Funktion und Kosten der Heizung mit Solar

Die Heizung mit Solar nutzt kostenfreie Sonnenenergie, um Häuser zu erwärmen und Trinkwasser zu bereiten. Möglich ist das durch ihren speziellen Aufbau, der aus Kollektoren, einem Speicher und einem Solarkreislauf besteht. Wie eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung funktioniert, welche Zusatzheizgeräte infrage kommen und was die Technik kostet, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Aufbau und Funktion der Heizung mit Solar

Die Sonne sendet allein an einem Tag mehr Energie zur Erde, als die gesamte Menschheit in einem Jahr verbrauchen könnte. Sie gilt als besonders nachhaltig und unerschöpflich. Wollen Hausbesitzer Solarwärme nutzen, funktioniert das im Gegensatz zu anderen Energiequellen nahezu ohne Betriebskosten. Nötig sind dazu Kollektoren, Speicher und ein Solarkreislauf.

Kollektoren machen Solarwärme nutzbar

Die Kollektoren der Heizung mit Solar befinden sich in der Regel auf dem Dach. Sie sind der Sonne zugewandt und fangen ihr Licht ein. Im Inneren befinden sich sogenannte Absorber. Die Bauteile wandeln die Strahlungsenergie in thermische Energie um und übertragen diese auf den angebundenen Solarkreislauf. Wie effizient die Kollektoren funktionieren, hängt von ihrem Aufbau ab. Unterscheiden lassen sich dabei Flach- und Vakuumröhrenkollektoren.

Flachkollektoren haben einen einfachen Aufbau, sind günstig und erreichen gute Wirkungsgrade. Durch ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bilden sie den Standard der Solartechnik. Vakuumröhrenkollektoren sind zwar teurer, gewinnen auf der gleichen Fläche aber mehr Energie als flache Kollektoren. Möglich ist das durch ihren speziellen Aufbau, bei dem ein Vakuum die Wärmeverluste der Absorber minimiert. Röhrenkollektoren kommen immer dann zum Einsatz, wenn auf einer begrenzten Fläche möglichst viel Solarwärme gewonnen werden soll.

Solarkreislauf stellt Funktion sicher

Der Solarkreislauf besteht aus einem Rohrnetz, einer Pumpe und der nötigen Sicherheitstechnik. Er ist mit einer speziellen Solarflüssigkeit gefüllt und gewährleistet den zuverlässigen Betrieb der Heizung mit Solar. Für einen hohen Wirkungsgrad der Solarthermie passt ein Installateur alle Komponenten individuell auf die Anlage an.

Speicher bildet Kern der Heizung mit Solar

Den Kern einer Solarthermie-Anlage bildet der Pufferspeicher. Dieser besteht in seiner einfachsten Form aus einem großen, mit Heizungswasser befüllten Behälter, der die Wärme der Kollektoren aufnimmt. Er hält die thermische Energie durch eine starke Dämmung lange vor und gibt sie erst ab, wenn entweder die Raumheizung oder die Warmwasserbereitung Wärme benötigt. Reicht der Vorrat einmal nicht, hält eine Zusatzheizung den Betrieb der Anlage aufrecht.

Pufferspeicher verbindet Heizung mit Solar

Diese Zusatzheizgeräte kommen infrage

Auch wenn die Solarthermie ein Haus zwar theoretisch allein mit Energie versorgen könnte, lohnt sich das in der Praxis oft nicht. Grund dafür sind die hohen Kosten überdimensionierter Anlagen. Eine Alternative ist daher die Kombination mit einer Zusatzheizung. Infrage kommt dabei zum Beispiel die:

  • Brennwertheizung für den Betrieb mit Gas oder Heizöl
  • Holzheizung für den Betrieb mit Pellets oder Stückholz
  • Wärmepumpe für den Betrieb mit kostenfreier Umweltenergie

Kosten der Heizung mit Solar

Die Kosten der Solarthermie hängen generell stark von der Auslegung der Anlage ab. Während Hausbesitzer hier einen großen Spielraum haben, ermöglichen die nachfolgenden Werte eine überschlägige Berechnung. Geht es um die Kollektoren, kann man dabei eine Fläche von einem Quadratmeter für zehn Quadratmeter Wohnfläche annehmen. Hinzu kommt ein Speicher mit einem Fassungsvermögen von rund 1.000 Litern sowie der Solarkreislauf, bestehend aus Rohren, Armaturen und einer Pumpe. Während Hausbesitzer für eine Heizung mit Solar in dieser Größe rund 8.000 bis 10.000 Euro ausgeben müssen, steigen die Kosten mit zunehmendem solaren Deckungsgrad.

Geht es um die Wirtschaftlichkeit der Technik, sind zuverlässige Aussagen nur nach einer individuellen Berechnung möglich. Dabei überprüft ein Experte die Bedingungen vor Ort, ermittelt die möglichen solaren Erträge und vergleicht diese mit dem Wärmebedarf im Haus.

BAFA-Fördermittel von mindesten 2.000 Euro

Entscheiden sich Hausbesitzer für eine Heizung mit Solar, profitieren sie aktuell von hohen Fördermitteln des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Hier bekommen Sanierer mindestens 2.000 Euro, wenn sie eine Solarthermieanlage mit mehr als neun Quadratmetern (Flachkollektoren) und einem Speichervolumen von mindestens 40 Litern pro Quadratmeter installieren. Wählen sie stattdessen Vakuumröhrenkollektoren, liegt die Mindestgröße bei einer Kollektorfläche von sieben Quadratmetern und einem Speichervolumen von 50 Litern je Quadratmeter.

Wie hoch die Mittel im Detail sind, wann es die Fördermöglichkeiten auch im Neubau gibt und wie man die Zuschüsse beantragt, erklären wir im Beitrag „Förderung der Solarthermie“.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Heizung mit Solar nutzt kostenfreie Energie, um das eigene Haus angenehm warm zu bekommen. Möglich ist das mit einem speziellen Aufbau, der neben den Kollektoren auf dem Dach auch aus einem Solarkreis und einem Pufferspeicher besteht. Scheint die Sonne länger nicht, sorgt eine Zusatzheizung dafür, dass die Heizungsanlage nicht ausfällt. Hohe staatliche Zuschüsse federn die Investitionskosten ab und schaffen zusätzliche Kaufanreize.

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