Prognose: Solarstrom wird 2017 günstiger

Gute Nachrichten für Eigenheimbesitzer, die ihr Haus mit Solarstrom betreiben wollen: Aufgrund teurer werdenden Stromtarife und fallender Preise für Solarmodule rechnet sich der Solarstrom nicht nur wieder – er wirft sogar Gewinn ab.

Günstiger Solarstrom dank fallender Preise für Solarmodule

Der Solarstrom wird mithilfe einer Photovoltaikanlage erzeugt, welche die auf sie fallenden Sonnenstrahlen in Strom umwandeln. Da die Sonnenenergie nahezu unendlich ist, gilt der Solarstrom als sehr umweltfreundlich. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland aber deutlich weniger Photovoltaikanlagen gebaut als noch im Vorjahr – und somit auch weniger Solarstrom produziert. Wie die Bundesnetzagentur berichtet, wurden von Januar bis September 2016 Solaranlagen mit einer Kapazität von 791 Megawatt neu installiert. Auch wenn die Zahlen für Oktober, November und Dezember noch nicht eingerechnet wurden, kann das Niveau von 2015 wohl nicht mehr erreicht werden. Damals lag die Leistung noch bei 1.460 Megawatt.

Kreislauf des Solarstroms in einem Haus

Gleichzeitig meldet der Bundesverband Solarwirtschaft, dass die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen für Eigenheim und Gewerbedach um 22 Prozent gestiegen sei. Als Grund nennt der Bundesverband die stark fallenden Preise für Solarmodule. Und tatsächlich sind diese zwischen 2009 und 2015 um mehr als 80 Prozent gesunken. Für alle, die jetzt in eine Photovoltaikanlage investieren, bedeutet dies: Der Solarstrom wird günstiger. In Zeiten von stetig teurer werdenden Stromtarifen und gesunkenen Anschaffungs- und Finanzierungskosten für Photovoltaikanlagen bedeutet das eine kürzere Amortisationsdauer.

Selbst produzierter Solarstrom macht sich bezahlt

Bislang erhalten Betreiber einer Photovoltaikanlage für die erzeugten kW Strom, den sie selbst nicht verbrauchen und in das öffentliche Stromnetz einspeisen, vom Staat Einspeisevergütung über einen Zeitraum von 20 Jahren. So bekommen beispielsweise Nutzer von Photovoltaikanlagen, die noch im September 2016 installiert wurden, 12,31 Cent Förderung für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom. Die Einspeisevergütung ist aber nicht unumstritten, da sie auf lange Sicht Steuerzahler belasten könnte. Aus dem Grund wurde eine Deckelung der Fördersätze beschlossen. Konkret bedeutet dies, dass die Fördersummen mit steigernden Förderanträgen schnell zurückgehen können.

Experten sind sich darin einig, dass der Treiber der Rendite nicht mehr die Einspeisung des Solarstroms sein wird, sondern der Eigenverbrauch. Eine Photovoltaikanlage arbeitet aber erst dann effektiv, wenn der gewonnene Solarstrom gespeichert und zum benötigten Zeitpunkt abgerufen werden kann. Wer in die Einrichtung einer Photovoltaikanlage investieren möchte, der darf daher den Stromspeicher nicht außer Acht lassen.

Auch Stromspeicher werden staatlich gefördert

Nicht nur die Einrichtung einer Photovoltaikanlage selbst wird staatlich gefördert, sondern auch der Einbau des passenden Stromspeichers. Das Programm 275 Erneuerbare Energien – Speicher regelt die Fördermaßnahmen in Form von zinsgünstigen Darlehen mit Tilgungszuschuss. Der Stromspeicher wird staatlich gefördert, wenn:

  • die eigene Photovoltaik-Anlage nach dem 31.12.2012 installiert wurde
  • die Photovoltaik-Anlage eine Spitzenleistung von höchstens 30 kWp erreicht
  • der Stromspeicher für mindestens 5 Jahre betrieben wird

Ein weiterer Grund für den Optimismus vieler Experten ist auch der konstant steigende Ölpreis. Da die Sonne nicht nur die stärkste, sondern eine nahezu unendliche Energiequelle auf der Erde ist, wurde von staatlicher Seite viel in die Solartechnik investiert.

Auswirkung des EEG 2017 auf den Solarstrom

Die neue Auflage des Erneuerbare-Energie-Gesetzes EEG 2017 sieht einige Änderungen vor. Unter anderem wird die Förderhöhe für den Solarstrom nicht mehr gesetzlich festgelegt, sondern durch Ausschreibungen auf dem Markt errechnet. Dieser Schritt soll den Wettbewerb stärken und letztlich den Ausbau der erneuerbaren Energien sichern. Und möglichst vorantreiben. Die Ausschreibungspflicht gilt jedoch nur für Anlagen mit mehr als 750kW. Für Besitzer einer Photovoltaikanlage mit weniger Leistung haben die Neuregelungen keine Auswirkungen.

Die Bundesregierung verfolgt nach wie vor ehrgeizige Ziele. Unter anderem sollen bis zum Jahr 2025 40 bis 45 Prozent des Strombedarfs in Deutschland mit regenerativen Energien gedeckt werden. Dadurch stehen die Chancen für Eigenheimbesitzer gut, dass die Förderung für Photovoltaikanlagen, mit denen sie Solarstrom produzieren, weiterhin bestehen bleibt.

Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Solarstrom lohnt sich wieder. Nach langer Zeit zeigen sich die Experten wieder zuversichtlich, dass der Ausbau der Photovoltaikanlagen schnell vorangetrieben werden kann. Am meisten profitieren können Eigenheimbesitzer, die sich unabhängiger von schwankenden Öl- und Gaspreisen machen und die Energiewende mitbeschleunigen wollen.

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