Pellets zum Heizen - Alternative zu Öl und Gas

Immer mehr Verbraucher fragen sich derzeit, ob sie Pellets zum Heizen verwenden sollen. Der Brennstoff Pellets gilt als umweltfreundlich und sauber, zugleich sind höhere Investitionskosten erforderlich. Wer sich für eine Pelletheizung interessiert, sollte die Vor- und Nachteile des Brennstoffs daher gründlich abwägen.

Pellets: Vom Abfallprodukt zum komfortablen Brennstoff

Lange schon ist das Grundprinzip der Pelletherstellung aus der Futtermittelindustrie bekannt. In den USA wurden in den 1970er Jahren erstmals Sägespäne zu dem Brennstoff Pellets gepresst. Österreich und die skandinavischen Länder zogen Ende der 1970er Jahre nach, in Deutschland wurden Pellets zum Heizen jedoch erst 1997 gesetzlich freigegeben. Bis 2015 ist der Bestand an Pelletheizungen auf knapp 400.000 gestiegen.

Ein Haufen Pellets zum Heizen mit der Pelletheizung
© BillionPhotos.com / Fotolia

So wird der Brennstoff Pellets hergestellt

Pellets zum Heizen sind kleine, zylinderförmige Presslinge, die aus Abfällen von Forstbetrieben, Sägewerken oder holzverarbeitenden Betrieben hergestellt werden. Ihre Produktion ist relativ einfach und kostengünstig. Zunächst werden die angelieferten Holzabfälle in einem sogenannten Schwergutabscheider gründlich von Fremdstoffen wie Steinen oder Metall gereinigt. Handelt es sich nicht um feines Sägemehl, sondern um Holzstückreste, so werden diese vermahlen. Anschließend wird das Ausgangsmaterial getrocknet, bis es etwa zwölf bis 14 Prozent Restfeuchte aufweist.

Für den Zusammenhalt des Materials sorgen Harz und Lignin

Dieser Schritt ist relativ energieaufwendig, für die Qualität der Pellets zum Heizen jedoch von entscheidender Bedeutung. Die eigentliche Pelletherstellung erfolgt schließlich in einer Pelletierpresse. Hier werden die Holzspäne bei Temperaturen von 40 Grad Celsius bis 50 Grad Celsius unter hohem Druck verdichtet und anschließend durch die Öffnungen einer Stanzmaschine gepresst. Für den Zusammenhalt des Materials sorgt das im Holz natürlich enthaltene Harz und Lignin, manchmal werden geringe Mengen an Hilfsstoffen wie Stärke zugesetzt. Nach dem Auskühlen werden die Pellets gesiebt, um mangelhafte Stücke auszuscheiden.

Qualitätsmerkmale von Pellets

Mittlerweile existieren mehrere nationale und EU-weite Normen und Zertifikate, die eine einwandfreie Qualität von Holzpellets sicherstellen sollen. Grundsätzlich gilt, dass Pellets zum Heizen eine möglichst geringe Restfeuchte und einen geringen Aschegehalt aufweisen sollten - so verbrennen sie effizient und erzeugen wenig Emissionen. Weitere Qualitätskriterien sind ein geringer Schadstoffgehalt, wenig Staubanteil, eine glatte Oberfläche und eine gleichmäßige Größe. Diese und andere Merkmale werden europaweit durch die EU-Norm 14961-2 definiert. An den Vorgaben dieser EU-Norm orientiert sich das EN plus Zertifikat, das erst 2010 eingeführt wurde und Verbrauchern Orientierung beim Kauf bieten soll.

Auf die Zertifikate EN plus oder DIN plus achten

Die höchste Qualitätsklasse von Pellets zum Heizen nennt sich demnach EN plus-A1, etwas geringere Anforderungen erfüllen die Qualitätsklassen EN plus-A2 und EN-B. Darüber hinaus existiert in Deutschland das DIN plus Zertifikat für Pellets, das sich in weiten Teilen an der EU-Norm orientiert, in manchen Aspekten jedoch über die darin definierten Mindestkriterien hinausgeht. Verbraucher sollten beim Kauf von Pellets zum Heizen auf die Zertifikate EN plus oder DIN plus achten, denn bei Pellets von minderer Qualität kann es zu Fehlfunktionen der Pelletheizung kommen.

Vor- und Nachteile von Pellets zum Heizen

Lohnt es sich nun, Pellets zum Heizen zu verwenden? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Es gibt Argumente, die für den Brennstoff Pellets sprechen, und solche, die dagegensprechen. Verbraucher sollten folgende Aspekte bedenken:

  • Anschaffungskosten: Die anfänglichen Kosten einer Pelletheizung sind im Vergleich zu einer Ölheizung oder Gasheizung höher. Unter Umständen können jedoch staatliche Förderungen in Anspruch genommen werden.
  • Betriebskosten: Der Brennstoff Pellets selbst ist als Abfallprodukt der Holzindustrie relativ kostengünstig. Während die Kosten für eine Kilowattstunde Energie, die mit einer Ölheizung erzeugt wurde, über 8 Cent betragen, sind es mit einer Pelletheizung nur etwa 5,5 Cent. Auf ein Jahr gerechnet, kann die Pelletheizung somit um durchschnittlich 600 bis 700 Euro günstiger kommen. Die Preisentwicklung bei Pellets war bisher - im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas - relativ stabil. Sollte die Nachfrage nach Pellets rasch ansteigen, könnte sich der Preis jedoch erhöhen.
  • Umweltbilanz: Wer Pellets zum Heizen verwendet, wählt einen umweltfreundlichen und klimaneutralen Brennstoff. Denn das CO2, das bei der Verbrennung von Holzpellets frei wird, wurde von Bäumen während ihres Wachstums aus der Luft absorbiert. Darüber hinaus verbrennen Pellets relativ sauber und schadstofffrei, die Asche ist üblicherweise kompostierbar.
  • Regionale Wertschöpfung: Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas stammen die Ausgangsmaterialien für Holzpellets aus heimischen Wäldern. Die Verwendung von Pellets zum Heizen stärkt somit die deutsche Wirtschaft.
Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Pellets zum Heizen werden aus Abfallprodukten der Holzindustrie hergestellt. Eine Pelletheizung ist zwar etwas teurer in der Anschaffung, im laufenden Betrieb jedoch günstiger als Öl und Gas - und darüber hinaus umweltfreundlich.

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