Die Pellet-Zentralheizung als primäres Heizsystem

Das Heizen mit Pellets kann über zwei Wege erfolgen: in Form vom Pelletofen, also zum Beheizen von einzelnen Räumen (zum Beispiel wie in einem Kamin mit Scheiten) oder aber in Form einer Pelletheizung, welche die gesamte Immobilie und alle angeschlossenen Räume mit Wärme versorgt. Gibt es einen zentralen Wärmeerzeuger, spricht man auch von einer sogenannten Pellet-Zentralheizung. Ob diese jedoch tatsächlich den gesamten Bedarf decken kann, muss mittels einer Heizlastberechnung ermittelt werden.

Eine Pellet-Zentralheizung als Heizsystem

Anders als ein Pelletofen, welcher die Wärme dort abgibt, wo sie auch erzeugt wird, befindet sich die Pellet-Zentralheizung meist im Keller. Von dort aus wird das gesamte Gebäude mit thermischer Energie versorgt. Die Zentralheizung ist insbesondere in Deutschland die am häufigsten verwendete Heizungsart. Daneben gibt es noch die Etagenheizung und die Einzelheizung. Die Begriffe selbst verraten dabei bereits ihren Einsatzort. Mit einer Pellet-Zentralheizung lassen sich sowohl Einfamilien- als auch Mehrfamilienhäuser beheizen. Unter Umständen ist auch die Warmwasserbereitung über diese Anlage denkbar. 

Am Anfang steht jedoch immer die Heizlastberechnung. Über diese erfahren Sie, wie viel Wärme anhand der zu beheizenden Fläche, der eigenen Gewohnheiten und der Dämmung notwendig wird. Es muss sichergestellt werden, dass die Pellet-Zentralheizung diese benötigte Wärme zu 100 Prozent abdecken kann - anderenfalls bleibt es im Winter in einigen Räumen kalt oder ist schlicht nicht warm genug für den eigenen Komfort.

Eine Hand voll Pellets - Pellet-Zentralheizung
© abcmedia / Fotolia

Besonderheiten der Pellet-Zentralheizung

Klassischerweise gibt es die Zentralheizungen mit Gas oder Öl betrieben. Doch vor allem im Hinblick auf die Ökobilanz gewinnen Festbrennstoffkessel an Bedeutung. Insbesondere bei bestehenden Anlagen kommt es häufig zu Kombinationen. Dabei übernehmen die Kessel für Pellets, Scheitholz oder Hackschnitzel in der Regel die Funktion einer Zusatzheizung. 

Aber auch Pellet-Zentralheizungen werden immer beliebter. Denn vor allem die Betriebskosten sind im Vergleich zu den Öl- oder Gasheizungen ein Pluspunkt, auch wenn die Anschaffung mit einem wesentlich höheren finanziellen Aufwand einhergeht. Denn neben dem eigentlichen Kessel müssen Hausbesitzer auch mit einem entsprechenden Lagerraum sowie mit der Fördertechnik rechnen, die notwendig ist, um die Pellets vom Lager in den Brenner zu befördern. 

Am effektivsten im Volllastbetrieb 

Zudem sollten Anlagenbesitzer bedenken, dass Pellet-Zentralheizungen primär unter Volllast optimal laufen. Das heißt, je höher der Anteil des Volllastbetriebs, desto effizienter arbeitet die Anlage. Daraus folgt wiederum, dass sich der Einsatz einer Pellet-Zentralheizung bei großen Einfamilienhäusern lohnt. Experten sprechen hier von einer Wohnfläche von mindestens 150 Quadratmetern. Zudem sollten im besten Falle mindestens vier Personen das Gebäude bewohnen. Nach oben gibt es bei der Größe des Wohngebäudes nahezu keine Grenzen. Bei kleineren Einfamilienhäusern kann es helfen, wenn die Pellet-Zentralheizung auch die Warmwasserbereitung übernimmt. Im Übrigen ist es deshalb so wichtig, weil die Aufwärmphase einer solchen Heizung wesentlich länger dauert als bei Gas- oder Ölheizungen. Schließlich wirken sich zu kurze Brennphasen negativ auf die Effizienz aus. 

Kann der Pelletofen als Pellet-Zentralheizung fungieren?

Grundsätzlich ist ein Pelletofen gedacht, um einzelne Räume mit Heizwärme zu versorgen und auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Doch mit verschiedenen Kombinationen, kann ein solcher Ofen auch zum Beheizen eines ganzen Gebäudes betragen. Dafür sollte das Verhältnis der wasserseitigen und der raumseitigen Leistung ermittelt werden. Jedoch ist dies nur relevant, wenn der Pelletofen wasserführend ist. In diesem Falle verfügt der Ofen über eine sogenannte Wassertasche beziehungsweise einen Wärmetauscher. Dieser ist über Leitungen mit dem übrigen Heizkreislauf verbunden. Somit erwärmt diese Einzelheizung nicht nur den Raum, sondern speist zusätzlich Wärme in den Heizkreislauf. Genau daran unterscheiden sich die Begriffe der raumseitigen und der wasserseitigen Leistung. 

Wartung und Reinigung

Grundsätzlich ist der Betrieb einer Pellet-Zentralheizung durchaus wartungsintensiv. Denn beim Verbrennen entsteht Asche, die trotz Vollautomatik händisch entsorgt werden muss. Wie oft dies geschieht, ist je nach Modell und Hersteller sehr unterschiedlich. Ein überfüllter Aschebehälter führt zu Störungen. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass die vielen Bauteile von Fördertechnik und restlicher Heizungsanlage mit einer erhöhten Störungsanfälligkeit verbunden sind. Auch hier ist dies individuell verschieden. 

Daneben sollte auch der Lagerraum nicht vernachlässigt werden. Dessen Reinigung können Hausbesitzer jedoch selbst übernehmen. Schließlich ist auch die Brennkammer regelmäßig zu reinigen. Lassen Sie sich diesen Vorgang bei der Installation zeigen oder beauftragen Sie einen Fachmann dafür. Grundsätzlich sollte ein fachkundiger Installateur jährlich einmal ein Auge auf die Anlage werfen. 

Die Vorzüge und Nachteile auf einen Blick

Eine Pellet-Zentralheizung besitzt einige nennenswerte Vorteile. Die Verbrennung selber geschieht sehr sauber und umweltfreundlich, zudem werden keine fossilen Brennstoffe mit hohem CO2-Ausstoß verbrannt. Weiterhin siedeln sich die Preise pro erzielter Leistung etwas niedriger als bei beispielsweise Heizöl an. Hier sind jedoch auch regionale und saisonale Schwankungen zu berücksichtigen. Eine Pellet-Zentralheizung für kleinere Objekte ist bereits ab rund 10.000 Euro zu haben, größere Immobilien benötigen ein leistungsstärkeres Modell, bei dem mit ungefähr 15.000 Euro kalkuliert werden darf. Daneben gibt es weitere Vorteile:

  • Verwendung eines regenerativen Energieträgers
  • staatliche Fördermittel sind möglich
  • keine Geruchsbelästigung
  • Möglichkeit von Regionalprodukten

Nachteile im Detail

Nachteile bestehen aber dennoch. So muss die Pellet-Zentralheizung regelmäßig gewartet werden. Ascherückstände lassen sich tendenziell selber entnehmen und in den Hausmüll entsorgen, größere Kontrollen werden durch den Installateur oder den Schornsteinfeger durchgeführt. Weiterhin benötigen Sie ein Lager, in dem Sie die Pellets aufbewahren können. Da diese über einen gewissen Grad von Feuchtigkeit verfügen müssen, sollten sie fachgerecht gelagert werden - anderenfalls reduziert man unfreiwillig die Effizienz der Anlage. Zusammenfassend gibt es folgende Nachteile für eine Pellet-Zentralheizung:

  • hoher Wartungsaufwand und Platzbedarf
  • erhöhte Anfälligkeit für Störungen
  • Teillast vermindert die Effizienz
  • verhältnismäßig teuer in der Anschaffung
Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Eine Pellet-Zentralheizung lohnt sich vor allem dort, wo ein Volllastbetrieb regelmäßig erreicht werden kann. Denn nur so arbeitet diese Heizung auch wirklich effizient. Aufgrund dessen sollte eine Heizlastberechnung nicht fehlen. Diese ist im Übrigen auch sinnvoll, um festzustellen, welches Modell für Sie infrage kommt. Lassen Sie sich bei der Planung einer Pellet-Zentralheizung ausführlich beraten.

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