Einfach auf eine Pelletheizung umrüsten

Interessieren sich Hausbesitzer für eine nachhaltige Heizung, die automatisch mit regional verfügbaren Brennstoffen arbeitet, können sie auf eine Pelletheizung umrüsten. Die Holzheizung ist effizient sowie komfortabel und eignet sich in vielen neuen und alten Häusern. Im Folgenden geben wir einen Überblick über Funktion, Kosten und mögliche Fördermittel.

Funktion und Aufbau der Pelletkessel

Ein Pelletkessel ist eine Holzheizung, die kleine gepresste Holzspäne verbrennt. Diese sogenannten Pellets haben eine gleichmäßige Form und lassen sich daher automatisch von einem Lager zur Brennkammer transportieren. Darüber hinaus bestehen sie aus den Resten der holzverarbeitenden Industrie, die sonst keinen weiteren Nutzen hätten. Der Brennstoff ist damit regional und nachhaltig. Wollen Hausbesitzer auf eine Pelletheizung umrüsten, sollten sie den Aufbau der Holzheizung kennen.

Brennstofflager hält Jahresvorrat an Pellets bereit

Damit ein Pelletkessel lange ohne Zutun der Nutzer arbeiten kann, ist der Brennstoff in ausreichender Menge zu lagern. Während Experten dabei einen Jahresvorrat empfehlen, kommen verschiedene Möglichkeiten zum Einsatz. So können Hausbesitzer einen ungenutzten Kellerraum umbauen oder einfach einen Gewebetank aufstellen, wenn sie auf eine Pelletheizung umrüsten möchten. Wie die Lösungen im Detail funktionieren, erklären wir im Beitrag „Pelletlagerung“.

Wichtig zu wissen ist, dass sich das Lager nicht zu weit entfernt von der Straße befinden sollte. Denn zur Befüllung können die Transportfahrzeuge zwischen Stellplatz und Tank nicht mehr als 30 Meter überwinden.

Auf eine Pelletheizung umrüsten und Pellets verbrennen
© Lisa S. | Shutterstock

Transportsystem schickt Brennstoffe zur Verbrennung

Zusätzlich zum Brennstofflager ist auch ein spezielles Transportsystem nötig. Dieses stellt sicher, dass immer genügend Pellets vom Vorrat zur Heizung gelangen. Möglich ist das zum Beispiel mit einer Förderschnecke und einem Vakuumsaugsystem. Während die Förderschnecke die Holzpellets durch eine rotierende Bewegung über kurze Distanzen transportiert, saugen Vakuumsystem die Brennstoffe aus dem Tank. Sie lassen sich platzsparend installieren, erreichen größere Abstände, sind dafür aber auch teurer.

Auf eine Pelletheizung umrüsten und Brennwert nutzen

Im Kern des Heizsystems steht der Pelletkessel. Er verbrennt die Holzpellets automatisch und nahezu ohne Rückstände. Ausgestattet mit der Brennwerttechnik kann er dabei fast die gesamte, in den Brennstoffen gespeicherte Energie, zum Heizen nutzen. Möglich ist das, in dem die Anlagen Wärme aus dem Abgas zurückgewinnen.

Möchten Hausbesitzer auf eine Pelletheizung umrüsten, sollten sie auch einen Pufferspeicher installieren. Dieser nimmt die Energie der Verbrennung auf, wenn sie anfällt und gibt sie erst bei Bedarf an Heizung oder Warmwasserbereitung ab. Der Speicher ermöglicht damit dauerhaft einen effizienten und energiesparenden Betrieb. Geht es um die Größe, empfehlen Experten ein Volumen von mindestens 30 Litern je Kilowatt Heizleistung.

Von Öl und Gas auf eine Pelletheizung umrüsten

Die Umrüstung auf die nachhaltige Holzheizung funktioniert von allen anderen Heizsystemen. Der Umstieg auf eine Pelletheizung ist vor allem hinsichtlich der CO2-Einsparung eine sinnvolle Alternative. Denn wechseln Sie von einem alten Gas- oder Ölkessel können Sie bis zu 98 Prozent der CO2-Emission reduzieren. Das Heizen mit Holz ist nahezu CO2-neutral. Beim Verbrennen entsteht nur so viel Kohlenstoffdioxid, wie der Baum beim Wachsen aufgenommen hat. Wichtig ist, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. So muss neben dem Platz für die nötige Technik auch ein geeigneter Schornstein vorhanden sein.

Platz als Voraussetzung für die Umrüstung

Entscheiden sich Hausbesitzer für das Heizen mit Pellets, sollte genügend Platz vorhanden sein. Denn mit Kessel, Fördertechnik und Lagersystem setzt der nachhaltige Wärmeerzeuger einiges voraus. Ob alle Komponenten in das Haus passen, wenn Verbraucher auf eine Pelletheizung umrüsten möchten, kann ein erfahrener Installateur vor Ort schnell feststellen. Ist der Platz im Haus knapp, bieten halbautomatische Anlagen eine interessante Alternative. Denn diese sind mit einem kleinen Vorratsbehälter ausgestattet, der regelmäßig von Hand zu befüllen ist. Der Tank reicht im Winter drei bis vier Tage und senkt den Platzbedarf der Anlage deutlich.

Auf eine Pelletheizung umrüsten und den Schornstein sanieren

In vielen Fällen ist neben dem Tausch der Heizung auch eine Sanierung des Schornsteins nötig. Hier kommt es vor allem auf ein geeignetes Material und einen passenden Durchmesser an. Ob auf die zusätzliche Arbeit verzichtet werden kann, lässt sich jedoch nur vor Ort feststellen.

Auf eine Pelletheizung umrüsten: Die Kosten

Ein neuer Pelletkessel kostet heute rund 15.000 bis 18.000 Euro inklusive Lager- und Fördertechnik. Hinzu kommen noch einmal 2.000 bis 4.000 Euro für die Sanierung ungeeigneter Schornsteine. Da die Technik aber besonders nachhaltig und umweltfreundlich ist, fördert der Staat ihren Einbau. Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bekommen Bauherren und Hausbesitzer dabei einen Zuschuss in Höhe von 35 Prozent. Kommt die neue Pelletheizung als Ersatz für eine Ölheizung ins Haus, gibt es sogar einen Zuschuss in Höhe von 45 Prozent über die BAFA-Förderung der Heizung. Wichtig ist, dass die Beantragung der Mittel noch vor der Beauftragung eines Heizungsbetriebes über die Webseite des BAFA erfolgt.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Möchten Hausbesitzer ihre alte Anlage auf eine Pelletheizung umrüsten, können sie automatisch, komfortabel und umweltfreundlich heizen. Denn das ermöglichen die gleichförmigen Holzpellets, die aus den Resten der holzverarbeitenden Industrie hergestellt werden. Voraussetzung für die Technik ist jedoch ausreichend Platz im Haus. Außerdem müssen Verbraucher in vielen Fällen auch den Schornstein sanieren lassen. Hohe Fördermittel senken darüber hinaus die Anschaffungskosten.
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