Öl-Brennwert lässt Heizkosten sinken

Der Öl-Brennwert beschreibt die Energie, die in einem Brennstoff gespeichert ist. Er berücksichtigt auch die im Abgas vorhandene Wärme und ist dadurch vergleichsweise hoch. Was den Öl-Brennwert auszeichnet, mit welcher Technik er sich nutzen lässt und wie er dabei hilft, die Heizkosten zu senken, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Öl-Brennwert nutzt verborgene Wärme

Der Öl-Brennwert ist eine Kennzahl für die Energie, die ein Rohstoff bei seiner Verbrennung abgibt. Anders als der Heizwert, den vor allem ältere Konstant- oder Niedertemperaturkessel nutzen, berücksichtigt er auch verborgene Wärme. Das ist thermische Energie, die bei der Kondensation des Wassers im Abgas frei wird. Bei der gleichen Menge an Brennstoff gibt die Heizung dabei mehr Wärme ab. Das heißt: Der Verbrauch sinkt und die Heizkosten fallen.

Wassertropfen für die Kondensation in einer Öl-Brennwert-Heizung

Die richtige Technik für den Öl-Brennwert

Damit sich der Öl-Brennwert nutzen lässt, ist eine besondere Heiztechnik nötig. Diese sorgt für eine ausreichende Kühlung der Abgase und dafür, dass das enthaltene Wasser kondensiert. Für einen Ölheizkessel kommen dabei folgende Technologien infrage:

  • Heizgeräte mit interner Wärmeübertragung
  • Ölheizung mit externer Wärmeübertragung
  • Öl-Brennwert durch Luft-Abgas-System

Heizgeräte mit interner Wärmeübertragung

Eine erste Möglichkeit zur Nutzung des Öl-Brennwerts bieten Heizgeräte mit interner Wärmeübertragung. Dabei strömt das kühle Rücklaufwasser aus dem Heizungsnetz über einen Wärmeübertrager an den heißen Verbrennungsabgasen vorbei. Da diese Wärme abgeben, sinkt ihre Temperatur und das enthaltene Wasser kondensiert. Das Rücklaufwasser nimmt die Wärme auf und erwärmt sich. Da auf diese Weise der Unterschied zur Vorlauftemperatur sinkt, wird der Kessel entlastet und die Heizkosten fallen.

Ölheizung mit externer Wärmeübertragung

Wie der Name bereits verrät, funktioniert die Öl-Brennwert-Technik mit externer Wärmeübertragung ähnlich der ersten Variante. Einziger Unterschied: Der Wärmeübertrager ist hier nicht in den Kessel integriert, sondern außen am Abgasrohr angebracht. Auf diese Weise lassen sich sogar ältere Niedertemperaturkessel zu modernen Brennwertheizungen umrüsten.

Öl-Brennwert durch Luft-Abgas-System

Das Luft-Abgas-System ist mit etwas aufwendigerer Technik verbunden. Denn dabei kommen zwei Wärmeübertrager zum Einsatz. Ein Erster wird in den Heizkessel integriert. Er kühlt die Abgase mithilfe des Rücklaufwassers auf eine mittlere Temperatur und gewinnt bereits einen Teil der Abwärme zurück. Ein zweiter Wärmeübertrager kühlt das Abgas mit Hilfe von kalter Außenluft und sorgt dafür, dass das gesamte enthaltene Wasser kondensiert. Er wird Luft-Abgas-System genannt und besteht aus zwei ineinander liegenden Rohren. Während das Innere die Abgase nach außen leitet, strömt kalte Luft durch das äußere Rohr zum Kessel. Sie nimmt die übrige Energie der Abgase auf und erwärmt sich dabei.

Der Vorteil dieser Technik liegt darin, dass sie auch mit höheren Rücklauftemperaturen zurechtkommt. Bei allen anderen Lösungen sollte diese dauerhaft unter 50 Grad Celsius liegen, damit es zur Kondensation kommt.

Heizflächen und Rohrnetz müssen passen

Damit sich der Öl-Brennwert effizient nutzen lässt, sollte die Temperatur des Rücklaufwassers dauerhaft unter 50 Grad Celsius liegen. Möglich ist das zum Beispiel durch die Installation einer Fußbodenheizung oder groß ausgelegte Heizflächen. Darüber hinaus hilft auch der hydraulische Abgleich dabei, die Rücklauftemperatur um einige Grad herabzusetzen.

Sind sich Hausbesitzer unsicher, ob der Öl-Brennwert in ihrem Haus wirtschaftlich funktioniert, hilft ein Installateur bei der Entscheidung. Er kann die Anlage untersuchen, beurteilen und gegebenenfalls Austauschmaßnahmen durchführen.

Neuer Schornstein bei Sanierung oft Pflicht

Da die Kondensation bei den kühlen Abgasen einer Öl-Brennwert-Heizung auch im Schornstein stattfinden kann, sind alte meist nicht mehr zu verwenden. Sie kommen mit der anfallenden Feuchte nicht zurecht und müssen saniert werden. Abhilfe schaffen dabei korrosionsbeständige Systeme aus Kunststoff oder Edelstahl, die sich oft in den alten Schornstein einschieben lassen. Eine Sonderform sind Luft-Abgas-Systeme, bei denen frische Verbrennungsluft und alte Abgase über ein Rohr-in-Rohr-System aneinander vorbei strömen.

Förderung für Öl-Brennwert-Technik

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (der KfW) fördert die Sanierung einer alten Heizung mit neuer Öl-Brennwert-Technik. Neben einem zinsgünstigen Darlehen über das Programm 151/ 152 „Energieeffizient Sanieren – Kredit“ profitieren Hausbesitzer auch von einem Zuschuss. Über das Programm 430 „Energieeffizient Sanieren – Investitions­zuschuss“ gibt es dabei zehn Prozent der förderfähigen Kosten erstattet.

Voraussetzung ist, dass Hausbesitzer die Förderung zusammen mit einem Energieberater noch vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten beantragen. Außerdem ist sicherzustellen, dass:

  • der dauerhafte Brennwertbetrieb sichergestellt ist
  • ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wird
  • eine Effizienzpumpe installiert wird

Zusätzlich gibt es noch einmal 250 Euro über die Aktion „Deutschland macht Plus“ des Instituts für Wärme und Öltechnik. Voraussetzung für die Prämie ist der Einbau des gelisteten Kessels. Darüber hinaus müssen Hausbesitzer einmal mindestens 1.500 Liter Heizöl von einem Partner der Aktion beziehen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Der Öl-Brennwert nutzt verborgene Wärme aus dem Abgas und lässt die Heizkosten fallen. Damit Hausbesitzer davon profitieren, müssen Technik und Anlage stimmen. Die KfW fördert neue Heizungen sowie nötige Sanierungsarbeiten.

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