Solarstrom einspeisen – Voraussetzungen und Nutzen

Wer eine Photovoltaik-Anlage besitzt, hat zwei Möglichkeiten: Er kann entweder den Solarstrom einspeisen, und zwar in das öffentliche Netz, oder ihn selbst nutzen. Bevor er den selbst produzierten Strom einspeisen kann, müssen noch mehrere Voraussetzungen erfüllt werden. Welche das sind und ob sich die Einspeisung noch lohnt, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Die Themen im Überblick:

Gesetzlicher Hintergrund zum Solarstrom Einspeisen

Das „Gesetz über die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das öffentliche Netz“, kurz StromEinspG, legte bereits 1981 fest, dass Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU) Strom aus regenerativen Quellen abnehmen und die Anlagenbetreiber vergüten müssen. Es wurde 2000 vom Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) abgelöst, das in der Fassung vom 1.1. 2017 bis heute gültig ist.

Wichtige (rechtliche) Schritte, um den Solarstrom einspeisen zu können

Um den Solarstrom einspeisen zu können, ist ein Netzanschluss vorausgesetzt. Dieser muss beim örtlichen Stromversorger beantragt werden – und zwar noch vor der Einrichtung der Anlage. Es empfiehlt sich, immer die höchstmögliche installierbare Nennleistung zu beantragen. Zeigt sich der Wert im Laufe der Zeit als nicht realisierbar, kann er nachträglich nach unten korrigiert werden.

Der Antrag gilt gleichzeitig als Anmeldung zur Einspeisung. Der örtliche Stromversorger bzw. Netzbetreiber hat maximal acht Wochen, den Antrag zu überprüfen. Innerhalb dieser Zeit muss die Netzverträglichkeitsprüfung abgeschlossen sein. Auch der Zeitpunkt für den Netzanschluss sowie die zu erwartenden Kosten müssen dem Anlagenbetreiber mitgeteilt werden.

Anmeldung bei der Bundesnetzagentur ist Pflicht

Gleichzeitig sind Betreiber verpflichtet, alle ab dem 1. August 2014 neu in Betrieb genommenen Anlagen online bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) zu melden. Hierfür müssen sie das PV-Meldeportal der BNetzA nutzen. Dieser Schritt sollte am Tag der Inbetriebnahme der Anlage, oder spätestens drei Wochen danach, erfolgen. Mit der Anmeldung und der damit einhergehenden Registrierung erheben Anlagenbetreiber zugleich ihren Anspruch auf Auszahlung der finanziellen Förderung nach dem EEG. Nach der erfolgreichen Anmeldung bekommen sie von der Bundesnetzagentur eine schriftliche Bestätigung mit den gemeldeten Angaben und der Anlagennummer.

Technische Voraussetzung für die Einspeisung

Wer seinen Solarstrom einspeisen möchte, braucht natürlich eine entsprechende Photovoltaik-Anlage. Unabhängig von der Größe und vom Hersteller müssen mehrere technische Komponenten vorhanden sein.

Netzeinspeisegerät (NEG)

Neben dem Netzanschluss, der beim örtlichen Stromversorger zu beantragen ist, muss die Anlage über ein sogenanntes Netzeinspeisegerät (NEG) verfügen. Die meisten Verbraucher kennen das Gerät auch unter dem Namen Photovoltaik-Wechselrichter. Ein Wechselrichter wandelt „lediglich“ Gleichstrom in Wechselstrom um, während das NEG noch andere Aufgaben erledigen muss. Es überwacht unter anderem den Netzanschluss und kann die Anlage sofort vom öffentlichen Stromnetz trennen, wenn dieses ausfällt oder abgeschaltet wird. Das NEG kontrolliert außerdem mehrere Parameter wie etwa die Spannungs- und Frequenzabweichungen sowie Fehlströme. Es erfasst und speichert zudem Betriebsdaten und kann diese zur Fehlerbehebung wiedergeben.

Eine Skizze symbolisiert, wie Solarstrom einspeisen funktioniert.

Einspeisezähler

Um den Solarstrom einspeisen zu können, muss die Anlage einen Einspeisezähler besitzen. Dieser misst die Strommenge, die die Anlage in das öffentliche Stromnetz einspeist, und dient zugleich als Abrechnungsgrundlage für die Einspeisevergütung. In den meisten Fällen wird er vom Stromversorger gestellt. Anlagenbesitzer haben jedoch das Recht, einen eigenen Einspeisezähler zu verwenden.

Einspeisemanagement

Das EEG schreibt vor, dass jede Photovoltaik-Anlage mit einem Einspeisemanagement ausgerüstet sein muss, damit Netzbetreiber jederzeit ihre Leistung reduzieren können. Das soll eine mögliche Überlastung des Stromnetzes verhindern und für Stabilität sorgen. Anlagen mit einer Spitzenleistung von mehr als 30 Kilowatt müssen mit Extratechnik nachgerüstet werden. Besitzer kleinerer Anlagen können alternativ die Leistung von vorneherein auf 70 Prozent begrenzen.

Die technische Umsetzung muss von einem zugelassenen Elektroinstallateur vorgenommen werden. Von der Installation in Eigenregie raten Experten ausdrücklich ab.

Lohnt es sich noch, Solarstrom einspeisen zu lassen?

Bis vor ein paar Jahren wurden Anlagen überwiegend in Betrieb genommen, um den Solarstrom einspeisen zu lassen. Der Grund war die zum damaligen Zeitpunkt recht hohe Einspeisevergütung. Noch bis 2012 bekamen Anlagenbesitzer 19,50 Cent für jede Kilowattstunde, die die Anlage in das Stromnetz einspeiste. Wer heute seine Anlage in Betrieb nimmt und den Solarstrom einspeisen lässt, bekommt hingegen „nur“ 12,24 Cent pro Kilowattstunde (Stand: Juni 2017). Tendenz sinkend.

01.06.2017: 12,24 Cent je Kilowattstunde
01.07.2017: 12,21 Cent je Kilowattstunde

Angesichts dieser Entwicklung raten viele Experten Anlagenbetreibern dazu, den Strom selbst zu nutzen. Denn auf diese Weise müssen sie weniger Strom aus dem Netz beziehen und sparen dafür pro Kilowattstunde rund 27 Cent (Stand: Juni 2017). Um die Effizienz zu steigern, lohnt sich die Investition in einen Stromspeicher. Dieser bevorratet den Solarstrom tagsüber und stellt ihn abends, wenn der Strom häufig benötigt wird, zur Verfügung. Ebenso wie die Photovoltaik-Anlage selbst wird auch der Kauf eines Stromspeichers vom Staat finanziell gefördert. Ausführliche Informationen dazu haben wir im Beitrag „Förderung der Solaranlage“ zusammengefasst.

Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Wer seinen Solarstrom einspeisen lässt, bekommt dafür vom Staat eine feste Vergütung - und das 20 Jahre lang. Da die Höhe der Einspeisevergütung in den vergangenen Jahren immer mehr abnimmt, raten Experten Anlagenbesitzern dazu, den Solarstrom selbst zu nutzen.

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