Öl-Brennwertkessel im Test – Überblick zu den Ergebnissen

Zwar kommen Ölheizungen im Neubau immer seltener zum Einsatz, dennoch werden Millionen von Haushalten durch das Verbrennen von Erdöl mit Heizwärme und Warmwasser versorgt. Dabei sind viele Anlagen veraltet und arbeiten sehr ineffizient. Das Gegenmodell ist die moderne Brennwerttechnik. Diese birgt ein hohes Energieeinsparpotential. Doch wie gut sind die aktuellen Modelle? Lesen Sie im folgenden Artikel, wie Öl-Brennwertkessel zuletzt im Test abgeschnitten haben.

Was zeichnet einen Öl-Brennwertkessel aus?

Grundsätzliches Prinzip der Brennwerttechnik besteht darin, die thermische Energie der Abgase zu nutzen. Wird ein Energieträger wie Erdgas oder –öl verbrannt, entsteht unter anderem Wasserdampf. Darin enthalten ist Energie, welche ohne die Brennwerttechnik ungenutzt über den Schornstein nach draußen gelangt.

Infolge des Verbrennungsprozesses wird der Wasserdampf soweit heruntergekühlt, dass dieser kondensiert. Durch die verborgene Energie erhöht sich der Wirkungsgrad für diese Art von Kessel erheblich. Der Brennwert des Heizöls kann nahezu vollständig ausgenutzt werden. Das reduziert nicht nur den Einsatz des Rohstoffs Erdöl, sondern senkt langfristig auch die Heizkosten. Der Rohstoff Erdöl ist endlich. Die Heizölpreise werden demnach weiter steigen. Das heißt, ein Wechsel zur Brennwerttechnik zahlt sich aus.

Öl-Brennwertkessel im Test: Gegenstand und Ergebnisse

Zuletzt wurden Öl-Brennwertkessel in einem Test von 2008 miteinander verglichen. Ausführende Institution war die Stiftung Warentest. Im Mittelpunkt standen dabei zehn verschiedene Kessel führender Marken mit Listenpreisen zwischen 5.590 und 7.000 Euro. Darin enthalten sind weder die Kosten für die Installation noch andere Sanierungsmaßnahmen zum Beispiel am Schornstein. Denn an dieser Stelle sei erwähnt, dass bei alten Anlagen keine korrosionsbeständigen Materialien Verwendung fanden. Das Kondensat ist sauer und führt bei alten Schornsteinen zu Schäden. Ebenso kann sich der finanzielle Aufwand erhöhen, wenn Anlagenbesitzer die Ölheizung mit einer Solarthermie ergänzen. Für diesen Fall ist unter Umständen ein größerer Wasserspeicher erforderlich.

Das Bild symbolisiert das Ergebnis für den Öl Brennwertkessel Test.

Testkriterien

Für alle Öl-Brennwertkessel im Test wurde schwefelarmes Heizöl verwendet. Dieses hat den Vorteil, dass das Kondensat weniger sauer und deshalb in der Regel keine zusätzliche Neutralisationseinheit notwendig ist. Damit kann das Kondensat unproblematisch in die Kanalisation geleitet werden. Der für die verschiedenen Öl-Brennwertkessel durchgeführte Test fand demnach unter gemeinsamen Rahmenbedingungen statt. Teil dessen waren natürlich auch gleich Prüfkriterien. Die Vergleichsfaktoren waren (inklusive dem prozentualen Anteil an der Gesamtnote):

  • Energieeffizienz im Heizbetrieb (55 Prozent)
  • Handhabung (25 Prozent)
  • sonstige Umwelteigenschaften (15 Prozent)
  • technische Verarbeitung (fünf Prozent)

Der Ausstoß von Kohlenmonoxid, Kohlenstoffdioxid, der Jahresstromverbrauch sowie die Lärmbelästigung sind einzelne Unterpunkte der Kategorie Umwelteigenschaften. Des Weiteren zählen zur Handhabung auch Faktoren wie Service, Wartung sowie Montageanleitungen oder die generelle Bedienung.

Ergebnisse kurz zusammengefasst der Öl-Brennwertkessel im Test

Insgesamt haben neun der zehn Modelle mit „gut“ oder „sehr gut“ abgeschnitten. Lediglich ein Model erhielt ein „befriedigend“. Dies war der zweitteuerste Kessel. Gründe liegen in der durchschnittlichen Energieausnutzung sowie in der hohen Geräuschentwicklung. Die Lautstärke ließe sich jedoch beim raumluftunabhängigen Betrieb verringern. Dabei kommt der Kessel nicht in einem Heizraum oder im Keller unter, sondern im Wohnbereich. Das hat zwar einen Raumverlust zur Folge, besitzt aber den Vorteil, dass kaum Wärme verloren geht.

Überraschend ist: die hohe Energieausbeute ist nicht zwangsläufig an den Preis gebunden. Die drei Öl-Brennwertkessel im Test, die diesbezüglich am besten abschnitten, liegen preislich zwischen 5.600 und 7.000 Euro. Diese Modelle überzeugten vor allem im Teillastbetrieb. Davon ist die Rede, wenn nur ein Teil der maximal möglichen Heizleistung des Kessels gebraucht wird. Welcher Kessel letztlich gewonnen hat und welche Noten im Detail vergeben wurden, finden Sie im ausführlichen Bericht der Stiftung Warentest (23.04.2008).

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde

Fazit von Jeannette Kunde

Die Entscheidung für eine neue Heizung sollte nicht leichtfertig getroffen werden. Viele Faktoren sind zu berücksichtigen. Neben dem eigenen, individuellen Nutzungsverhalten und Wärmebedürfnis sind die einzelnen Merkmale der neuen Heizung entscheidend. Denn die Ansprüche an die Heizungsanlage sollten mit dem Modell deckungsgleich sein. Um sich einen Überblick zu verschaffen, kann ein Blick auf die Öl-Brenntwertkessel im Test der Stiftung Warentest sinnvoll sein.

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