Die Holzpellets-Herstellung einfach erklärt

Pellets sind kleine Presslinge aus Holzresten. Sie haben eine einheitliche Form und eignen sich dadurch besonders gut für die automatische Verbrennung in einer Pelletheizung. Aber wie funktioniert die Holzpellets-Herstellung, welche Materialien kommen zum Einsatz und wie unterscheidet sich die Qualität der fertigen Produkte?

Ausgangsstoffe für die Holzpellets-Herstellung

Die Pellettechnik ist heute noch ziemlich jung. So gibt es die stäbchenförmigen Brennstoffe in Deutschland gerade einmal etwas mehr als zehn Jahre. Genau wie die Technik zur Verbrennung hat sich dabei auch die Holzpellets-Herstellung immer weiterentwickelt. Geht es um die Frage der Ausgangsstoffe, kommen dabei verschiedene Materialien infrage. Diese sind:

  • Sägenebenprodukte
  • Industrieholz
  • Waldrestholz
  • sägefähiges Holz und Altholz
Presslinge aus Holz nach der Holzpellets-Herstellung
© fotofabrika / Fotolia

90 Prozent der Pellets stammen aus Sägenebenprodukten

Sägenebenprodukte sind Holzreste, die meist in Sägewerken anfallen. Sie bestehen aus Hackschnitzeln oder Spänen und haben einen Anteil von rund 90 Prozent an der Holzpellets-Herstellung. Hier eignen sie sich besonders gut, da sie in großen Mengen anfallen und sonst zu entsorgen wären.

Zehn Prozent der Holzpresslinge stammen aus Industrieholz

Nicht sägefähiges Industrieholz ist Rundholz, das sich in der holzverarbeitenden Industrie nicht weiter nutzen lässt. Es ist generell in großen Mengen verfügbar und hat einen Anteil von rund zehn Prozent an der Holzpellets-Herstellung. Grund für diesen eher niedrigen Wert ist dabei die aufwendige Verarbeitung. So sind die Rundhölzer zu entrinden und zu hacken.

Waldrest- und Altholz ohne Anteil an der Pellets-Herstellung

Gar keinen Anteil an der Produktion der Holzpresslinge haben dabei Waldresthölzer, sägefähige Hölzer oder Althölzer. Denn während die Forst-Reste den hohen Anforderungen für Pellets nicht genügen, würde die Verwendung sägefähiger Hölzer schlichtweg zu viel kosten. Altholz kommt dagegen nicht infrage, da es unter Umständen schädliche Substanzen enthalten kann.

Der Ablauf der Pellets-Herstellung

Die kleinen Holzpresslinge werden heute in automatisierten Fabriken hergestellt. Wie bei einem Fließband funktioniert das in folgenden Schritten:

  1. Anlieferung und Aufbereitung des Rohmaterials
  2. Trocknung und Konditionierung der Materialien
  3. Pressen, Kühlen und Ausliefern der Pellets

Anlieferung und Aufbereitung des Rohmaterials

Damit die Holzpellets-Herstellung problemlos abläuft, sind die Rohmaterialien im ersten Schritt für den weiteren Prozess vorzubereiten. Dabei geht es vor allem darum, metallische Bestandteile herauszufiltern und alle Späne durch eine sogenannte Hammermühle auf die gleiche Größe zu bringen.

Trocknung und Konditionierung der Materialien

Im nächsten Schritt geht es darum, das Material auf das Pressen vorzubereiten. Dazu werden die Holzreste getrocknet bzw. befeuchtet. Ziel ist ein einheitlicher Wassergehalt von zehn bis 15 Prozent. Durch die Zugabe von Stärke lässt sich darüber hinaus auch die Abriebfestigkeit der fertigen Pellets erhöhen. Ein Anteil von mehr als zwei Prozent ist jedoch nicht zulässig.

Pressen, Kühlen und Sieben der Pellets

Hat das Material optimale Voraussetzungen für die Holzpellets-Herstellung erreicht, wird es gepresst. Bei Temperaturen von 40 bis 50 Grad Celsius drücken Walzen die Holzspäne dabei durch die Öffnungen einer sogenannten Matrize. Der hohe Druck aktiviert den holzeigenen Stoff Lignin als natürliches Bindemittel und die Stäbchen bleiben in Form. Im Anschluss folgen die Kühlung sowie ein letztes Sieben der fertigen Pellets.

Die richtige Qualität von Pellets

Damit die Heizung ohne Probleme funktioniert, kommt es bei der Holzpellets-Herstellung auf eine besonders hohe Qualität an. Erkennen lässt sich diese an Auszeichnungen, wie dem EN-Plus-Zertifikat. Denn das stellt hohe Anforderungen an die Eigenschaften der Presslinge sowie ihre Produktion, Qualitätssicherung, Logistik und Auslieferung.

Sicherheit gibt darüber hinaus auch das DIN-Plus-Zertifikat. Dieses wird von der Prüfstelle DIN CERTCO vergeben und stellt Anforderung an Eigenschaften wie Durchmesser, Wassergehalt oder Ascheanteil. Weitere Informationen zur Pelletqualität geben wir im Beitrag „Pellets kaufen“.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Holzpellets-Herstellung folgt nach einem immer gleichen Ablauf, bei dem die Ausgangsmaterialien zunächst gereinigt, zerkleinert und getrocknet werden. Im Kern der Produktionsanlage steht die Presse, die die Holzspäne in die typische Stäbchenform bringt. Damit das Heizen problemlos funktioniert, sollten Hausbesitzer auf eine hohe Qualität der Pellets achten.

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