Mit der Sonne heizen – Funktion, Kosten und Kauftipps

Wer mit der Sonne heizen möchte, benötigt eine Solarthermie-Anlage. Diese wandelt das Sonnenlicht in nutzbare Wärme um und senkt langfristig die Heizkosten. Wie das genau funktioniert, was solch eine Anlage kostet und warum es sich in manchen Situationen lohnt, ein Kombipaket zu kaufen, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Die Themen im Überblick:

Solarthermie, Photovoltaik: Wo ist der Unterschied?

Viele Verbraucher verwechseln Solarthermie mit Photovoltaik. Auch wenn beide Technologien dieselbe Energiequelle nutzen, so ist das Endprodukt bei jeder unterschiedlich. Während eine Photovoltaik-Anlage Strom erzeugt, nutzt die Solarthermie-Anlage die Wärme, um das Warmwasser zu bereiten oder um die Heizung zu unterstützen.

Mit der Sonne heizen – so funktioniert es!

Wollen Hausbesitzer mit der Sonne heizen, ist es sehr hilfreich, wenn sie die Funktionsweise hinter der Technik ein weniger verstehen. Vereinfacht gesagt besteht eine Solarthermie-Anlage aus Kollektoren, einem Pufferspeicher, einer Umwälzpumpe oder einem Ventilator, einem Rohrnetz sowie mehreren Armaturen. Prallt das Sonnenlicht auf die Kollektoren, erwärmt es die in den Kollektoren verbauten Absorber. Diese erwärmen sich nach und nach und geben diese thermische Energie über einen Wärmetauscher an das Heizwasser weiter, das sie wiederum zum Pufferspeicher transportiert.

Kosten für eine Solarthermie-Anlage

Mit der Sonne heizen verursacht natürlich auch Kosten. Wie hoch diese sind, lässt sich nicht pauschal angeben. Schließlich besteht eine solche Anlage nicht nur aus einem Bauteil, sondern mehreren Komponenten, die sich wiederum in unterschiedliche Gruppen unterteilen lassen. Am kostenintensivsten sind die Kollektoren. Man unterscheidet zwischen:

  • Flachkollektoren und
  • Röhrenkollektoren

Rotes Haus mit Garten auf dem Dach befindet sich eine Solarthermie-Anlage

Wer hierzulande seine Solarthermie-Anlage mit Kollektoren ausstattet, entscheidet sich in der Regel für Flachkollektoren. Diese sind im Vergleich zu Röhrenkollektoren um einiges günstiger in der Anschaffung. Je nach Hersteller, Region und Bauart kosten sie zwischen 250 und 500 Euro pro Quadratmeter. Um etwa 30 Prozent teurer sind hingegen die Röhrenkollektoren bzw. Vakuumröhrenkollektoren. Dafür benötigen sie weniger Platz und können auch bei schattigen und ungünstigen Montagesituationen noch Energie gewinnen. Für einen Quadratmeter müssen Hausbesitzer zwischen 500 und 600 Euro zahlen.

Kosten für weitere Komponenten

Bevor Hausbesitzer mit der Sonne heizen können, brauchen sie neben den Kollektoren auch andere Komponenten. Die Kosten für die Umwälzpumpe, den Pufferspeicher sowie das notwendige Zubehör (Steuerung, Druckausdehnungsgefäß, Verrohrung etc.) müssen ebenso mit einberechnet werden wie die Kosten für die Montage und Installation. Was lässt sich mit der Sonne heizen? Diese Frage spielt bei der Preisbildung eine entscheidende Rolle und soll im Vorfeld beantwortet sein. Schließlich ist eine Anlage zur Heizungsunterstützung wesentlich größer als eine, die nur was Warmwasser bereiten soll.

Mit der Sonne heizen und Fördergelder bekommen

Wer mit der Sonnenenergie heizt, investiert gleichzeitig auch in die Zukunft. Denn abgesehen von den Anschaffungskosten und den Ausgaben für den Pumpenstrom und die jährliche Wartung verursacht eine Solarthermie-Anlage keine weiteren Betriebskosten. Darüber hinaus nutzt sie die regenerative Sonnenenergie und schont somit die endlichen fossilen Ressourcen. Aus diesem Grund hat der Staat gleich mehrere Förderprogramme gestartet, die die Investitionskosten abfedern.

Förderhöhe hängt von vielen Faktoren ab

Wie hoch die Fördersummen ausfallen, hängt stark vom Verwendungszeck, dem Objekt und der Anlagengröße ab. Wer in einem Bestandsbau wohnt und vorhat, sein Warmwasser mit Sonnenenergie zu bereiten, bekommt vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mindestens 500 Euro bezuschusst. Soll statt des Warmwassers die komplette Heizung mit der Sonnenenergie unterstützt werden, steigen die Fördersummen gleich auf 2.000 Euro und mehr. Unterschiede gibt es auch, ob die Anlage in einem Bestandsbau oder Neubau in Betrieb genommen wird. Letzterer muss deutlich höhere Anforderungen erfüllen, um von den Fördermitteln profitieren zu dürfen. Wie hoch die Fördersummen in den einzelnen Fällen ausfallen, haben wir im Artikel „Förderung der Solaranlage“ detailliiert beschrieben.

In Kombination mit anderen Heizsystemen

Aus geografischen Gründen lässt sich ein Haus hierzulande nicht komplett mit der Sonne heizen – zumindest nicht wirtschaftlich. Dafür scheint sie nicht oft und stark genug. Optimal eingesetzt kann eine Solarthermie-Anlage dennoch bis zu 60 Prozent des erforderlichen Warmwassers erzeugen. Für den Rest ist das vorhandene Heizsystem zuständig. Die häufigste Kombination hierzulande ist die Gasheizung bzw. Ölheizung mit Solarthermie. Das liegt vor allem daran, weil Gas- und Ölheizungen nach wie vor sehr weit verbreitet sind. Wer nicht nur mit der Sonne heizen, sondern noch einen weiteren Schritt in Richtung CO2-Neutralität gehen möchte, greift zu einer Holzheizung. Eine andere, ebenfalls sehr umweltfreundliche Kombination ist die Wärmepumpe mit Solarthermie.

Tipps beim Kauf einer Solarthermie-Anlage

Damit die neue Solarthermie-Anlage wirklich wirtschaftlich arbeitet, muss sie auf den Bedarf angepasst sein. Auch die Ausrichtung sowie die Neigung des Daches müssen in der Planungsphase berücksichtigt werden. Ein erfahrener Installateur kann bereits vor Ort abschätzen, ob die Voraussetzungen gegeben sind, um mit der Sonne heizen zu können. Sind alle Fragen beantwortet und Unklarheiten geklärt, können sich Hausbesitzer noch überlegen, ob sie nur die Anlage kaufen, oder doch gleich die vorhandene Heizung ersetzen. Häufig bieten namhafte Hersteller Kombipakete zu guten Konditionen an, die weit unter den Preisen für einzelne Geräte liegen.

Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Mit der Sonne heizen bedeutet in die Zukunft investieren. Denn die Sonne liefert eine Unmenge an Energie, die unter anderem zum Heizen genutzt werden kann. Und weil die Technik sehr umweltfreundlich ist, fördert der Staat den Kauf mit attraktiven Programmen.

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