Die Solar-Heizung senkt die Heizkosten

Die Solar-Heizung nutzt kostenfreie Energie für die Raumheizung und die Warmwasserbereitung. Dazu zapft sie mit der Sonne eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle an. Was eine Solar-Heizung eigentlich ist und wie man sie plant, erklären wir in den folgenden Abschnitten. Darüber hinaus geben wir einen Überblick über typische Kosten und mögliche Fördermittel.

Aufgabe und Funktion der Solar-Heizung

Die Solartechnik gewinnt Wärme aus der solaren Strahlung und macht diese für die Heizung nutzbar. Dazu besteht sie aus großflächigen Kollektoren, die sich in der Regel auf dem Dach befinden. Sie übertragen die thermische Energie auf die Solarflüssigkeit, die kontinuierlich zwischen den Kollektoren und einem Speicher im Haus zirkuliert. Der Pufferspeicher bevorratet die Solarwärme daraufhin so lange, bis sie im Haus benötigt wird.

Rotes Hausdach mit Solartechnik Flachkollektoren vor einem blauen Himmel

Wie viel des Wärmebedarfs sich über die Solar-Heizung decken lässt, hängt von ihrer Größe ab. Während kleine Anlagen die konventionelle Heizung zu etwa zehn Prozent entlasten, können besonders große sogar für eine wärmeseitige Autarkie sorgen. Ein Beispiel dafür ist das autarke Sonnenhaus, das beinahe ohne zusätzliche Wärmequelle auskommt.

Planung einer Solar-Heizung

Damit die Solarthermie auch wirtschaftlich arbeitet, ist ihre Größe an das Haus und seine Nutzer anzupassen. Die sichere Planung von Kollektoren, Speichern und Zusatzheizgeräten funktioniert dabei mit Simulationsprogrammen. Diese berücksichtigen zahlreiche Parameter und vergleich den solaren Ertrag mit dem Verbrauch im Haus. Mit welchen Werten man überschlägig rechnen kann, zeigen wir in den folgenden Abschnitten.

Großflächige Kollektoren gewinnen Umweltwärme

Die richtige Kollektorgröße hängt von vielen Einflussfaktoren ab. So kommt es neben dem geplanten solaren Anteil an der Heizung vor allem auf die Neigung und die Ausrichtung an. Optimale Werte lassen sich dabei erzielen, wenn die Kollektoren der Solar-Heizung mit einer Neigung von 35 Grad nach Süden zeigen. Wichtig ist darüber hinaus auch, dass die benötigten Dachflächen frei und nicht verschattet sind.

Geht es um eine überschlägige Planung, benötigt man rund einen Quadratmeter Flachkollektoren für eine beheizte Gebäudefläche von zehn Quadratmetern. Kommen stattdessen Vakuumröhrenkollektoren zum Einsatz, genügt eine kleinere Fläche. Grund dafür ist die höhere Effizienz der modernen Bauteile.

Speicher ist zentrales Element der Solar-Heizung

Vor allem bei einer groß ausgelegten Solar-Heizung passt der Verbrauch im Haus oft nicht zum Energieangebot vom Dach. Denn dieses ist in der Regel dann am höchsten, wenn Raumheizung oder Warmwasserbereitung kaum Wärme benötigen. Für einen Ausgleich sorgt hier der Pufferspeicher. Dieser besteht aus einem mit Heizungswasser gefüllten Behälter, der die überschüssige Energie aufnimmt und für die zeitversetzte Nutzung bevorratet. Während die Temperatur im Speicher beim Beladen steigt, sinkt sie bei der Entladung durch die Heizungsanlage.

Für jeden Quadratmeter Kollektorfläche sollte man ein Speichervolumen von 50 Litern einplanen. Experten empfehlen jedoch, einen Behälter mit einem Fassungsvermögen von wenigstens 1.000 Litern zu wählen. Dieser hält die solare Wärme lange vor und sorgt somit für niedrigere Heizkosten.

Übrigens: Ein extremes Beispiel ist auch hier das autarke Sonnenhaus. Dieses hat einen Speicher von bis zu 10.000 Litern. Der Behälter fasst damit so viel Wasser wie 70 vollgefüllte Badewannen und bildet nicht selten den architektonischen Kern eines Gebäudes. Vorteilhaft ist dabei, dass sich die eingelagerte Sommerwärme auch im Winter noch zum Heizen nutzen lässt.

Zusatzheizung bietet hohe Sicherheit

Da die Sonne nicht immer scheint, kombiniert man die Solar-Heizung in der Praxis mit einer Zusatzheizung. Diese lässt sich zum Beispiel mit Gas, Öl oder Holz betreiben und stellt sicher, dass Haus und Wasser immer ausreichend warm sind.

Kosten und Fördermittel der Solarheizung

Die Investitionen für eine Solar-Heizung hängen sehr stark von der individuellen Auslegung durch einen Installateur ab. Besteht die Anlage aus einer Kollektorfläche von rund 15 Quadratmetern und einem Speicher mit 1.000 Litern, belaufen sich Kosten für Material und Montage auf 8.000 bis 10.000 Euro. Vor allem groß geplante Anlagen können teurer sein.

BAFA unterstützt mit hohen Zuschüssen

Die Solar-Heizung verbraucht keine fossilen Rohstoffe und erzeugt nahezu kein CO2. Sie gilt daher als besonders umweltfreundlich und wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. So gibt es 140 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche (mind. 2.000 Euro) für eine neue Anlage im Gebäudebestand.

Zusätzlich bekommen Hausbesitzer noch einmal 500 Euro, wenn sie gleichzeitig einen Kessel tauschen. Erfolgt auch eine energetische Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 55 oder besser, zahlt das BAFA noch einmal 50 Prozent der Basisförderung. Für Optimierungsmaßnahmen an der bestehenden Anlage gibt es außerdem zehn Prozent der dabei anfallenden Kosten.

Noch mehr Geld vom Staat gibt es, wenn die Solar-Heizung besonders innovativ ist. In diesem Fall profitieren auch die Bauherren neuer Häuser von den Zuschüssen. Um die Förderung zu bekommen, müssen Hausbesitzer die Anträge ab dem 01.01.2018 noch vor Beginn der Maßnahmen beim BAFA einreichen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Solar-Heizung gewinnt kostenfreie Energie aus der Sonne für Raumheizung und die Warmwasserbereitung. Während sich eine zuverlässige Planung auf eine umfangreiche Simulation stützt, hängen die Kosten stark von der Größe ab. Über das BAFA fördert der Staat die Technik mit hohen Zuschüssen.

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