Förderung für die Pelletheizung richtig beantragen

Eine Förderung für die Pelletheizung ist grundsätzlich möglich. Dabei gilt es jedoch auf bestimmte Voraussetzungen der jeweiligen Stellen und Institutionen zu achten, die die Fördermittel vergeben. Die zentralen Anlaufstellen sind das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Erfahren Sie im nachfolgenden Artikel, wann und unter welchen Bedingungen Sie eine Förderung für Ihre Pelletheizung in Anspruch nehmen können.

Was Sie grundsätzlich zur Förderung einer Pelletheizung wissen sollten

Wie auch bei anderen Heizungsarten treten beim Thema Förderung sowohl Kommunen als auch Institute vom Bund bei der Vergabe der Mittel auf. Bundesweite Angebote sind, wie der Name schon sagt, in ganz Deutschland verfügbar. Anders verhält es sich mit einer Förderung der Pelletheizung aus den Kommunen oder Ländern. Diese sind regional beschränkt verfügbar. Ob eine derartige Förderung existiert, sollten Sie im Vorfeld in Erfahrung bringen.

Wichtig: 2021 wurden die bis dato gültigen Förderprogramme von BAFA und KfW in die Richtlinie der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) überführt. Die Förderung kann damit über drei Wege erfolge – als BEG EM (Einzelmaßnahme), BEG WG (Wohngebäude) und BEG NWG (Nicht-Wohngebäude). Hierbei gibt es jeweils Zuschuss- und Kredit-Förderungen. 

Der richtige Zeitpunkt für den Förderantrag

Die Fördergelder für die Pelletheizung ist bei der KfW und dem BAFA immer im Vorfeld zu beantragen. Das heißt konkret, der Antrag sollte eingegangen sein, bevor die Durchführung der Maßnahmen beginnt. Stichtag ist hier die Auftragserteilung, also wenn Sie den Liefer- oder Leistungsvertrag abschließen.

Bei einem Antrag zur Förderung über die KfW empfiehlt diese, einen Energieberater hinzuzuziehen. Dieser prüft die Maßnahmen und legt wichtige Rahmenbedingungen für die Planung fest. Generell bei umfangreichen Maßnahmen ist ein Berater zu empfehlen. Mit Jahresbeginn 2021 wurde die Rolle der EnergieberaterInnen auch noch einmal gestärkt. Fortan können Fachplanung und Baubegleitung in den Teilprogrammen gleich mit beantragt werden. Die Förderung umfasst bis zu 50 Prozent. Die förderfähigen Kosten bei Einfamilienhäusern sind für diesen Bereich aber auf 5.000 Euro gedeckelt. 

Förderung durch das BAFA

Pelletheizungen verbrennen zu Holzstäbchen gepresste Holzreste – Pellets. Dabei wird in etwa so viel Kohlenstoffdioxid freigesetzt, wie die dafür gefällten Bäume beim Wachsen aufgenommen haben. Experten sprechen deshalb von einer annähernd CO2-neutralen Verbrennung. Darüber hinaus ist Holz ein nachwachsender Rohstoff. Die Pelletheizung gehört somit zu den Wärmeerzeugern auf Basis erneuerbarer Energien und wird durch das Bundesamt mit einem Anteil von bis 35 Prozent der förderfähigen Kosten unterstützt.

Dies gilt nicht nur für die Pelletkessel selbst, sondern auch für Pelletöfen mit Wassertasche und für Kombikessel. Mit den Letztgenannten können sowohl Pellets als auch Scheitholz verfeuert werden. Luftgeführte Pelletöfen oder handbeschickte Einzelöfen werden unter anderem nicht gefördert. 

Mehr als nur 35 % der Förderung für eine Pelletheizung sichern!

Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie sich mehr als die 35 Prozent der förderfähigen Investitionskosten fördern lassen. So gibt es zusätzlich fünf Prozent, wenn die neue Anlage die technischen Voraussetzungen für den Innovationsbonus Biomasse erfüllt. Was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie im folgenden Abschnitt zu den Voraussetzungen. Weitere fünf Prozent sind möglich, wenn die Heizungsmodernisierung im Rahmen des sogenannten individuellen Sanierungsfahrplans umgesetzt wird. Dieser darf dazu nicht älter als 15 Jahre sein.

Außerdem erhöht sich die Förderung für die Pelletheizung dann, wenn Sie eine alte Ölheizung austauschen. Hierbei gibt es zehn Prozent extra. Das heißt, unter bestimmten Voraussetzungen ließen sich bis zu 55 Prozent der förderfähigen Kosten im Rahmen der BEG EM beantragen. 

Voraussetzungen für die Förderung der Pelletheizung durch das BAFA

Mit den Neuerungen zum 01.01.2021 haben sich unter anderem die technischen Bedingungen für die förderfähigen Anlagen noch einmal gewandelt. So ist nun vorgesehen, dass wenn Sie die Förderung für eine Pelletheizung beantragen möchten, grundsätzlich mehr als 50 Prozent der erzeugten thermischen Energie für die Bereitung von Warmwasser oder für das Beheizen der Räume oder für die Kombination von Warmwasser und Beheizung genutzt werden sollten.

Darüber hinaus gelten sowohl für Pelletheizungen und Pelletöfen mit Wassertasche als auch für Kombikessel folgende technische Anforderungen:

  • automatische Beschickung
  • Leistungs- und Feuerungsregelung
  • automatische Zündung

Daneben ist für den Pelletkessel festgelegt, dass ein Pufferspeicher eingebaut sein muss mit mindestens 30 Liter Volumen je Kilowatt Nennwärmeleistung. Bei einem Kombikessel muss dieser sogar etwas höher ausfallen: 55 Liter je Kilowatt Leistung.

Darüber hinaus ist bei einem neuen Wärmeerzeuger, der mit Pellets betrieben wird, ein hydraulischer Abgleich Pflicht. Die Bestätigung, dass dieser von einem Fachbetrieb durchgeführt wurde, ist dem BAFA einzureichen. Ebenfalls gilt für alle Biomasseheizungen mit Pellets, dass sie einen jahreszeitbedingten Raumheizungsnutzungsgrad von mindestens 78 Prozent erreichen müssen.

Besonders wichtig bei der Förderung von Pelletheizungen sind schließlich die Emissionsgrenzwerte. Die Emissionswerte von Kohlenmonoxid (CO) und Feinstaub dürfen bestimmte Werte nicht überschreiten. So darf der CO-Gehalt bei Nennwärmeleistung nicht über 200 Milligramm je Kubikmeter Abgas liegen und im Teillastbetrieb nicht über 250 Milligramm. Für Feinstaub gilt die Obergrenze von 15 Milligramm je Kubikmeter Abgas. Möchten Sie sichergehen, auch den Innovationsbonus zu erhalten, darf dieser Wert nicht über 2,5 Milligramm liegen. 

Ein Haufen Pellets und ein Stapel Geldmünzen symbolisieren die Förderung der Pelletheizung
© Stanislau_V / Fotolia

 Förderungen für kombinierte Pelletheizungen

Auch wenn Sie die Pelletheizung mit einem anderen Wärmeerzeuger kombinieren, fördert das BAFA die Anlage. Das Hybridsystem besteht entweder aus einem Pelletkessel und einem anderen regenerativen Wärmeerzeuger (Wärmepumpe oder Solarthermie) oder aus einem Pelletkessel und einer Gas-Brennwertheizung. Im ersten Fall bekommen Sie für diese sogenannte EE-Hybridheizung eine Förderung von bis zu 35 Prozent. Bei der zweiten Option können Sie mit einer Förderung von bis zu 30 Prozent rechnen.

Was gehört zu den förderfähigen Kosten?

Neben der Anschaffung der Pelletheizung selbst gehören zahlreiche andere Komponenten und Arbeiten zu den sogenannten förderfähigen Kosten. So sind auch Montage und Installation der Heiztechnik mit inbegriffen oder die eher sekundären Bauteile zur Brennwertnutzung und Partikelabscheidung. Darüber hinaus gehören Komponenten der Fördertechnik dazu wie Saugsysteme, Förderschnecken, Federblattrührwerke oder Schubbodenaustragung. Ebenso sind spezifische Umfeldmaßnahmen in der Förderung inbegriffen:

  • den Heiz- und Technikraum
  • die Aufbewahrung der Pellets
  • das Abgassystem und den Schornstein
  • die Wärmeverteilung im Gebäude
  • die Wärmeübertragung im Haus
  • die Warmwasserbereitung
  • die Demontage der Altgeräte

Förderung der Pelletheizung durch die KfW

Aktuell ist die Förderung für eine Pelletheizung bei der KfW noch über das Programm “Energieeffizient Sanieren” möglich. Eine Überführung in die Richtlinie der Bundesförderung erfolgt hier erst voraussichtlich am 01.07.2021. Bis dahin können Sie bei der Kreditanstalt Ihrer Wahl einen Förderantrag auf Zuschuss oder Kredit für eine neue Pelletheizung als Teil einer Vollsanierung oder eines Neubau nach Effizienzhaus-Standard stellen. Die Förderung als Einzelmaßnahme in einem Bestandsgebäude ist nicht mehr möglich.

Übergangsweise besteht die Option zum Antrag im Rahmen des KfW-Programms 167 – der Ergänzungskredit. Die Summe der Fördermittel darf die Gesamtkosten der Maßnahmen nicht übersteigt.

Ab Juli 2021 haben Sie schließlich die Möglichkeit, ein Effizienzhaus neu zu bauen und eine Pelletheizung mit einzuplanen oder Sie sanieren ein Wohngebäude entsprechend der Effizienzklassen. Auch die Förderung der Pelletheizung als Einzelmaßnahme im Bestand wird dann weiterhin möglich sein. In allen Fällen haben Sie die Wahl zwischen einem Kredit mit Tilgungszuschuss und einem direkt ausgezahlten Zuschuss. Bei Einzelmaßnahmen bekommen Sie Zuschüsse und Tilgungszuschüsse in Höhe von 35 Prozent und mit Austauschprämie für eine Ölheizung bis zu 45 Prozent.Bei ganzheitlichen Neubau- oder Sanierungsvorhaben hängen die Konditionen vom Effizienzhaus-Standard ab. 

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde
Fazit von Jeannette Kunde
Neben der Förderung für die Pelletheizung durch KfW und BAFA existieren auch noch einzelne regionale Fördermittel. Außerdem gibt es seit 01.01.2020 einen sogenannten Steuerbonus von bis zu 20 Prozent. Dabei muss es sich um selbstgenutztes Wohneigentum handeln und um eine Sanierung (kein Neubau). Nutzen Sie diesen, sinkt Ihre  Einkommensteuerlast um bis zu 40.000 Euro über drei Jahre verteilt.
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