Öl-Brennwertheizung: wichtige Informationen im Überblick

Ein angenehmes Raumklima ist in den heimischen vier Wänden von entscheidender Bedeutung für den Wohnkomfort. Zuverlässige Wärmeerzeuger sind dabei unverzichtbar, um die Räumlichkeiten optimal temperieren zu können. Eine der möglichen Lösungen sind Ölheizungen mit moderner Brennwerttechnik. Aber welche Besonderheiten bringt eine solche Öl-Brennwertheizung überhaupt mit sich und was kostet sie?

Was zeichnet die Brennwertheizung für Öl aus?

Ein Großteil der Heizungen in Deutschland ist veraltet. Viele Haushalte nutzen fossile Energieträger. Das heißt, oft stehen in den Gebäuden noch alte Gas- oder Ölheizkessel, die nicht sehr effizient arbeiten. Das ist nicht nur kostenintensiv, sondern begünstigt auch den Klimawandel. Brennwertheizungen sind eine hervorragende Alternative, vor allem wenn Verbraucher nicht vollkommen auf erneuerbare Energien umsteigen können oder wollen. Die Brennwerttechnik ist aktuell der technische Stand der Dinge.

Bereits seit den 80er Jahren, als der erste Brennwertkessel entwickelt wurde, ist die Technologie auf dem Vormarsch. Seit 1996 besteht für Brennwertheizungen mit Öl auch eine DIN-Norm. Schließlich ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass laut § 10 der Energieeinsparverordnung (EnEV 2015) Heizkessel, die 30 Jahre und älter sind, ausgewechselt werden müssen. Es bestehen jedoch Ausnahmen. Ob Hauseigentümer den Heizkessel austauschen müssen, hängt davon ab, wie alt der Kessel genau ist und welche Leistung er aufweist. Darüber hinaus wurde Ende 2019 beschlossen, dass ab 2026 Ölheizung nicht mehr neu eingebaut werden dürfen; nur noch in Kombination mit einem Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien. Mehr Details im Beitrag zum Verbot von Ölheizungen

Wie funktioniert eine Brennwertheizung mit Öl?

In ihrer Funktionsweise unterscheidet sich eine Öl-Brennwertheizung nicht viel von einer klassischen Ölheizung. Sie besteht in der Regel aus einem Heizkessel, einem Öltank, einer Pumpe sowie mehreren Komponenten wie Heizungsrohren und Heizkörpern. 

Grundlegend muss das Heizöl zunächst vom Tank in den Kessel transportiert werden. Dort ist die erste Station der Brenner, wo das Öl entzündet wird. Über Wärmetauscher wird das Heizwasser erwärmt und über das Rohrsystem in sämtliche Heizkörper geleitet. Die Funktionsweise trifft auf alle Heizkessel mit Öl zu. Die Besonderheit der Brennwertheizung mit Öl liegt in der Nutzung der latenten Wärme aus Abgasen.

Beim Verbrennungsprozess entsteht Wasserdampf. In alten Kesseln wurde überwiegend korrodierendes Material verbaut. Das heißt, der Wasserdampf musste in hohen Temperaturen abgeführt werden, damit es eben nicht zur Kondensation kommt. Hier funktioniert ein Brennwertkessel genau gegensätzlich. Er macht sich die Wärme des Wasserdampfs als Heizenergie zunutze. Die Rücklauftemperatur des Heizwassers muss dabei unter dem Taupunkt von 47° C liegen.

Eine Öl Brennwertheizung in einem Heizungskeller.
© markus_marb | Fotolia

Öl – das Problem mit dem Schwefelgehalt

Die Kondensation in einer Brennwertheizung für Öl birgt das Problem, dass dieses Kondensat sehr sauer ist. Ursache ist der Schwefelgehalt des Heizöls. Umso höher er ist, desto saurer das Ergebnis. Dagegen hilft nur eine Neutralisationseinheit oder der Einsatz von schwefelarmem Heizöl, welches mittlerweile flächendeckend in Deutschland erhältlich ist. Letzteres hat den Vorteil, dass das Kondensat direkt in die Abwasserleitung geführt werden kann.

Wirkungsgrad einer Öl-Brennwertheizung

Grundsätzlich ist im Hinblick auf ökologische und ökonomische Aspekte der Wirkungsgrad einer Heizungsanlage entscheidend. Dieser beschreibt das Maß für die Güte der Energieumwandlung. Genauer gesagt drückt der Wert das Verhältnis zwischen aufgewendeter Leistung und nutzbar gemachter Energie aus. Was bedeutet das nun für unsere Heizung? Der Wert beantwortet die Frage, wie viel Brennstoff eingesetzt werden muss, um ein bestimmtes Maß an Wärme zu erreichen. Der Wirkungsgrad sollte so hoch wie möglich sein. Für die energetische Bewertung ist zudem der Nutzungsgrad hinzuzuziehen. Denn durch ihn werden auch Wärmeverluste berücksichtigt, die nach dem laufenden Betrieb auftreten.

Bei einer Brennwertheizung für Öl liegt die effektive Ausnutzung des Brennstoffs unter günstigen Bedingungen bei über 95 Prozent. Manchmal finden sich auch Angaben für einen Wirkungsgrad von über 100 Prozent. Dabei bildet der sogenannte Heizwert die Grundlage. Dieser berücksichtigt im Vergleich zum Brennwert jedoch nicht die Kondensation. Auch die bereits angesprochenen Wärmeverluste werden hier außen vorgelassen.

Welche konkreten Vorteile hat eine Öl-Brennwertheizung?

Wer sich für die Anschaffung einer Brennwertheizung mit Öl entscheidet, profitiert von verschiedenen Vorzügen. Zu den wichtigsten Vorteilen zählt die effektive Einsparung von Heizöl. Um auch die Heizkosten dauerhaft zu senken, ist eine Öl-Brennwertheizung somit die richtige Wahl.

Des Weiteren punkten Brennwertheizungen mit einer kompakten Bauform und eignen sich dementsprechend für verschiedenste Stellplätze. Zudem entwickeln Öl-Brennwertheizungen nur minimale Betriebsgeräusche, was den hohen Nutzungskomfort unterstreicht. Auch in puncto Nachhaltigkeit können Öl-Brennwertheizungen überzeugen. Im direkten Vergleich mit älteren Heizungstypen reduziert sich die Schadstoffemission erheblich, was für den Umweltschutz von enormer Bedeutung ist. 

Wichtig: Aufgrund der Kondensation ist der alte Schornstein nicht mehr geeignet. Die Abgasleitung muss aus korrosionsbeständigem Material bestehen. Der Durchmesser dieser Rohre kann vergleichsweise gering sein und kann ohne Weiteres in den alten Schornstein geschoben werden.

Kosten einer Öl-Brennwertheizung

Öl-Brennwertheizungen gibt es vielen unterschiedlichen Ausführungen, sodass sich für jeden Einsatzbereich optimale Lösungen finden. Die Preise für einen Öl-Brennwertkessel liegen dabei etwa zwischen 5.000 und 7.500 Euro. In diesem Zusammenhang gilt es darauf hinzuweisen, dass sich im Vergleich zu älteren Modellen bis zu 40 Prozent höhere Nutzungsgrade erzielen lassen. Beim Kauf müssen aber unbedingt wichtige Tipps befolgt werden, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erreichen.  Ein zusätzlicher Pufferspeicher ist in der Regel bei neuen Modellen von Öl-Brennwertheizungen nicht notwendig, da sie modulierend arbeiten. Sie können kleinere Schwankungen selbst ausgleichen. 

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Insgesamt gesehen bringt eine Öl-Brennwertheizung vielfältige Vorteile mit sich. Wer in ein hochwertiges Modell mit optimierter Funktionsweise investiert, kann sich über deutlich sinkende Energiekosten und einen hohen Nutzungskomfort freuen. Abhängig von der aktuell genutzten Heizung rentiert sich die Anschaffung einer Öl-Brennwertheizung schon nach wenigen Jahren.
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