Der Pelletofen bietet jede Menge Vorteile

Wenn es draußen kalt ist, träumen viele Menschen von der behaglichen Wärme eines Kamins im eigenen Zuhause. Mit einem Pelletofen als Zimmerofen wird dieser Traum für alle wahr, die sich nicht erst aufwendig einen eigenen Kamin einbauen lassen können oder möchten. Erfahren Sie im Folgenden alles über dieses Heizsystem, das nicht nur den Aufstellraum erwärmen, sondern auch einen vorhandenen Heizkessel unterstützen kann. 

Pelletofen schont die Umwelt und senkt Heizkosten

Im Gegensatz zu herkömmlichen Öfen kommen beim Pellet-Einzelofen keine handelsüblichen Holzscheite zum Einsatz. Stattdessen werden praktische kleine Holzstäbchen, sogenannte Pellets, verwendet. Zur Herstellung werden ausschließlich Stärke, Wasser und getrocknetes sowie naturbelassenes Restholz wie Sägespäne verwendet. Die so entstandene Masse wird dann in die charakteristische Stäbchenform gepresst. Dabei kann die Größe eines einzelnen Pellets je nach Hersteller eine Länge von 20 bis 50 Millimeter besitzen. Als Biomasse-Brennstoff verbrennen Holzpellets CO2-neutral und zählen daher auch mit zu den erneuerbaren Energien. Regional hergestellte Presslinge sorgen für kurze Wege und weniger Transportkosten, was ebenfalls die Umwelt schont – und das oft zu fairen Pelletpreisen.

Pelletofen - Holzheizung mit Umweltsiegel 'Blauer Engel'

Holzpellets kommen ganz ohne chemische Bindemittel aus und verfügen über eine hohe Energiedichte. Als Brennstoff sind sie klimaneutral, da sie nur so viel CO2 abgeben, wie das Holz im Wachstum in Sauerstoff umwandelt. Kein Wunder also, dass der Pelletofen als einzige Holzheizung mit dem Umweltsiegel 'Blauer Engel' zertifiziert ist. Denn mit ihm ist eine schadstoffarme Verbrennung gewährleistet. Selbstverständlich kommen die Pellets auch in einer Pelletheizung als Energielieferant zum Einsatz. 

Beheizung der Räume mit dem Pelletofen: Worauf Sie achten sollten

Ein brennender Pellet-Einzelofen steht vor einer Wand
© barbara buderath / Fotolia

Pelletöfen eignen sich ganz hervorragend für die Beheizung einzelner Räume. Dabei werden sie wie ein Kamin im Raum aufgestellt. Die Geräte geben die frei werdende Wärme in Form von Strahlung oder Konvektion an die angebundenen Räume ab. Während Wärmestrahlung wie die Energie der Sonne erst auf der Haut spürbar ist, nutzt die Konvektion die Luft als Energieträger, um die Wärme im Raum zu verteilen.

Damit die Verbrennung automatisch funktioniert, müssen ausreichend Pellets vorhanden sein. Diese lagern in der Regel in einem integrierten Behälter, der sich von Hand befüllen lässt. Wie oft, hängt von der Größe des Vorratsbehälters und den Heizgewohnheiten der Verbraucher ab. Die Holzpresslinge können dabei einfach in 15 Kilogramm Säcken, palettenweise oder in sogenannten Big-Bags gekauft werden. Wichtig ist eine trockene Lagerung. Denn feuchte Pellets quellen auf, verkleben und setzen weniger Wärme frei. Das wiederum bedeutet weniger Effizienz und steigende Heizkosten.

Ein Pelletkaminofen ist in verschiedensten Leistungsstufen erhältlich

Die Geräte sind heute in verschiedensten Leistungsstufen erhältlich. Berücksichtigen Sie beim Kauf eines Pellet-Einzelofens deshalb vorab: 

  • die Größe des zu beheizenden Raumes
  • und die notwendige Luftzufuhr 

Beträgt die Raumgröße zum Beispiel nicht mehr als 40 Quadratmeter, benötigen Sie auch keinen Pelletofen mit Maximalleistung. Stellen Sie eine ausreichende Belüftung des Raumes sicher, da während des Verbrennungsprozesses Sauerstoff verbraucht wird. Die Faustregel lautet: Je größer die Kilowattleistung, umso mehr Sauerstoff ist nötig. Wenn Ihr Haus oder Ihre Wohnung besonders gut gedämmt und luftdicht ist, sorgen Sie dafür, dass die optimale Luftzufuhr sichergestellt ist. In bestimmten Fällen kann sich als ergänzende Maßnahme die Einrichtung einer zusätzlichen Luftzuführung als sinnvoll erweisen.

Einen neuen Pelletofen richtig anschließen

Ob mit oder ohne Wasser: Wenn Sie den für Sie passenden Pelletofen gefunden haben, benötigen Sie für die Installation einen Elektroanschluss. Auch der Schornstein Ihres Hauses muss mit dem Pellet-Einzelofen kompatibel sein. Klären Sie mit dem für Ihr Gebäude befugten Schornsteinfeger daher auf jeden Fall noch vor der Installation, ob der Schornstein auch tatsächlich für den Anschluss geeignet ist. Denn ein gut geschulter Schornsteinfeger kann Ihnen sofort sagen, ob und mit welchem Modell dies möglich ist. So vermeiden Sie bereits im Vorfeld unnötige Kosten und unliebsame Überraschungen. Weitere Informationen zu diesem Thema liefert auch der Beitrag zum Pelletofen-Kauf.

Einen Pelletofen wasserführend betreiben

Der klassische Pelletofen erwärmt in der Regel nur den Raum, in dem er aufgestellt ist. Daneben gibt es auch Modelle, die wasserführend betrieben werden können. Ist der Pelletofen wasserführend, kann die Verbrennungswärme nicht nur an den Aufstellraum, sondern auch an die Heizungsanlage übertragen werden. Der zu diesem Zweck integrierte Wärmeübertrager nutzt einen Teil der Wärme zum Erhitzen von Heizungswasser, wodurch die Energie zur übrigen Heizungsanlage transportiert werden kann. Hier wird sie je nach Bedarf für die Raumheizung oder die Warmwasserbereitung verwendet.

Wie wird ein wasserführender Pelletofen in die Heizung integriert?

Wie bei allen Heizgeräten mit regenerativen Energien wird auch die Wärme eines wasserführenden Ofens am besten über Puffer- oder Kombispeicher in die Heizung integriert. Diese nehmen die thermische Energie unmittelbar auf und halten sie solange vor, bis sie für die Heizung oder das Warmwasser benötigt wird. Wie viel von der thermischen Energie in die Heizungsanlage eingespeist wird, hängt von der wasserseitigen Leistung ab. Ist diese groß genug, können Hausbesitzer vor allem in den Übergangszeiten Frühjahr und Herbst spürbar Heizkosten sparen.

Passt ein wasserführender Pelletofen in jedes Heizsystem?

Unabhängig von der Betriebsweise lässt sich der Pelletofen mit vielen Heizsystemen kombinieren. Zu beachten ist dabei, dass seine Leistung in jedem Fall auch zu der Größe und dem Energiebedarf des Gebäudes passen muss. Soll die Wärme zur Raumheizung oder zur Warmwasserbereitung genutzt werden, ist außerdem darauf zu achten, dass der Pufferspeicher ausreichend groß dimensioniert ist, um einen effizienten Betrieb zu gewährleisten.

Arbeitet der Pelletofen wasserführend, kann er sowohl mit konventionellen Heizgeräten wie der Gasheizung, als auch einer modernen Wärmepumpe kombiniert werden. Nicht geeignet ist dagegen die Kombination mit KWK-Geräten wie dem BHKW oder der Brennstoffzelle, da diese nur dann wirtschaftlich arbeiten, wenn sie selbst lange Laufzeiten erreichen.

Pelletofen wasserführend für Heizungs- und Warmwasserunterstützung
© maho / Fotolia

Pelletkamin und Solarthermie in Kombination

Entscheiden sich Hausbesitzer für einen wasserführenden Pelletofen, können sie diesen auch mit der Solarthermie kombinieren. Ein Pufferspeicher nimmt dabei in erster Linie die kostenfreie Wärme der Solaranlage auf. Reicht diese nicht mehr aus, um das Haus zu beheizen oder Trinkwasser zu erwärmen, startet die Regelung den Ofen. Reicht auch dessen Leistung nicht aus, zum Beispiel an kalten Wintertagen, hält eine alte Öl- oder Gasheizung den zuverlässigen Heizbetrieb aufrecht. Auf diese Weise können Sie effizient heizen, auch wenn ein Wechsel des alten Heizkessels noch außer Frage steht.

Kann auch ein älterer Pelletofen wasserführend werden?

Auch ein bereits bestehender Ofen kann zu einem wasserführenden Pelletofen werden. Viele Hersteller bieten dazu spezielle Nachrüstsätze an, die die Wärme in der Regel aus den heißen Abgasen gewinnen. Im Vergleich zu Komplettgeräten fällt die wasserseitige Leistung dabei niedriger aus. Besonders wichtig ist, dass auch nachträglich installierte Wärmeübertrager ausreichend gesichert werden. So schützt zum Beispiel eine thermische Ablaufsicherung, die es auch in einer herkömmlichen Holzheizung gibt, davor, dass die Wärme abgeführt werden kann, wenn kein Bedarf vorhanden und der Speicher bereits voll beladen ist.

Kosten für einen Pellet-Kaminofen

Die Preise für einen Pelletofen sind stark von dessen Nenn- und Wärmeleistung abhängig. Bei den sogenannten Warmluftgeräten, die vor allem Strahlungswärme abgeben, liegen die Kosten zwischen etwa 1.800 und 5.000 Euro. Wasserführende Geräte haben eine Wassertasche. Das darin erhitzte Wasser wird in den Heizkreislauf eingespeist. Bei einem solchen Pelletofen ist mit einem finanziellen Aufwand zwischen 4.000 und 9.000 Euro zu rechnen. Die Kosten beziehen sich jeweils auf die Anschaffung und die Installation des Pelletofens.

Übrigens: Auf welche Punkte Sie achten müssen, um einen hochwertigen Ofen zu finden, zeigen wir im Beitrag zum Pelletofen-Test.

Fachberatung ist das A und O beim Kauf eines Pelletkamins

Mit Holz kann man genauso komfortabel heizen wie mit Gas oder Öl. Denn die Pellets lassen sich leicht lagern und ganz leicht in den Heizkessel einfüllen. Im Vergleich zu den üblichen Holzscheiten punkten die kleinen Energiebündel auch noch in puncto Verbrennung: Denn der Verbrennungsprozess lässt sich besser und kontinuierlicher regulieren. Neben der angenehm wohligen Wärme, die ein Pelletofen ausstrahlt, kann er je nach Modell ein echter Hingucker sein. Ein Sichtfenster gibt den Blick auf das lodernde Flammenspiel frei. Unser Tipp vor dem endgültigen Kauf eines Pellet-Einzelofen: Lassen Sie sich vom Fachmann mehrere Pelletöfen im laufenden Betrieb zeigen, damit Sie von vornherein wissen, welches Licht das prasselnde Feuer abgibt, und ob es, je nach Modell, zu einer Geräuschentwicklung kommt, die von Ihnen auf Dauer als störend empfunden werden könnte.

Pelletofen: Höhe der Förderung

Hauptanlaufstelle, wenn Sie für den neuen Pelletofen eine Förderung beantragen möchten, ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle; kurz: BAFA. Für einen Pelletofen erfolgt die Förderung jedoch nur, wenn dieser wasserführend ist und eine Wassertasche besitzt. Darüber hinaus sollte der Ofen eine Nennwärmeleistung von mindestens fünf Kilowatt und einen Wirkungsgrad von mindestens 90 Prozent aufweisen. Bedingung für eine BAFA-Förderung ist zudem, dass es sich um naturbelassenen Brennstoff handelt (gemäß Paragraph 3 der Verordnung für kleine und mittlere Feuerungsanlagen). 

Erfüllt Ihr neuer Pelletofen diese Voraussetzungen, und findet er sich in der Liste der förderfähigen Produkte des BAFA wieder, können Sie mit einem Zuschuss von bis zu 35 Prozent rechnen. Für den Neubau gelten zusätzliche Anforderungen wie Brennwertnutzung oder Partikelabscheidung. 

In der Regel wird ein Pelletofen mit einem anderen Wärmeerzeuger kombiniert. Ein hybrides System auf Basis erneuerbarer Energien wird mit bis zu 35 Prozent gefördert. In Verbindung mit einer Gas-Brennwertheizung gibt es einen Zuschuss bis zu 30 Prozent.

Pelletofen-Förderung: Den Antrag richtig stellen

Möchten Sie für den neuen Pelletofen eine Förderung in Anspruch nehmen, ist eine Antragstellung verpflichtend. Dabei sind folgende Unterlagen beim BAFA einzureichen:

  • BAFA-Förderantrag
  • Erklärung des Fachunternehmens, inklusive der Bestätigung zur Durchführung eines hydraulischen Abgleichs
  • vollständige Rechnung mit Adresse des Antragstellers

Wichtig: Beantragen Sie für den Pelletofen eine Förderung, muss dies vor der Umsetzung der Maßnahme beziehungsweise dem Vertragsschluss mit dem Installateur erfolgen.

Zum Aktivieren des Videos klicken Sie bitte auf den Play-Button. Bitte beachten Sie, dass durch Aufruf des Videos Daten an YouTube übermittelt werden. Details dazu entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Ein Pelletofen ist ein dezentrales Heizgerät. Anders als mit Holzscheiten, die regelmäßig von Hand nachzulegen sind, wird er mit sogenannten Pellets betrieben, die automatisch nachgefüllt werden. Ist ein Pelletofen wasserführend, kann die Wärme nicht nur an den Aufstellraum abgegeben werden, sondern auch an die Heizungsanlage. Eingespeist in einen Puffer- oder Kombispeicher, wird sie für Raumwärme oder Warmwasserbereitung verwendet. 
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
Pelletheizung
Artikelbewertung
news-icon
Neueste Artikel