Pelletheizung kaufen – diese Tipps helfen

Wollen Hausbesitzer eine Pelletheizung kaufen, stehen ihnen heute unterschiedliche Varianten der Technik zur Verfügung. Neben dezentralen Öfen gibt es dabei auch zentrale Heizkessel. Beide arbeiten automatisch und können sowohl die Raumheizung als auch die Warmwasserbereitung mit Wärme versorgen. Doch worauf ist zu achten, wenn Sie sich einen Pelletkessel anschaffen möchten?

Einen Pelletkessel anschaffen - was spricht dafür?

Pellets sind kleine Holzstäbchen, die sich zum Beispiel aus den Abfällen der holzverarbeitenden Industrie herstellen lassen. Sie sind trocken, haben eine gleichmäßige Form und verbrennen fast rückstandslos. Eine Besonderheit der Technik ist, dass sie automatisch arbeitet. So lassen sich die nachwachsenden Rohstoffe ohne manuellen Aufwand aus einem Tank oder Lager zum Heizgerät transportieren. Anders als bei einem Holzvergaserkessel, bei dem Hausbesitzer regelmäßig Scheitholz nachlegen müssen, ist das besonders komfortabel.

Kosten und Fördermittel beim Pelletheizung kaufen
© Eldin Muratovic / Fotolia

Pelletheizung kaufen: Den passenden Wärmeerzeuger wählen

Wollen Haubesitzer eine Pelletheizung kaufen, sind jedoch einige Punkte zu beachten. Neben der richtigen Technik kommt es dabei vor allem auf die passende Leistung für das eigene Haus an. Während die Kosten höher sind als bei einer einfachen Gasheizung, bietet der Staat mit hohen Fördermitteln finanzielle Unterstützung.

Geht es um die Pelletheiztechnik, lassen sich grundsätzlich zwei verschiedene Arten unterscheiden. So gibt es neben zentralen Heizkesseln auch dezentrale Öfen, die mit sichtbarer Flamme für viel Gemütlichkeit im Aufstellraum sorgen.

Zentrale Heizkessel liefern Wärme für Warmwasser und Heizung

Zentrale Pelletkessel funktionieren wie konventionelle Gas- oder Ölheizungen. Dabei bestehen sie in der Regel aus einem Kessel, einem Pellettank und der Fördertechnik, die die Brennstoffe automatisch zum Brennraum transportiert. Die gesamte Technik benötigt ausreichend Platz und wird meist im Keller oder einem speziellen Technikraum aufgestellt.

Pelletöfen schaffen eine gemütliche Atmosphäre

Wollen Verbraucher eine Pelletheizung kaufen, um für mehr Gemütlichkeit in den eigenen vier Wänden zu sorgen, kommt ein Pelletofen infrage. Dieser wird in einem Aufenthaltsraum aufgestellt und verbrennt die Brennstoffe sichtbar hinter einer durchsichtigen Scheibe. Die Wärme geht dabei zu einem großen Teil in den Raum. Ist der Ofen mit einer sogenannten Wassertasche ausgestattet, lässt sich die thermische Energie auch auf das Heizsystem übertragen.

Wichtig zu wissen ist, dass die Leistung vom Pelletofen begrenzt ist und die Pellets regelmäßig von Hand in einen kleinen Vorratsbehälter zu füllen sind. Das mindert den Komfort, hat aber den Vorteil, dass der Ofen nur dann arbeitet, wenn Sie ihn aktiv befüllt haben.

Pelletheizung kaufen: Die Leistung ist entscheidend

Damit die Heizung für angenehme Wärme im Haus sorgt, kommt es auch auf die entsprechende Leistung an, wenn Sie eine Pelletheizung kaufen. Wie hoch diese sein muss, hängt dabei neben der Größe auch vom energetischen Zustand des jeweiligen Gebäudes ab. Grobe Richtwerte liefert der folgende Überblick. So benötigen Gebäude mit dem Baujahr:

  • vor 1970 eine Leistung von rund 150 bis 170 Watt je Quadratmeter
  • von 1970 bis 1980 eine Leistung von rund 100 bis 150 Watt je Quadratmeter
  • zwischen 1980 und 1990 eine Leistung von 75 bis 100 Watt je Quadratmeter
  • von 1990 bis 2000 eine Leistung von 50 bis 75 Watt je Quadratmeter
  • nach 2000 eine Leistung von 15 bis 50 Watt je Quadratmeter

Wichtig zu wissen ist, dass auch ältere Häuser mit einer geringeren Heizleistung auskommen, wenn bereits eine energetische Modernisierung durchgeführt wurde. Soll die Warmwasserbereitung dabei im Durchlaufprinzip (also immer zeitgleich mit dem Bedarf) erfolgen, ist dagegen eine höhere Leistung nötig. Eine genaue Auskunft gibt hier ein Installateur, der den Wärmebedarf eines Gebäudes zum Beispiel mit einer Heizlastberechnung ermittelt.

Pelletheizung kaufen: Den Brennstoffvorrat nicht vergessen

Wollen Bauherren oder Hausbesitzer einen zentralen Heizkessel installieren, sollten die Pellets in der Regel in einem Jahresvorrat gelagert werden. Welche Möglichkeiten es dabei gibt, erklären wir im Beitrag „Pelletlagerung“.

Wie viele Holzpellets dabei zu bevorraten sind, hängt auch hier vom Wärmebedarf des Gebäudes ab. Ermitteln lässt sich die Menge einfach durch die Division des Energiebedarfs mit Energieinhalt der Pellets. Ein Beispiel: Benötigt ein Haus 20.000 Kilowattstunden im Jahr, sollten Hausbesitzer rund 4,5 Tonnen Holzpellets bevorraten (20.000 Kilowattstunden pro Jahr / 4.500 Kilowattstunden pro Tonne). Wichtig ist dabei, dass das Gebäude die hohe Last des Lagersystems aufnehmen kann.

Einen Pelletkessel anschaffen: Die Lagerung berücksichtigen

Eine grundlegende Voraussetzung, wenn Sie eine Pelletheizung kaufen möchten, ist der Lagerplatz für die Pellets. Dieser kann unterschiedliche Formen haben - ein Silo, ein Tank oder Ähnliches. Anders als beispielsweise bei einer Gasheizung, erfolgt die Versorgung durch die Holzpellets natürlich nicht "aus der Leitung". Das Silo benötigt folglich entsprechend Platz und muss auch mit Bedacht aufgestellt werden. Die Pellets dürfen nicht feucht werden, da sie anderenfalls ihre Heizleistung einbüßen würden. Weiterhin wird noch ein Pufferspeicher notwendig, welcher ungefähr einen Quadratmeter an Grundfläche einnimmt. Bevor Sie sich einen Pelletkessel anschaffen, sollten Sie sich folglich vergewissern, dass diese Umstände entweder bereits gegeben sind oder zumindest genügend Platz für die notwendigen Installationen vorhanden ist.

Pelletheizung kaufen: Die Kosten betrachten

Abhängig davon, welche Pelletheizung man kaufen will, variieren die Kosten teilweise stark. Während es einfache Öfen bereits für 3.000 bis 4.000 Euro gibt, schlagen Zentralheizungsanlagen mit rund 15.000 bis 18.000 Euro zu Buche. Darin inbegriffen sind bereits alle Ausgaben für das Lager, den Kessel, den Pufferspeicher und die Montage.

Punkten können die Systeme dagegen im Betrieb. Denn während das Gas für eine Gasheizung heute rund sechs Cent je Kilowattstunde kostet, gibt es Pellets schon für rund fünf Cent je Kilowattstunde. Bezogen auf einen Energiebedarf von 20.000 Kilowattstunden, lassen sich dabei jedes Jahr etwa 200 Euro sparen. Über einen Zeitraum von 15 Jahren ergibt das eine mögliche Einsparung von 3.000 Euro. Steigt der Gaspreis weiter an, fällt das Ergebnis noch besser aus.

Fördermittel senken die Kosten der Technik

Wollen Verbraucher eine Pelletheizung kaufen, sehen sie sich erst einmal hohen Anschaffungskosten gegenüber stehend. Zuschüsse des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sorgen hier jedoch für Erleichterung. So gibt es für eine Pelletheizung im Gebäudebestand (also Altbau) mindestens:

  • 2.000 Euro für Pelletöfen mit Wassertasche
  • 3.000 Euro für zentrale Pelletheizkessel

Sind die Anlagen mit Brennwerttechnik oder einem Partikelabscheider ausgestattet, gibt es im Altbau mindestens:

  • 3.000 Euro für Pelletöfen mit Wassertasche
  • 5.250 Euro für zentrale Pelletheizkessel

Wie hoch die Zuschüsse im Detail ausfallen und wie sie zu beantragen sind, erklären wir im Beitrag „Pelletheizung Förderung“. Übrigens: Für innovative Heizgeräte mit Brennwerttechnik oder Partikelabscheider gibt es die Zuschüsse des BAFA auch im Neubau.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Pelletheiztechnik setzt auf nachwachsende Rohstoffe und ist im Vergleich zu anderen Holzheizungen besonders komfortabel. Wollen Verbraucher eine Pelletheizung kaufen, kommt es dabei auf die richtige Technik und die passende Leistung an. Da vor allem die Kosten zentraler Anlagen vergleichsweise hoch sind, sorgen staatliche Zuschüsse für finanzielle Erleichterung.

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