Die Photovoltaik zum Eigenverbrauch nutzen

Während viele ihren Solarstrom gegen eine Vergütung in das öffentliche Netz einspeisen, lohnt sich die Photovoltaik zum Eigenverbrauch immer mehr. Der selbst erzeugte Strom deckt dabei den Bedarf im eigenen Haus und fließt nur bei Überschüssen in das öffentliche Netz. Stromspeicher und einfache Tipps sorgen dabei für hohe Deckungsraten.

Wie funktioniert die Photovoltaik zum Eigenverbrauch?

Genau wie jede andere Solarstromanlage besteht auch die Photovoltaik zum Eigenverbrauch aus Modulen und einem Wechselrichter. Während die Solarzellen Gleichstrom aus dem Licht der Sonne gewinnen, wandelt der Wechselrichter diesen in Wechselstrom um. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die elektrische Energie im Haus genutzt oder in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist werden kann. 

Durch Stromspeicher passt die Erzeugung zum Verbrauch

Deutsche Haushalte verbrauchen den meisten Strom genau dann, wenn die Sonne nicht scheint. Ohne intelligente Haushaltsgeräte können sie dabei gerade einmal zehn bis 20 Prozent des Solarstroms auch selbst nutzen. Die übrigen 80 bis 90 Prozent gehen unterdessen mit Vergütung in das öffentliche Netz. Anders ist das mit einem Stromspeicher. Denn der nimmt den Strom am Tage auf und gibt ihn zeitversetzt wieder ab. Auf diese Weise lässt sich der Deckungsgrad auf 50 bis 60 Prozent anheben. Wer die Photovoltaik zum Eigenverbrauch nutzen möchte, sollte daher nicht auf die zusätzliche Technik verzichten. 

Photovoltaik zum Eigenverbrauch senkt die Stromkosten

Mit steigendem Deckungsgrad wachsen wiederum die Einsparungen der Photovoltaik zum Eigenverbrauch. Denn im Gegensatz zur Vergütung von aktuell 12,20 Cent pro Kilowattstunde (Strand 01/2018) sparen Hausbesitzer beim Eigenverbrauch den aktuellen Strompreis. Und der ist mit etwa 28 Cent pro Kilowattstunde mehr als doppelt so hoch wie die Vergütung. Tendenziell wird die Schere weiter auseinandergehen: Die Vergütung sinkt, während die Strompreise weiter steigen. 

Aufdachmodule für die Photovoltaik zum Eigenverbrauch
© tl6781a | Fotolia

Werde ich mit einer Photovoltaikanlage unabhängig?

Auch wenn es technisch möglich ist: In typischen Einfamilienhäusern lohnt es sich heute kaum, die Solartechnik für eine hundertprozentige Unabhängigkeit zu planen. Denn das sorgt nicht nur für deutlich höhere Anschaffungskosten, es verhindert auch die Auszahlung der Einspeisevergütung. Zumindest dann, wenn das Haus tatsächlich nicht mehr mit dem Netz verbunden ist.

Zukünftig könnte es sich sogar deutlich mehr lohnen, das eigene Haus am Netz zu lassen. Und das sogar für beide Seiten. Denn während Energieversorger auch an dunklen Wintertagen ausreichend Strom liefern, können Hausbesitzer ihre Speicherkapazitäten bei Überschüssen im Netz vermieten. 

Lohnt sich die Photovoltaik zum Eigenverbrauch für mich?

Durch steigende Strompreise und sinkende Einspeisevergütungen wird es für Hausbesitzer immer lukrativer, den Solarstrom auch selbst zu verbrauchen. Neben der Förderung für Solartechnik sind dabei auch die fallenden Preise für Solarmodule und Stromspeicher von Vorteil. Wie hoch die Erträge tatsächlich sind, lässt sich jedoch nur im Rahmen einer individuellen Planung beurteilen. Denn hier gibt es neben Modul- und Speichergrößen zahlreiche weitere Faktoren zu berücksichtigen. Beispiele dafür sind Orientierung und Verschattung der Dachflächen und nicht zuletzt auch das Verhalten der Nutzer selbst. 

Tipps für die Nutzung der Photovoltaik zum Eigenverbrauch

Mit den richtigen Tipps können Hausbesitzer den Deckungsgrad ihrer Solarstromanlage einfach steigern. Erste Voraussetzung dafür ist die individuelle Planung der Solartechnik. Denn nur wenn Module und Speicher auch zum eigenen Haus passen, lässt sich ein hoher Anteil des erzeugten Stroms auch selbst verbrauchen.

Im zweiten Tipp beim Photovoltaik Kaufen geht es darum, den Stromverbrauch an das solare Angebot anzupassen. Verbraucher können Haushaltsgeräte wie Wasch- oder Spülmaschinen dabei einfach in der Tagesmitte laufen lassen. Möglich ist das entweder mit intelligenten Geräten, integrierten Zeitprogrammen oder einer Zeitschaltuhr.   

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Mit der Photovoltaik zum Eigenverbrauch können Hausbesitzer einen großen Teil des Solarstroms selbst nutzen. Sie beziehen weniger Energie aus dem öffentlichen Netz und senken ihre Stromkosten merklich. Damit sich die Anlagen lohnen, kommt es auf eine optimale Auslegung aller Komponenten an. Darüber hinaus sollten Hausbesitzer ihren Verbrauch in die Tagesmitte verschieben. Zu der Zeit ist das Angebot an solarer Energie am größten und weniger Strom muss in das öffentliche Netz eingespeist werden.

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