Der Pelletsofen: Günstig heizen mit Holz

Ein Pelletsofen ist ein Heizgerät, das Wärme aus der Verbrennung von Pellets gewinnt. Da die Holzpresslinge eine einheitliche und stabile Form haben, funktioniert das, anders als bei herkömmlichen Kaminen, vollautomatisch. In den folgenden Abschnitten geben wir die wichtigsten Informationen zur Funktion, den Einsatzgebieten und den Kosten moderner Pelletsöfen.

Der Pelletsofen arbeitet vollautomatisch

Ein Ofen für Pellets befindet sich in der Regel direkt im Aufenthaltsraum und verbrennt Holzstäbchen hinter einer transparenten Scheibe. Voraussetzung dafür ist lediglich ein freier Zug im Schornstein, über den die Abgase nach außen gelangen. Die bei der Verbrennung entstehende Wärme geht zu einem großen Teil in Form von Strahlung an den Aufenthaltsraum über. Das fühlt sich wie warme Sonnenstrahlen auf der Haut an und wird von vielen Menschen als sehr angenehm empfunden.

Regelung sorgt für einen komfortablen Betrieb

Ein moderner Pelletsofen ist meist mit einer komfortablen Regelung ausgestattet. Diese beeinflusst zum Beispiel die Brennerleistung oder Start und Ende der Feuerung. So können Hausbesitzer den Ofen über ein Zeitprogramm ganz einfach nach ihren Bedürfnissen arbeiten lassen. Während das Heizgerät dabei tagsüber pausiert, sorgt es zum Beispiel abends automatisch für einen warmen Empfang. Und das ohne das Feuer wie bei einem Scheitholzkamin erst von Hand entzünden zu müssen.

Brennstofftank ist platzsparend in den Pelletsofen integriert

Damit das funktioniert, müssen natürlich auch ausreichend Pellets vorhanden sein. Diese lagern in der Regel in einem integrierten Behälter, der sich einfach von Hand befüllen lässt. Wie oft das nötig ist, hängt von der Größe des Vorratsbehälters und den Heizgewohnheiten der Verbraucher ab. Die Holzpresslinge können dabei einfach in 15 Kilogramm Säcken, palettenweise oder verpackt in sogenannten Big-Bags gekauft werden. Wichtig ist nur eine trockene Lagerung. Denn feuchte Pellets quellen auf, verkleben und setzen weniger Wärme frei.

Pellets für einen Pelletsofen

Arten von Pelletsöfen im Überblick

Entscheiden sich Hausbesitzer für einen Kaminofen, können sie sich zwischen einem Raumheizgerät und einem wasserführenden Pelletsofen entscheiden. Wichtig ist, dass die Öfen die Heizlast der versorgten Räume oder des Gebäudes nicht überschreiten.

Raumheizgeräte erwärmen den Aufstellraum

Einfache Raumheizgeräte verbrennen die Holzpresslinge und leiten die dabei frei werdende Wärme an die angebundenen Räume. Je nach Aufbau des Ofens geschieht das in Form von Strahlung oder Konvektion. Während die Wärmestrahlung wie die Energie der Sonne erst auf der Haut spürbar ist, nutzt die Konvektion die Luft als Energieträger. Die Geräte sind heute in verschiedensten Leistungsstufen erhältlich und lassen sich somit optimal an den Bedarf im eigenen Haus anpassen.

Wasserführender Pelletsofen unterstützt die Heizung

Eine wasserführende Pelletheizung ist mit einem speziellen Wärmeübertrager ausgestattet. Dieser entzieht einen Teil der Verbrennungsenergie und speist damit die zentrale Heizungsanlage. Besonders effizient funktioniert das mit einem Pufferspeicher. Denn dieser bevorratet die Energie vom Pelletsofen und gibt sie bei Bedarf zeitversetzt an das angeschlossene System ab. Kombinieren Hausbesitzer zum Beispiel eine alte Gas- oder Ölheizung mit der günstigen Technik, können sie ihre Heizkosten einfach senken. Wichtig zu wissen ist, dass wasserführende Öfen weniger Wärme direkt an den Raum abgeben.

Pellet und Solarthermie in Kombination

Entscheiden sich Hausbesitzer für einen wasserführenden Pelletsofen, können sie diesen auch mit der Solarthermie kombinieren. Ein Pufferspeicher nimmt dabei in erster Linie die kostenfreie Wärme der Solaranlage auf. Reicht diese nicht mehr aus, um das Haus zu beheizen oder das Trinkwasser zu erwärmen, startet die Regelung den Ofen. Reicht auch dessen Leistung zum Beispiel an kalten Wintertagen nicht mehr aus, hält eine alte Öl- oder Gasheizung den zuverlässigen Heizbetrieb aufrecht.

Kosten und Fördermittel für einen Kaminofen

Während ein einfacher Pelletsofen heute schon für 2.000 bis 3.000 Euro zu haben ist, kosten wasserführende Geräte mehr. Je nach Leistung schlagen sie dabei mit 4.000 bis 6.000 Euro zu Buche. Durch einen neuen Pufferspeicher oder die Kombination mit einer Solaranlage können die Ausgaben weiter steigen. Ein Installateur kann die Gegebenheiten vor Ort genau unter die Lupe nehmen und dabei ein zuverlässiges Angebot erstellen.

Fördermittel für den wasserführenden Pelletsofen

Möchten Hausbesitzer ein wasserführendes Heizgerät kaufen, profitieren sie von hohen Fördermitteln des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Dabei gibt es mindestens 2.000 Euro für Öfen mit einer Leistung von fünf bis 25 Kilowatt. Darüber hinaus fördert das BAFA Anlagen im Bestand mit 80 Euro pro Kilowatt Heizleistung. Arbeitet der Ofen mit einem Partikelabscheider besonders sauber, steigt die Mindestförderung auf 3.000 Euro. In diesem Fall lässt sich die Technik übrigens auch im Neubau fördern. Hier bekommen Bauherren 2.000 Euro.

Die Mittel sind direkt bei dem BAFA zu beantragen. Während Hausbesitzer, die ihren Ofen spätestens am 31.12.2017 in Betrieb nehmen, dafür neun Monate Zeit haben, gilt ab 01.01.2018 ein neues Antragsverfahren. Dabei sind alle Fördermittel bereits vor dem Beginn der Bau- oder Umbauarbeiten zu beantragen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Ein Pelletsofen arbeitet vollautomatisch mit Holzstäbchen. Diese stammen in der Regel aus der eigenen Region und gelten als besonders nachhaltig. Der Ofen selbst sorgt aber nicht nur für hohen Komfort und knisternde Romantik, sondern auch für niedrige Heizkosten. Erst recht dann, wenn er als wasserführender Kamin zusammen mit einer Solaranlage arbeitet. Eine Förderung des BAFAs federt die hohen Anschaffungskosten spürbar ab.

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