Förderung von Mieterstrom aus Solaranlagen

Mit der Förderung von Mieterstrom begünstigt der Staat Hausbesitzer, die Strom aus eigenen Photovoltaikanlagen direkt an ihre Mieter leiten. Die Ausgestaltung der Förderung sorgt auch bei Mietern für Vorteile und soll zu einem steigenden Ausbau der Photovoltaik in Deutschland führen. Wir erklären, was Mieterstrom eigentlich ist, warum er gefördert werden sollte und wie Hausbesitzer und Mieter davon profitieren.

Was ist Mieterstrom und warum gibt es die Förderung?

Mieterstrom ist elektrische Energie einer Photovoltaikanlage, die Hausbesitzer direkt an Endverbraucher liefern. Diese müssen sich in unmittelbarer räumlicher Nähe der Solartechnik befinden, sodass der Strom nicht erst durch das öffentliche Netz fließen muss. Während überschüssige Energie gegen die übliche Vergütung in das öffentliche Netz eingespeist wird, fällt der Strom auch bei schwacher Einstrahlung nicht aus. Denn in diesen Fällen leiten Anlagenbetreiber elektrische Energie von Drittanbietern in das Hausnetz.

Hintergründe der staatlichen Fördermittel für Mietstrommodelle

Die Förderung von Mieterstrom sorgt für wirtschaftliche Vorteile bei Mietern und Vermietern. Sie schafft neue Anreize für den Ausbau der Photovoltaik und trägt so zum Gelingen der Energiewende bei. Notwendig ist die Maßnahme, da Deutschland sein jährliches Ausbauziel von 2.500 MW bereits das dritte Jahr in Folge nicht erreicht hat.

Inkrafttreten des Gesetzes zur Förderung von Mieterstrom

Das Gesetz wurde am 29. Juni 2017 verabschiedet, bevor es der Bundesrat am 07. Juli 2017 beschlossen hat. Es gilt seit dem 25. Juli 2017, also einen Tag nach der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt. Mehr dazu erfahren Sie im Beitrag zum Mieterstromgesetz.

Die Förderung von Mieterstrom gibt es für Solarstrom vom eigenen Dach
© Kara | Fotolia

Wie erfolgt die Förderung von Mieterstrom?

Leiten Vermieter Strom aus einer Photovoltaikanlage an Mieter oder Endverbraucher in unmittelbarer Nähe weiter, bekommen sie eine Vergütung. Diese ist auf 20 Jahre festgeschrieben und richtet sich generell nach der Größe der Photovoltaikanlage auf, an oder in dem Gebäude. Die folgende Liste gibt einen Überblick über die Höher der Förderung von Mieterstrom im Jahr 2017. Für Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von:

  • bis zu 10 kW gibt es dabei 3,81 Cent je Kilowattstunde
  • 10 bis 40 kW gibt es dabei 3,47 Cent je Kilowattstunde
  • 40 bis 100 kW gibt es dabei 2,21 Cent je Kilowattstunde

Da der Strom nicht durch das öffentliche Netz fließt, entfallen auch Strompreisbestandteile wie Netzentgelte, Konzessionsabgaben, Umlagen und Stromsteuern. Lediglich die EEG-Umlage müssen Endverbraucher dann noch zahlen.

Sinkende Fördersätze und Grenzen der Förderung von Mieterstrom

Die relativen Kosten einer Photovoltaikanlage sinken in der Regel mit zunehmender Leistung. Um diesen Effekt auch im Rahmen der Mieterstromförderung ausgleichen zu können, bekommen Vermieter weniger Geld, je größer die Anlage ist. Obergrenze ist dabei eine Leistung von 100 kW. Darüber hinaus gibt es auch keine Förderung von Mieterstrom, wenn der jährliche Zubau einen Wert von 500 MW überschritten hat. Wann das soweit ist, kündigt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) frühzeitig an.

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Damit Vermieter von den staatlichen Mitteln profitieren, müssen sie einige Bedingungen einhalten. Diese betreffen unter anderem die:

  • Art des Gebäudes
  • Durchleitung des Stroms
  • Höhe der künftigen Stromkosten
  • Ausgestaltung der Stromverträge

Strom muss im Wohngebäude bleiben

Die Förderung von Mieterstrom gibt es nur dann, wenn der Strom direkt an Haushalte in räumlicher Nähe zur Photovoltaikanlage fließt. Während Stromspeicher zwischen Erzeuger und Verbraucher zulässig sind, dürfen Vermieter den Strom nicht durch das öffentliche Netz leiten. Ein Wohngebäude ist im Sinne des Gesetzes ein Haus, dessen Fläche zu mindestens 40 Prozent aus Wohnungen besteht. Liegt die gewerbliche Fläche im Gebäude unter 60 Prozent der Gesamtfläche, dürfen Anlagenbetreiber ihren Strom auch an Gewerbebetriebe verkaufen.

Mieter müssen Wahlfreiheit behalten

Wichtig für die Förderung von Mieterstrom ist, dass die Mieter selbst entscheiden können, ob sie Strom aus dem Haus beziehen oder nicht. Dieser muss dabei mindestens zehn Prozent günstiger sein als der örtliche Grundstromtarif. Weiterhin sind Miet- und Stromverträge getrennt abzuschließen. Bei Mieterstromverträgen gilt dabei einer Vertragslaufzeit von maximal einem Jahr ohne eine stillschweigende Verlängerung. Die Kündigung muss mit dreimonatiger Frist zum Ende der Vertragslaufzeit möglich sein.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Das Gesetz zur Förderung von Mieterstrom begünstigt Hausbesitzer, die Strom einer eigenen Photovoltaikanlage direkte an Mieter verkaufen. Möglich ist das, solange Anlagenbetreiber den Strom nicht durch das öffentliche Netz leiten, das Haus mindestens zu 40 Prozent zu Wohnzwecken genutzt wird und die Leistung der Solartechnik 100 kW nicht übersteigt. Während das Gesetz eine Ausbaugrenze von 500 MW pro Jahr vorsieht, können Mieter selbst entscheiden, ob sie den garantiert günstigeren Strom beziehen möchten.

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