Förderung für Photovoltaik und Solarthermie

Die Sonne ist ein gigantisches Kraftwerk, das in einer einzigen Stunde mehr Energie zur Erde sendet, als die gesamte Menschheit in einem Jahr verbrauchen könnte. Transportiert über ihre Strahlung, kann diese Energie von Solaranlagen aufgefangen und in Strom oder Wärme umgewandelt werden. Mit Programmen zur Förderung für Photovoltaik und Solarthermie unterstützt der Staat die Anschaffung der nachhaltigen Technologie. Welche Mittel dabei zur Auswahl stehen und wie eine Förderung für Photovoltaik und Solarthermie beantragt werden muss, zeigen wir hier.

Diese Förderungen gibt es für Photovoltaik

Photovoltaikanlagen nutzen die Energie der Sonne, um Strom zu erzeugen. Möglich ist das durch den photoelektrischen Effekt, der bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde. Er besagt, dass Lichtteilchen, die auf eine metallische Oberfläche treffen, in elektrische Energie umgewandelt werden. Mit staatlichen Förderungen für Photovoltaik werden Bauherren und Hausbesitzer bei der Anschaffung einer Solarstrom-Anlage unterstützt. Generell unterscheidet man dabei zwischen:

  • EEG-Förderung für Photovoltaik
  • KfW-Förderung für Photovoltaik
Darüber hinaus gibt es heute zahlreiche Angebote zur Förderung von Stromspeichern sowie zur Finanzierung der Photovoltaik.

Förderung für Photovoltaik durch das EEG

Das Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien, das auch Erneuerbare-Energien-Gesetz oder EEG genannt wird, ist ein staatliches Instrument zur Förderung von Strom aus Photovoltaik und anderen erneuerbaren Quellen. Seit seiner Einführung im Jahr 2000 soll es den Umgang mit grünem Strom regeln und Investitionen in dafür notwendige Technologien sicherer machen. Mit einer Förderung für Photovoltaik verspricht der Staat den Besitzern kleiner Anlagen (Solarstrom-Anlagen auf Hausdächern mit einer Spitzenleistung von bis zu zehn kWp) eine regelmäßige Vergütung für den ins öffentliche Netz eingespeisten Strom. Photovoltaik-Anlagen, die bis Ende Juli 2021 installiert wurden, bekommen dabei für einen Zeitraum von 20 Jahren 7,25 Cent Vergütung für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde Strom (Anlagen bis 40 kWp). Für Photovoltaik-Anlagen, die später installiert werden, kann die Förderung geringer ausfallen. Aktuelle Informationen über die Höhe der Förderung für Photovoltaik durch das EEG stellt die Bundesnetzagentur zur Verfügung.

Die Förderung für Photovoltaik erfordert einige Voraussetzungen.
© Viessmann

Förderung für Photovoltaik durch die KfW

Neben der Vergütung des eingespeisten Stroms erhalten Hausbesitzer auch eine Förderung für Photovoltaik von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der KfW. Über das Programm 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ wird dabei der Kauf, der Aufbau oder die Erweiterung einer bestehenden Photovoltaikanlage mit einem zinsgünstigen Kredit gefördert. Die Höhe der Zinsen hängt neben der Zeit der Zinsbindung auch von der Bonität und den Sicherheiten ab. Das Besondere an der Förderung für Photovoltaik durch die KfW: Muss zur Installation der Solaranlage das eigene Dach modernisiert werden, können die dabei entstehenden Kosten gleich mitfinanziert werden.

Den Antrag für die Photovoltaik-Förderung der KfW stellen Hausbesitzer vor dem Beginn des Vorhabens – also noch bevor ein Liefer- oder Leistungsvertrag unterzeichnet wurde – bei ihrer Hausbank. Funktioniert das nicht problemlos, unterstützt die KfW Interessierte auch beim Finden eines geeigneten Finanzierungspartners. 

Tipp

In unserem Beitrag "Lohnt sich Photovoltaik?" stellen wir Kosten und Nutzen anhand eines Fallbeispiels gegenüber. 

Förderung für Stromspeicher 

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit einer Solarstromanlage ist nicht nur ihre Leistung, sondern auch der Anteil des selbst genutzten Stroms. Denn mit jeder Kilowattstunde, die Hausbesitzer nicht vom Versorger kaufen, sparen sie rund 31 Cent (den aktuellen Strompreis). Das ist deutlich mehr als die Vergütung, die sie erhalten, wenn sie Solarstrom einspeisen. Denn die Einspeisevergütung liegt aktuell bei 7,25 Cent je Kilowattstunde. Wollen Hausbesitzer besonders viel der selbst erzeugten Energie im eigenen Haus verbrauchen, ist der Strom zu speichern. Denn nur so lassen sich die Erträge eines Tages auch dann nutzen, wenn die Sonne längst untergegangen ist. Möglich wird das durch einen sogenannten Stromspeicher.

Für Stromspeicher sind regionale Programme verfügbar. Hohe Zuschüsse erhalten Hausbesitzer unter anderem in Sachsen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Berlin und Bayern. Die regionalen Förderprogramme für Photovoltaikanlagen sind abhängig von den Antragszahlen und der Mittelausstattung nicht immer verfügbar. Vor allem zum Ende eines Jahres (einer Förder-Periode) kann es passieren, dass die Länder einen vorübergehenden Antragsstopp verhängen. Möchten Sie Förderung für eine Photovoltaikanlage beantragen, sollten Sie sich daher immer tagesaktuell bei den entsprechenden Stellen informieren.

Ebenso wie die PV-Anlage selbst kann auch der Stromspeicher (Batteriespeicher) über das KfW-Programm 270 gefördert werden.

Photovoltaik: Finanzierung richtig angehen

Geht es darum, für die Photovoltaik eine Finanzierung zu beantragen, sind einige Punkte zu beachten. Denn die dabei anfallenden Zusatzkosten wirken sich direkt auf die Rendite und Wirtschaftlichkeit der Anlage aus. Grundsätzlich haben Sie als Hausbesitzer dabei drei Möglichkeiten:

  • günstige PV-Finanzierung von der KfW-Bank: Hier bekommen Sie hohe Kreditsummen zu niedrigen Zinsen. Der besondere Vorteil ist, dass sich auch Nebenkosten wie die Dachsanierung mit finanzieren lassen. 
  • Solar-Kredit von Ihrer Hausbank: Einige Banken bieten eine Finanzierung speziell für Solaranlagen an. Die Konditionen der zweckgebundenen Kredite sind dabei in der Regel besser, als bei konventionellen Verbraucherkrediten.
  • Leasing einer Photovoltaikanlage: Bei dieser Variante zahlen sie monatlich konstante Leasing-Raten für einen festgelegten Zeitraum. Während Sie die Zahlungen als Unternehmer (das sind Sie in der Regel als Betreiber einer Solarstromanlage) steuerlich geltend machen können, haben Sie zum Ende der Leasing-Zeit die Möglichkeit, die Anlage zum Restwert abzukaufen.

Welche Lösung am günstigsten ist, hängt immer von den individuellen Gegebenheiten ab. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen eine fachgerechte Beratung, wenn Sie über die Photovoltaik-Finanzierung nachdenken. Experten schlüsseln dabei alle Kosten transparent auf, sodass sich zuverlässig sagen lässt, welche Variante die günstigste ist. 

Diese Förderung gibt es für Solarthermieanlagen

Photovoltaik-Anlage auf einem Dach für die Förderung Photovoltaik
© Viessmann

Anders als bei der Photovoltaik nutzt Solarthermie die Strahlung der Sonne, um Wärme zu erzeugen. Die Energie, die dabei in den Kollektoren auf dem Dach gewonnen wird, kann nicht nur die Warmwasserbereitung, sondern auch die Heizung im Haus unterstützen. Da diese Anlagen besonders nachhaltig sind, fördert der Staat die Installation über die Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz: BEG. Hohe Zuschüsse gibt es heute für die Installation neuer oder die Erweiterung vorhandener Anlagen im Gebäudebestand. Aber auch im Neubau ist die Solaranlagen-Förderung verfügbar.

Themenübersicht zur Solarthermie:

Solarthermie fördern lassen – Zuschuss und Kredit sind möglich

Das Programm "Heizen mit erneuerbaren Energien" des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist 2021 in die BEG EM übergegangen. Damit sind für thermische Solaranlagen Zuschüsse in Höhe von bis zu 30 Prozent möglich. Wichtige technische Voraussetzung ist dafür, dass 50 Prozent der durch eine Solarthermieanlage erzeugten Wärme für die Warmwasserbereitung, die Raumheizung oder der kombinierten Bereitstellung von Warmwasser und Raumwärme dient. Möglich ist eine Förderung auch dann, wenn sie in die solare Kälteerzeugung fließt. Außerdem müssen die Solarkollektoren in der Liste für förderbare Kollektoren und Solaranlagen aufgeführt sein. Diese finden Sie online direkt beim BAFA.

Übrigens: Anlagen mit einer Kollektorfläche größer als 20 Quadratmeter können alternativ auch über eine Anteilsfinanzierung gefördert werden – die sogenannte "ertragsabhängige Förderung".

Zusätzlich zu den genannten 30 Prozent gibt es:

  • eine Austauschprämie von bis zu zehn Prozent, wenn Sie Ihre alte Ölheizung durch eine Hybrid- oder Umweltheizung austauschen.
  • fünf Prozent extra, wenn die Modernisierung im Rahmen des individuellen Sanierungsfahrplans erfolgt.

Ebenso möglich ist eine Kredit-Förderung mit einem Tilgungszuschuss von bis zu 30 Prozent für die Solarthermie als Einzelmaßnahme über die KfW. Der Antrag ist über die Hausbank im Rahmen des Programms 261/262 zu stellen. Ebenso ist eine Kredit- sowie Zuschuss-Förderung möglich, wenn die neue Solarthermie dazu beiträgt, einen bestimmten Effizienzhaus-Standard zu erreichen. Das kann entweder auch über das Programm 261/262 erfolgen oder über KfW-Programm 461. Diese gelten für die Komplettsanierung sowie Neubau und Kauf von Effizienzhäusern. 

So kommen Hausbesitzer an die Förderung

Um die Förderung zu erhalten, müssen Verbraucher die Anträge vor Vorhabensbeginn stellen, das heißt vor Abschluss eines Liefer- oder Leistungsvertrages. Alle wichtigen Informationen dazu finden Interessierte auf der Webseite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Solaranlagen nutzen die kostenfreie Energie der Sonne, um Strom oder Wärme zu erzeugen. Im Vergleich zu anderen Systemen entstehen dabei nahezu keine Kosten im laufenden Betrieb. Über Förderungen für Photovoltaik und Solarthermie können die Technologien in vielen Haushalten schon heute wirtschaftlich eingesetzt werden.
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