Solaranlagen für Warmwasser richtig planen

Allein in einer Stunde sendet die Sonne mehr Energie zur Erde, als die gesamte Menschheit in einem Jahr verbrauchen könnte. Mit Solaranlagen haben Hausbesitzer die Möglichkeit, dieses kostenfreie Angebot selbst zu nutzen, etwa um Trinkwasser zu bereiten oder die Heizung zu unterstützen. Mit geringen Kollektorgrößen und hohen Einsparungen helfen Solaranlagen für Warmwasser vor allem auch in Altbauten dabei, die Heizkosten zu senken. Worauf es bei der Planung ankommt und was Solaranlagen zur Warmwasser-Bereitung kosten, erklärt dieser Beitrag.

Was ist eine Solaranlage zur Warmwasser-Bereitung?

Warmwasser-Solaranlagen nutzen die kostenfreie Energie der Sonne zum Erwärmen von Trinkwasser. Das wird zum Beispiel in Spüle, Dusche oder Badewanne verbraucht. Während die Anlagen das im Sommer ganz allein schaffen, werden sie in der Übergangszeit und im Winter von konventionellen Heizungsanlagen unterstützt.

Was unterscheidet Warmwasser-Anlagen von Solaranlagen zur Heizungsunterstützung?

Im Gegensatz zu Warmwasser-Anlagen, die die geerntete Energie ausschließlich zum Aufheizen von Trinkwasser nutzen, speisen Solaranlagen zur Heizungsunterstützung die Solarwärme in einen zentralen Pufferspeicher. Von da aus wird sie je nach Bedarf für die Trinkwassererwärmung oder die Gebäudebeheizung genutzt. In Gebäuden mit besonders groß ausgelegten Anlagen, sogenannten Sonnenhäusern, kann die Solaranlage fast den gesamten Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser decken.

Flachkollektoren einer Solaranlage zur Warmwasser-Bereitung auf einem Dach
© Kara | Fotolia

Welche Bestandteile haben Warmwasser-Solaranlagen?

Neben den Kollektoren auf dem Dach, die die solare Strahlung auffangen und direkt in nutzbare Wärme umwandeln, bestehen Solaranlagen zur Brauchwasserbereitung aus einem zentralen Trinkwasserspeicher, einem Solarkreislauf sowie verschiedenen Armaturen, die den sicheren und effizienten Betrieb der Anlage gewährleisten.

Die Planung von Solaranlagen für die Warmwasser-Bereitung

Wie groß Solaranlagen zur Warmwasserbereitung geplant werden, richtet sich generell nach dem Trinkwasserbedarf in einem Haus. Üblicherweise rechnet man dabei mit einer Deckungsrate von 60 Prozent, wobei die Solarthermie mehr als die Hälfte des jährlichen Warmwasserbedarfs decken kann. Die übrigen 40 Prozent – die sich überwiegend auf die Wintermonate verteilen – kommen hingegen von der konventionellen Heizung.

Wie groß sollten die Kollektoren geplant werden?

Die Kollektoren einer Solarthermie-Anlage sollten so groß sein, dass sie genügend Energie für die Warmwasserbereitung ernten können. Für die richtige Dimensionierung kommt es dabei nicht nur auf die Art der Kollektoren an. Vakuumröhrenkollektoren erreichen auf gleicher Fläche zum Beispiel höhere Erträge als Flachkollektoren. Es kommt auch auf die Ausrichtung, die Neigung und die Verschattung des Daches an. Als Daumenwert kann man dabei von folgenden Werten ausgehen:

  • Flachkollektoren werden mit etwa 1 bis 1,2 Quadratmeter je Person geplant
  • Vakuumröhrenkollektoren werden mit etwa 0,8 bis 1 Quadratmeter je Person geplant

Wie groß sollte der Trinkwasserspeicher geplant werden?

Da warmes Wasser meist dann benötigt wird, wenn die Sonne gerade nicht scheint, muss die kostenfreie Solarwärme gesammelt und bis zum Bedarf vorgehalten werden. Diese Aufgabe übernimmt der Brauchwasserspeicher. Es handelt sich dabei um einen mit Trinkwasser befüllten Behälter, der über eine integrierte Rohrschlange mit solarer Wärme versorgt wird. Um auch an dunklen Tagen ausreichend Energie bereithalten zu können, sollte er in Wohngebäuden mindestens den doppelten Tagesbedarf an warmem Wasser beinhalten.

Verbraucht ein Deutscher im Durchschnitt täglich 30 bis 40 Liter warmes Wasser, muss der Speicher der Solaranlage also 60 bis 80 Liter je Person fassen können.

Wird ein Speicher mit mehr als 400 Litern installiert, sind besondere Hygieneanforderungen einzuhalten. Das ist wichtig, um auch bei geringeren Entnahmemengen einen optimalen Schutz vor Keimen und Legionellen zu bieten.

Was kosten Solaranlagen?

Geht es um die Planung einer Warmwasser-Solaranlage für eine vierköpfige Familie, ergibt sich eine Kollektorgröße von rund 4,5 Quadratmetern. Dazu wird ein Speicher von etwa 300 Litern benötigt. Sowohl im Neubau als auch im Altbau werden diese Anlagen heute oft im Komplettpaket angeboten. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 3.500 bis 5.000 Euro inklusive Montage.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Eine Solaranlage für die Warmwasser-Bereitung kann meist gut in bestehende Systeme integriert werden. Sie hilft die Heizkosten zu senken, entlastet den konventionellen Wärmeerzeuger und schont darüber hinaus sogar das Klima.

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