Die Pellet-Zentralheizung als primäres Heizsystem

Pelletöfen kann man entweder zum Beheizen einzelner Räume nutzen, z.B. wie einen Kamin mit Scheiten, oder aber in Form einer Pellet-Zentralheizung, welche die gesamte Immobilie und alle angeschlossenen Räume mit Wärme versorgt. Das ist durchaus denkbar, dem sollte aber eine Berechnung der notwendigen Heizlast vorausgehen, um sicherzustellen, dass der Bedarf tatsächlich gedeckt werden kann.

Eine Hand voll Pellets - Pellet-Zentralheizung

Eine Pellet-Zentralheizung als alleiniges Heizsystem

Neben der Kombination eines Pelletofen mit anderen Heizsystem lassen sich diese automatischen oder halbautomatischen Gerätschaften auch alleinig einsetzen. In diesem Fall spricht man im Fachjargon von einer Pellet-Zentralheizung, da das zentrale Heizsystem alle Räume mit Wärme versorgen kann. Bei dieser Variante gilt es einige wichtige Aspekte zu berücksichtigen. So wird zwingend eine Berechnung der Heizlast notwendig. Über diese erfahren Sie, wie viel Wärme anhand der zu beheizenden Fläche, der eigenen Gewohnheiten und der Dämmung notwendig wird. Es muss sichergestellt werden, dass die Pellet-Zentralheizung diese benötigte Wärme zu 100 Prozent abdecken kann - anderenfalls bleibt es im Winter in einigen Räumen kalt oder ist schlicht nicht warm genug für den eigenen Komfort.

Weiterhin sollte das Verhältnis der wasserseitigen und der raumseitigen Leistung ermittelt werden. Schließlich muss der Ofen nicht nur Räume beheizen, er muss als Pellet-Zentralheizung auch das Warmwasser aufbereiten können. Wenn diese ebenfalls durch den Pelletofen sichergestellt werden soll, kommt es im Aufstellungsraum zwangsweise zu höheren raumseitigen Temperaturen. Als Unterstützung ist die Nutzung einer Brauchwasserwärmepumpe oder einer Solarthermieanlage wichtig. Letztere erfüllt besonders im Sommer, wo die Pellet-Zentralheizung Schwächen zeigt, ihre Aufgabe zuverlässig. Obwohl auch eine Pellet-Zentralheizung als relativ unkompliziert gilt, muss diese selbst bei einem automatischen Betrieb noch regelmäßig befüllt werden. Auch Wartungen und Reinigungen, aufgrund der anfallenden Asche, sind keine Seltenheit. Da es sich hier um einen Ofen mit aktiver Verbrennung handelt, ist das Beheizen im Urlaub oder bei längerer Abwesenheit immer mit Vorsicht zu genießen. Gerade im Winter ist ein völliges Abstellen aufgrund der drohenden Unterkühlung aber ebenfalls nicht angeraten.

Die Vorzüge und Nachteile auf einen Blick

Pelletöfen, auch wenn diese als Pellet-Zentralheizung genutzt werden, besitzen einige nennenswerte Vorteile. Die Verbrennung selber geschieht sehr sauber und umweltfreundlich, zudem werden keine fossilen Brennstoffe mit hohem CO2-Ausstoß benötigt. Weiterhin siedeln sich die Preise pro erzielter Leistung etwas niedriger als bei beispielsweise Heizöl an. Hier sind jedoch auch regionale und saisonale Schwankungen zu berücksichtigen. Eine Pellet-Zentralheizung für kleinere Objekte ist bereits ab rund 10.000 Euro zu haben, größere Immobilien benötigen ein leistungsstärkeres Modell, bei dem mit ungefähr 15.000 Euro kalkuliert werden darf.

Nachteile bestehen aber dennoch. So muss die Pellet-Zentralheizung regelmäßig gewartet werden. Ascherückstände lassen sich tendenziell selber entnehmen und in den Hausmüll entsorgen, größere Kontrollen werden durch den Installateur oder den Schornsteinfeger durchgeführt. Weiterhin benötigen Sie ein Lager, in dem Sie die Pellets aufbewahren können. Da diese über einen gewissen Grad von Feuchtigkeit verfügen müssen, sollten sie fachgerecht gelagert werden - anderenfalls reduziert man unfreiwillig die Effizienz der Anlage.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Eine Pellet-Zentralheizung ist durchaus denkbar, auch aufgrund des umweltfreundlichen Betriebs. Mit Hinblick auf die Leistung sind diese Installationen in aller Regel absolut ausreichend. Wer nicht völlig auf ein zentrales Heizsystem mit dem Pelletofen vertrauen möchte, kann diese aber auch unterstützend einsetzen, was sich vor allem in puncto Warmwasseraufbereitung als vorteilhaft erweist.

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