Förderung für Photovoltaik und Solarthermie

Die Sonne ist ein gigantisches Kraftwerk, das in einer einzigen Stunde mehr Energie zur Erde sendet, als die gesamte Menschheit in einem Jahr verbrauchen könnte. Transportiert über ihre Strahlung, kann diese Energie von Solaranlagen aufgefangen und in Strom oder Wärme umgewandelt werden. Mit Förderungen für Photovoltaik und Solarthermie unterstützt der Staat die Anschaffung der nachhaltigen Technologie. Welche Mittel dabei zur Auswahl stehen und wie eine Förderung für Photovoltaik und Solarthermie beantragt werden muss, zeigen wir hier.

Diese Förderungen gibt es für Photovoltaik

Photovoltaikanlagen nutzen die Energie der Sonne, um Strom zu erzeugen. Möglich ist das durch den photoelektrischen Effekt, der bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde. Er besagt, dass Lichtteilchen, die auf eine metallische Oberfläche treffen, in elektrische Energie umgewandelt werden. Mit staatlichen Förderungen für Photovoltaik werden Bauherren und Hausbesitzer bei der Anschaffung einer Solarstrom-Anlage unterstützt. Generell unterscheidet man dabei zwischen:

  • EEG-Förderung für Photovoltaik
  • KfW-Förderung für Photovoltaik

Förderung für Photovoltaik durch das EEG

Das Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien, das auch Erneuerbare-Energien-Gesetz oder EEG genannt wird, ist ein staatliches Instrument zur Förderung von Strom aus Photovoltaik und anderen erneuerbaren Quellen. Seit seiner Einführung im Jahr 2000 soll es den Umgang mit grünem Strom regeln und Investitionen in dafür notwendige Technologien sicherer machen. Mit einer Förderung für Photovoltaik verspricht der Staat den Besitzern kleiner Anlagen (Solarstrom-Anlagen auf Hausdächern mit einer Spitzenleistung von bis zu zehn kWp) eine regelmäßige Vergütung für den ins öffentliche Netz eingespeisten Strom. Photovoltaik-Anlagen, die noch bis Juli 2018 installiert wurden, bekamen dabei für einen Zeitraum von 20 Jahren 12,20 Cent Förderung, für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde Strom. Für Photovoltaik-Anlagen, die später installiert werden, kann die Förderung geringer ausfallen. Aktuelle Informationen über die Höhe der Förderung für Photovoltaik durch das EEG stellt die Bundesnetzagentur auf ihrer Website zur Verfügung.

Die Förderung für Photovoltaik erfordert einige Voraussetzungen.
© Viessmann

Förderung für Photovoltaik durch die KfW

Neben der Vergütung des eingespeisten Stroms erhalten Hausbesitzer auch eine Förderung für Photovoltaik von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der KfW. Über das Programm 270 „Erneuerbare Energien – Standard – Photovoltaik“ wird dabei der Kauf, der Aufbau oder die Erweiterung einer bestehenden Photovoltaikanlage mit einem zinsgünstigen Kredit gefördert. Die Höhe der Zinsen hängt neben der Zeit der Zinsbindung auch von der Bonität und den Sicherheiten ab. Das Besondere an der Förderung für Photovoltaik durch die KfW: Muss zur Installation der Solaranlage das eigene Dach modernisiert werden, können die dabei entstehenden Kosten gleich mitfinanziert werden.

Den Antrag für die Photovoltaik-Förderung der KfW stellen Hausbesitzer vor dem Beginn des Vorhabens – also noch bevor ein Liefer- oder Leistungsvertrag unterzeichnet wurde – an ihre Hausbank. Funktioniert das nicht problemlos, unterstützt die KfW Interessierte auch beim Finden eines geeigneten Finanzierungspartners. Alle Informationen zum Programm gibt es auf der Website der KfW.

Förderung für Stromspeicher 

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit einer Solarstromanlage ist nicht nur ihre Leistung, sondern auch der Anteil des selbst genutzten Stroms. Denn mit jeder Kilowattstunde, die Hausbesitzer nicht vom Versorger kaufen, sparen sie rund 32 Cent – den aktuellen Strompreis (Stand: November 2019). Das ist deutlich mehr als die Einspeisevergütung, die bei 11,47 Cent je Kilowattstunde liegt (Inbetriebnahme der Anlage 01.01.2019) beziehungsweise bei 9,87 Cent pro kWh (Inbetriebnahme 01.01.2020). Wollen Hausbesitzer besonders viel der selbst erzeugten Energie im eigenen Haus verbrauchen, ist der Strom zu speichern. Denn nur so lassen sich die Erträge eines Tages auch dann nutzen, wenn die Sonne längst untergegangen ist. Möglich wird das durch einen sogenannten Stromspeicher.

Nach dem Ende der Photovoltaik Förderung für Stromspeicher über die KfW, sind heute nur regionale Programme verfügbar. Hohe Zuschüsse erhalten dabei Hausbesitzer in Sachsen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick. Daneben gibt es mittlerweile wieder eine Lösung von der KfW: das Programm 270, mit dem die Anschaffung des Stromspeichers in Form eines Darlehens gefördert wird.

Photovoltaik Förderung
Fördergegenstand

Höhe der Förderung

Ansprechpartner

SachsenStromspeicher auf Blei-Säure- oder Lithium-Ionen-Basis sowie Redox-Flow-Stromspeicher

Zusatzförderung für Ladestationen für Elektroautos
1.000 Euro + 200 Euro pro kWh für Blei- oder Lithium-Akkumulatoren

bis zu 50 Prozent der Kosten für Redox-Flow-Stromspeicher als Zuschuss

Außerdem: 400 Euro für AC-Ladestationen und 1.500 für DC-Ladestationen
Sächsische Aufbaubank (SAB)
ThüringenPhotovoltaikanlagen zur Eigen- und Direktversorgung

Stromspeicher zur Steigerung der Eigenverbrauchsrate
Zuschuss von bis zu 30 Prozent der anfallenden KostenThüringer Aufbaubank (TAB)
Nordrhein-Westfalen Solarstromspeicher 

Achtung: Beantragung bis spätestens 20. November 2019
Zuschuss in Höhe von 10 Prozent bei neuen PV-Anlagen mit einer Leistung von max. 30 kWp

Zuschuss in Höhe von 50 Prozent bei neuen PV-Anlagen mit einer Leistung von max. 30 kWp
Bezirksregierung Arnsberg
BayernSolarstromspeicher

Ladestationen für Elektroautos

Voraussetzung: Neue PV-Anlage oder Erweiterung bestehender PV-Anlagen
Zuschuss in Höhe von 500 Euro
für Stromspeicher mit bis zu drei Kilowattstunden plus 100 Euro für
jede weitere Kilowattstunde Speicherkapazität

Außerdem: 200 Euro für Ladestationen für Elektroautos
Energieatlas Bayern

Diese Förderung gibt es für Solarthermieanlagen

Photovoltaik-Anlage auf einem Dach für die Förderung Photovoltaik
© Viessmann

Anders als bei der Photovoltaik nutzt Solarthermie die Strahlung der Sonne, um Wärme zu erzeugen. Die Energie, die dabei in den Kollektoren auf dem Dach gewonnen wird, kann nicht nur die Warmwasserbereitung, sondern auch die Heizung im Haus unterstützen. Da diese Anlagen besonders nachhaltig sind, fördert der Staat die Installation über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA.

Das BAFA unterstützt die Installation von Solarthermie-Anlagen mit einmaligen Zuschüssen. Über das Programm „Heizen mit Erneuerbaren Energien“ gibt es dabei eine Basis- und eine Zusatzförderung. Zumindest dann, wenn im Haus bereits seit mindestens zwei Jahren ein anderes Heizsystem in Betrieb ist.

Solaranlagen-Förderung bei einer Sanierung

Über die Basis-Förderung bekommen Hausbesitzer, die eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung mit einer Kollektorfläche von mindestens drei Quadratmetern bis hin zu 40 Quadratmetern errichten, einen Zuschuss von 50 Euro je Quadratmeter, mindestens jedoch 500 Euro. Voraussetzung dafür ist, dass die Anlagen mit einem Speicher von mindestens 200 Litern ausgestattet sind. Noch mehr Geld gibt es, wenn die Solaranlage auch die Heizung unterstützen, das Haus solar kühlen oder ein Wärmenetz mit Energie versorgen kann. Anlagen mit einer Größe von bis zu 40 Quadratmetern werden dann mit 140 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche, bzw. mindestens 2.000 Euro gefördert. Voraussetzungen sind hier, dass:

  • Solaranlagen mit Vakuum-Kollektoren eine Fläche von sieben bis 40 Quadratmetern und einen Speicher von mindestens 50 Litern je Quadratmeter Kollektorfläche haben müssen
  • Solaranlagen mit Flachkollektoren eine Fläche von neun bis 40 Quadratmetern und einen Speicher von mindestens 40 Litern je Quadratmeter Kollektorfläche haben müssen.

Die Erweiterung einer bestehenden Solaranlage um mindestens vier bis 40 Quadratmeter wird darüber hinaus mit 50 Euro je zusätzlich installierte Kollektorfläche gefördert.

Diese Zuschüsse für Solaranlagen gibt es extra

Weitere Zuschüsse bekommen Hausbesitzer über die zweite Förderstufe, die Zusatzförderung. Möglich sind dabei:

  • 500 Euro extra, wenn neben der Solaranlage auch eine neue Öl- oder Gas-Brennwertheizung oder eine BAFA-geförderte Umweltheizung installiert wird. Voraussetzung: Die alte Heizung darf noch nicht auf Brennwerttechnik basieren
  • Zehn Prozent der Kosten für Maßnahmen zur Optimierung der alten Heizungsanlage (Obergrenze ist die Hälfte der Basis-Förderung)
  • 50 Prozent der Basisförderung, wenn die Solaranlage in einem zum KfW-Haus 55 sanierten Haus installiert wird.

BAFA-Innovationsförderung für Solaranlagen im Neubau und im Bestandsbau

Während es die Basis und Zusatzförderung nur bei einer Sanierung gibt, werden besonders innovative Solaranlagen auch im Neubau gefördert. Für Solaranlagen zur Warmwasserbereitung, die eine Kollektorfläche von 20 bis 100 Quadratmetern haben, gibt es dabei:

  • 100 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche im Gebäudebestand
  • 75 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche im Neubau

Für Solaranlagen zur Heizungsunterstützung mit einer Kollektorfläche von 20 bis 100 Quadratmetern gibt es dagegen:

  • 200 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche im Gebäudebestand
  • 150 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche im Neubau

Alternativ kann zur größenabhängigen Förderung auch eine ertragsabhängige Förderung gewährt werden.

So kommen Hausbesitzer an die Förderung

Um die Förderung zu erhalten, müssen Privatpersonen die Anträge vor Vorhabensbeginn stellen, d.h. vor Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrages. Alle wichtigen Informationen dazu finden Interessierte auf der Webseite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Zusätzlich zur Förderung über das MAP hat das BAFA die APEE Förderung zum 01.01.2016 gestartet. Die APEE Zusatzförderung ist erhältlich, wenn eine bestehende Heizungsanlage ohne Brennwerttechnik mit einer heizungsunterstützenden Solarthermieanlage modernisiert wird. Der zusätzliche Zuschuss beträgt noch einmal 20 Prozent der im MAP Programm bewilligten Förderung.

Förderung der Solarthermie über die KfW

Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bekommen Sie anders als beim BAFA keine direkte Förderung der Solarthermie. Dennoch können Sie sich auch bei der KfW die Anschaffungskosten für eine Solarthermie fördern lassen. Seit März 2013 haben Anlagenbesitzer die Möglichkeit, Förderungen durch das BAFA mit denen der KfW zu kombinieren. Dies ermöglicht das Programm 167 "Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit" und bietet die Option, einen Kredit von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit in Anspruch zu nehmen. Dazu sind folgende Eckdaten unbedingt zu berücksichtigen:

  • Förderung darf Gesamtkosten nicht übersteigen
  • Zinssatz beträgt 2,02 Prozent
  • Laufzeit beträgt 10 Jahre
  • Die ersten zwei Jahre sind tilgungsfrei 

heizung.de erklärt: Die Heizungsförderung

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Solaranlagen nutzen die kostenfreie Energie der Sonne, um Strom oder Wärme zu erzeugen. Im Vergleich zu anderen Systemen entstehen dabei nahezu keine Kosten im laufenden Betrieb. Über Förderungen für Photovoltaik und Solarthermie können die Technologien in vielen Haushalten schon heute wirtschaftlich eingesetzt werden.
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