Wie funktioniert die Pelletheizung?

Das Heizen mit Holz hat Tradition. Denn es sorgte schon vor Hunderten von Jahren für Wärme und Licht. Während sich heute viele gegen den aufwendigen Betrieb einer Scheitholzanlage entscheiden, bietet das Heizen mit Pellets eine interessante Alternative. Aber wie funktioniert die Pelletheizung eigentlich?

Aus welchen Komponenten besteht eine Pelletanlage? 

Das Heizen mit Pellets ist komfortabel, günstig und umweltfreundlich. Dafür spricht der automatische Betrieb mit heimischen Rohstoffen. Aber wie funktioniert die Pelletheizung eigentlich? Eine Antwort auf diese Frage geben wir anhand der Komponenten, aus denen sich eine solche Anlage zusammensetzt.

Heizkessel verbrennt gepresste Holzstäbchen

Wie funktioniert die Pelletheizung sauber und effizient? Möglich ist das durch den Kessel, der im Zentrum der Heizanlage steht. Er wird automatisch mit Pellets versorgt und verbrennt diese besonders energiesparend. Durch den hohen Trocknungsgrad der Stäbchen, die überwiegend aus recycelten Materialien bestehen, arbeitet er außerdem fast ohne Rückstände. Im Vergleich zu einem Holzvergaserkessel für Scheite lässt sich die Leistung eines Pelletkessels deutlich besser an den schwankenden Wärmebedarf im Haus anpassen. Experten raten dennoch davon ab, die Pelletheizung ohne Speicher zu betreiben. Denn dieser ermöglicht einen gleichmäßigen Betrieb. Er schont die Technik und sorgt bei der richtigen Planung für sinkende Heizkosten.

Lagerbehälter bevorraten die Holzpellets

Wie funktioniert die Pelletheizung eigentlich vollautomatisch? Die Antwort auf diese Frage sind große Lagerbehälter oder -räume, die genügend Brennstoff für ein Jahr bevorraten. Haben Hausbesitzer viel Platz in den eigenen vier Wänden, eignet sich dazu zum Beispiel ein Schüttraum. Dieser besteht aus einem Raum an der Außenseite des Hauses, den ein Installateur komplett zum Lagerraum umfunktioniert. Dazu stattet er diesen unter anderem mit einem schrägen Holzboden aus. Dieser sorgt dafür, dass die Pellets in der Mitte zusammenrutschen und entnommen werden können. Ist kein eigener Raum vorhanden, bieten vor allem flexibel aufstellbare Gewebetanks (Stoffsäcke in einem Rahmen aus Holz oder Metall) eine interessante Alternative. Wichtig ist in jedem Fall, dass Hausbesitzer die Presslinge trocken lagern. Denn ansonsten könnten sie verkleben, aufquellen und die Heizung würde nicht mehr funktionieren.

Übrigens: Ist der Platz im Haus knapp, können Hausbesitzer auch einen Pelletkessel mit Wochenbehälter installieren. Dieser ist kompakter und darüber hinaus auch günstiger als eine konventionelle Anlage.

Fördertechnik transportiert die Brennstoffe

Wie funktioniert die Pelletheizung und wie kommen die Holzstäbchen vom Lager zum Kessel? Diese Aufgabe übernimmt die Fördertechnik. Zum Einsatz kommen dabei vergleichsweise starre Förderschnecken oder flexible Vakuumsaugsysteme. Die Förderschnecken funktionieren wie eine archimedische Schraube, die es auf vielen Spielplätzen gibt. Dabei dreht sich eine Schraube in einem Rohr und fördert die Pellets vom Tank zum Kessel. Während die Elemente auf dem Boden liegen und die Entfernung zwischen Kessel und Lager möglichst klein sein sollte, sind die Saugsysteme deutlich flexibler. Denn dabei saugt die Technik Pellets über einen langen Schlauch aus dem Lager.

Wie funktioniert die Pelletheizung automatisch, sparsam und komfortabel?
© Thomas Siepmann | Fotolia

Wie funktioniert die Pelletheizung: Der Aufwand

Genau wie die konventionelle Holzheizung mit Scheiten, kommen auch Pelletkessel nicht ganz ohne manuellen Aufwand aus. So müssen Hausbesitzer in regelmäßigen Abständen den Wärmeübertrager reinigen und die angefallene Asche austragen. Ersteres ist nötig, da sich bei der Verbrennung immer auch einige Rückstände bilden können. Lagern sich diese auf dem Wärmeübertrager ab, überträgt der Kessel weniger Wärme an das Heizwasser und die Heizkosten steigen. Vor allem bei modernen Anlagen funktioniert die Reinigung dabei komfortabel und ohne großen Aufwand per Knopfdruck.

Neben dem Reinigen der Wärmeübertrager müssen Hausbesitzer auch die Asche der verbrannten Holzstäbchen von Hand austragen. Während das früher ein- bis zweimal in der Woche zu erledigen war, kommen moderne Anlagen auch mit ein bis vier Entleerungen im Jahr aus. 

Einsatzgebiete der Pelletheizanlage

Eine Heizanlage für Pellets kommt immer dann infrage, wenn Hausbesitzer genügend Platz für Kessel, Lager und Fördertechnik haben. Entscheiden sie sich dagegen für eine kompakte Anlage mit Wochenbehälter, sinkt der Platzbedarf zulasten des Komforts. Denn dabei ist der integrierte Vorratsbehälter je nach Witterung ein- bis zweimal wöchentlich von Hand zu befüllen. Der manuelle Aufwand, der beim Reinigen der Technik entsteht, spielt durch automatische Programme heute kaum noch eine Rolle.

Wie funktioniert die Pelletheizung: Vor- und Nachteile

Wie jede andere Anlage, hat auch die Pellettechnik Vor- und Nachteile. So heizt sie günstig, sauber und umweltfreundlich. Dem entgegen stehen jedoch die hohen Anschaffungskosten und der Platzbedarf für Kessel, Lager sowie Fördertechnik.

Die Vorteile der Pellettechnik sind:

  • automatischer Betrieb der Heizung mit Holz
  • umweltfreundliches Heizen mit nachwachsenden Energieträgern
  • Nutzung von Abfallprodukten der Holzindustrie zum Heizen

Die Nachteile der Pellettechnik sind:

  • hoher Platzbedarf für Kessel, Lager und Fördertechnik
  • manueller Aufwand ist nötig, wenn auch selten
  • Anschaffungskosten sind vergleichsweise hoch
Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Wie funktioniert die Pelletheizung? Diese Frage stellen sich viele, die sich für das automatisierte Heizen mit Holz entscheiden. Eine Antwort lässt sich am Besten anhand der Komponenten geben. Denn während ein Lager die Holzpresslinge bevorratet, transportiert Fördertechnik die Brennstoffe bedarfsgerecht zum Kessel. Dieser verbrennt die Pellets sauber und sorgt energiesparend für ein warmes Zuhause. Ein Pufferspeicher ermöglicht darüber hinaus einen gleichmäßigen Betrieb und schont somit die Technik.

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