Einsatzgebiete, Vor- und Nachteile von Bioheizöl

Bioheizöl ist ein flüssiger Brennstoff, der ganz oder teilweise aus biologischen Produkten besteht. Er lässt sich zum Beispiel aus Raps, Sonnenblumen, tierischen Fetten oder Altspeiseölen herstellen und eignet sich nicht für jede Heizung. In den folgenden Abschnitten geben wir einen Überblick über die Einsatzgebiete sowie die Vor- und die Nachteile des biogenen Rohstoffs.

Die Herstellung von Bioheizöl (FAME)

Der flüssige Brennstoff wird aus tierischen oder pflanzlichen Fetten gewonnen und ist damit regenerativ bzw. erneuerbar. Genauer handelt es sich bei Bioheizöl um Fettsäuremethylester (FAME), die durch die sogenannte Umesterung mit Methanol entstehen. Entspricht der Rohstoff den Qualitätsanforderungen der DIN V 51605, darf er sogar in reiner Form für die Heizung verwendet werden.

Ausgangstoffe für die Bioheizölproduktion

Die Basis der erneuerbaren Biokomponente liefern tierische und pflanzliche Fette sowie Altspeiseöle. In Deutschland kommt überwiegend Raps zum Einsatz. Grund dafür ist der mit 40 bis 45 Prozent besonders hohe Ölanteil der Samen. Eine Anbaufläche von einem Hektar liefert dabei überschlägig etwa 1.200 bis 1.800 Liter reines Bioheizöl.

Raps als Ausgangsstoff für Bioheizöl

Herstellungsprozess im Überblick

Im ersten Herstellungsschritt werden die eingesetzten Ausgangsstoffe (zum Beispiel Rapssamen) gemahlen. Neben dem Öl entsteht dabei Rapsschrot, das in der Futtermittelindustrie Verwendung findet.

Im nächsten Schritt gibt man dem Öl rund zehn Prozent Methanol sowie Kalium bei und erhitzt es auf 60 Grad Celsius. Dabei lösen sich chemische Bindungen des biologischen Öls und die freien Fettsäuren verbinden sich mit dem Methanol. Experten sprechen bei diesem Vorgang von der Veresterung. Das gleichzeitig entstehende Glycerin lässt sich zum Beispiel in der chemischen Industrie weiter verwenden.

Bioheizöl in reiner und gemischter Form

Am Markt findet sich meist Bioöl auf Basis des schwefelarmen Heizöl EL (extraleicht). Dabei mischen die Hersteller die Biokomponente mit fossilen Rohstoffen, wobei ein teilweise regenerativer Brennstoff entsteht. Typisch sind heute Bioöl-Anteile von drei bis 20 Volumenprozent. Wie viel Bio sich tatsächlich im Heizöl befindet, erkennen Verbraucher einfach an der Bezeichnung „Heizöl EL A Bio 10“. Während EL für extraleichtes Öl steht, verrät „A BIO 10“, dass es sich um einen alternativen Kraftstoff handelt. Der Bioölanteil beträgt dabei zehn Prozent.

Einsatzgebiete des biologischen Brennstoffs

Ob die eigene Ölheizung problemlos mit dem Öl zurechtkommt, richtet sich nach dem Bio-Anteil im Brennstoff. Während Öle mit einem biogenen Anteil von bis zu fünf Prozent in allen neuen und alten Anlagen einsetzbar sind, können bei einem höheren Volumenanteil Nachrüstarbeiten nötig werden. Gibt der Kesselhersteller keine eindeutige Auskunft, empfehlen wir bei der Umstellung einen Installateur zurate zu ziehen. Dieser kann die Anlage genau untersuchen und beurteilen, ob Nachbesserungen nötig sind.

Übrigens: Weist der Kesselhersteller die Eignung der Technik nach, lässt sich sogar reines Bioheizöl zum Heizen verwenden.

Vor- und Nachteile von Bioheizöl

Der flüssige Biobrennstoff ist im Vergleich zum konventionellen Heizöl zumindest teilweise regenerativ. Er lässt sich in vielen neuen und alten Heizungsanlagen einsetzen und schont dabei die fossilen Rohstoffe. Darüber hinaus schafft die heimische Bioölproduktion Arbeitsplätze und eine zunehmende Unabhängigkeit von der globalen Heizölindustrie.

Die Vorteile im Überblick:

  • in vielen neuen und alten Heizungsanlagen einsetzbar
  • Verwendung senkt den Verbrauch fossiler Rohstoffe
  • heimische Herstellung schafft Arbeitsplätze und Importunabhängigkeit

Neben den Vorteilen ist der biogene Brennstoff aber auch mit Nachteilen verbunden. So ist Bioheizöl vergleichsweise teuer und in der Praxis auch nur teilweise regenerativ. Das heißt, dass bei Brennstoffen mit einem FAME-Anteil von fünf bis 20 Prozent immer noch 80 bis 95 Prozent des Rohstoffs fossil und endlich sind. Darüber hinaus kritisieren viele Experten die Konkurrenz zur Nahrungsmittelindustrie. So könnte der Anbau von Energiepflanzen wie Raps oder Sonnenblumen wertvolle Agrarflächen belegen und den Preis für Lebensmittel weiter in die Höhe treiben.

Die Nachteile im Überblick:

  • Rohstoff ist nur teilweise biologisch und kommt ohne hohe fossile Anteile oft nicht aus
  • Energiepflanzen könnten Konkurrenz für Nahrungsmittel darstellen
Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Bioheizöl ist ein flüssiger Brennstoff, der meist aus schwefelarmem Heizöl EL und einem biogenen Anteil besteht. Dieser Anteil lässt sich zum Beispiel aus Raps herstellen und sorgt für einen reduzierten Verbrauch fossiler Energieträger. Während der Brennstoff in vielen neuen und alten Heizungen einsetzbar ist, kritisieren Experten die Konkurrenz zur Nahrungsmittelindustrie.

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