Mieterstromgesetz: Was ändert sich zum Sommer 2017?

Durch das Mieterstromgesetz, welches Ende Juni verabschiedet wurde, sollen Mieter in passiver Form an der Energiewende beteiligt werden. Wichtig zu wissen ist, dass diese neue Regelung zu keinen wirtschaftlichen Nachteilen bei Mietern führt. Stattdessen sieht es vor, Vermieter und Mieter gleichermaßen in eine bessere Position zu stellen, während zugleich die Umwelt geschont wird und damit weiter die Ziele der Energiewende forciert werden.

Die Themen im Überblick:

Was genau verbirgt sich hinter dem Mieterstromgesetz?

Spezifisch geht es bei dem Mieterstromgesetz um Strom, der durch eine auf dem Dach befindliche Photovoltaikanlage erzeugt wird. Neu ist dieser Ansatz nicht, in der Realität gilt es für Besitzer eines Eigenheims sogar schon länger. Was sich in erster Linie ändert ist der Umstand, dass die mögliche Ersparnis dadurch nun auch auf die Mieter umgelegt wird. Realisiert wird das durch eine Reduzierung der notwendigen Gebühren im Zuge der EEG-Umlage. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist der Eckpfeiler der angestrebten Energiewende und stellt erzeugten Strom aus regenerativen Quellen in eine wirtschaftlich bessere Position, um diesen für Anleger, Eigenheim-Besitzer, Vermieter und Mieter gleichermaßen attraktiver zu gestalten.

Reduzierung der EEG-Umlage

Speziell bei der neuen Gesetzesregelung zum Mieterstrom wird die EEG-Umlage reduziert. Generierter Strom auf dem Dach der Immobilie wird folglich nur noch mit 40 statt wie bisher mit 100 Prozent mit dieser Umlage versehen. Weitere wirtschaftliche Vorteile ergeben sich dadurch, dass der Strom gar nicht erst in das Netz eingespeist werden muss. Da sich solch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach befindet und die Wohneinheiten freilich in der gleichen Immobilie existieren, kann der Strom direkt in diese eingespeist werden. Konzessionsabgaben und Netznutzungsentgelte entfallen dadurch völlig. Sollte die Anlage mehr Strom generieren als die Mieter in den Wohneinheiten verbrauchen, lässt sich der Überschuss zu den gültigen Konditionen des EEG in das Netz einspeisen.

Häuser auf einer Wiese - Mieterstromgesetz

Vermieter als auch Mieter sollen profitieren

Speziell in sanierten Altbauten oder in Mehrfamilienhäusern mit mehr als vier Parteien ist das aber nicht zu erwarten, da der Verbrauch hier in der Regel hoch genug ist, um jeglichen auf dem Dach erzeugten Strom direkt zu verbrauchen. Durch das Mieterstromgesetz sollen somit einerseits Vermieter als auch Mieter profitieren. Vermieter und Eigentümer erhalten einen weiteren, wirtschaftlichen Grund für nachhaltige Modernisierungen am Objekt, während Mieter mitunter ihre laufenden Stromkosten etwas reduzieren können.

Das Mieterstromgesetz kommt mit einigen Hürden

Ursprünglich sollte das Mieterstromgesetz bereits Mitte 2016 verabschiedet werden. Nun kommt es tatsächlich erst ein Jahr später, was sich durch die zahlreichen Hürden begründet. Vor allem für Vermieter bedeutet das Gesetz zwar eine Ersparnis und eine Maßnahme zum Werterhalt des Objektes, aber auch reichlich bürokratischen Aufwand. Der Eigentümer müsste dafür ein Gewerbe anmelden, mit Mietern separate Strombelieferungsverträge ausarbeiten und mit Netzbetreibern und Stromversorgern zusätzliche Rahmenverträge unterhalten. Beim Betreiber-Modell entfällt dieser bürokratische Aufwand teilweise, mitunter bieten auch ganze Wohnungsbauunternehmen eine externe Auslagerung an. Experten sprechen jedoch davon, dass sich der erhebliche bürokratische Aufwand erst ab mittelgroßen Mietshäusern rechnen wird. Eigentümer einer einzelnen Wohneinheit werden wohl kaum profitieren, außer der Verbund der Eigentümer organisiert die Abwicklung ganzheitlich.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Eine Pflicht zum Ausbau existiert ebenso wenig, wie die Pflicht für Mieter diesen Strom zu beziehen. Sie können weiterhin separat Verträge mit Energieversorgern abschließen. Ob die Anreize für den Ausbau der regenerativen Stromerzeugung genug sind, muss sich in der Praxis erst noch zeigen. Vor allem die zusätzlichen Verwaltungskosten sind für Anlagenbesitzer eine große Hürde. Fest steht jedoch schon jetzt, dass sich die Vergütung zwischen 2,2 Cent/kWh und 3,8 Cent/kWh bewegen wird - beeinflusst durch die Größe der Anlage.

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