Nutzung der solaren Energie interessieren, ist die Photovoltaik-Finanzierung ein interessantes Angebot. Hierfür hat die KfW gleich mehrere Förderprogramme im Angebot, die unterschiedliche Maßnahmen unterstützen. Grundsätzlich kommen die Programme 270, 271 und 275 in die engere Auswahl.

KfW-Programm 270: Erneuerbare Energien - Standard

Mit dem Programm 270 der KfW können Interessenten bis zu 100 Prozent der förderfähigen Nettoinvestitionskosten finanzieren. 

  • Der minimale effektive Jahreszins beträgt dabei 1,03 Prozent 
  • Die Mindestlaufzeit beträgt zwei Jahre 

Wie hoch der individuelle Zinssatz ausfällt, hängt auch vom Standort, den wirtschaftlichen Verhältnissen und der Qualität der Sicherheiten ab, die Antragsteller bei ihrer Hausbank angegeben haben. Die Hausbank ist in diesem Fall auch die erste Anlaufstelle für den Antrag auf die Photovoltaik-Finanzierung durch die KfW. Grundsätzlich gilt, dass die geplante PV-Anlage die Anforderungen des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG-2017) erfüllen muss. Außerdem kommt das Programm 270 auch für Anlagenbesitzer infrage, die den erzeugten Strom nicht nur selbst nutzen, sondern auch teilweise in das öffentliche Netz einspeisen. 

KfW-Programm 271: Erneuerbare Energien - Premium

Ähnlich wie das Programm 270 unterstützt das 271er auch die Photovoltaik-Finanzierung mit zinsgünstigen Krediten ab einem Prozent. Die Unterschiede zwischen beiden Programmen liegen zum einen in der Nutzung und zum anderen in der Größe bzw. Effizienz der Anlage. So kommt das Programm 271 nur für Anlagenbesitzer infrage, die den selbst erzeugten Strom ausschließlich für den Eigenbedarf nutzen. Eine Vermietung beispielsweise ist nicht zulässig. Außerdem muss die Anlage eine Bruttokollektorfläche von mindestens 40 Quadratmeter aufweisen. Zuletzt muss sie auf Wohngebäuden mit mindestens drei Wohneinheiten installiert sein. 

Eine Nahaufnahme einer Solaranlage als Symbol für Photovoltaik-Finanzierung
© electra kay-smith / Fotolia

KfW-Programm 275: Erneuerbare Energien - Speicher (ausgelaufen)

Eine Photovoltaikanlage erzeugt tagsüber Strom, dessen Bedarf aber in der Regel erst gegen Abend zunimmt. Um eine solche Anlage wirtschaftlich betreiben zu können, ist der Einsatz effizienter Stromspeicher unerlässlich. Im Rahmen der Photovoltaik-Finanzierung sieht die KfW deshalb auch die Förderung von Stromspeichern vor. Aus diesem Grund hatte die Kreditanstalt bis Ende 2018 ein eigenes Programm dafür - 275.  Mittlerweile ist diese Förderung ausgelaufen. 

Vor- und Nachteile der Photovoltaik-Finanzierung durch die KfW 

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass die KfW den Interessenten sehr faire Möglichkeiten zur Photovoltaik-Finanzierung bietet. Sie ist zudem eine bekannte und sichere Institution, was nicht nur eine wirtschaftliche Sicherheit darstellt, sondern auch die Kommunikation deutlich erleichtert. Dass manche Maßnahmen nur einmalig gefördert werden können oder die Inanspruchnahme von Sondertilgungen nicht möglich ist, lässt sich durchaus als nachteilig auslegen. 

Die KfW ist aber natürlich nicht die einzige Bank, die solche Finanzierungsmöglichkeiten anbietet. Daneben gibt es noch weitere Banken, die mit ähnlichen Programmen und Konditionen die Nutzung solarer Energie finanziell unterstützen. 

Eine Photovoltaik-Finanzierung mit Solarleasing 

Eine andere Möglichkeit der Photovoltaik-Finanzierung ist das sogenannte Solarleasing. Dabei kauft nicht der Hausbesitzer die Solaranlage, sondern eine Leasinggesellschaft. Der Hausbesitzer bzw. Eigentümer stellt dafür sein Hausdach zur Verfügung und kann die Photovoltaikanlage leasen, indem er über die gesamte Dauer des Vertrags eine fixe Summe an die Gesellschaft überweist. Diese übernimmt die Installation sowie die Überwachung der Anlage und sorgt dafür, dass sie wirtschaftlich arbeitet. Je nach Vertragsumfang ist die Wartung durch die Gesellschaft inbegriffen. Die Nutzung des selbst erzeugten Stroms bleibt in der Regel dem Hausbesitzer überlassen. Was nach Ablauf der Vertragslaufzeit mit der Anlage passiert, ist meist schriftlich festgehalten.

Solarleasing vor allem für Betriebe interessant

Dieses Konzept der Photovoltaik-Finanzierung ist vor allem für Menschen interessant, die die teils hohen Investitionskosten nicht allein tragen möchten oder können. In Deutschland ist es aber nicht sehr verbreitet - zumindest nicht im Endverbraucherbereich. Rentabler ist der Einsatz für Gewerbetreibende oder Betriebe, zumal sie die Leasingraten teils als Betriebsausgaben absetzen können.  

Eine Photovoltaikanlage mit Solarkredit finanzieren 

Zuletzt haben Interessenten mit dem sogenannten Solarkredit eine weitere Möglichkeit zur Photovoltaik-Finanzierung. Vereinfacht ausgedrückt, funktioniert ein solcher Kredit wie ein "gewöhnlicher" Baukredit. Auch hier verlangt die teilnehmende Bank vom Kreditnehmer gewisse Sicherheiten. Diese kann im Falle einer Photovoltaik-Anlage der zu erwartende Ertrag (Einspeisevergütung) sein, dessen Höhe sich nach dem EEG 2017 richtet. 

In einigen Fällen kann die teilnehmende Bank auch weitere Sicherheiten wie eine zusätzliche Eintragung im Grundbuch verlangen. Da es bislang nur wenige Banken gibt, die diese Art der Photovoltaik-Finanzierung anbieten, ist der Markt aktuell sehr übersichtlich. Der fehlende Wettbewerb kann aber auch dazu führen, dass die Konditionen nicht immer zugunsten des Antragstellers ausfallen. Weitere Informationen zum Thema Finanzierung und Wirtschaftlichkeit finden Sie auch im Beitrag "Photovoltaikanlage kaufen."  

Kosten abschätzen mit dem Finanzierungsrechner

Die exakten Kosten bei einer Photovoltaik-Finanzierung lassen sich immer nur individuell ermitteln. Wenn Sie aber eine Orientierung benötigen, dann nutzen Sie einfach den nachfolgenden heizung.de Finanzierungsrechner. An dieser Stelle ist jedoch nochmal zu betonen, dass dies nur Richtwerte sind. 

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen
Fazit von Minh Duc Nguyen
Wer die Investitionskosten für eine Solaranlage nicht allein aufbringen kann, für den ist die Photovoltaik-Finanzierung eine gute Option. Zur Auswahl stehen die klassische Finanzierung durch die KfW, das Leasingmodell wie bei Autos und der speziell für solche Anlagen angepasste Solarkredit. Da jede Form ihre Vor- und Nachteile hat, ist es ratsam, als ersten Schritt eine Fachberatung bei der Hausbank zu vereinbaren.  
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