Flammrohr am Ölbrenner: Aufgabe einfach erklärt 

Das Flammrohr ist ein Bauteil von Ölheizungen. Es sitzt am Ende des Ölbrenners und sorgt dafür, dass ein Gemisch aus verdampftem Öl sowie Luft nahezu rückstandslos verbrennt. Das Bauteil ist wichtig für die ordnungsgemäße Funktion einer Ölheizung und im Rahmen der jährlichen Wartung zu kontrollieren. Wenn das Flammrohr Löcher hat, verzogen oder anderweitig defekt ist, sollten Fachhandwerker das Bauteil zügig austauschen. Andernfalls läuft die Verbrennung nicht optimal ab und der Schadstoffgehalt im Abgas steigt. 

Aufgabe, Funktion und Materialien der Rohre

Das Flammrohr eines Ölbrenners sitzt teilweise über dem Düsenstock. Es umhüllt damit die Öldüse, die Stauscheibe, die Ölvorwärmung und die Zündelektroden. Bei einem Blaubrenner ist das Rohr verlängert und mit verschiedenen Öffnungen versehen. Auf diese Weise strömt ein Teil der heißen Verbrennungsabgase aus dem Brennraum zurück vor den Beginn der Brennflamme. Die heißen Gase liefern ausreichend Energie, um den von der Düse fein zerstäubten Ölnebel zu verdampfen, wodurch der Brenner effizienter, sparsamer und zugleich auch sauberer arbeitet. Im Vergleich zu einem Gelbbrenner ohne Rezirkulation der heißen Abgase lässt sich damit der Stickstoffoxid- und Kohlenmonoxidgehalt wesentlich reduzieren. Bei Letzteren verläuft das Misch- oder Flammrohr vom Brennerkörper bis zur Stauscheibe. Heiße Abgase strömen nicht zurück zur Flammwurzel, die Verbrennung läuft weniger optimal und die Flamme brennt mit der typisch gelben Farbe.

Flammrohr an einem Ölbrenner
© Itsanan/ Shutterstock.com

Hohe Temperaturen erfordern besondere Materialien

Da das Rohr hohen Temperaturen standhalten muss, besteht es üblicherweise aus hochwertigem Stahl. Einige Hersteller setzen außerdem auf keramische Bauteile. Diese sind besonders hitzebeständig und somit länger haltbar als Stahlrohre. Bei der Frage: „Flammrohr aus Stahl oder Keramik?“, haben aber auch letztere Nachteile. Denn gegenüber mechanischen Einwirkungen sind Keramikrohre anfälliger. Das erfordert beispielsweise mehr Vorsicht bei der Reinigung und der Wartung. So kommt es teilweise zu Schäden, wenn Heimwerker den Brennraum öffnen und mit dem langen Flammrohr aus Keramik an der Kesselwand anschlagen.

Flammrohr defekt: Was sind die Folgen?

Sind die Rohre verzogen oder am Ende ausgeschlagen (beispielsweise bei keramischen Bauteilen), lässt sich die ordnungsgemäße Funktion der Brenner nicht mehr gewährleisten. Das Gleiche gilt für gerissene oder löchrige Flammrohre. Der Defekt beeinflusst die Durchströmung und führt zu einer nicht mehr optimal laufenden Verbrennung. Neben schlechteren Abgaswerten hat das oft auch einen höheren Verbrauch zur Folge. Aus diesen Gründen sind beschädigte Rohre unverzüglich durch einen Fachhandwerker auszutauschen. Die Kontrolle der Technik erfolgt in aller Regel bei der jährlichen Wartung oder dann, wenn Sie Ihre Ölheizung reinigen lassen.

Umrüsten von Stahl- auf Keramikrohre ist möglich 

Da es bei Stahlrohren in der Vergangenheit häufiger zu Problemen und Schäden kam, stellten viele Hersteller auf Keramik um. Befinden sich Flammrohre aus Stahl im Einsatz, lassen sich diese oft umrüsten. Möglich ist das mit einem für Ihre Heizung zugelassenen Austauschrohr, das ein Fachhandwerker in der Regel schnell einbaut.

Kosten für den Austausch beschädigter Rohre

Ist an Ihrer Ölheizung das Flammrohr defekt und ein Handwerker kümmert sich um die Reparatur, können Sie mit Kosten von 100 bis 200 Euro für das Ersatzteil rechnen. Hinzu kommen etwa 150 bis 250 Euro für die Montage, bei der Fachhandwerker das defekte Bauteil ersetzen und den Ölbrenner einstellen. Möchten Sie vorsorglich von Stahl auf Keramik umrüsten, kosten entsprechende Umrüstkits je nach Hersteller und Kessel zwischen 250 und 350 Euro. Auch hier kommen Ausgaben in Höhe von 150 bis 250 Euro für die Montage hinzu.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Das Flammrohr am Ölbrenner sorgt dafür, dass sich Luft und Ölnebel optimal vermischen. Es führt bei Blaubrennern außerdem heiße Abgase zur Flammwurzel zurück, um den Ölnebel zu verdampfen und so für eine optimale Verbrennung zu sorgen. Bei gerissenen, gebrochenen oder verzogenen Rohren ist ein Austausch erforderlich. Wer die Lebensdauer der Bauteile verlängern möchte, kann außerdem von Stahl- auf Keramikrohre umstellen.
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