Förderung für Photovoltaik und Solarthermie

Die Sonne ist ein gigantisches Kraftwerk, das in einer einzigen Stunde mehr Energie zur Erde sendet, als die gesamte Menschheit in einem Jahr verbrauchen könnte. Transportiert über ihre Strahlung, kann diese Energie von Solaranlagen aufgefangen und in Strom oder Wärme umgewandelt werden. Mit Förderungen für Photovoltaik und Solarthermie unterstützt der Staat die Anschaffung der nachhaltigen Technologie. Welche Mittel dabei zur Auswahl stehen und wie eine Förderung für Photovoltaik und Solarthermie beantragt werden muss, zeigen wir hier.

Diese Förderungen gibt es für Photovoltaik

Photovoltaikanlagen nutzen die Energie der Sonne, um Strom zu erzeugen. Möglich ist das durch den photoelektrischen Effekt, der bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde. Er besagt, dass Lichtteilchen, die auf eine metallische Oberfläche treffen, in elektrische Energie umgewandelt werden. Mit staatlichen Förderungen für Photovoltaik werden Bauherren und Hausbesitzer bei der Anschaffung einer Solarstrom-Anlage unterstützt. Generell unterscheidet man dabei zwischen:

  • EEG-Förderung für Photovoltaik
  • KfW-Förderung für Photovoltaik

Förderung für Photovoltaik durch das EEG

Das Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien, das auch Erneuerbare-Energien-Gesetz oder EEG genannt wird, ist ein staatliches Instrument zur Förderung von Strom aus Photovoltaik und anderen erneuerbaren Quellen. Seit seiner Einführung im Jahr 2000 soll es den Umgang mit grünem Strom regeln und Investitionen in dafür notwendige Technologien sicherer machen. Mit einer Förderung für Photovoltaik verspricht der Staat den Besitzern kleiner Anlagen (Solarstrom-Anlagen auf Hausdächern mit einer Spitzenleistung von bis zu zehn kWp) eine regelmäßige Vergütung für den ins öffentliche Netz eingespeisten Strom. Photovoltaik-Anlagen, die noch bis Januar 2020 installiert wurden, bekamen dabei für einen Zeitraum von 20 Jahren 9,87 Cent Förderung für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde Strom. Für Photovoltaik-Anlagen, die später installiert werden, kann die Förderung geringer ausfallen. Aktuelle Informationen über die Höhe der Förderung für Photovoltaik durch das EEG stellt die Bundesnetzagentur auf ihrer Website zur Verfügung.

Die Förderung für Photovoltaik erfordert einige Voraussetzungen.
© Viessmann

Förderung für Photovoltaik durch die KfW

Neben der Vergütung des eingespeisten Stroms erhalten Hausbesitzer auch eine Förderung für Photovoltaik von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der KfW. Über das Programm 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ wird dabei der Kauf, der Aufbau oder die Erweiterung einer bestehenden Photovoltaikanlage mit einem zinsgünstigen Kredit gefördert. Die Höhe der Zinsen hängt neben der Zeit der Zinsbindung auch von der Bonität und den Sicherheiten ab. Das Besondere an der Förderung für Photovoltaik durch die KfW: Muss zur Installation der Solaranlage das eigene Dach modernisiert werden, können die dabei entstehenden Kosten gleich mitfinanziert werden.

Den Antrag für die Photovoltaik-Förderung der KfW stellen Hausbesitzer vor dem Beginn des Vorhabens – also noch bevor ein Liefer- oder Leistungsvertrag unterzeichnet wurde – bei ihrer Hausbank. Funktioniert das nicht problemlos, unterstützt die KfW Interessierte auch beim Finden eines geeigneten Finanzierungspartners. Alle Informationen zum Programm gibt es auf der Website der KfW.

Förderung für Stromspeicher 

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit einer Solarstromanlage ist nicht nur ihre Leistung, sondern auch der Anteil des selbst genutzten Stroms. Denn mit jeder Kilowattstunde, die Hausbesitzer nicht vom Versorger kaufen, sparen sie rund 30,01 Cent – den aktuellen Strompreis (Stand: Januar 2020). Das ist deutlich mehr als die Einspeisevergütung, die bei 9,87 Cent je Kilowattstunde liegt (Inbetriebnahme der Anlage 01.01.2020). Wollen Hausbesitzer besonders viel der selbst erzeugten Energie im eigenen Haus verbrauchen, ist der Strom zu speichern. Denn nur so lassen sich die Erträge eines Tages auch dann nutzen, wenn die Sonne längst untergegangen ist. Möglich wird das durch einen sogenannten Stromspeicher.

Nach dem Ende der Photovoltaik Förderung für Stromspeicher über die KfW, sind heute nur regionale Programme verfügbar. Hohe Zuschüsse erhalten Hausbesitzer in Sachsen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Berlin und Bayern. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick. Daneben gibt es mittlerweile wieder eine Lösung von der KfW: das Programm 270, mit dem die Anschaffung des Stromspeichers in Form eines Darlehens gefördert wird.

Photovoltaik Förderung
Fördergegenstand

Höhe der Förderung

Ansprechpartner

SachsenStromspeicher auf Blei-Säure- oder Lithium-Ionen-Basis sowie Redox-Flow-Stromspeicher

Zusatzförderung für Ladestationen für Elektroautos
1.000 Euro + 200 Euro pro kWh für Blei- oder Lithium-Akkumulatoren

bis zu 50 Prozent der Kosten für Redox-Flow-Stromspeicher als Zuschuss

Außerdem: 400 Euro für AC-Ladestationen und 1.500 für DC-Ladestationen
Sächsische Aufbaubank (SAB)
ThüringenPhotovoltaikanlagen zur Eigen- und Direktversorgung

Stromspeicher zur Steigerung der Eigenverbrauchsrate
Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher (bis 10 kWp): 900 EUR pro kWp installierte Leistung

Batteriespeicher: 300 EUR pro kWh elektrischer Speicherleistung (Nennkapazität)
Thüringer Aufbaubank (TAB)
Nordrhein-Westfalen Solarstromspeicher 

Achtung: Beantragung voraussichtlich ab 04.02.2020 wieder möglich
Zuschuss in Höhe von 10 Prozent bei neuen PV-Anlagen mit einer Leistung von max. 30 kWp

Zuschuss in Höhe von 50 Prozent bei neuen PV-Anlagen mit einer Leistung von max. 30 kWp
Bezirksregierung Arnsberg
Rheinland-PfalzSolarstromspeicher in Verbindung mit neuer PhotovoltaikanlageZuschuss in Höhe von 100 Euro pro kWh bei mindestens 5 kWh

Obergrenze: 1.000 Euro
Energieagentur Rheinland-Pfalz.
BerlinSolarstromspeicher in Verbindung mit neuer Photovoltaikanlage

Zuschuss in Höhe von 300 Euro pro kWh

Obergrenze: 15.000 Euro

300 Euro Bonus für Speicher mit Erzeugungs- oder Verbrauchsprognosen

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Diese Förderung gibt es für Solarthermieanlagen

Photovoltaik-Anlage auf einem Dach für die Förderung Photovoltaik
© Viessmann

Anders als bei der Photovoltaik nutzt Solarthermie die Strahlung der Sonne, um Wärme zu erzeugen. Die Energie, die dabei in den Kollektoren auf dem Dach gewonnen wird, kann nicht nur die Warmwasserbereitung, sondern auch die Heizung im Haus unterstützen. Da diese Anlagen besonders nachhaltig sind, fördert der Staat die Installation über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA. Hohe Zuschüsse gibt es heute für die Installation neuer oder die Erweiterung vorhandener Anlagen im Gebäudebestand. Aber auch im Neubau ist die Solaranlagen-Förderung vom BAFA verfügbar.

Solaranlagen-Förderung bei einer Sanierung

Über das BAFA-Programm "Heizen mit erneuerbaren Energien" bekommen Hausbesitzer Zuschüsse in Höhe von 30 Prozent für eine neue Solaranlage. Die Systeme können dabei der Warmwasserbereitung und/oder der Heizungsunterstützung dienen. Wichtig ist, dass sie folgende Voraussetzungen erfüllen: 

  • die Kollektoren müssen das Solar-Keymark-Zertifikat tragen
  • Warmwasser-Solaranlagen benötigen mindestens 3 m² Kollektoren und einen 200 Liter Trinkwasserspeicher (nicht als Gas-Hybridheizung zum Heizungstausch förderfähig)
  • Solaranlagen zur Heizungsunterstützung benötigen mindestens 9 m² Flachkollektoren und 7 m² Vakuumröhrenkollektoren sowie einen Pufferspeicher mit mindestens 40 Liter/m² bei Flach- und 50 Liter/m² bei Vakuumkollektoren
Außerdem müssen die Solarkollektoren in der BAFA-Liste für förderbare Kollektoren und Solaranlagen aufgeführt sein. 

Erhöhte Anforderungen zur Förderung der Solarthermie im Neubau

Auch im Neubau gibt es die Solaranlagen-Förderung in Höhe von 30 Prozent über das BAFA. Die technischen Voraussetzungen sind hier allerdings deutlich höher. So liegt die Mindestkollektorfläche bei 20 m². Außerdem ist ein Pufferspeicher mit mindestens 40 Liter/m² bei Flach- und 50 Liter/m² bei Vakuumkollektoren erforderlich. 

Die Gebäude, auf denen die Solaranlage installiert werden soll, müssen darüber hinaus folgende Voraussetzungen erfüllen: 

  • Wohngebäude mit mindestens drei Wohneinheiten
  • Nichtwohngebäude mit mindestens 500 m² beheizbarer Nutzfläche
  • Mischform aus Wohn- und Nichtwohngebäude 
Alternativ dazu gibt es die Förderung der Solaranlage im Neubau auch für sogenannte Solaraktivhäuser. Das sind Gebäude, die ihren Wärmebedarf zu mindesten 50 Prozent mit der thermischen Solaranlage decken. Nachzuweisen ist das mit einer Simulationsrechnung.

So kommen Hausbesitzer an die Förderung

Um die Förderung zu erhalten, müssen Verbraucher die Anträge vor Vorhabensbeginn stellen, d. h. vor Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrages. Alle wichtigen Informationen dazu finden Interessierte auf der Webseite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Förderung der Solarthermie über die KfW

Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bekommen Sie anders als beim BAFA keine direkte Förderung der Solarthermie. Dennoch können Sie sich auch bei der KfW die Anschaffungskosten für eine Solarthermie fördern lassen. Seit März 2013 haben Anlagenbesitzer die Möglichkeit, Förderungen durch das BAFA mit denen der KfW zu kombinieren. Dies ermöglicht das Programm 167 "Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit" und bietet die Option, einen Kredit von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit in Anspruch zu nehmen. Dazu sind folgende Eckdaten unbedingt zu berücksichtigen:

  • Förderung darf Gesamtkosten nicht übersteigen
  • Zinssatz beträgt 2,02 Prozent
  • Laufzeit beträgt 10 Jahre
  • Die ersten zwei Jahre sind tilgungsfrei 

heizung.de erklärt: Die Heizungsförderung

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Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Solaranlagen nutzen die kostenfreie Energie der Sonne, um Strom oder Wärme zu erzeugen. Im Vergleich zu anderen Systemen entstehen dabei nahezu keine Kosten im laufenden Betrieb. Über Förderungen für Photovoltaik und Solarthermie können die Technologien in vielen Haushalten schon heute wirtschaftlich eingesetzt werden.
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