Pelletkessel: Nachhaltig und komfortabel 

Der Pelletkessel ist eine Holzheizung, die zu Stäbchen gepresste Holzreste verbrennt. Anders als Scheitholzkessel transportieren Pelletheizungen die Brennstoffe dabei vollautomatisch aus einem Lager zum Brenner. Sie arbeiten damit ökologisch, nachhaltig und sehr komfortabel. Voraussetzung ist jedoch ein höherer Platzbedarf. Wie ein Pelletkessel funktioniert und was ein solcher Kessel kostet, erklären wir in den folgenden Abschnitten. 

Aufbau und Funktionsweise der Pelletkessel 

Pelletkessel sind moderne Heizgeräte für die vollautomatische Verbrennung von Pellets – gleichförmigen Stäbchen aus gepressten Holzresten. Sie erzeugen Wärme für Zentralheizung und Warmwasserbereitung und lassen sich in nahezu jedem Haus einsetzen. Anders als Gas- und Ölheizungen gelten Pelletheizungen als besonders umweltfreundlich. Denn das Holz, das meist aus der eigenen Region stammt, erzeugt bei der Verbrennung nur etwa so viel CO2, wie die Bäume während ihres Wachstums in Sauerstoff umgewandelt haben. Experten sprechen daher von einer CO2-neutralen Verbrennung. Grundsätzlich bestehen die Heizgeräte neben dem Kessel selbst aus:

  • einem Lager zum Bevorraten der Brennstoffe
  • der Fördertechnik zum Transport der Pellets
  • einem Speicher für die erzeugte Heizwärme
  • optional: einer Solaranlage für die Heizung

Brennstofflager bevorraten Pellets für ein Jahr 

Das Brennstofflager sollte ausreichend Pellets für ein Jahr bevorraten. Auf diese Weise arbeitet der Pelletkessel lange Zeit zuverlässig und komfortabel. Grundsätzlich kommen dabei drei verschiedene Arten infrage:

  • Gewebesilos
  • Lagerräume
  • Erdtanks

Die folgende Tabelle zeigt, was die einzelnen Behälterarten voneinander unterscheidet.

Brennstofflager Eigenschaften
Gewebesilos Gewebesilos bestehen aus einem Holz- oder Metallrahmen, in dem ein stabiler Gewebesack hängt. Die Behälter lassen sich unkompliziert in jedes Haus transportieren und platzsparend vor Ort aufstellen. Mit einer entsprechenden Einhausung zum Wetterschutz sind die Sacksilos auch außen aufstellbar. Die Pellets rutschen am spitzen Ende unten zusammen und lassen sich zuverlässig zum Kessel transportieren. Die Befüllung funktioniert über einen Schlauchanschluss von außen.
Pelletlagerraum Der Lagerraum nimmt im Vergleich zum Sacksilo deutlich mehr Platz ein. Denn er besteht aus einem abgeschlossenen Raum an der Außenseite des Hauses. Experten statten diesen mit einem Schrägboden aus Holz aus, sodass die Pellets in der Mitte des Raumes zusammenrutschen. Hier lassen sie sich über eine Förderschnecke abführen und zum Pelletkessel transportieren. Die Befüllung erfolgt über Stutzen in der Außenwand. Um das Gebäude zu schützen, befindet sich gegenüber eine spezielle Prallschutzmatte.
Unterirdische Tanks Unterirdische Tanks aus Kunststoff oder Beton lassen sich vor dem Haus vergraben. Sie sind platzsparend und über Öffnungen von außen zu befüllen. Die Entnahme der Brennstoffe für Pelletkessel funktioniert hier unter anderem mit einem Maulwurf. Dieser liegt auf dem Pelletvorrat und saugt die Presslinge von oben ab.

Die Pelletlagerung benötigt viel Platz, der vor allem in neuen Häusern oft nicht vorhanden ist. Eine Alternative bietet dabei der Pelletkessel mit Wochenbehälter (auch Pelletkessel mit Vorratsbehälter). Hier befindet sich ein Kleintank direkt am Kessel. Dieser ist in regelmäßigen Abständen von Hand zu befüllen. Abhängig von der Größe des Vorratsbehälters, der Leistung des Kessels und der Witterung heizt der Wärmeerzeuger auf diese Weise mehrere Tage ohne manuelles Zutun. 

Achtung: Wer sich für einen Pelletkessel entscheidet, sollte sicherstellen, dass sich der Tank auch befüllen lässt. Erfolgt die Lieferung mit einem LKW, benötigen diese in der Regel eine freie Durchfahrtshöhe von 3,30 Meter. Außerdem darf die Entfernung vom Standplatz des LKWs zum Befüllstutzen am Haus nicht größer als 30 Meter sein. 

Pellets verbrennen in einem Pelletkessel
© tiero / Fotolia

Fördertechnik bringt Presslinge zum Pelletkessel 

Während Besitzer einer Holzheizung die Scheite mehrmals täglich von Hand zum Kessel transportieren müssen, erfolgt der Pellettransport bei einem Pelletkessel vollautomatisch. Zum Einsatz kommen dabei Förderschnecken oder Vakuumsaugsysteme. Die folgende Tabelle zeigt, was beide voneinander unterscheidet.

Fördertechnik Eigenschaften
Förderschnecke Die Förderschnecke besteht aus einer rotierenden Schraube. Durch die Drehbewegung rutschen die Brennstoffe dabei kontinuierlich zum Kessel, in dem sie anschließend verbrennen. Die Förderschnecke ist vergleichsweise günstig. Sie liegt am Boden und überwindet nur kurze Wege zwischen Lager und Pelletkessel.
Vakuumsaugsystem Das Vakuumsaugsystem besteht aus einem flexiblen Schlauch. Ein Unterdruck saugt die Presslinge dabei aus dem Tank und fördert sie zum Kessel. Der Schlauch lässt sich an der Decke entlang führen. Die Verlegung ist deutlich flexibler und das Saugsystem kann auch längere Entfernungen überwinden.

Pelletkessel als Herzstück der Heizungsanlage 

Im Kessel angekommen, verbrennen die Pellets in einem speziellen Pelletbrenner. Unterschubbrenner nehmen dabei einen Vorrat aus dem Pelletlager auf. Sie befördern ihn durch integrierte Förderschnecken zu einem Brennteller, auf dem die Rohstoffe dann effizient und sauber abbrennen. Bei Pelletöfen und Kesseln mit kleiner Leistung kommen auch sogenannte Topfbrenner zum Einsatz. Hier fallen die Rohstoffe von oben in einen Brennbehälter herein.

Pelletkessel befördern die entstehende Asche anschließend in einen Aschebehälter. Sie verdichten die Verbrennungsrückstände und sorgen dafür, dass Verbraucher die Behälter nur wenige Male im Jahr herausnehmen und entleeren müssen.

Wärmespeicher sorgt für effiziente Verbrennung 

Anders als bei Holzkesseln schalten die Brenner der Pelletkessel einfach ab, wenn der aktuelle Wärmebedarf gedeckt ist. Sie starten anschließend von allein und kommen daher theoretisch auch ohne Wärmespeicher aus. Da die Heizgeräte aber nur bei voller Last wirklich effizient und sauber arbeiten, lohnt es sich, die Pelletheizung mit einem Pufferspeicher zu kombinieren. Die Puffer- oder Schichtladespeicher nehmen die Wärme des Kessels auf und bevorraten sie so lange, bis im Haus ein Bedarf besteht. Auf diese Weise können die Kessel trotz Schwankungen im Wärmebedarf gleichmäßig und effizient arbeiten. Sind Pelletkessel auch mit einem Warmwasserspeicher ausgestattet, sorgen sie gleichzeitig für warmes Trinkwasser.

Besonders effizient: Pelletkessel mit Brennwerttechnik

Wie bei Gas- und Ölheizungen gibt es auch Pelletkessel mit Brennwerttechnik. Dabei führen Wärmeübertrager kühles Wasser aus dem Heizungsrücklauf über die heißen Abgase der Verbrennung. Die Rauchgastemperatur sinkt und der enthaltene Wasserdampf kondensiert. Dieser Vorgang setzt verborgene Wärme frei, die das Heizungswasser im Rücklauf erwärmt. Der Pelletbrenner muss dadurch weniger leisten und der Brennstoffverbrauch sinkt. Moderne Kessel für den Betrieb mit Pellets sind heute aber auch ohne Brennwerttechnik besonders effizient.

Solarthermie für sparsamen Betrieb der Pelletkessel 

Für einen sparsamen Betrieb lässt sich eine Pelletheizung mit Solar kombinieren. Die Solarthermie wandelt kostenfreie Sonnenwärme in nutzbare Heizwärme um. Diese speist die Anlage anschließend in den Pufferspeicher oder den Trinkwasserspeicher. Auf diese Weise unterstützt die Solarthermieanlage entweder die Zentralheizung oder allein die Brauchwasserbereitung. Das entlastet den Pelletkessel und sorgt für sinkende Heizkosten.

Installation der Pelletkessel durch eine Fachfirma

Die Installation der Pelletkessel ist ein aufwendiges Vorhaben, das Verbraucher nicht selbst erledigen sollten. Erfahrene Fachbetriebe helfen bei der Auslegung der Technik und bauen die einzelnen Komponenten zuverlässig ein. Das sorgt für einen sicheren Betrieb der Heizung. Kommt es doch einmal zu einer Störung, sind die Fachinstallateure schnell zur Stelle, um diese zu beheben.

Einsatzbereiche moderner Pelletkessel 

Kessel für Pellets sind für neue und alte Gebäude geeignet, sofern der Platz im Haus ausreichend groß ist. Damit die Kessel effizient arbeiten können, müssen Experten die benötigte Leistung individuell bestimmen. Möglich ist das zum Beispiel mit einer Heizlastberechnung. Liefert die Heizung zu viel Wärme, kommt sie hingegen schnell ins Takten. Sie schaltet sich häufiger ein und aus. Das beansprucht die Technik, sorgt für höhere Emissionen und durch die geringere Effizienz auch zu einem höheren Brennstoffverbrauch.

Vorteile und Nachteile der Kessel für Pellets 

Pelletkessel arbeiten umweltfreundlich, (meist) vollautomatisch und komfortabel. Hausbesitzer müssen sich kaum um die Anlagen kümmern und können die eigenen vier Wände auch bei längerer Abwesenheit zuverlässig beheizen. Die Pellets selbst sind vergleichsweise günstig, wodurch auch die Brennstoffkosten geringer ausfallen, als bei einer Gas- oder einer Ölheizung. Nachteilig ist vor allem der hohe Platzbedarf. Außerdem ist die Anschaffung der Pelletkessel mit hohen Kosten verbunden. Die folgende Tabelle zeigt die Vorteile und Nachteile einer Pelletanlage noch einmal im Überblick:

Vorteile Nachteile
umweltfreundlicher Betrieb mit Brennstoffen aus der eigenen Region hoher Platzbedarf für Kessel, Speicher, Lager- und Fördertechnik
vollautomatischer Heizbetrieb auch bei längerer Abwesenheit hohe Anschaffungskosten der Technik
hohe Effizienz vom Pelletkessel mit Brennwerttechnik Ascheaustragung muss in regelmäßigen Abständen von Hand erfolgen
Kombination mit Solarthermie ist möglich
niedrige Heizkosten durch günstige Brennstoffe

Kosten und Fördermittel für Pelletkessel

Wie viel kann ein Pelletkessel kosten? Diese Frage hängt in erster Linie von der benötigten Heizleistung ab. Denn diese entscheidet über die Kesselgröße und die Ausmaße der Lagerbehälter. Grundsätzlich entstehen bei der Anschaffung einer Pelletheizung Ausgaben für:

  • den Kessel für Pellets: 5.000 bis 8.000 Euro
  • die Pelletlagerung: 1.000 bis 2.000 Euro
  • die Fördertechnik: 500 bis 1.500 Euro
  • den Wärmespeicher: 1.000 bis 3.000 Euro
  • den Schornstein: 500 bis 1.500 Euro
  • die Installation der Pelletkessel: 1.000 bis 3.000 Euro

Insgesamt belaufen sich die Kosten für einen Pelletkessel in Ein- und Zweifamilienhäusern damit auf etwa 9.000 bis 19.000 Euro. Ausschlaggebend sind hier auch regionale Preisgefüge und gewählte Fabrikate. Eine zuverlässige Aussage ist daher nur mit dem Heizungsangebot von einem Fachbetrieb möglich.

Übrigens: Wer sich für einen Pelletkessel mit Vorratsbehälter entscheidet, kann viel Geld sparen. Denn hier ist die teure Lager- und Fördertechnik nicht erforderlich. 

Fördermittel senken die Kosten der Pelletkessel 

Pelletkessel sind effizient und umweltfreundlich. Zwei Gründe, aus denen der Staat die Heiztechnik mit hohen Zuschüssen fördert. Erhältlich sind diese über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) - und das sogar für neue und bestehende Häuser. So gibt es:

  • mindestens 3.500 Euro für einen Pelletkessel mit Pufferspeicher
  • mindestens 5.250 Euro für einen Pelletkessel mit Brennwerttechnik oder Partikelabscheider (nur im Bestand)

Noch mehr gibt es, wenn Verbraucher auch eine Solaranlage installieren, ihr Haus energetisch sanieren oder das alte Heizsystem optimieren. Wichtig: Die Mittel sind unbedingt vor dem Einbau der Technik zu beantragen. Wie das funktioniert, erklärt der Beitrag Förderung für eine Pelletheizung.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Pelletkessel verbrennen gepresste Holzreste umweltfreundlich und vollautomatisch. Sie arbeiten komfortabel, günstig und passen heute in nahezu jedes Haus. Wichtig ist jedoch ein ausreichend großes Platzangebot für Kessel, Speicher, Lager- und Fördertechnik. Um die hohen Anschaffungskosten abzufedern, fördert der Staat die Technik in Neubau und Sanierung mit hohen Zuschüssen über das BAFA.
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