Förderung für Photovoltaik und Solarthermie

Die Sonne ist ein gigantisches Kraftwerk, das in einer einzigen Stunde mehr Energie zur Erde sendet, als die gesamte Menschheit in einem Jahr verbrauchen könnte. Transportiert über ihre Strahlung, kann diese Energie von Solartechnik aufgefangen und in Strom oder Wärme umgewandelt werden. Mit Förderungen für Photovoltaik und Solarthermie unterstützt der Staat die Anschaffung der nachhaltigen Technologie. Welche Mittel dabei zur Auswahl stehen und wie eine Förderung für Photovoltaik und Solarthermie beantragt werden muss, zeigen wir hier.

Förderung für Photovoltaik - zum Beispiel auf dem Dach eines Einfamilienhauses

Diese Förderungen gibt es für Photovoltaik

Photovoltaikanlagen nutzen die Energie der Sonne, um Strom zu erzeugen. Möglich wird das durch den photoelektrischen Effekt, der bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde und besagt, dass Lichtteilchen, die auf eine metallische Oberfläche treffen, in elektrische Energie umgewandelt werden. Mit staatlichen Förderungen für Photovoltaik werden Bauherren und Hausbesitzer bei der Anschaffung einer Solarstrom-Anlage unterstützt. Generell unterscheidet man dabei zwischen:

  • EEG-Förderung für Photovoltaik
  • KfW-Förderung für Photovoltaik
  • KfW-Förderung für Stromspeicher

Förderung für Photovoltaik durch das EEG

Das Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien, das auch Erneuerbare-Energien-Gesetz oder EEG genannt wird, ist ein staatliches Instrument zur Förderung von Strom aus Photovoltaik und anderen erneuerbaren Quellen. Seit seiner Einführung im Jahr 2000 soll es den Umgang mit grünem Strom regeln und Investitionen in dafür notwendige Technologien sicherer machen. Mit einer Förderung für Photovoltaik verspricht der Staat den Besitzern kleiner Anlagen – also Solarstrom-Anlagen auf Hausdächern mit einer Spitzenleistung von bis zu 10 kWp – eine regelmäßige Vergütung für den ins öffentliche Netz eingespeisten Strom. Photovoltaik-Anlagen, die noch im September 2016 installiert werden, bekommen dabei für einen Zeitraum von 20 Jahren 12,31 Cent Förderung, für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde Strom. Für Photovoltaik-Anlagen, die später installiert werden, kann die Förderung geringer ausfallen.

Aktuelle Informationen über die Höhe der Förderung für Photovoltaik durch das EEG stellt die Bundesnetzagentur auf ihrer Website zur Verfügung.

Förderung für Photovoltaik durch die KfW

Das Besondere an der Förderung für Photovoltaik durch die KfW: Muss zur Installation der Solaranlage das eigene Dach modernisiert werden, können die dabei entstehenden Kosten gleich mitfinanziert werden.Neben der Vergütung des eingespeisten Stroms erhalten Hausbesitzer auch eine Förderung für Photovoltaik von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der KfW. Über das Programm 274 „Erneuerbare Energien – Standard – Photovoltaik“ wird dabei der Kauf, der Aufbau oder die Erweiterung einer bestehenden Photovoltaikanlage mit einem zinsgünstigen Kredit gefördert. Die Höhe der Zinsen hängt neben der Zeit der Zinsbindung auch von der Bonität und den Sicherheiten ab.

Den Antrag für die Photovoltaik-Förderung der KfW stellen Hausbesitzer vor dem Beginn des Vorhabens – also noch bevor ein Liefer- oder Leistungsvertrag unterzeichnet wurde – an ihre Hausbank. Funktioniert das nicht problemlos, unterstützt die KfW Interessierte auch beim Finden eines geeigneten Finanzierungspartners. Alle Informationen zum Programm gibt es auf der Website der KfW.

Förderung für Stromspeicher durch die KfW

Mit der sinkenden Förderung für Photovoltaik über das EEG und fallenden Preisen für die Systemtechnik lohnt es sich immer mehr, möglichst viel des selbst erzeugten Solarstroms auch selbst zu verbrauchen. Denn gegenüber der EEG-Einspeisevergütung von aktuell 12,31 Cent (Stand: August 2016), sparen Hausbesitzer mit jeder selbst verbrauchten Kilowattstunde rund 27,49 Cent – den aktuellen Strompreis (Quelle: Verbraucherpreisindex Strom Verivox).

Da die Sonne außer bei dem Betrieb von Klimageräten aber in der Regel immer dann scheint, wenn der Strombedarf am geringsten ist, muss die elektrische Energie zunächst zwischengespeichert werden. Möglich wird das mit Stromspeichern, die ebenfalls über die KfW gefördert werden. Über das Programm 275 Erneuerbare Energien – Speicher bekommen Hausbesitzer dabei ein zinsgünstiges Darlehen mit Tilgungszuschuss für Stromspeicher, die in Verbindung mit Photovoltaikanlagen betrieben werden.

Voraussetzung für die Förderung sind, dass:

  • die eigene Photovoltaik-Anlage nach dem 31.12.2012 installiert wurde
  • die Photovoltaik-Anlage eine Spitzenleistung von höchstens 30 kWp erreicht
  • der Stromspeicher für mindestens 5 Jahre betrieben wird

Während die Zinsen, wie auch bei der Förderung für Photovoltaik, von der Länge der Zinsbindung, der Bonität und der Besicherung des Darlehens abhängig sind, richtet sich der Tilgungszuschuss – der den zurückzuzahlenden Betrag reduziert – nach dem Zeitpunkt, an dem der Speicher installiert wurde:

  • Stromspeicher-Installation zwischen Juli und Dezember 2016: 22 Prozent
  • Zwischen Januar und Juni 2017: 19 Prozent
  • Juli und Dezember 2017: 16 Prozent
  • Januar und Juni 2018: 13 Prozent
  • Und zwischen Juli und Dezember 2018: 10 Prozent

Wie die KfW-Förderung für Photovoltaik, muss auch die Stromspeicher-Förderung über die Hausbank beantragt werden.

Diese Förderung gibt es für Solarthermie-Anlagen

Die Förderung für Photovoltaik gilt auch für kleinere Anlagen wie diese.

Anders als bei der Photovoltaik nutzen Solarthermie-Anlagen die Strahlung der Sonne, um Wärme zu erzeugen. Die Energie, die dabei in den Kollektoren auf dem Dach gewonnen wird, kann dabei nicht nur die Warmwasserbereitung, sondern auch die Heizung im Haus unterstützen. Da Solarwärme-Anlagen besonders nachhaltig sind, fördert der Staat die Installation über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, das BAFA.

BAFA-Förderung für Solarthermie-Anlagen im Marktanreizprogramm (MAP)

Das BAFA unterstützt die Installation von Solarthermie-Anlagen mit einmaligen Zuschüssen. Über das Programm „Heizen mit Erneuerbaren Energien“ gibt es dabei eine Basis- und eine Zusatzförderung. Zumindest dann, wenn im Haus bereits seit mindestens 2 Jahren ein anderes Heizsystem in Betrieb ist.

Solaranlagen-Förderung bei einer Sanierung

Über die Basis-Förderung bekommen Hausbesitzer, die eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung mit einer Kollektorfläche von mindestens 3 Quadratmetern bis hin zu 40 Quadratmetern errichten, einen Zuschuss von 50 Euro je Quadratmeter, mindestens jedoch 500 Euro. Voraussetzung dafür ist, dass die Anlagen mit einem Speicher von mindestens 200 Litern ausgestattet sind. Noch mehr Geld gibt es, wenn die Solaranlage auch die Heizung unterstützen, das Haus solar kühlen oder ein Wärmenetz mit Energie versorgen kann. Anlagen mit einer Größe von bis zu 40 Quadratmetern werden dann mit 140 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche, bzw. mindestens 2.000 Euro gefördert. Voraussetzungen sind hier, dass:

  • Solaranlagen mit Vakuum-Kollektoren eine Fläche von 7 bis 40 Quadratmetern und einen Speicher von mindestens 50 Litern je Quadratmeter Kollektorfläche haben müssen
  • Solaranlagen mit Flachkollektoren eine Fläche von 9 bis 40 Quadratmetern und einen Speicher von mindestens 40 Litern je Quadratmeter Kollektorfläche haben müssen.

Die Erweiterung einer bestehenden Solaranlage um mindestens 4 bis 40 Quadratmeter wird darüber hinaus mit 50 Euro je zusätzlich installierter Kollektorfläche gefördert.

Diese Zuschüsse für Solaranlagen gibt es extra

Weitere Zuschüsse bekommen Hausbesitzer über die zweite Förderstufe, die Zusatzförderung. Möglich sind dabei:

  • 500 Euro extra, wenn neben der Solaranlage auch eine neue Öl- oder Gas-Brennwertheizung oder eine BAFA-geförderte Ökoheizung installiert wird. Voraussetzung: Die alte Heizung darf noch nicht auf Brennwertheizung basieren
  • 10 Prozent der Kosten für Maßnahmen zur Optimierung der alten Heizungsanlage (Obergrenze ist die Hälfte der Basis-Förderung)
  • 50 Prozent der Basisförderung, wenn die Solaranlage in einem zum KfW-Haus 55 sanierten Haus installiert wird.

BAFA-Innovationsförderung für Solaranlagen im Neubau und im Bestandsbau

Während es die Basis und Zusatzförderung nur bei einer Sanierung gibt, werden besonders innovative Solaranlagen auch im Neubau gefördert. Für Solaranlagen zur Warmwasserbereitung, die eine Kollektorfläche von 20 bis 100 Quadratmetern haben, gibt es dabei:

  • 100 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche im Gebäudebestand
  • 75 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche im Neubau

Für Solaranlagen zur Heizungsunterstützung mit einer Kollektorfläche von 20 bis 100 Quadratmetern gibt es dagegen:

  • 200 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche im Gebäudebestand
  • 150 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche im Neubau

Alternativ kann zur größenabhängigen Förderung auch eine ertragsabhängige Förderung gewährt werden.

So kommen Hausbesitzer an die Förderung

Um die Förderung zu erhalten, müssen Privatpersonen vor Vorhabensbeginn stellen, d.h. vor Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrages. Alle wichtigen Informationen dazu finden Interessierte auf der Webseite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

APEE Förderung (Anreizprogramm zur Förderung erneuerbarer Energien)

Zusätzlich zur Förderung über das MAP der BAFA hat die BAFA die APEE Förderung zum 01.01.2016 gestartet. Die APEE Zusatzförderung ist erhältlich, wenn eine bestehende Heizungsanlage ohne Brennwerttechnik mit einer heizungsunterstützenden Solarthermieanlage modernisiert wird. Der zusätzliche Zuschuss beträgt noch einmal 20 % der im MAP Programm bewilligten Förderung.

Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Solaranlagen nutzen die kostenfreie Energie der Sonne, um Strom oder Wärme zu erzeugen. Im Vergleich zu anderen Systemen entstehen dabei nahezu keine Kosten im Betrieb. Über Förderungen für Photovoltaik und Solarthermie können die Technologien in vielen Haushalten schon heute wirtschaftlich eingesetzt werden.

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